{"id":11309,"date":"2005-06-23T09:28:37","date_gmt":"2005-06-23T09:28:37","guid":{"rendered":".\/?p=11309"},"modified":"2005-06-23T09:28:37","modified_gmt":"2005-06-23T09:28:37","slug":"11309","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/06\/11309\/","title":{"rendered":"&#8222;F&uuml;r 2005 schlie&szlig;e ich eine Koalition aus.&#8220; G. Gysi"},"content":{"rendered":"<p>Zum Gysi-Interview im Tagesspiegel vom 18. Juni 2005<!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">In seinem Interview vom 18.6. mit dem Tagesspiegel wartet Gysi mit folgender Neuigkeit auf, die in diametralem Gegensatz allem steht, was die Wahlalternative bisher zum Thema Koalitionen mit der SPD verk&uuml;ndet und ihren W&auml;hlern in NRW versprochen hat: <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; font-family: Helvetica,Arial,sans-serif;\"><font style=\"font-size: 9pt;\" size=\"2\"><i>&#8222;Was bleibt von einer Gysi-Lafontaine-Partei, wenn die SPD nach links schwenkt?<\/i><\/font><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; font-family: Helvetica,Arial,sans-serif;\"><font style=\"font-size: 9pt;\" size=\"2\">Wenn die SPD das wirklich tut &#8211; und das hoffe ich &#8211; kann man sp&auml;ter auch &uuml;ber eine Zusammenarbeit reden. <b>F&uuml;r 2005 schlie&szlig;e ich eine Koalition aus.<\/b> Neoliberale Politik ist f&uuml;r uns nicht tolerierbar. In einer Linkspartei wird unsere Ost-Kompetenz bleiben. Und wir werden, was die Frage der sozialen Gerechtigkeit angeht, deutlich zuverl&auml;ssiger sein als die SPD.&#8220;<\/font><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Das bedeutet im Klartext, da&szlig; die &#8222;Gysi-Lafontaine-Partei&#8220;, wie sich die Wahlalternative inzwischen ohne Widerspruch von Herrn Gysi bezeichnen lassen mu&szlig;, nach Ablauf einer nur sechsmonaten Anpassungsfrist die Beteiligung an einer SPD-gef&uuml;hrten Bundesregierung in Aussicht stellt. Was die Bedingung &#8222;neoliberale Politik ist f&uuml;r uns nicht tolerierbar&#8220; wert ist, beweist ja die Politik der Berliner Landesregierung, aus der Gysi &#8211; wie er im Interview berichtet &#8211; keineswegs aus Protest gegen die neoliberale Politik von Wowereit, sondern nur wegen seiner pers&ouml;nlichen Fehler ausgeschieden ist.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Damit ist auch klar, da&szlig; es bei den Protesten vieler WASG-Mitglieder gegen die Mitarbeit der PDS-Regierungsvertreter am Sozialabbau und an der Umsetzung von Hartz IV in Berlin und Mecklenburg keineswegs nur um <b>landespolitische<\/b> Probleme, sondern um die grunds&auml;tzliche Frage geht, ob das Nein zum Sozialabbau nur f&uuml;r den Wahlkampf gilt und in dem Augenblick vergessen ist, wo den auf dieser Grundlage gew&auml;hlten Abgeordneten der &#8222;Gysi-Lafontaine-Partei&#8220; eine Regierungsbeteiligung angeboten wird. <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Gegen diese Art von Politik, die links blinkt, um dann rechts abzubiegen, ist die Wahlalternative gegr&uuml;ndet worden. Diese Art von Politik, die Gysi hier ank&uuml;ndigt und die er in Berlin praktiziert hat, kennen die Menschen zur Gen&uuml;ge von der SPD und inzwischen eben auch von der PDS. Weil sie von dieser Art von Politik die Nase gestrichen voll haben, bleiben so viele Menschen bei Wahlen zuhause. Wenn die Wahlalternative Herrn Gysi auf diesem Weg folgen sollte, macht sie sich schlicht und einfach &uuml;berfl&uuml;ssig. Das k&ouml;nnen M&uuml;ntefering und eine &#8222;nach links geschwenkte SPD&#8220; viel besser.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Die &Auml;u&szlig;erungen von Gysi zur Frage, was von der Selbst&auml;ndigkeit der WASG auf den PDS-Listen &uuml;brig bleiben wird, sind ebenfalls eindeutig:<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; font-family: Helvetica,Arial,sans-serif;\"><font style=\"font-size: 9pt;\" size=\"2\"><i>&#8222;Sie betreiben doch Etikettenschwindel: Die PDS bestimmt die Kandidaten, gibt das Geld, managt den Wahlkampf.<\/i> <\/font><font style=\"font-size: 9pt;\" size=\"2\"><br \/>  <\/font><font style=\"font-size: 9pt;\" size=\"2\">Ich wei&szlig;, dass das der WASG nicht schmeckt. Aber diese Bedingungen h&auml;ngen mit den vorgezogenen Wahlen und dem Recht zusammen. Die Perspektive ist klar: Innerhalb von zwei Jahren soll es eine Vereinigung der beiden Parteien geben.&#8220;<\/font><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Gysi bestreitet nicht, wer auf der neu etikettierten Wahlliste der PDS das Sagen hat und wer als Aush&auml;ngeschild dient. Er r&auml;umt sogar ein, da&szlig; dies f&uuml;r die WASG eine Zumutung ist. Er weist nur darauf hin, da&szlig; der Zeitdruck und das Wahlrecht der PDS die M&ouml;glichkeit gegeben haben, diese Zumutungen gegen&uuml;ber der WASG durchzusetzen&#8230;<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; font-family: Helvetica,Arial,sans-serif;\"><font style=\"font-size: 9pt;\" size=\"2\"><i>&#8222;Warum nehmen Sie die Wahlalternative so ernst? In Berlin und Nordrhein-Westfalen f&uuml;hren linke Sektierer das Wort.<\/i> <\/font><font style=\"font-size: 9pt;\" size=\"2\"><br \/>  <\/font><font style=\"font-size: 9pt;\" size=\"2\">Die WASG wird sich entwickeln. Wer etwas Neues macht, bekommt immer auch ein paar gescheiterte Leute und schwierige Mitglieder&#8220;<\/font><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Diejenigen in der WASG, die Kritik an diesen Zumutungen wagen und angeblich in den beiden gr&ouml;&szlig;ten Landesverb&auml;nden der WASG &#8222;das Wort f&uuml;hren&#8220; sind f&uuml;r Gysi also &#8222;linke Sektierer&#8220; und &#8222;gescheiterte Leute&#8220;. Aber die WASG werde sich ja &#8222;entwickeln&#8220;&#8230; und sie dabei ausscheiden?<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Um diesen Kritikern vor dem Bundesparteitag und vor der Urabstimmung entgegen zu kommen, beginnen nun auch die Anh&auml;nger einer Kandidatur f&uuml;r die PDS gewisse Zweifel an der neoliberalen Politik in den rot\/roten Landesregierungen anzudeuten:<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; font-family: Helvetica,Arial,sans-serif;\">&#8222;&#8222;<font style=\"font-size: 9pt;\" size=\"2\"><i>Klaus Ernst, Bundesvorstand der WASG, erkennt &#8222;mit Blick auf die Koalition zwischen SPD und PDS ein beachtliches Konfliktpotential&#8220;. Ernsts Vorstandskollege Joachim Bischoff k&uuml;ndigt sp&auml;testens f&uuml;r die Zeit nach den Bundestagswahlen harte Debatten an: &#8222;Die Konflikte m&uuml;ssen alle auf den Tisch. Sonst ist das B&uuml;ndnis eine Mogelpackung.&#8220;<\/i> (Morgenpost 21.6.)&#8220;<\/font><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Die Frage ist nur, warum diese Probleme erst <b>nach<\/b> den Bundestagswahlen &#8222;<i>auf den Tisch kommen sollen<\/i>&#8220;, und nicht jetzt, wo der Inhalt der &#8222;Mogelpackung&#8220;, also das Wahlprogramm einer Wahlliste ausgehandelt wird. <b>Nach<\/b> den Wahlen wird es zu sp&auml;t sein&#8230; <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; font-style: italic;\">Gastkommentar von Heino Berg, Bremen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Gysi-Interview im Tagesspiegel vom 18. 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