{"id":11285,"date":"2005-06-01T11:41:36","date_gmt":"2005-06-01T11:41:36","guid":{"rendered":".\/?p=11285"},"modified":"2005-06-01T11:41:36","modified_gmt":"2005-06-01T11:41:36","slug":"11285","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/06\/11285\/","title":{"rendered":"Gemeinsame Partei von WASG und PDS?"},"content":{"rendered":"<p>Resolutionen von WASG-Gruppen zur Frage der gemeinsamen Kandidatur von WASG und PDS<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\n<span style=\"font-weight: bold;\">Resolution der WASG Mannheim vom 29.6.2005: F&uuml;r einen eigenst&auml;ndigen Wahlkampf der WASG<\/span><\/p>\n<p>  Unabh&auml;ngig davon, welche Form die Kandidatur der WASG zur Bundestagswahl 2005 annimmt, spricht sich der Kreisverband Mannheim f&uuml;r einen eigenst&auml;ndigen Wahlkampf mit starkem WASG-Profil und dem Ziel, das vorhandene Ma&szlig; an Potential und Interesse zu nutzen, um die WASG als eigenst&auml;ndige Partei weiter aufzubauen. <br \/>  Zu diesem Zweck fordern wir die Bundespartei auf, eigenes WASG-Wahlkampfmaterial zur Verf&uuml;gung zu stellen sowie finanzielle Mittel bereitzustellen, damit die Kreisverb&auml;nde vor Ort WASG-Wahlkampfmaterial produzieren k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-style: italic;\">Begr&uuml;ndung:<\/span><br \/>  Damit die Ank&uuml;ndigung, dass die WASG trotz des voraussichtlichen B&uuml;ndnisses mit der PDS zur Bundestagswahl weiterhin als eigenst&auml;ndige Partei aufgebaut werden soll, kein reines Lippenbekenntnis bleibt, muss die WASG im Wahlkampf ein deutliches eigenst&auml;ndiges Profil haben und sich als das pr&auml;sentieren, was sie urspr&uuml;nglich sein wollte- eine klare Alternative zu allen etablierten Parteien, inklusive der PDS. Die WASG kann nur glaubhaft die Art von Alternative sein, die ganz offensichtlich Millionen von Menschen inzwischen f&uuml;r dringend notwendig erachten, wenn sie sich konsequent gegen jede Art von Sozialabbau, Privatisierung, Arbeitsplatzvernichtung und Verschlechterung der Lebens- bzw. Arbeitsbedingungen f&uuml;r die arbeitende Bev&ouml;lkerung, den Arbeitslosen, Jugendlichen und RentnerInnen stellt. Dies bedeutet auch, dass die WASG nur dann als glaubw&uuml;rdige Alternative wahrgenommen werden kann, wenn sie in ihrem Wahlkampfmaterial auch die Politik des Sozialkahlschlags kritisiert, die in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und zahlreichen Kommunen von der PDS durchgef&uuml;hrt wird.<br \/>  Der Widerstand gegen diese Art von Politik wird davon profitieren, wenn die WASG gest&auml;rkt aus dem Wahlkampf kommt und eventuelle gewonnene Bundestagsmandate verwendet, um den Widerstand auf der Stra&szlig;e und in den Betrieben zu unterst&uuml;tzen.<br \/>  <span style=\"font-weight: bold;\"><br \/>  Resolution des WASG Berlin-Pankow, beschlossen auf der Mitgliederversammlung am 1. Juni 2005<\/span><\/p>\n<p>  Wir wollen eine gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliche Einheit gegen die Angriffe von Regierungen und Kapital auf die Mehrheit der Bev&ouml;lkerung. Wir wollen eine starke und geschlossene Partei aufbauen, die den sozialen Widerstand mit voran treibt. Wir wollen eine m&ouml;glichst starke Fraktion im Bundestag erreichen, die eine Alternative zum neoliberalen Kapitalismus aufzeigt und die K&auml;mpfe von ArbeitnehmerInnen, Erwerbslosen und Jugendlichen auf allen Ebenen unterst&uuml;tzt und diesen eine politische Perspektive gibt.<\/p>\n<p>  Wir sehen nicht die M&ouml;glichkeit diese Ziele gemeinsam mit einer PDS zu erreichen, die als Teil der Landesregierungen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin Sozialabbau, Lohnk&uuml;rzungen, Arbeitsplatzvernichtung und Privatisierungen betreibt und neoliberale Politik praktisch umsetzt. Deshalb muss ein Kriterium f&uuml;r eine &#65533; wie auch immer geartete &#65533; gemeinsame Zusammenarbeit bei den Bundestagswahlen ein Politikwechsel der PDS und der Austritt aus den beiden Landesregierungen sein.<\/p>\n<p>  In Berlin richtet sich der legitime Widerstand von Erwerbslosen, Besch&auml;ftigten des &ouml;ffentlichen Dienstes, Sch&uuml;lerInnen und Studierenden gegen den SPD\/PDS-Senat. Die WASG steht an der Seite dieser Betroffenen &#65533; gegen die Politik der PDS-F&uuml;hrung.<\/p>\n<p>  Eine gemeinsame Kandidatur mit dieser PDS w&uuml;rde den politischen Grundkonsens der WASG in Frage stellen &#65533; gegen Sozialkahlschlag, f&uuml;r die Verteidigung von L&ouml;hnen, Tarifvertr&auml;gen und Arbeitnehmerrechten, gegen Regierungsbeteiligungen mit den Parteien des Neoliberalismus.<\/p>\n<p>  Wir fordern den Bundesvorstand auf, unverz&uuml;glich mit den Vorbereitungen auf einen eigenst&auml;ndigen Wahlkampf der WASG f&uuml;r die Bundestagswahlen zu beginnen.<\/p>\n<p>  Eine Entscheidung &uuml;ber das Verhandlungsergebnis mit der PDS und eine gemeinsame Kandidatur darf nicht vom gesch&auml;ftsf&uuml;hrenden Bundesvorstand alleine getroffen werden. Wir fordern, dass die demokratisch gew&auml;hlten Gremien der Partei sofort einberufen werden. Unmittelbar eine Sitzung des L&auml;nderrates und noch im Juni ein zumindest eint&auml;giger Sonderparteitag, der die endg&uuml;ltige Entscheidung zu treffen hat.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Beschluss der Mitgliederversammlung Berlin-Pankow am 1. Juni 2005<\/span><\/p>\n<p>  Wir fordern vom Bundesvorstand der WASG die sofortige Einberufung eines Sonderparteitags im Juni zur Diskussion und Entscheidung &uuml;ber Form und Inhalt der WASG-Beteiligung an den Bundestagswahlen.<\/p>\n<p>  Entscheidung und Vorentscheidung &uuml;ber unsere Beteiligung beim den Bundestagswahlen darf nicht vom Bundesvorstand gef&auml;llt werden.<\/p>\n<p>  Eine Urabstimmung ohne vorherige breite Diskussion und die Durchf&uuml;hrung von Parteitagen auf Landes- und Bundesebene lehnen wir ab.<\/p>\n<p>  Wir fordern den Landesvorstand Berlin auf die Forderung nach der Einberufung eines Sonderparteitags zu unterst&uuml;tzen und sich darum zu bem&uuml;hen in Absprache mit anderen Landesverb&auml;nden die satzungsm&auml;&szlig;ig notwendige Unterst&uuml;tzung f&uuml;r diese Forderung zu mobilisieren<\/p>\n<p>  Begr&uuml;ndung: Unabh&auml;ngig davon, wie man zur Frage einer gemeinsamen Kandidatur mit der PDS steht, ist diese eine weitreichende Entscheidung, die die Zukunft des Projekts WASG betrifft. Trotz des Zeitdrucks, den die vorgezogenen Neuwahlen mit sich bringen, hat der Bundesvorstand die Verantwortung die Basis der Partei anzuh&ouml;ren und eine demokratische Diskussion und Entscheidungsfindung zu erm&ouml;glichen. <br \/>  Eine Urabstimmung &#65533; deren Fragestellung alleine vom Bundesvorstand bestimmt w&uuml;rde &#65533; ist nur pseudo-demokratisch und beinhaltet die M&ouml;glichkeit Alternativen zur Abstimmung zu stellen, die die Mitgliedschaft faktisch in eine Richtung zu manipulieren.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Beschluss der Kreismitgliederversammlung der WASG Leipzig vom 01.06.2005<\/span> <\/p>\n<p>  <span style=\"font-style: italic;\">Beschluss und Antrag an den Landesparteitag der WASG Sachsen: <\/span><br \/>  Ein gemeinsames Vorgehen gegen weiteren Sozialabbau, Angriffe auf die L&ouml;hne und Massenentlassungen auch auf parlamentarischer Ebene ist sicher w&uuml;nschenswert. Wir sind allerdings nicht der Meinung, dass ein schnell auf den Weg gebrachtes Zusammengehen von WASG und PDS dieses auch wirklich bef&ouml;rdert. Am 24.5.05 streikten die Besch&auml;ftigten der Berliner Verkehrsbetriebe gegen einen SPD-PDS-Senat. StudentInnen besetzten letztes Jahr die Parteizentrale der PDS, um gegen die Politik der PDS in der Bildungsfrage zu protestieren. Die tats&auml;chliche Politik der PDS zeichnet sich seit Jahren dadurch aus, links zu blinken und rechts abzubiegen. Am Montag beteiligt sie sich an den Montagsdemonstrationen gegen Hartz IV, um dann im Rest der Woche in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin Hartz IV mit umzusetzen. Ihre Politik ist bestimmt von den &#65533;Sachzw&auml;ngen&#65533;, den sie sich zu beugen hat. In der Kommune wird auf das Land verwiesen, im Land auf den Bund. Und wo wird man wohl dort verweisen? Im Ernstfall entschied sich die PDS meist eher daf&uuml;r, die &#65533;Sachzw&auml;nge&#65533; auf die Bev&ouml;lkerung abzuw&auml;lzen, statt konsequent Widerstand dagegen zu organisieren. <br \/>  Das wesentliche Ziel der WASG ist es, eine neue Partei f&uuml;r Arbeitende, Arbeitslose, RentnerInnen, Azubis und StudentInnen aufzubauen, die von den Angriffen der Konzerne und ihrer Allparteien-Koalition immer h&auml;rter getroffen werden. Es kann nicht das Ziel sein, durch Wahlarithmetik zwar Sitze im Bundestag zu erringen, dabei jedoch das NEIN zu jeglichem Sozialabbau und Angriffen auf die Besch&auml;ftigten zu verw&auml;ssern. Genau das wird aber geschehen, wenn es zu einem &uuml;berst&uuml;rztem Zusammengehen mit der PDS kommt. <br \/>  Hinzu kommt, dass der Aufbau der WASG im Osten durch ein Zusammengehen mit der PDS einen herben R&uuml;ckschlag erleiden wird, wenn nicht ganz zum Stillstand kommen wird. Denn was soll die WASG Berlin z.B. den Besch&auml;ftigten der Berliner Verkehrsbetriebe erkl&auml;ren? <\/p>\n<p>  <span style=\"font-style: italic;\">Wir fordern daher: <\/span><br style=\"font-style: italic;\"> &#8211; Keinerlei Kandidatur auf einer offenen Liste der PDS! <br \/>  &#8211; Jegliche Zusammenarbeit kann nur auf einer klaren politischen Plattform zustande kommen. Diese sollte beinhalten: ein NEIN zu jeglichen Sozialk&uuml;rzungen und Angriffen auf Arbeitslose und Besch&auml;ftigte. <br \/>  &#8211; Zusammenarbeit der WASG mit der PDS erfordert R&uuml;cktritt der PDS aus den Landesregierungen von Mecklenburg-Vorpommern und Berlin! <br \/>  &#8211; Jegliche Form der Zusammenarbeit kann nur durch einen Parteitag oder eine Urabstimmung in der WASG entschieden werden!<\/p>\n<p>  Der <span style=\"font-weight: bold;\">WASG-Kreisverband Mannheim hat in seiner Mitgliederversammlung am 02.06.2005 <\/span>&uuml;ber ein B&uuml;ndnis mit der PDS beraten und abgestimmt: <\/p>\n<p>  Ergebnis: <br \/>  a) ein Wahlb&uuml;ndnis mit der PDS soll es nicht geben: 17 Stimmen <br \/>  b) ein Wahlb&uuml;ndnis mit der PDS soll es unter bestimmten Voraussetzungen geben: 7 Stimmen <\/p>\n<p>  Damit wurde einem B&uuml;ndnis mit der PDS von mehr als zwei Drittel der auf der MV vertretenen Mitglieder eine Absage erteilt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Resolutionen von WASG-Gruppen zur Frage der gemeinsamen Kandidatur von WASG und PDS<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[30],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11285"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11285"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11285\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11285"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11285"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11285"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}