{"id":11295,"date":"2005-06-14T10:02:13","date_gmt":"2005-06-14T10:02:13","guid":{"rendered":".\/?p=11295"},"modified":"2005-06-14T10:02:13","modified_gmt":"2005-06-14T10:02:13","slug":"11295","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/06\/11295\/","title":{"rendered":"Die WASG vor den Bundestagswahlen"},"content":{"rendered":"<p>Die Chance nutzen: k&auml;mpferische Arbeiterpartei aufbauen<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nWASG- und PDS-F&uuml;hrung haben sich weitgehend auf einen gemeinsamen Antritt bei den Bundestagswahlen auf offenen Listen der PDS geeinigt. Oskar Lafontaine hat erkl&auml;rt, dass er als Kandidat zur Verf&uuml;gung steht. Der parteiinterne Diskussionsprozess in der WASG ist zum jetzigen Zeitpunkt (14. Juni) zwar nicht abgeschlossen und es gibt bei Teilen der Basis Unzufriedenheit und Widerstand gegen eine Kandidatur auf offenen Lis&shy;ten der PDS, aber den weitgehend geschaffenen Fakten durch die F&uuml;hrungen und durch Lafontaine werden sich die WASG-Mitglieder kaum entziehen k&ouml;nnen. <br \/>   <b><br \/>   Wahlkampf bietet Chance<\/b> <\/p>\n<p>   Nach ersten Meinungsumfragen k&ouml;nnen sich bis zu 25 Prozent der W&auml;hlerinnen und W&auml;hler vorstellen, dem &#8222;Linksb&uuml;ndnis&#8220; ihre Stimme zu geben. Zweifelsfrei gibt es ein riesiges Potenzial f&uuml;r eine Politik, die Sozialk&uuml;rzungen, Arbeitsplatzvernichtung und Privatisierungen ablehnt. Die Prognose, drittst&auml;rkste Kraft zu werden, ist realistisch. <br \/>   Viele ArbeitnehmerInnen, Erwerbslose und Jugendliche werden gro&szlig;e Hoffnungen in die Kandidatur von Oskar Lafontaine setzen. Er ist die einzige Person mit bundesweiter Pro&shy;minenz, dem Viele zutrauen, eine ernsthafte und erfolgversprechende Kandidatur zum Bundestag anzuf&uuml;hren. Allein die Tatsache, dass Lafontaine und Gysi in den n&auml;chsten Wochen in den Talkshows und Nachrichtensendungen f&uuml;r Umverteilung von oben nach unten, gegen Agenda 2010 und Hartz IV und f&uuml;r &ouml;ffentliche Investitionsprogramme ein&shy;treten werden, wird das gesellschaftliche Klima ver&auml;ndern und zu einer gewaltigen Poli&shy;tisierung der Gesellschaft beitragen. Viele Menschen werden motiviert sein, an der Bundestagswahl teilzunehmen und viele werden Veranstaltungen besuchen und sich &uuml;ber&shy;legen, politisch aktiv zu werden. Damit finden die Massenproteste der Jahre 2003 und 2004 einen Ausdruck auf der politischen Ebene. Diese Chancen m&uuml;ssen von den Aktivis&shy;tInnen der WASG zum Aufbau einer starken politischen Alternative genutzt werden. <br \/>   Es w&auml;re ein Fehler, dabei auf Lafontaine zu vertrauen. Dieser bringt heute zwar den Wunsch von Millionen nach einer Politik im Interesse von ArbeitnehmerInnen und Erwerbslosen zum Ausdruck. Er selber hat aber in der Vergangenheit als SPD-Vor&shy;sitzender den Weg der Sozialdemokratie zu einer neoliberalen Partei mitbereitet und als saarl&auml;ndischer Ministerpr&auml;sident Arbeitsplatzvernichtung und Sozialabbau mitbetrieben. Selbst nach seinem R&uuml;cktritt als Finanzminister ist er noch f&uuml;r eine Erh&ouml;hung des Renten&shy;eintrittsalters eingetreten. Es ist leider zu erwarten, dass er &#8211; &auml;hnlich wie die PDS-F&uuml;hrung &#8211; nur allzu schnell bereit sein wird, an einer Regierung teilzunehmen, die sich auf die Fahnen schreibt den Sozialkahschlag etwas humaner zu betreiben, anstatt ihn konsequent zu bek&auml;mpfen. Die WASG-Basis muss von Lafontaine eine klare Ablehnung von jeder Form von Sozialabbau, Arbeitsplatzvernichtung und Privatisierung einfordern. <br \/>   <b><br \/>   B&uuml;ndnis mit der PDS ist ein Fehler<\/b> <\/p>\n<p>   SAV-Mitglieder sind seit der Gr&uuml;ndung der WASG aktiv an ihrem Aufbau beteiligt. Wir treten f&uuml;r den Aufbau einer k&auml;mpferischen Partei ein, die die Interessen der Lohnabh&auml;n&shy;gigen, Erwerbslosen, RentnerInnen und Jugendlichen vertritt. Einer Partei, die sich nicht den Profitinteressen der Banken und Konzerne, sondern den Lebensinteressen von Mensch und Natur verpflichtet f&uuml;hlt. <br \/>   Gemeinsam mit anderen WASG-Mitgliedern haben wir uns in den letzten Wochen gegen ein Wahlb&uuml;ndnis mit der PDS ausgesprochen, vor allem gegen eine Kandidatur der WASG auf offenen Listen der PDS. Stattdessen sind wir f&uuml;r eine eigenst&auml;ndige Kandida&shy;tur der WASG eingetreten. Wir sind der &Uuml;berzeugung, dass eine offensive Wahl&shy;kampagne der WASG, vor allem mit Oskar Lafontaine als Kandidat, zum Einzug in den Bundestag f&uuml;hren w&uuml;rde. Sie w&uuml;rde, vor allem im Westen, von weitaus breiteren Schich&shy;ten der arbeitenden Bev&ouml;lkerung unterst&uuml;tzt, als die nun angestrebte offene Liste der PDS. <br \/>   Stellen wir uns damit gegen die &#x84;Einheit der Linken&#x93;? Wir sind f&uuml;r die Einheit aller Kr&auml;f&shy;te, die sich kompromisslos gegen Sozialk&uuml;rzungen und f&uuml;r einen h&ouml;heren Lebensstandard einsetzen &#8211; nicht nur bei Wahlen, sondern vor allem in der Aktion. Die WASG wurde gegr&uuml;ndet, um dem sozialen Widerstand eine politische Stimme zu geben &#x96; auch als eine Reaktion auf die Politik der PDS. Sie will die Stimme des sozialen Widerstands in den Bundestag tragen. <br \/>   Die PDS hat auf dem Papier dieselben Anspr&uuml;che und versteht sich dar&uuml;ber hinaus sogar als eine sozialistische Partei. Doch Anspruch und Wirklichkeit liegen bei ihr weit ausein&shy;ander. W&auml;hrend sie Sonntags vom Sozialismus und dem Widerstand gegen Hartz IV re&shy;det, setzt sie werktags in den Koalitionsregierungen in Berlin und Mecklenburg-Vorpom&shy;mern und in vielen Kommunen den Sozialabbau und Hartz IV mit der SPD gemeinsam um. Besonders der Berliner SPD\/PDS-Senat war in den letzten Jahren Vorreiter beim Ab&shy;bau gewerkschaftlicher Rechte, wie zum Beispiel der Schw&auml;chung des Fl&auml;chentarifs im &ouml;ffentlichen Dienst. Wenn die WASG konsequent und auf allen Ebenen gegen Sozialab&shy;bau k&auml;mpft, muss sie in den Konflikt mit der PDS geraten. Ein B&uuml;ndnis mit der PDS be&shy;eintr&auml;chtigt die Glaubw&uuml;rdigkeit der WASG. <br \/>   Es ist notwendig &uuml;ber den Tag der Bundestagswahl hinaus zu denken. Die n&auml;chste &#8211; wahr&shy;scheinlich CDU\/CSU-gef&uuml;hrte &#8211; Bundesregierung wird sehr schnell weitere &#x84;Reformen&#x93; angehen: Kopfpauschale im Gesundheitswesen, Abschaffung des K&uuml;ndigungsschutzes, Mehrwertsteuererh&ouml;hung, Einschr&auml;nkung der Mitbestimmung und des Streikrechts, Rentenk&uuml;rzungen und vieles mehr stehen auf der Wunschliste der Kapitalisten. Dagegen muss der Widerstand organisiert werden. Auch im Bundestag, aber vor allem au&szlig;erhalb des Parlaments in den Betrieben und auf den Stra&szlig;en. Eine Partei kann eine wichtige Rolle dabei spielen, diesen Widerstand zu st&auml;rken &#8211; indem sie verschiedene K&auml;mpfe ver&shy;bindet und ihnen eine politische Perspektive gibt. Zum Beispiel K&auml;mpfe von Automobil&shy;arbeitern gegen Entlassungen mit K&auml;mpfen von Erwerbslosen gegen Hartz IV und K&auml;mpfen von Berliner Landesbesch&auml;ftigten gegen die Politik des SPD\/PDS-Senats. Dazu bedarf es einer Arbeiterpartei, f&uuml;r die die WASG ein Ansatz ist, die PDS aber nicht. <br \/>   Die WASG-F&uuml;hrung h&auml;tte erkl&auml;ren sollen, dass sie f&uuml;r die gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliche Einheit im Widerstand gegen die Angriffe auf die arbeitende und erwerbslose Bev&ouml;lkerung eintritt und bereit ist mit allen Kr&auml;ften &uuml;ber einen gemeinsamen Wahlantritt zu verhandeln, die ebenfalls f&uuml;r diesen Widerstand eintreten. Klaus Ernst und die anderen Verhandlungsf&uuml;h&shy;rerInnen der WASG h&auml;tten &ouml;ffentlich erkl&auml;ren sollen, dass sie die PDS zu einem radikalen Politikwechsel auffordern, um gemeinsam sozialen Widerstand zu unterst&uuml;tzen und in den Bundestag zu tragen. Ist die PDS nicht bereit dazu, mit der Politik des Sozialabbaus und der Arbeitsplatzvernichtung in den beiden Landesregierungen zu brechen, sollte die WASG eigenst&auml;ndig kandidieren und alle &#8211; inklusive GewerkschafterInnen, PDS-Mitgliedern und -W&auml;hlerInnen und auch SPD-W&auml;hlerInnen &#8211; dazu aufrufen sollen, an diesem Widerstand teilzunehmen und die WASG zu unterst&uuml;tzen. Stattdessen hat man w&auml;hrend der gesamten Dauer der &ouml;ffentlichen Diskussion und geheimen Verhandlungsf&uuml;hrung keinen Ton der Kritik des WASG-Bundesvorstands an der Realpolitik der PDS vernommen. <br \/>   <b><br \/>   Demokratiem&auml;ngel<\/b> <\/p>\n<p>   Leider weist der Diskussions- und Entscheidungsprozess in der WASG erhebliche Demo&shy;kratiem&auml;ngel auf. Die Vorst&auml;nde verhandeln hinter verschlossenen T&uuml;ren und kommuni&shy;zieren vor allem &uuml;ber die b&uuml;rgerlichen Massenmedien. Gerade die WASG-Verhandlungs&shy;f&uuml;hrer lie&szlig;en ihre Position gegen einen Antritt auf einer offenen PDS-Liste schnell und f&uuml;r die Mitgliedschaft unvermittelt fallen. Die Ank&uuml;ndigung von Lafontaine nur f&uuml;r eine gemeinsame Kandidatur von WASG und PDS anzutreten wirkt wie ein Ultimatum an die WASG-Basis. <br \/>   Die Einberufung von Landesparteitagen, einem Bundesparteitag am 3. Juli und einer dar&shy;auffolgenden Urabstimmung erf&uuml;llen zwar formal den Anspruch eines demokratischen Prozesses, es sind aber Fakten geschaffen worden, die eine eigenst&auml;ndige Kandidatur der WASG kaum noch als eine realistische Alternative erscheinen lassen. Die Medien&ouml;ffent&shy;lichkeit, die Meinungsumfragen, die positive Resonanz bei vielen Menschen &uuml;ben einen gro&szlig;en Druck aus. Viele WASG-Mitglieder werden sich fragen: trotz aller Bedenken mit&shy;machen oder verantwortlich daf&uuml;r sein, dass WASG und Lafontaine gar nicht bei den Bundestagswahlen antreten <br \/>   <b><br \/>   Gefahren des B&uuml;ndnisses<\/b> <\/p>\n<p>   Die Vereinbarung beider Parteispitzen zu den Bundestagswahlen beinhaltet den Plan, in&shy;nerhalb von zwei Jahren &#x84;ein neues linkes Projekt auf den Weg bringen&#x93;. Im Klartext hei&szlig;t das: WASG und PDS sollen fusionieren. Auch hier stellt sich die Frage: soll eine solche neue Partei konsequent und auf allen Ebenen &#8211; das hei&szlig;t Bund, L&auml;nder und Kom&shy;munen &#8211; gegen Sozialk&uuml;rzungen, Arbeitsplatzvernichtung, Bildungsabbau und Privatisierungen k&auml;mpfen? Wenn dem so w&auml;re, m&uuml;sste dieser Schritt begr&uuml;&szlig;t werden. Doch dies setzt einen Politikwechsel der PDS voraus, der nirgends in Sicht ist. So besteht die Gefahr, dass die PDS mit ihren 60.000 Mitgliedern, 6.000 Kommunal- und Land&shy;tagsabgeordneten und einem millionenschweren Apparat die kleine, 6.000 Mitglieder um&shy;fassende, WASG einfach schluckt. Ein hoffnungsvoller Ansatz f&uuml;r den Aufbau einer starken Arbeiterpartei w&auml;re verschwunden. Dies kann und muss verhindert werden, in&shy;dem die WASG als prinzipienfeste Oppositionskraft weiter aufgebaut wird. Die Chance dazu ist gegeben. Der entscheidende Effekt auf breite Teile der Bev&ouml;lkerung wird sein, dass es Kandidatur gibt, die den Sozialabbau ablehnt und gute Chancen hat zu einer starken Kraft im Parlament zu werden. Millionen werden sich in den n&auml;chsten Wochen politisieren und Gedanken dar&uuml;ber machen, politisch aktiv zu werden. <br \/>   <b><br \/>   F&uuml;r einen eigenst&auml;ndigen und k&auml;mpferischen Wahlkampf <\/b> <\/p>\n<p>   Jetzt kommt es darauf an, die Einheit und Eigenst&auml;ndigkeit der WASG im Bundestags&shy;wahlkampf zu wahren und die Wahlkampagne zum Aufbau der Partei zu nutzen. Die Kri&shy;tikerInnen des Wahlb&uuml;ndnisses mit der PDS d&uuml;rfen der WASG nicht den R&uuml;cken kehren, sondern m&uuml;ssen sich aktiv in den Wahlkampf einbringen und ihm ihren Stempel auf&shy;dr&uuml;cken. Hunderttausende und Millionen werden &#8211; trotz des Wahlantritts auf PDS-Listen &#8211; die WASG wahrnehmen und k&ouml;nnen f&uuml;r sie begeistert werden. <br \/>   Was ist zu tun? Die WASG sollte einen eigenst&auml;ndigen und k&auml;mpferischen Wahlkampf mit klaren Schwerpunkten f&uuml;hren: R&uuml;cknahme von Agenda 2010 und Hartz IV, Verteidigung von jedem Arbeitsplatz und jedem betrieb, ,Arbeitszeitverk&uuml;rzung bei vollem Lohnausgleich, die Reichen sollen zahlen: drastische Besteuerung von Gewinnen und Verm&ouml;gen, kostenlose Bildung f&uuml;r Alle! Die WASG muss klar machen, dass sie gegen jede Form von Regierungsbteiligung bzw. -tolerierung eintritt, die zu weiterem Sozialabbau f&uuml;hren w&uuml;rde. Sollte der Bundesvorstand nicht eigenes WASG-Material erstellen, m&uuml;ssen die Landes- und Kreisverb&auml;nde autonom handeln und solches erstellen, sowie WASG-Veranstaltungen durchf&uuml;hren. <br \/>   Ein Schwerpunkt des Wahlkampfes muss die praktische Unterst&uuml;tzung zum Beispiel k&auml;mpfender Belegschaften sein, wie bei den Bosch-Siemens-Hausger&auml;tewerken in Berlin, Alstom Power in Mannheim oder bei den Berliner Verkehrsbetrieben, deren Belegschaft gegen die Politik des SPD\/PDS-Senats k&auml;mpft . <br \/>   Besonders in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern wird es von gro&szlig;er Bedeutung sein, dass die WASG sich klar und deutlich von der Berliner PDS distanziert und &ouml;ffentlich ank&uuml;ndigt, dass sie zum Beispiel in Berlin eigenst&auml;ndig zur Abgeordnetenhauswahl 2006 antreten wird, um eine Alternative zum SPD\/PDS-K&uuml;rzungssenat anzubieten. <br \/>   Die WASG muss zu einer k&auml;mpferischen Arbeiterpartei gemacht werden. Eine Partei ist n&ouml;tig, die ihren Schwerpunkt nicht in der parlamentarischen Arbeit sieht, sondern im Widerstand in den Betrieben und auf der Stra&szlig;e. Die parlamentarische Arbeit muss vor allem zur Unterst&uuml;tzung des Widerstandes und zur Propagierung der politischen Alterna&shy;tiven der WASG genutzt werden. Die Politisierung und Polarisierung, die der Wahlkampf mit sich bringen wird, muss offensiv f&uuml;r den Aufbau der WASG als selbst&auml;ndiger und k&auml;mpferischer Partei genutzt werden. <br \/>   <b><br \/>   Demokratische Kandidatenaufstellung<\/b> <\/p>\n<p>   Kommt es zu einer Kandidatur auf einer offenen Liste der PDS, muss die WASG-Basis Einfluss auf die Kandidatenaufstellung nehmen. Das hei&szlig;t: Verteilung der KandidatInnen zwischen WASG und PDS entsprechend der Mitgliedschaft in den Landesverb&auml;nden. Das w&uuml;rde f&uuml;r den Osten bedeuten, dass sich vor allem PDS-VertreterInnen auf den Kandidatenlisten finden. Hier muss ein Minimum von zum Beispiel zwanzig Prozent WASG-KandidatInnen festgelegt werden. F&uuml;r den Westen bedeutet es ein Verh&auml;ltnis von mindestens 50:50. F&uuml;r Berlin und Mecklenburg-Vorpommern m&uuml;ssen aufgrund der Regierungsbeteiligung der PDS Sonderregelungen getroffen werden, die eine h&ouml;here Vertretung von WASG-KandidatInnen vorsehen. Hier sollte die WASG KandidatInnen ins Rennen schicken, die deutlich gegen den Sozialabbau der Landesregierungen Position beziehen. Die WASG-KandidatInnen m&uuml;ssen auf Landesparteitagen gew&auml;hlt werden und die PDS sich verpflichten, die Entscheidungen der WASG anzuerkennen und zu &uuml;bernehmen. Ziel muss es sein, m&ouml;glichst viele k&auml;mpferische AktivistInnen aus Gewerkschaften und sozialen Bewegungen als KandidatInnen aufzustellen, die tats&auml;chlich gegen jede Form von Sozialabbau auf allen Ebenen eintreten und die Reformforderungen der WASG offensiv im Bundestag vertreten werden. Die Linken in der WASG sind aufgerufen an einem Strang zu ziehen und zu erm&ouml;glichen, dass KandidatInnen auf aussichtsreiche Listenpl&auml;tze gew&auml;hlt werden, die als SozialistInnen prinzipiell gegen die Profitlogik des kapitalistischen Systems auftreten und die PDS als vermeintlich &#x84;sozialistische&#x93; Partei herausfordern k&ouml;nnen. Ziel sollte sein in einer zuk&uuml;nftigen Bundestagsfraktion einen k&auml;mpferischen, sozialistischen Gegenpol zu Oskar Lafontaine und Gregor Gysi zu haben. <br \/>   Die DirektkandidatInnen m&uuml;ssen auf gemeinsamen Wahlkreisversammlungen von WASG und PDS gew&auml;hlt werden, so dass auch WASG-KandidatInnen vor Ort gew&auml;hlt werden k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>   <b>F&uuml;r einen linken Fl&uuml;gel in der WASG<\/b> <\/p>\n<p>   Die Entwicklungen der letzten Wochen haben aber auch deutlich gemacht, wie dringend die WASG einen starken und organisierten linken Fl&uuml;gel braucht. Der Unmut gegen&uuml;ber Form und Inhalt der Verhandlungsf&uuml;hrung des gesch&auml;ftsf&uuml;hrenden Bundesvorstands war vielf&auml;ltig, fand aber keinen geb&uuml;ndelten Ausdruck. Die Gefahr ist gro&szlig;, dass eine von Oskar Lafontaine in Zukunft dominierte WASG-F&uuml;hrung sich weiter auf parlamen&shy;tarische &#x84;Realpolitik&#x93; konzentriert und schon bald zu Koalitionen mit oder Tolerierungen von SPD-Regierungen bereit sein wird. <br \/>   <b><br \/>   Mach&#x91; mit bei der SAV!<\/b> <\/p>\n<p>   Die Bedeutung und Rolle der SAV als einer sozialistischen Kraft innerhalb der WASG ist ebenfalls deutlich geworden. Wir haben am klarsten erkl&auml;rt, warum ein B&uuml;ndnis mit der PDS gef&auml;hrlich ist und betont, dass eine neue Partei nur dann eine Zukunft hat, wenn sie tats&auml;chlich und &uuml;berall auf der Seite der ArbeitnehmerInnen und Erwerbslosen steht. Wir sind davon &uuml;berzeugt, dass eine solche Interessenvertretung nur m&ouml;glich ist, wenn man sich den kapitalistischen Sachzw&auml;ngen verwehrt. Dies ist nur m&ouml;glich mit einer sozialistischen Perspektive f&uuml;r die &Uuml;berwindung der kapitalistischen Profitgesellschaft. Auch eine h&ouml;here Besteuerung von Banken und Konzernen wird dauerhaft nicht ausreichen bzw. nicht durchsetzbar sein, es f&uuml;hrt kein Weg daran vorbei die Eigentumsverh&auml;ltnisse zu &auml;ndern und die Banken und Konzerne in von den Besch&auml;ftigten kontroliertes und verwaltetes &ouml;ffentliches Eigentum zu &uuml;berf&uuml;hren. Es gibt viele in der WASG, die mit uns der Meinung sind, dass der Kapitalismus nicht sozial, gerecht und friedlich umgestaltet werden kann und dass die dauerhafte Durchsetzung der Reformforderungen der WASG nur durch eine sozialistische Ver&auml;nderung der Gesellschaft erm&ouml;glicht werden kann. Diese sind aufgefordert aktiv bei der SAV mitzumachen und mit uns einen Beitrag dazu zu leisten, dass aus der WASG eine starke und k&auml;mpferische Arbeiterpartei wird.<\/p>\n<p>   <i>von Sascha Stanicic, SAV-Bundessprecher und WASG-Mitglied<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Chance nutzen: k&auml;mpferische Arbeiterpartei aufbauen<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[30],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11295"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11295"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11295\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11295"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11295"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11295"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}