{"id":11322,"date":"2005-07-05T17:20:00","date_gmt":"2005-07-05T17:20:00","guid":{"rendered":".\/?p=11322"},"modified":"2005-07-05T17:20:00","modified_gmt":"2005-07-05T17:20:00","slug":"11322","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/07\/11322\/","title":{"rendered":"WASG tritt auf Listen der &#8222;Linkspartei&#8220; zur Bundestagswahl an"},"content":{"rendered":"<p><img alt=\"\" src=\"\/media\/2005\/lf.jpg\" style=\"width: 111px; height: 92px;\" align=\"left\">Ausblick auf den Wahlkampf nach dem Bundesparteitag der Wahlalternative &#8211; Arbeit und soziale Gerechtigkeit am 3. Juli in Kassel<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\n<span style=\"font-weight: bold;\"><span style=\"font-style: italic;\">&#8222;Wir sind die einzige Partei, die beim Sozialabbau Widerstand leistet&#8220;<\/span>, hielt Oskar Lafontaine, in Nordrhein-Wesfalen nominierter Spitzenkandidat der WASG zur vorgezogenen Bundestagswahl, auf dem Bundesparteitag der WASG am 3. Juli in Kassel fest. Die &uuml;ber 300 Delegierten folgten &#8211; mit unterschiedlicher Kritik &#8211; dem Vorschlag des Bundesvorstandes, auf den offenen Listen der in &#8222;Linkspartei&#8220; umbenannten PDS zu kandidieren. Nach der WASG-internen Urabstimmung in der kommenden Woche wird feststehen, dass bei den Bundestagswahlen im September eine linke Kraft zur Wahl steht, gef&uuml;hrt von Lafontaine und Gysi. Millionen &#65533; aktuell wird die Linkspartei bei elf Prozent der Wahlberechtigten taxiert &#65533; hoffen mit ihr auf eine linke Alternative zum Einheitsbrei der neoliberalen Parteien, gegen jede Form von Sozialkahlschlag. <\/span><br style=\"font-weight: bold;\"> Auch die Reaktionen der etablierten Parteien zeigen: Diese Kraft ver&auml;ndert die politische Landschaft. Der nieders&auml;chsische Ministerpr&auml;sident, Christian Wulff, sprach von einer &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">Radikalisierung der politischen Auseinandersetzung<\/span>&#65533; durch die neue Linkspartei. CDU-Generalsekret&auml;r Volker Kauder warf dem SPD-Vorsitzenden Franz M&uuml;ntefering vor, die Zerfaserung der SPD am linken Rand nicht im Griff zu haben (Handelsblatt.com, 4. Juli). SPD und Gr&uuml;ne zetern &uuml;ber &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">alte Konzepte<\/span>&#65533; und &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">Populismus<\/span>&#65533;. Sie gehen sogar so weit, die neue Linkspartei auf der Grundlage von Lafontaines &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">Fremdarbeiter<\/span>&#65533;-&Auml;u&szlig;erungen in die Ecke der Neonazis zu r&uuml;cken.<br \/>  Diese Angriffe werden sicherlich noch zunehmen. Denn eine Linkspartei, die den Kampf gegen Kahlschlag und K&uuml;rzungen aufnimmt, ist so ziemlich das &Auml;tzendste, was sich die Konzerne und ihre politischen Vertreter aktuell vorstellen k&ouml;nnen.<br \/>  Mit Schr&ouml;ders letzter Tat f&uuml;r sie &#65533; den vorgezogenen Neuwahlen &#65533; sollten zwei &#65533;Lager&#65533; zur Wahl stehen, die beide f&uuml;r Agenda-Politik werben. Denn: &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">Die Reformen dulden keinen Aufschub<\/span>&#65533;, so Schr&ouml;der zur &#65533;Vertrauensfrage&#65533; am 1. Juli (Spiegel online). <br \/>  SPD und Gr&uuml;ne standen als Verlierer bereits fest. Schr&ouml;der und Co br&uuml;sten sich auch noch damit, mit ihrem Sozialkahlschlag &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">den Mut<\/span>&#65533; gehabt zu haben und zu haben, &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">etwas zu tun, vor dem Kohl und Merkel sich in den 90er Jahren gedr&uuml;ckt haben<\/span>&#65533; (Franz M&uuml;ntefering am 1. Juli im Bundestag, FR, 2. Juli). <br \/>  CDU\/CSU und FDP sollen als Wahlsieger den Besch&auml;ftigten, Erwerbslosen, Jugendlichen und RentnerInnen mittels Mehrwertsteuererh&ouml;hung, Kopfpauschale, weiteren K&uuml;rzungen bei Arbeitslosen und so weiter noch sch&auml;rfer ans Leder. Nach Schr&ouml;ders Imitation der &#65533;eisernen Lady&#65533; zur Verarmung ganzer Gesellschaftsschichten soll Angela Merkel gegen&uuml;ber den Gewerkschaften die wirkliche deutsche Thatcher werden: Mit Angriffen auf den K&uuml;ndigungsschutz, den Fl&auml;chentarif (durch gesetzliche &Ouml;ffnungsklauseln) und die Mitbestimmung will sie in Bundestag und Bundesrat &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">durchregieren<\/span>&#65533; (Merkel am 1. Juli bei der Debatte &uuml;ber die Vertrauensfrage laut Spiegel online). So wird der Gro&szlig;konflikt mit den Gewerkschaften richtiggehend gesucht. Ein hei&szlig;er Herbst steht bevor &#65533; und das Kalk&uuml;l der Konzerne, daraus als Sieger hervorzugehen, muss l&auml;ngst nicht aufgehen. Sie untersch&auml;tzen, wieviel Wut und Zorn sich dagegen in den letzten Monaten und Jahren aufstaute.<br \/>  Der politische Ausdruck davon, die WASG, sollte ebenfalls mit den vorgezogenen Neuwahlen ausgebremst werden. Nach ihrem Erfolg von 2,2 Prozent aus dem Stand bei der NRW-Wahl sollte ihr keine Zeit gelassen werden, sich weiter zu formieren.<br \/>  Und nun das: Ein neues Linksb&uuml;ndnis tritt an. W&auml;hrend alle etablierten Parteien wiederholen, es gebe keine Alternative zu K&uuml;rzungen und Kahlschlag, kann es aufzeigen: Die &ouml;ffentlichen Kassen sind nicht leer, sie wurden geleert in die Taschen der Superreichen und der Konzerne; Hartz und Agenda &#65533; keine der &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">sozialen Schweinereien<\/span>&#65533; (Lafontaine) war &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">notwendig<\/span>&#65533;, wie es CDU und SPD im Gleichklang verlautbaren lassen; Arbeitslosigkeit wird nicht durch Arbeitszeitverl&auml;ngerung bek&auml;mpft &#65533; im Gegenteil &#65533; sondern durch massive Arbeitszeitverk&uuml;rzung; und voller Lohnausgleich daf&uuml;r ist ein Beitrag zur Umverteilung, endlich mal von oben nach unten. <br \/>  Darum geht es nun im Wahlkampf: Diese Alternativen m&uuml;ssen bekannt gemacht werden. Der Wahlkampf muss verbunden werden mit einer Strategie, die AktivistInnen in Betrieben, Gewerkschaften und sozialen Bewegungen am Tag nach der Wahl zu st&auml;rken: Mit einer Bundestagsfraktion, die sie unterst&uuml;tzt; vor allem aber mit einer gewachsenen WASG, die in der Lage ist &uuml;ber ihre Abgeordneten und ihre Bezirks- sowie Betriebsgruppen in die sozialen Auseinandersetzungen einzugreifen, politische Antworten zu bieten und damit den Widerstand in den Betrieben und auf der Stra&szlig;e zu st&auml;rken.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold; color: rgb(153, 0, 0);\">Lafontaine auf dem Parteitag<\/span><\/p>\n<p>  &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">Jetzt wei&szlig; ich, warum sie Lafontaine Populismus vorwerfen<\/span>&#65533;, so eine Teilnehmerin des Bundesparteitags in der Mittagspause, &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">er spricht so, dass es jeder verstehen kann<\/span>&#65533;. Der Ex-SPD-Vorsitzende gei&szlig;elte in seiner Rede auf dem Parteitag die Enteignung von &auml;lteren Arbeitslosen durch Hartz IV, die Rentenk&uuml;rzungen, das &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">Irrenhaus<\/span>&#65533; Bundestag in Berlin, in dem nur Agenda-Parteien vertreten seien. Und er fand damit heftigen Beifall.<br \/>  Lafontaine hat wichtigen Anteil, die neue Kraft bei den Umfragen und der Aufmerksamkeit der Medien nach oben schnellen zu lassen. Er personifiziert f&uuml;r viele die Hoffnung auf eine linke Alternative. Doch gleichzeitig ist offensichtlich, dass zahlreiche Positionen, f&uuml;r die Lafontaine steht, alles andere als unumstritten in der WASG ist.<br \/>  Er rechtfertigte erneut seine Chemnitzer Aussage zu &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">Fremdarbeitern<\/span>&#65533;, wonach der Staat verpflichtet sei, &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">Familienv&auml;ter und Frauen<\/span>&#65533; gegen &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">Fremdarbeiter<\/span>&#65533; zu verteidigen, &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">die ihnen die Arbeitspl&auml;tze wegnehmen<\/span>&#65533;. Lafontaine nahm f&uuml;r sich in Anspruch, damit auch nicht-deutsche Besch&auml;ftigte in Deutschland zu verteidigen, und er griff die Unternehmer daf&uuml;r an, von diesen Niedriglohn-Arbeitern zu profitieren. <br \/>  Angela Bankert, Delegierte und SAV-Mitglied, verteidigte ihn zwar gegen die heuchlerischen Angriffe der B&uuml;rgerlichen, die sich &uuml;ber das &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">Fremdarbeiter<\/span>&#65533;-Wort erregen, aber selbst rassistische Politik betreiben. Sie griff ihn aber f&uuml;r den Inhalt seiner Aussagen an, mit der er durchaus MigrantInnen mit fehlenden Arbeitspl&auml;tzen in Verbindung bringe. Schuld an Arbeitslosigkeit, so Bankert, seinen aber nicht Ausl&auml;nderInnen. Sie forderte statt solcher Spr&uuml;che, die die Spaltung zwischen verschiedenen Teilen der Besch&auml;ftigten vertiefen w&uuml;rden, einen gemeinsamen Kampf von Deutschen und Nicht-Deutschen gegen die Angriffe der Unternehmer und ihrer Regierungen.<br \/>  Andere Aussagen Lafontaines, wie die Verteidigung der Folter-Drohung (im Fall des stellvertrenden Polizeipr&auml;sidenten von Frankfurt, Daschner) oder seine fr&uuml;heren Aussagen zu Arbeitszeitverk&uuml;rzung bei Lohnverlust, konnten in der K&uuml;rze der Zeit nicht aufgegriffen und kritisiert werden &#65533; vor allem, da die Auseinandersetzung um die Zusammarbeit mit der Linkspartei \/ PDS nat&uuml;rlich das beherrschende Thema des Sonderparteitags war.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold; color: rgb(153, 0, 0);\">Auseinandersetzung um Zusammengehen mit PDS<\/span><\/p>\n<p>  Die Delegierten wurden zun&auml;chst vom Pressesprecher der WASG, dann von Oskar Lafontaine, gefolgt von Klaus Ernst und Thomas H&auml;ndel (beide vom gesch&auml;ftsf&uuml;hrenden Bundesvorstand) sowie einem Gru&szlig;wort der PDS darauf eingeschworen, der Kandidatur der WASG auf den offenen Listen einer in &#65533;Linkspartei&#65533; umbenannten PDS zuzustimmen. Die Frage der Kandidatur auf den offenen Listen der Linkspartei \/ PDS wurde vermengt mit dem Vorschlag daraus auch &#65533; im Laufe von zwei Jahren &#65533; eine gemeinsame, neue Partei zu formieren.<br \/>  Es war fast halb drei (zwei Stunden vor dem zumindest angek&uuml;ndigten Ende der Konferenz) als der erste Gegner einer Zusammenarbeit und erst recht einer Fusion mit der PDS zu Wort kam. Doch die folgende Debatte wurde sehr kontrovers gef&uuml;hrt.<br \/>  Im Leitantrag des Bundesvorstandes hie&szlig; es, &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">konkrete Schritte eines Verst&auml;ndigungsprozesses der demokratischen Linken<\/span>&#65533; sollten eingeleitet werden, so dass &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">eine gemeinsame politische Organisation gebildet werden kann<\/span>&#65533;. Durch den Druck der KritikerInnen eines solchen &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">gemeinsamen Projekts<\/span>&#65533; mit der PDS artikulierte sich der Bundesvorstand auf dem Parteitag weit vorsichtiger. Die zweite Frage der nun anstehenden Urabstimmung lautet auf Vorschlag des Bundesvorstands: &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">Sind sie f&uuml;r die Einleitung eines ergebnisoffenen Diskussionsprozesses mit dem Ziel, ein breites, demokratisches Linksb&uuml;ndnis zu schaffen? Dieser Prozess wird unter Einbeziehung aller Ebenen unserer Partei gef&uuml;hrt. &Uuml;ber das Ergebnis wird auf einem Parteitag und einer weiteren Urabstimmung entschieden.<\/span>&#65533;<br \/>  Damit wurde die Fusionsabsicht in eine fast schon neutrale Pr&uuml;fung einer m&ouml;glichen Zusammenarbeit von WASG und PDS geh&uuml;llt &#65533; ohne dass der Leitantrag substanziell ver&auml;ndert worden w&auml;re. So steht nun die allgemeine Formulierung der Urabstimmung neben einem beschlossenen Leitantrag, der zum Beispiel eine geschlossene Kommission zusammen mit der PDS vorsieht, um Programm, Namen, Satzung und so weiter der neuen Partei auszuhecken. Jenseits der offenen Worte &uuml;ber die Beteiligung weiterer Kr&auml;fte: Hier droht eben kein Prozess, der darauf abzielt, AktivistInnen aus Betrieben, Gewerkschaften und sozialen Bewegungen beim Aufbau einer neuen Arbeiterpartei einzubeziehen. Hier droht ein Fusionsprozess mit der Berliner und Mecklenburg-Vorpommerschen Regierungspartei PDS, die f&uuml;r AktivistInnen im Widerstand gegen Privatisierungen, Lohnraub und Arbeitsplatzvernichtung eben Gegner und kein Verb&uuml;ndeter ist. <br \/>  Die Formulierungen von Urabstimmung und Leitantrag stehen nun konkurrierend nebeneinander. Eine Zustimmung zu dieser zweiten Frage der Urabstimmung jedoch, eine Zustimmung zu einem &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">ergebnisoffenen Prozess<\/span>&#65533; zur Bildung eines &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">breiten<\/span>&#65533; B&uuml;ndnisses ist kein Blankoscheck f&uuml;r solche Fusionsabsichten. <br \/>  Die erste Frage der Urabstimmung, &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">Sind Sie f&uuml;r die Kandidatur von Mitgliedern der WASG auf offenen Listen der Linkspartei zur Bundestagswahl 2005<\/span>&#65533;, stellt sich nach Ansicht linker KritikerInnen &#65533; leider &#65533; nicht mehr. Die WASG-Mitglieder haben hier keine Wahl. Und dieses Vorgehen des Bundesvorstandes war Teil der Kritik auf dem Sonderparteitag. <br \/>  Formal sind Parteitag und Urabstimmung im Juli entscheidend. Aber von den realen M&ouml;glichkeiten her blieb den Delegierten am Wochenende und bleibt den Mitglieder bei der Urabstimmung nur noch die Wahl zwischen einer Kandidatur auf den Listen der Linkspartei &#65533; oder dem Verzicht auf eine w&auml;hlbare Alternative bei den vorgezogenen Neuwahlen. <br \/>  Jenseits des Versprechens des Bundesvorstands beim L&auml;nderrat und in seinen Verlautbarungen, beide Optionen vorzubereiten: Inhaltliche Vorbedingungen f&uuml;r eine gemeinsame Kandidatur wurden nie benannt; von beiden Vorst&auml;nden, WASG und PDS, wurde zusammen mit Lafontaine die gesamte Dynamik, die von der Neugr&uuml;ndung der WASG ausging, auf die gemeinsame Kandidatur gelenkt. Dieses Vorgehen auch des WASG-Bundesvorstandes zeichnete sich dadurch aus, die Mitgliedschaft der WASG nicht zu beteiligen und &uuml;ber die Medien zu informieren.<br \/>  Das wurde auch auf dem am Vortag der Konferenz stattfindenden Linkentreffen er&ouml;rtert. Die 70 TeilnehmerInnen dieses Kritiker-Treffens stellten gemeinsam Initiativantr&auml;ge zur Verhinderung der drohenden Fusion sowie mit der Forderung nach einem eigenst&auml;ndigen WASG-Wahlkampf, gerade wenn es zu dem von ihnen kritisisierten gemeinsamen Antritt auf den Listen der PDS komme. <br \/>  Stellvertretend f&uuml;r das gesamte Gremium wurde den f&uuml;nf anwesenden Bundesvorstandsmitgliedern vorgeworfen, l&auml;ngst bereits Fakten geschaffen zu haben. Inhaltlich fasst Heino Berg, einer der Initiatoren des Treffens, zusammen, ginge es nicht um eine Ablehnung jeder Zusammenarbeit mit der PDS. Entscheidend sei die Frage einer eigenst&auml;ndigen Partei. Der &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">Rubikon<\/span>&#65533;, so Berg, werde durch die Frage markiert, &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">Wie stehen wir zur Mitarbeit am Sozialkahlschlag?<\/span>&#65533;. Verschiedene Redner f&uuml;hrten aus, dass es durchaus darum gehe, eine gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliche Einheit im Widerstand gegen Agenda 2010 und die Angriffe der Arbeitgeber zu schmieden. Dies erfordere aber eine klare Positionierung zum Beispiel gegen den Berliner Senat, mit seiner Politik von Privatisierungen, Arbeitsplatzvernichtung und K&uuml;ndigung des Fl&auml;chentarif. <br \/>  Christine Buchholz, WASG-Bundesvorstand und Linksruck-Vertreterin, hatte zuvor argumentiert, der Druck m&uuml;sse in die PDS hineingetragen werden, statt eine prinzipielle Haltung gegen jede Regierungsbeteiligung an Kahlschlagsregierungen zur Vorbedingung eines Zusammengehens zu machen. Sie forderte auch, die PDS vor Angriffen von rechts zu verteidigen &#65533; worunter sie alle Angriffe auf die PDS wegen ihrer SED-Vergangenheit zusammenfasste.<br \/>  Sascha Stanicic, Bundessprecher der SAV und ebenfalls einer der Einlader, warf der PDS dagegen vor, Sozialismus &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">doppelt zu diskreditieren<\/span>&#65533;, zum einen werde Sozialkahlschlag als sozialistische Politik verkauft, zu anderen nach wie vor die DDR, die Diktatur einer B&uuml;rokratie, als Sozialismus bezeichnet. <br \/>  Da auch VertreterInnen des &#65533;Leverkusener Kreises&#65533;, der rechteren Kr&auml;fte innerhalb der WASG, zu diesem &#65533;Linken-Treffen&#65533; erschienen, konnten inhaltliche Positionen nicht vereinbart werden. So stand am Ende nur die gemeinsame Initiative gegen eine drohende Fusion mit der PDS, sowie die Vereinbarung der Linken, &uuml;ber eine Website und Mailingliste zuk&uuml;nftige Debatten und Initiativen sicher zu stellen. <br \/>  Thies Gleiss, nach seinem Verst&auml;ndnis Linker im WASG-Bundesvorstand, warf den linken KritikerInnen vor, linke und rechte Argumente durcheinander zu werfen und argumentierte f&uuml;r ein B&uuml;ndnis mit der PDS: Wir &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">brauchen die PDS als linkes Korrektiv<\/span>&#65533; gegen den &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">Durchmarsch der Gartenzwerge<\/span>&#65533;, der Ex-Sozialdemkraten &agrave; la Ulrich Maurer im Gefolge von Lafontaine, rief er den TeilnehmerInnen des Linkentreffens zu. <br \/>  Dazu setzten Gleiss und Buchholz WASG und PDS als &#65533;linksreformistische&#65533; Kr&auml;fte gleich. Linksreformismus hatte immer einen starken sozialistischen Bezug (Sozialismus &uuml;ber Reformen erreichen). Eine solche Kategorisierung verwirrt &#65533; jetzt und erst recht f&uuml;r die Zukunft, wenn solche Kr&auml;fte wieder auftreten werden. <br \/>  Doch auch bei der Gleichsetzung erscheint dies v&ouml;llig mechanisch: Formal zu Ende gedacht k&ouml;nnte die PDS noch auf Grundlage ihres Programms, das einen sozialistischen Bezug beinhaltet, als &#65533;linker&#65533; gelten. <br \/>  Doch wichtiger ist, in welche Richtung sich Parteien bewegen und welche Kr&auml;fte sich in ihnen regen. <br \/>  Die PDS ist mit ihren Regierungsbeteiligungen (&#65533;<span style=\"font-style: italic;\">dickes Ei<\/span>&#65533; laut Gleiss) dort angekommen, wo sicherlich Teile der WASG hin wollen. Sie hat dazu aber jede nennenswerte, bundesweit sichtbare Opposition gegen diesen Kurs der Anpassung aus der Partei gedr&auml;ngt. Ob in Berlin oder Mecklenburg-Vorpommern: Im Widerstand gegen die Politik der Landesregierungen regt sich eben kein &ouml;ffentlich wahrnehmbares L&uuml;ftchen des Widerstands in der PDS. <br \/>  Anders in der WASG: Jede Vorbereitung auf einen solchen Kurs &#65533; und solche Versuche gab und gibt es &#65533; trifft auf eine massive Opposition in der Partei (siehe unten zur Regierungsbeteiligung). Die Auseinandersetzung darum zeigt: Die WASG formiert sich und die Menschen, die sie erreichen kann, sind &#65533; wie Gleiss zu Recht ausf&uuml;hrte &#65533; auf dem Weg nach Links.<br \/>  Das machte auch in den Debatten um eine gemeinsame Kandidatur mit der PDS den Kern der Opposition der SAV dagegen aus: Die Formierung der WASG war die Anerkennung der Tatsache, dass ein Bruch aktiver GewerkschafterInnen mit der SPD n&ouml;tig ist; dass keine Partei die Interessen von Besch&auml;ftigten, Erwerbslosen und Jugendlichen vertritt; dass auch die PDS keinen Bezugspunkt bietet f&uuml;r Menschen, die f&uuml;r die Interessen der Masse der Bev&ouml;lkerung aktiv werden wollen. Diesen Ansatz f&uuml;r eine neue politische Interessensvertretung der arbeitenden Menschen hat die SAV unterst&uuml;tzt und sich f&uuml;r seine Entwicklung eingesetzt. Unbelastet von den Sozialkahlschlagsregierungen in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und zahlreichen Kommunen kann die WASG ein viel st&auml;rkerer Anziehungspol werden und Menschen aktivieren, sie auffordern, in einer neuen, ehrlichen Kraft selbst aktiv zu werden.<br \/>  Der Zug zu einer eigenst&auml;ndigen Kandidatur bei der Bundestagswahl ist allerdings abgefahren. Der Waggon, in dem die WASG jetzt (auf den offenen Listen der Linkspartei \/ PDS) sitzt, droht schnell auch an den Zug der Fusion der beiden Parteien angeh&auml;ngt zu werden. Dagegen sind SAV-Mitglieder in der WASG aktiv. <br \/>  Aber vor allem geht es, auch der SAV, darum, gemeinsam die &#65533; wenn auch geschm&auml;lerten, so doch in einer f&uuml;r die letzten Jahre einzigartigen Weise vorhandenen &#65533; M&ouml;glichkeiten zu nutzen, neue Leute anzusprechen und daf&uuml;r zu gewinnen, f&uuml;r ihre eigenen Interessen Partei zu ergreifen.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold; color: rgb(153, 0, 0);\">Wahlkampf<\/span><\/p>\n<p>  Auch auf Grund des Beitrags der KritikerInnen sicherte der Bundesvorstand dann auf dem Bundesparteitag zu, einen eigenst&auml;ndigen Wahlkampf als WASG zu f&uuml;hren, um die WASG &uuml;ber die Wahlkampagne zu st&auml;rken und um neue Mitglieder zu gewinnen. Ein Wahlmanifest und ein Kurzprogramm wurden verabschiedet, weitere Materialien zugesagt. <br \/>  Die WASG konnte seit Ende Mai knapp 2.000 neue Mitglieder gewinnen (Stand: 7.200). Mit einer k&auml;mpferischen Kampagne, die auch &ouml;rtliche Auseinandersetzungen zum Beispiel gegen Entlassungen und Betriebsstillegungen oder Verlagerungen ins Zentrum r&uuml;ckt, kann dieser Trend verst&auml;rkt werden. Mit WASG-Veranstaltungen im Rahmen der Kampagne f&uuml;r ein m&ouml;glichst gutes Abschneiden der Linkspartei bei den Bundestagswahlen kann deutlich werden, dass es darauf ankommt, selbst aktiv zu werden. <br \/>  Dabei kann nicht auf den WASG-Bundesvorstand gewartet werden. Die NRW-Erfahrung im Wahlkampf zeigte: Das Material kam sp&auml;t und es war allenfalls m&auml;&szlig;ig. WASG-Bezirksgruppen und Landesverb&auml;nde sind gefordert, jetzt mit eigenem Material den Wahlkampf zu beginnen. Jedes jetzt gewonnene Mitglied hilft der WASG, eine bessere Wahlkampagne zu f&uuml;hren. Ab sofort m&uuml;ssen Anstrengungen unternommen werden, die klammen Finanzen der WASG wahlkampf-tauglich zu machen. <br \/>  &Uuml;ber einen eigenst&auml;ndigen WASG-Wahlkampf hinaus sind von der WASG sicherlich gemeinsame Veranstaltungen nicht nur mit der PDS sondern auch gerade mit linken GewerkschafterInnen und betrieblichen AktivistInnen, mit VertreterInnen und Organsiationen der sozialen Bewegungen und Initiativen n&ouml;tig, um die Menschen zusammen zu bringen, die jetzt den Kampf gegen kapitalistische Krisenpolitik aufnehmen wollen.<br \/>  Die SAV wird sich an diesem Wahlkampf und mit der Zielsetzung des weiteren Aufbaus der WASG, hin zu einer k&auml;mpferischen Arbeiterpartei mit sozialistischem Programm, energisch beteiligen.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold; color: rgb(153, 0, 0);\">Regierungsbeteiligung?<\/span><\/p>\n<p>  Der vom Kasseler Kreisverband auf Initiative von SAV-Mitglieder hin eingebrachte Alternativ-Entwurf zum Wahlmanifest unterlag dem Entwurf des Bundesvorstands mit 121 zu 90. Obwohl er vor dem Parteitag vom Bundesb&uuml;ro nicht einmal an die Delegierten verschickt worden war, konnte damit ein Achtungserfolg f&uuml;r konkretere Forderungen nach einem Mindestlohn von 1.500 Euro, einer Arbeitszeitverk&uuml;rzung mit vollem Lohnausgleich und einer Ablehnung von Regierungsbeteiligung erzielt werden. Der Antrag des Bundesvorstandes formulierte hier wachsweich: &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">An einer Regierung  im Bund werden wir uns nur dann beteiligen, wenn dies zu einem grundlegenden Politikwechsel in Richtung unserer Forderungen f&uuml;hrt.<\/span>&#65533; <br \/>  Diese Auseinandersetzung wird weiter gehen. Lafontaine &auml;u&szlig;ert im Stern (30. Juni): &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">Eine SPD, die sich ver&auml;ndert, zu ihren Werten zur&uuml;ckkehrt, ist nat&uuml;rlich unser Partner.<\/span>&#65533; &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">WASG-Vorstandsmitglied Klaus Ernst h&auml;lt allerdings nach eigenen Worten mittelfristig eine Zusammenarbeit mit der SPD f&uuml;r denkbar. Voraussetzung sei, dass die SPD wieder nach links r&uuml;cke<\/span>&#65533;, berichtet das Handelsblatt.com (4. Juli, unter Berufung auf den Tagesspiegel).<br \/>  Auch wenn sich hier WASG-Prominenz der PDS-F&uuml;hrung ann&auml;hert &#65533; die WASG-Delegierten erteilten solchen Ans&auml;tzen im Keim eine Absage. Trotz Ablehnung der Kasseler Alternative zum Wahlmanifest wurde die Bundesvorstands-Vorlage an dieser Stelle grundlegend ver&auml;ndert. Es hei&szlig;t nun: &#65533;<span style=\"font-style: italic;\">An einer Regierung im Bund werden wir uns nur dann beteiligen, wenn dies zu einem grundlegenden Politikwechsel auf der Basis unseres Gr&uuml;ndungsprogramms f&uuml;hrt.<\/span>&#65533;<br \/>  <br style=\"font-style: italic;\"> <span style=\"font-style: italic;\">Stephan Kimmerle.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img alt=\"\" src=\"\/media\/2005\/lf.jpg\" style=\"width: 111px; height: 92px;\" align=\"left\">Ausblick auf den Wahlkampf nach dem Bundesparteitag der Wahlalternative &#8211; Arbeit und soziale Gerechtigkeit am 3. 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