{"id":11343,"date":"2005-07-28T18:03:08","date_gmt":"2005-07-28T18:03:08","guid":{"rendered":".\/?p=11343"},"modified":"2005-07-28T18:03:08","modified_gmt":"2005-07-28T18:03:08","slug":"11343","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/07\/11343\/","title":{"rendered":"Wie weiter f&uuml;r den Widerstand?"},"content":{"rendered":"<p><img style=\"width: 120px; height: 90px;\" alt=\"demo\" src=\"\/2004\/2_10_berlin_demo.jpg\" align=\"left\">In einem von Bernd Riexinger, Horst Schmitthenner und anderen vorgelegten Papier wird f&uuml;r die Einberufung eines &#x91;APO-Kongresses&#x91; im November und f&uuml;r die Planung einer gro&szlig;en gemeinsamen Protestaktion im Fr&uuml;hjahr 2006 geworben. Die Versammlung der sozialen Bewegungen beim Deutschen Sozialforum hat diesen Vorschlag aufgegriffen und die Durchf&uuml;hrung eines Aktions- und Strategiekongresses der sozialen Bewegungen f&uuml;r den 19. und 20. November beschlossen.<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nDabei handelt es sich um einen sehr wichtigen Vorschlag, der die Frage aufwirft, wie der au&szlig;erparlamentarische Widerstand sich angesichts eines zu erwartenden Regierungswechsels (ob nun zu einer CDU\/CSU\/FDP-Koalition oder zu einer Gro&szlig;en Koalition) positioniert. Die AutorInnen schreiben, dass davon ausgegangen werden muss, &#x92;dass die neoliberale Orientierung anh&auml;lt und weitere Umverteilungsschritte zu Gunsten von Unternehmen und Kapital bevorstehen.&#x91; Dies k&ouml;nne auch nicht von einem zu erwartenden Einzug der Linkspartei in den Bundestag verhindert werden. Dies ist zweifelsfrei der Plan des Kapitals, wobei nicht nur mit einer Fortsetzung des Schr&ouml;derschen Neoliberalismus zu rechnen ist, sondern mit einer qualitativen Steigerung von Angriffen auf die Rechte und Sozialstandards der Arbeiterklasse. Dies gilt insbesondere f&uuml;r die betriebliche und gewerkschaftliche Ebene: massive Angriffe auf den Fl&auml;chentarif und den K&uuml;ndigungsschutz sind angek&uuml;ndigt. Merkel und Westerwelle wollen die Gewerkschaften herausfordern und nachhaltig schw&auml;chen. <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Dem muss in einer Planung f&uuml;r den au&szlig;erparlamentarischen Widerstand genauso Rechnung getragen, wie auch die Lehren aus den Protestbewegungen der Jahre 2003 und 2004 gezogen werden m&uuml;ssen: also insbesondere der Gro&szlig;demonstration vom 1. November 2003, den drei gewerkschaftlich organisierten Massendemonstrationen einer halben Million Menschen am 3. April 2004 und der Bewegung der Montagsdemonstrationen im Sommer und Herbst 2004.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; color: rgb(204, 0, 0); font-weight: bold;\">Bilanz der Proteste 2003 und 2004<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Die Demonstration vom 1. November 2003 zeigte, dass mit einer entschlossenen Initiative von unten das Potenzial f&uuml;r sozialen Widerstand zumindest teilweise mobilisiert werden kann, selbst wenn die F&uuml;hrungen der Gewerkschaften eine solche Initiative nicht unterst&uuml;tzen bzw. sogar blockieren. Dazu war es n&ouml;tig, dass einerseits Kr&auml;fte der sozialen Bewegungen, der gewerkschaftlichen Linken und vor allem auch gewerkschaftliche Basisgliederungen nicht darauf gewartet haben, dass die Vorst&auml;nde der Gewerkschaften handeln und sich stattdessen selbst&auml;ndig verst&auml;ndigt und vernetzt haben. Gleichzeitig war es von gro&szlig;er Bedeutung, dass auf allen Ebenen der Gewerkschaften (also von der Betriebsgruppe bis zum ver.di-Bundeskongress) f&uuml;r eine Unterst&uuml;tzung der Demonstration mobilisiert wurde.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Die Demonstration war ein Riesenerfolg &#8211; und ein Schock f&uuml;r Michael Sommer, Frank Bsirske, J&uuml;rgen Peters und die anderen Spitzen(gehalts)funktion&auml;re. Um einen Kontrollverlust &uuml;ber die Bewegung zu verhindern, waren sie gezwungen sich selber an die Spitze derselben zu stellen. Dazu organisierten die Gewerkschaften eine Reihe von Demonstrationen und Arbeitsniederlegungen, zum Beispiel zur Verteidigung des Fl&auml;chentarifs, im November und Dezember 2003 und riefen zu Gro&szlig;demonstrationen f&uuml;r den 3. April 2004 auf.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Die durch den 1. November entstandene neue soziale Bewegung traf sich im Januar 2004 zu einem Aktionskongress in Frankfurt\/Main &#8211; und war nicht in der Lage eine eigenst&auml;ndige Strategie und selbst&auml;ndige Initiativen f&uuml;r den Widerstand zu entwickeln. Stattdessen wurde auf den von den Gewerkschaftsspitzen vorgegebenen Termin- und Aktionsplan orientiert. Die Dynamik der Monate November und Dezember wurde nicht erkannt, es wurden keine konkreten Vorschl&auml;ge f&uuml;r die Steigerung der Proteste durch koordinierte Streikaktionen gemacht. Die Ausrufung eines betrieblichen Aktionstages f&uuml;r den 2. April wurde nicht mit einer Strategie verkn&uuml;pft, die diesen zu einem Erfolg h&auml;tte machen k&ouml;nnen. Sinnvoll w&auml;re eine massive Kampagne innerhalb und au&szlig;erhalb der Gewerkschaften f&uuml;r einen eint&auml;gigen Generalstreik gegen Agenda 2010 und Hartz IV gewesen, der den Protest h&auml;tte zusammen fassen und auf eine h&ouml;here Ebene heben k&ouml;nnen. Teil einer solchen Kampagne h&auml;tte der Aufruf f&uuml;r betriebliche Aktionen am 2. April sein k&ouml;nnen. Doch es wurde der Gewerkschaftsf&uuml;hrung leicht gemacht, erstens die Kontrolle &uuml;ber die Massendemonstrationen des 3. April zu behalten und daf&uuml;r zu sorgen, dass danach nichts mehr geschah. Der Dampf blieb im Kessel. <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Der n&auml;chste Impuls f&uuml;r au&szlig;erparlamentarischen Widerstand kam spontan durch die Montagsdemonstrationen, haupts&auml;chlich in Ostdeutschland. Auch hier fielen die Gewerkschaftsspitzen nur dadurch auf, dass sie nicht zu den Montagsdemonstrationen aufriefen und keine Anstalten machten diese zu koordinieren und mit betrieblichen Aktionen zu verbinden. Die &ouml;rtlichen Gewerkschaftsgliederungen, die zu den Demos aufriefen, f&uuml;hrten in der Regel keine entschlossenen Mobilisierungskampagnen durch. Und die sich entwickelnde Koordination der Montagsdemonstrationen machte &auml;hnlich wenig Versuche, Druck auf die Gewerkschaften auszu&uuml;ben und diese zur Unterst&uuml;tzung der Bewegung zu zwingen. Aktionen, wie die unter dem Motto &#x92;Immer wieder Montags &#8230; wo ist der DGB?&#x91; vor der Bundeszentrale des DGB blieben die Ausnahme.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Die Bewegung schaffte es nicht die n&auml;chsth&ouml;here Stufe zu erklimmen &#8211; was nur eine Ausdehnung auf die Betriebe h&auml;tte sein k&ouml;nnen &#8211; und endete im Oktober 2004.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Ein R&uuml;ckblick auf diese Bewegung birgt einige Lehren. Diese sind unter anderem: <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">1. Bewegungen haben ihre eigene Dynamik und Zeitpl&auml;ne m&uuml;ssen dieser Dynamik entsprechen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">2. Demonstrationen k&ouml;nnen nur einen begrenzten Druck aus&uuml;ben, der unter den gegebenen Verh&auml;ltnissen von Regierungen leichter ausgesessen werden kann. Dies gilt vor allem, wenn es keine starke politische Alternative in Form einer Arbeiterpartei gibt. <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">3. Nur durch die Einbeziehung der abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten in eine Streikbewegung, die auch &ouml;konomischen Druck aus&uuml;ben kann, die politische Auseinandersetzung in die Betriebe tr&auml;gt und das Klassenbewusstsein steigert, k&ouml;nnen Regierung und Kapital zur&uuml;ckgedr&auml;ngt werden. Dazu bedarf es einer klaren Politik gegen&uuml;ber den Gewerkschaften.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; font-weight: bold; color: rgb(204, 0, 0);\">Lehren ziehen!<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Wie k&ouml;nnnen diese Lehren in der jetzigen Situation umgesetzt werden? Erstens sollte nicht so getan werden, als ob die verschiedenen Akteure der &#8222;APO&#8220; (Attac, fzs, Friedensbewegung) die gleiche Bedeutung wie gewerkschaftliche Strukturen haben. Die entscheidende Aufgabe ist es die Blockade der Gewerkschaftsf&uuml;hrungen zu durchbrechen. Dazu ist es n&ouml;tig von au&szlig;en und innen Druck auf diese zu entfalten und gleichzeitig gewerkschaftliche und betriebliche Strukturen dazu zu bewegen, ohne ihre F&uuml;hrungen zu handeln. <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Gerade weil Regierung und Kapital eine Schlacht mit den Gewerkschaften provozieren wollen, bedarf es einer Antwort der sozialen Bewegungen, die die zentrale Rolle der Gewerkschaften betont. Konkret hei&szlig;t das: in die Vorbereitung eines &#x92;APO-Kongresses&#x91; m&uuml;ssen die Gewerkschaftslinke, Vertrauensleutek&ouml;rper und k&auml;mpferische gewerkschaftliche Gremien massiv einbezogen werden und dies muss sich im Programm des Kongresses niederschlagen. Es sollte sogar &uuml;berlegt werden, ob eine Zusammenlegung des f&uuml;r Oktober geplanten Kongresses der Initiative zur Vernetzung der gewerkschaftlichen Linken (IVG) und des Kongresses der sozialen Bewegungen sinnvoll sein k&ouml;nnen. Denn es besteht die Gefahr, dass beim IVG-Kongress gesagt wird, man m&uuml;sse den anderen Kongress abwarten, bevor man zu Entscheidungen kommen k&ouml;nne, beim &#x92;APO-Kongress&#x91; aber aufgrund des kurzen Zeitabstandes zwischen beiden Versammlungen verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig wenige linke GewerkschafterInnen teilnehmen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Zweitens muss die Frage des politischen Streiks gegen die zu erwartenden Ma&szlig;nahmen der n&auml;chsten Bundesregierung offensiv thematisiert werden. Dies war ein zentrales Diskussionsthema des Aktionskongresses vom Januar 2004. Dieser sprach sich nach kontroverser Debatte mit einer riesigen Mehrheit grunds&auml;tzlich f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung von politischen Streikaktionen aus. Daran muss angekn&uuml;pft und die Debatte in die Betriebe und Gewerkschaften getragen werden. <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Drittens sollte nicht versucht werden, der realen Bewegung einen Zeitplan aufzuzwingen, dessen Ausgangspunkt abstrakte &Uuml;berlegungen zu Mobilisierungszeitr&auml;umen, die ausgehend von den heutigen Verh&auml;ltnissen n&ouml;tig erscheinen, sind. Das bedeutet nicht, keine Aktionen festzulegen. Die m&ouml;gliche Dynamik der Ereignisse muss dabei nur bedacht werden. Es ist m&ouml;glich, dass die Bundesregierung sehr schnell nach den Wahlen zu Angriffen &uuml;bergeht und eine sehr viel schnellere Reaktion n&ouml;tig ist, als eine bundesweite Protestaktion im Fr&uuml;hjahr 2006. Der Druck in den Betrieben kann, auch motiviert durch ein gutes Wahlergebnis f&uuml;r die Linkspartei, schnell zunehmen und die Gewerkschaftsf&uuml;hrung zu Aktionen zwingen. Will man verhindern, dass diese eine Kontrolle &uuml;ber Proteste nutzen kann, um diese einmal mehr abzuw&uuml;rgen, muss schneller und flexibel gehandelt werden. <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Der beim Deutschen Sozialforum beschlossene dezentrale Aktionstag am 5. September kann sicher genutzt werden, um der Notwendigkeit des sozialen Widerstands im Wahlkampf Geh&ouml;r zu verschaffen. Doch vor allem sollte der geplante Kongress nicht erst Ende November, sondern schnellstm&ouml;glich nach den Bundestagswahlen stattfinden. Parallel sollte innerhalb der Gewerkschaften f&uuml;r eine bundesweite Gro&szlig;demonstration im Oktober oder November geworben werden, um der neuen Regierung direkt klar zu machen, dass sie mit Widerstand konfrontiert sein wird. <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; color: rgb(204, 0, 0); font-weight: bold;\">Betriebe und Gewerkschaften entscheidend<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Entscheidend wird aber sein, dass gewerkschaftliche und betriebliche AktivistInnen sich vernetzen und eine Strategie ausarbeiten, die dazu dienen kann, m&ouml;glichst schnell nach den Bundestagswahlen betriebliche und gewerkschaftliche Mobilisierungen zu erreichen und entsprechende Beschl&uuml;sse in den Gewerkschaften durchzusetzen. Hierbei sollte der n&ouml;tige Widerstand gegen die kommenden Angriffe mit K&auml;mpfen gegen Entlassungen und Betriebsschlie&szlig;ungen und mit den laufenden und anstehenden Tarifauseinandersetzungen verbunden werden. Die sozialen Bewegungen und ein &#x92;APO-Kongress&#x91; k&ouml;nnen eine Rolle dabei spielen, f&uuml;r eine solche Strategie Ideen und Vorschl&auml;ge auszuarbeiten, &ouml;ffentlichen Druck auf die Gewerkschaftsf&uuml;hrungen zu entfalten und vor allem Angebote f&uuml;r eigenst&auml;ndigen Widerstand zu schaffen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Eigentlich w&auml;re es die Aufgabe der Gewerkschaftsf&uuml;hrungen gewesen noch vor dem 18. September den Widerstand in die Betriebe und auf die Stra&szlig;e zu tragen. Nun muss unmittelbar mit den Vorbereitungen f&uuml;r einen hei&szlig;en Herbst und Winter durch die Gewerkschaften begonnen werden. Dazu sollten geh&ouml;ren:<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">&#8211; eine Informationskampagne zu den anstehenden Angriffen <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">&#8211; Durchf&uuml;hrung von Betriebsversammlungen und Vertrauensleute\/Betriebs- und Personalr&auml;tekonferenzen auf allen Ebenen<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">&#8211; Aufstellung eines gewerkschaftlichen Forderungskatalogs, der nicht nur einen Stopp jeglicher weiterer Angriffe, sondern auch die R&uuml;cknahme von Hartz IV und Agenda 2010, deutliche Lohnerh&ouml;hungen und Arbeitszeitverk&uuml;rzung bei vollem Lohnausgleich in allen Bereichen vorsieht<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">&#8211; Durchf&uuml;hrung von betrieblichen, branchenweiten bzw. regionalen Aktionstagen, die Arbeitsniederlegungen und lokale Demonstrationen beinhalten<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">&#8211; Durchf&uuml;hrung einer bundesweiten Gro&szlig;demonstration<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">&#8211; Vorbereitung eines eint&auml;gigen Generalstreiks im Falle der Er&ouml;ffnung von Gesetzgebungsverfahren, die einen Angriff auf den Fl&auml;chentarif oder den K&uuml;ndigungsschutz vorsehen<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; font-weight: bold; color: rgb(204, 0, 0);\">Rolle und Aufgaben von WASG und Linkspartei<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Dabei sollte nicht vergessen werden, dass eine Widerstandsbewegung gegen eine Merkel-Regierung vor anderen politischen Voraussetzungen stattfindet, als die Bewegung gegen Agenda 2010 und Hartz IV. Die Entstehung der WASG und der zu erwartende Einzug einer realtiv starken Bundestagsfraktion von Linkspartei\/PDS- und WASG-Abgeordneten haben die politische Landschaft in der Bundesrepublik ver&auml;ndert.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Dies ist &uuml;brigens das wichtigste Ergebnis der Protestbewegung von 2003 und 2004, denn ohne diese w&auml;re die Entstehung der WASG in einem so schnellen Prozess nicht denkbar gewesen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Auch wenn 50 oder 60 (mehr oder weniger) linke Abgeordnete im Bundestag kein Gesetz stoppen k&ouml;nnen, k&ouml;nnen sie die Bedingungen f&uuml;r den Widerstand enorm verbessern. Sie k&ouml;nnen ihre Parlamentspositionen in Sprachrohre des Widerstandes verwandeln, indem sie die Forderungen von Bewegungen im Bundestag aussprechen, entsprechende Antr&auml;ge formulieren und das Parlament als B&uuml;hne benutzen. Das alleine w&uuml;rde den betroffenen ArbeitnehmerInnen, Erwerbslosen, Jugendlichen und RentnerInnen Mut machen. Vor allem aber k&ouml;nnten sie helfen, der Bewegung eine politische Perspektive zu geben und zu verbreiten, dass es Alternativen zur neoliberalen Umverteilung von unten nach oben gibt. Hier sind vor allem die WASG-Abgeordneten gefragt, denn die Glaubw&uuml;rdigkeit der Linkspartei\/PDS ist angesichts ihrer Regierungsbeteiligungen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern mehr als angeschlagen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Der Platz der WASG ist deshalb nicht nur im Parlament, sondern gerade auch in den sozialen Bewegungen und betrieblichen und gewerkschaftlichen K&auml;mpfen. Dort muss sie sich aktiv einbringen und helfen, den Widerstand zu koordinieren. Stadtteil- und Betriebsgruppen m&uuml;ssen zur vorw&auml;rtstreibenden Kraft der Bewegung werden. Eine konsequent linke Politk von WASG und Linkspartei\/PDS-Bundestagsfraktion w&uuml;rde auch den Druck auf die Gewerkschaftsf&uuml;hrungen erh&ouml;hen, endlich mit der SPD zu brechen und sich nicht weiterhin zu Erf&uuml;llungsgehilfen neoliberaler Politik zu machen. <\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic;\">von Sascha Stanicic, SAV-Bundessprecher, Berlin<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img style=\"width: 120px; height: 90px;\" alt=\"demo\"\nsrc=\"\/2004\/2_10_berlin_demo.jpg\" align=\"left\">In einem von Bernd<br \/>\nRiexinger, Horst<br \/>\nSchmitthenner und anderen vorgelegten Papier wird f&uuml;r die<br \/>\nEinberufung eines &#x91;APO-Kongresses&#x91; im November und f&uuml;r die<br \/>\nPlanung einer gro&szlig;en gemeinsamen Protestaktion im Fr&uuml;hjahr<br \/>\n2006 geworben. 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