{"id":11321,"date":"2005-07-05T14:40:56","date_gmt":"2005-07-05T14:40:56","guid":{"rendered":".\/?p=11321"},"modified":"2005-07-05T14:40:56","modified_gmt":"2005-07-05T14:40:56","slug":"11321","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/07\/11321\/","title":{"rendered":"&#8222;WASG-Gr&uuml;ndung auch Reaktion auf PDS-Politik&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>WASG-Linke traf sich vor Parteitag. Kritik an angestrebter Fusion mit PDS. Ein Gespr&auml;ch mit Sascha Stanicic<\/p>\n<p>  Interview aus Junge Welt vom 4. Juli 2005<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nInterview: Karl Neumann &nbsp; * Sascha Stanicic war Mitorganisator eines Treffens linker Mitglieder der Partei Arbeit &amp; soziale Gerechtigkeit &#8211; Die Wahlalternative (WASG), das am Samstag in Kassel stattgefunden hat. Zudem ist er Bundessprecher der Sozialistischen Alternative &#8211; SAV <\/p>\n<p>  <span style=\"font-style: italic;\">F: Am Samstag haben sich rund 70 Aktivisten der Partei Arbeit &amp; soziale Gerechtigkeit &#8211; Die Wahlalternative (WASG) unter dem Motto &raquo;Zukunft einer Linken in der WASG&laquo; in Kassel getroffen. Was ist dabei herausgekommen? <\/span> <br style=\"font-style: italic;\"> <br \/>  Ausgangspunkt des Treffens waren die aktuellen Debatten innerhalb der WASG &uuml;ber das Wahlb&uuml;ndnis und einen m&ouml;glichen Vereinigungsproze&szlig; mit der PDS. Ein Ergebnis des Treffens war ein gemeinsamer Initiativantrag an den WASG-Bundesparteitag, der daf&uuml;r eintritt, zum jetzigen Zeitpunkt keine Entscheidung &uuml;ber einen Vereinigungsproze&szlig; mit der PDS zu treffen und zuvor eine ausreichende innerparteiliche Diskussion zu f&uuml;hren. Auch die geplante Urabstimmung soll sich auf die Bundestagskandidatur beschr&auml;nken und nicht mit der Frage einer Fusion verkn&uuml;pft werden. Zudem war es der gro&szlig;en Mehrheit der Teilnehmer ein wichtiges Anliegen, da&szlig; die WASG als konsequente Opposition gegen jede Form von Sozialk&uuml;rzungen und Privatisierungen auf allen Ebenen, also auch in den L&auml;ndern, in Erscheinung tritt. Deshalb wurde ein weiterer Antrag beschlossen, der einen eigenst&auml;ndigen Wahlkampf der WASG auch im Falle eines Wahlb&uuml;ndnisses mit der PDS vorsieht. Die WASG mu&szlig; in eigenem Material eindeutig klarstellen, da&szlig; sie sich an keiner Regierung beteiligt &#8211; und diese auch nicht toleriert &#8211;, die Sozialabbau betreibt. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-style: italic;\">F: Sie werfen dem Bundesvorstand der WASG vor, die Selbstaufl&ouml;sung der neuen Partei in der PDS zu betreiben. Warum sind Sie gegen ein Zusammengehen der beiden Organisationen? <\/span><br style=\"font-style: italic;\"> <br \/>  Die PDS ist eine Partei, die sonntags vom Sozialismus spricht und montags in den Landesregierungen Mecklenburg-Vorpommerns und Berlins, aber auch in vielen ostdeutschen Kommunen, Sozialabbau, Privatisierungen und Lohnk&uuml;rzungen im &ouml;ffentlichen Dienst mittr&auml;gt. Der Berliner SPD-PDS-Senat ist Vorreiter bei der Untergrabung gewerkschaftlicher Rechte und des Fl&auml;chentarifs. Die Gr&uuml;ndung der WASG war auch eine Reaktion auf diese PDS-Politik. Wir bef&uuml;rchten, da&szlig; durch eine Vereinigung, die einen Politikwechsel der PDS nicht zur Bedingung macht, der hoffnungsvolle Ansatz der WASG, eine neue, tats&auml;chlich konsequente Interessenvertretung f&uuml;r Besch&auml;ftigte und Erwerbslose aufzubauen, im Scho&szlig;e der deutlich st&auml;rkeren und finanzkr&auml;ftigeren PDS enden k&ouml;nnte. <br \/>  <span style=\"font-style: italic;\"><br \/>  F: Oskar Lafontaine und Gregor Gysi haben die M&ouml;glichkeit einer Regierungskoalition der neuen Linkspartei mit einer &raquo;gewendeten&laquo; SPD in einigen Jahren nicht ausgeschlossen. Ist die Re-Sozialdemokratisierung der Linkspartei ausgemachte Sache? <\/span> <br style=\"font-style: italic;\"> <br \/>  Das ist sicherlich eine erhebliche Gefahr; es ist klar, da&szlig; eine Vereinigung mit der PDS, die bislang jede Gelegenheit f&uuml;r eine Regierungsbeteiligung genutzt hat, den Proze&szlig; in diese Richtung verst&auml;rken w&uuml;rde. Ausgemachte Sache ist das aber nicht, denn die WASG hat sehr wohl eine eigenst&auml;ndige und auch rebellische Basis, die eine solche Entwicklung verhindern kann. Als Linke wollen wir auf diese Prozesse innerhalb der WASG Einflu&szlig; nehmen. Deshalb hat das Treffen am Samstag u.a. die Einrichtung einer Website beschlossen, die dem Austausch von Informationen und Meinungen dienen soll. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-style: italic;\">F: Welche M&ouml;glichkeiten sehen Sie, auch weitergehende antikapitalistische, sozialistische oder kommunistische Vorstellungen in der WASG zu vertreten und durchzusetzen?<\/span> <\/p>\n<p>  Die WASG hat sich als Sammlungsbewegung unter dem bewu&szlig;ten Einschlu&szlig; auch von antikapitalistischen und sozialistischen Positionen gegr&uuml;ndet. Diese werden zwar im Parteiprogramm momentan nicht ausgedr&uuml;ckt, aber ich bin mir sicher, da&szlig; es in der WASG-Mitgliedschaft ein gro&szlig;es Bed&uuml;rfnis gibt, auch dar&uuml;ber zu diskutieren, ob die geforderten Reformen im Rahmen einer kapitalistischen Marktwirtschaft &uuml;berhaupt dauerhaft zu erreichen sind. Ich selbst habe immer wieder die Kritik formuliert, da&szlig; ein rein keynesianistischer Ansatz, der die Illusion verbreitet, man k&ouml;nne einen sozial gerechten und friedfertigen Kapitalismus schaffen, falsch ist. Vielmehr ist die Diskussion &uuml;ber eine antikapitalistische und sozialistische Ausrichtung der WASG n&ouml;tig. <\/p>\n<p>  <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2005\/07-04\/018.php\">junge Welt vom 04.07.2005<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>WASG-Linke traf sich vor Parteitag. Kritik an angestrebter Fusion mit PDS. Ein Gespr&auml;ch mit Sascha Stanicic<\/p>\n<p> Interview aus Junge Welt vom 4. 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