{"id":11333,"date":"2005-07-18T09:36:21","date_gmt":"2005-07-18T09:36:21","guid":{"rendered":".\/?p=11333"},"modified":"2005-07-18T09:36:21","modified_gmt":"2005-07-18T09:36:21","slug":"11333","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/07\/11333\/","title":{"rendered":"Rot-Gr&uuml;ne &#x91;Friedenspolitik&#x91;"},"content":{"rendered":"<p>Struck, Schr&ouml;der und Fischer verteidigen &#x92;deutsche Interessen&#x91; am Hindukusch<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nUnter Rot-Gr&uuml;n beteiligte sich die Bundeswehr 1999 das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg wieder an einem Angriffskrieg. Mit der Beteiligung Deutschlands am Kosovo-Krieg wurde der Weg frei gemacht f&uuml;r Eins&auml;tze der Bundeswehr auf dem gesamten Globus &#x96; um die Interessen der deutschen Banken und Konzerne zu verteidigen.<br \/> Fischer und Schr&ouml;der behaupteten, dass dieser Krieg Frieden stiften w&uuml;rde. Das Gegenteil ist der Fall. Mehr als 4.000 Menschen wurden durch den Kosovo Krieg get&ouml;tet. Die Probleme in der Region sind von einer L&ouml;sung weiter denn je entfernt. Gen&uuml;tzt hat dieser Krieg nur der deutschen Unternehmerschaft, die ein reges Interesse daran hat, auf dem Balkan einen neuen Absatzmarkt zu erobern.<\/p>\n<p> <span style=\"font-weight: bold;\">&#x92;Kampf gegen den Terror&#x91;<\/span><\/p>\n<p> Nach den Anschl&auml;gen auf das World Trade Center am 11. September 2001 folgten Schr&ouml;der und Fischer dem Kriegsgeheul der Bush-Administration. Der sogenannte &#x92;Kampf gegen den Terror&#x91; wurde im Inland benutzt, um demokratische Rechte abzubauen. Der Krieg gegen Afghanistan war f&uuml;r die deutsche Regierung eine willkommene Gelegenheit, Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr zur Normalit&auml;t werden zu lassen und ihr Ziel, den wirtschaftlichen Riesen Deutschland auch milit&auml;risch aufzup&auml;ppeln, weiter forcieren zu k&ouml;nnen. So formulierte der Verteidigungsminster Struck in den Verteidigungspolitischen Richtlinien 2002: &#x92;Verteidigung heute umfasst (&#8230;) weit mehr als die herk&ouml;mmliche Verteidigung der Landesgrenze. Unsere Sicherheit wird auch an anderer Stelle dieser Erde verteidigt.&#x91; Seither befinden sich Tausende von deutschen Soldaten in Eins&auml;tzen rund um den Erdball &#x96; von Nordafrika &uuml;ber Afghanistan bis in den Kosovo. Die Pr&auml;senz deutscher Soldaten im Ausland verzehnfachte sich unter Schr&ouml;der.<br \/> Und was wurde aus der &#x92;Befreiung&#x91; Afghanistans? Bis auf die Hauptstadt Kabul haben die internationalen Truppen das Land &uuml;berhaupt nicht unter Kontrolle. Die verarmten Massen m&uuml;ssen nach wie vor um ihre &Uuml;berleben k&auml;mpfen, der Zugang von Frauen zu Bildung und Arbeit ist weiter extrem begrenzt.<br \/> <br style=\"font-weight: bold;\"> <span style=\"font-weight: bold;\">Das rot-gr&uuml;ne &#x92;Jein&#x91; zum Irak-Krieg<\/span><\/p>\n<p> Schr&ouml;der gewann die Bundestagswahl 2002 auch wegen seiner Haltung zum Irak-Krieg. War das nach der ersten Legislaturperiode nun eine Wende? Von wegen. Schon vor Kriegsbeginn war klar, welche US-amerikanischen &Ouml;lkonzerne Vertr&auml;ge bekommen w&uuml;rden. Der ganze Kuchen sollte fast ausschlie&szlig;lich unter US-Multis aufgeteilt werden. Deutsche Konzernbosse wollten aber nicht l&auml;nger Erf&uuml;llungsgehilfen des US-Imperialismus sein, sondern den eigenen Imperialismus st&auml;rken. Darum betreiben sie die Umr&uuml;stung der Bundeswehr zu einer Interventionsarmee. Darum tun sie sich mit dem franz&ouml;sischen Imperialismus zusammen, um eine EU-Armee auf den Weg zu bringen. Darum sind in Deutschland R&uuml;stungsprogramme in H&ouml;he von 150 Milliarden Euro f&uuml;r die n&auml;chsten zehn Jahre angelaufen.<br \/> Das Nein von Rot-Gr&uuml;n zum Irak-Krieg war alles andere als ein konsequentes Nein. Von deutschem Boden aus flogen AWACS in den Irak. Von den deutschen US-St&uuml;tzpunkten Spangdahlem und Rammstein aus wurde der Krieg mit gef&uuml;hrt. &Uuml;berflugrechte f&uuml;r Kriegsflugzeuge wurden gew&auml;hrt.<\/p>\n<p> <span style=\"font-weight: bold;\">WASG und der Antimilitarismus<\/span><\/p>\n<p> Kriege dienen letztendlich nur dem Interesse, Profitm&ouml;glichkeiten f&uuml;r Banken und Konzerne zu verbessern, Rohstoffe zu sichern und neue M&auml;rkte zu erobern. Immer ist es die arbeitende Bev&ouml;lkerung, die die Zeche zahlen muss.<br \/> Die Au&szlig;enpolitik ist eine Fortsetzung der Innenpolitik. Schr&ouml;ders Politik beweist das. Wenn die neue Partei &#x92;Arbei &#038; soziale Gerechtigkeit &#x96; Die Wahlalternative&#x91; (WASG) in der Ablehnung von Unternehmerinteressen konsequent sein will, dann muss die im Gr&uuml;ndungsprogramm beschlossene Position &#x92;Wir wenden uns gegen jegliche Unterst&uuml;tzung von Kriegseins&auml;tzen&#x91; erg&auml;nzt werden: Keine Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr, R&uuml;ckzug aller Truppen aus dem Ausland.<br \/> WASG-Bundesvorstandmitglied Murat Cakir meinte in einem Interview zum Kosovo Krieg und der Frage des Abzuges der deutschen Truppen. &#x92;Da muss man sich &uuml;berlegen, welche Folgen ein Abzug haben w&uuml;rde und wie man die Problematik in der Zusammenarbeit auf internationaler Ebene &#x96; insbesondere in der UNO und gemeinsam mit den anderen EU-Staaten &#x96; am besten regeln kann.&#x91; Das macht die T&uuml;r auf f&uuml;r die Akzeptanz von Auslandseins&auml;tzen.<br \/> Oskar Lafontaine fordert &#x92;den Aufbau einer UN-Streitmacht, die nur nach Polizeigrunds&auml;tzen vorgeht&#x91; (Stern 27\/2005). Davon abgesehen, dass Streitm&auml;chte und Polizei nie neutral sind, ist eine Institution wie die UN ein Zusammenschluss von kapitalistischen Staaten, die aus Macht- und Wirtschaftsinteressen heraus Kriege f&uuml;hren. L&ouml;sungen f&uuml;r Krisenregionen sind nicht mit Bush, Blair und Chirac m&ouml;glich, sondern nur durch die internationale Solidarit&auml;t von Gewerkschaften sowie linken Organisationen und Parteien. N&ouml;tig ist auch eine politische Unterst&uuml;tzung. Vorschl&auml;ge f&uuml;r den Aufbau von unabh&auml;ngigen, demokratischen (und multiethnischen) Komitees als Selbstverwaltungs- und Verteidigungsorgane m&uuml;ssen diskutiert und entwickelt werden.<br \/> Die WASG muss sich f&uuml;r einen Stopp der R&uuml;stungsexporte einsetzen. Die R&uuml;stungsindustrie geh&ouml;rt auf zivile Produktion umgestellt. Das geht jedoch nur, wenn die R&uuml;stungsindustrie in &ouml;ffentliches Eigentum &uuml;berf&uuml;hrt und demokratisch kontrolliert und verwaltet wird.<br \/> <br style=\"font-style: italic;\"> <span style=\"font-style: italic;\">von Doreen Ullrich, Aachen<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Struck, Schr&ouml;der und Fischer verteidigen &#x92;deutsche Interessen&#x91; am Hindukusch<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[64],"tags":[173],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11333"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11333"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11333\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11333"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11333"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11333"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}