{"id":11283,"date":"2005-05-26T17:35:42","date_gmt":"2005-05-26T15:35:42","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=11283"},"modified":"2017-07-06T13:50:42","modified_gmt":"2017-07-06T11:50:42","slug":"11283","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/05\/11283\/","title":{"rendered":"Spandau zeigt Solidarit&auml;t"},"content":{"rendered":"<p>Bedrohte Belegschaft der Berliner Bosch-Siemens-Waschmaschinenfabrik erh&auml;lt Unterst&uuml;tzung: 2000 Arbeiter demonstrierten w&auml;hrend der Arbeitszeit.<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nEs war der Tag der Solidarit&auml;t in dem West-Berliner Industriegebiet Siemensstadt. Von hier aus, wo die letzten gr&ouml;&szlig;eren Produktionsbetriebe der Hauptstadt beheimatet sind, demonstrierten mehr als 1000 Arbeiter der diversen Siemens-Werke, von Osram, DaimlerChrysler, BMW, CNH, Schleicher und Alstom Power zur nahe gelegenen Bosch-Siemens-Waschmaschinenfabrik (BSH), um den dortigen, mit Entlassung bedrohten, Besch&auml;ftigten ihre Unterst&uuml;tzung auszudr&uuml;cken. Vor dem BSH-Werkstor hatte sich bereits die gesamte Schicht &#x96; etwa 800 Arbeiter &#x96; eingefunden, die ihre Kollegen mit frenetischem Beifall begr&uuml;&szlig;ten.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-style: italic;\">&raquo;Es ist wichtig, sich gegenseitig zu unterst&uuml;tzen, denn die Kapitalisten haben alle das gleiche Ziel: Arbeitspl&auml;tze abzubauen und so die Dividenden zu erh&ouml;hen&laquo;<\/span>, erkl&auml;rte Mustafa Efe, Betriebsrat im Marienfelder DaimlerChrysler-Werk. Sebastian M&uuml;ller vom Siemens-Schaltwerk meinte, es k&ouml;nne nicht sein, <span style=\"font-style: italic;\">&raquo;da&szlig; wir von den Firmen ausgenutzt und gegeneinander ausgespielt werden&laquo;<\/span>. <span style=\"font-style: italic;\">&raquo;Es sind schon so viele Jobs vernichtet worden &#x96; das ist einfach nicht richtig&laquo;<\/span>, emp&ouml;rte er sich. Einer der vielen jungen Arbeiter, die sich an dem Demonstrationszug beteiligten, erg&auml;nzte: <span style=\"font-style: italic;\">&raquo;Wenn hier ein Betrieb nach dem anderen dichtmacht, bekommt man Angst um die eigene Existenz.&laquo; <\/span><\/p>\n<p>  Da&szlig; dies keineswegs unbegr&uuml;ndet ist, machte IG-Metall-Bezirksleiter Olivier H&ouml;bel in seiner Ansprache deutlich. <span style=\"font-style: italic;\">&raquo;Seit 1990 sind mehr als drei Viertel der Industriearbeitspl&auml;tze in Berlin vernichtet worden&laquo;<\/span>, sagte er und forderte ein gesetzliches Verbot von K&uuml;ndigungen f&uuml;r gut verdienende Betriebe. Auch bei Bosch-Siemens h&auml;tten die Besch&auml;ftigten jahrelang ihre Arbeitskraft eingesetzt, mit dem erarbeiteten Geld seien jedoch in erster Linie die Aktion&auml;re bedient worden, statt Investitionen in die Entwicklung neuer Produkte zu t&auml;tigen. <span style=\"font-style: italic;\">&raquo;Die Zukunftsperspektive der Besch&auml;ftigten wurde so systematisch abgew&uuml;rgt&laquo;, kritisierte H&ouml;bel, der ank&uuml;ndigte, man werde sich &raquo;mit allen zur Verf&uuml;gung stehenden Mitteln&laquo;<\/span> zur Wehr setzen. <\/p>\n<p>  Der BSH-Betriebsratsvorsitzende, G&uuml;ng&ouml;r Demirci, zeigte sich <span style=\"font-style: italic;\">&raquo;&uuml;bergl&uuml;cklich&laquo;<\/span> &uuml;ber die demonstrierte Solidarit&auml;t der anderen Belegschaften. <span style=\"font-style: italic;\">&raquo;Wenn wir geschlossen handeln, k&ouml;nnen wir die Arbeitsplatzvernichtung verhindern&laquo;<\/span>, ist sich Demirci sicher. Die Unternehmensleitung forderte er auf, den Schlie&szlig;ungsbeschlu&szlig; unverz&uuml;glich zur&uuml;ckzunehmen. Sonst werde es eine Auseinandersetzung geben, die die Belegschaft <span style=\"font-style: italic;\">&raquo;bis zum bitteren Ende&laquo;<\/span> f&uuml;hren werde. <span style=\"font-style: italic;\">&raquo;Es k&ouml;nnte zu einem Arbeitskampf kommen, der mehrere Wochen oder gar Monate dauern kann&laquo;<\/span>, k&uuml;ndigte der Besch&auml;ftigtenvertreter an. Georg Nassauer, Chef des Siemens-Konzernbetriebsrats, versicherte der BSH-Belegschaft die volle Unterst&uuml;tzung ihrer Kollegen beim Mutterkonzern zu. Man werde <span style=\"font-style: italic;\">&raquo;um jeden Arbeitsplatz k&auml;mpfen, der in Berlin abgebaut werden soll&laquo;<\/span>, so Nassauer. Im Gespr&auml;ch hatte er zuvor indes betont, es werde f&uuml;r die Siemens-Belegschaften <span style=\"font-style: italic;\">&raquo;sehr schwer werden, weitere Solidarit&auml;tsaktionen dieser Art zu initiieren.&laquo; <\/span><\/p>\n<p>  Andere zeigten sich optimistischer. Detlev Fendt, IG-Metall-Vertrauensk&ouml;rperleiter im Berliner DaimlerChrysler-Werk, sagte: <span style=\"font-style: italic;\">&raquo;Wenn Metaller mit denselben Formen der Erpressung konfrontiert sind, dann sollten wir uns auch gemeinsam gegen die Angriffe des Kapitals wehren.&laquo;<\/span> Unter Verweis auf die k&uuml;rzliche Arbeitsniederlegung bei der BVG meinte Fendt: <span style=\"font-style: italic;\">&raquo;Auch sie geh&ouml;ren in diese Auseinandersetzung.&laquo;<\/span> Und Gerhard Lux von Alstom Power erkl&auml;rte: <span style=\"font-style: italic;\">&raquo;Es ist notwendig, da&szlig; wir uns gegen jeden weiteren Arbeitsplatzabbau wehren &#x96; das erwarten auch die Arbeitslosen in dieser Stadt von uns.&laquo;<\/span><\/p>\n<p>  <span style=\"font-style: italic;\">von Daniel Behruzi, Berlin<br \/>  <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bedrohte Belegschaft der Berliner Bosch-Siemens-Waschmaschinenfabrik erh&auml;lt Unterst&uuml;tzung: 2000 Arbeiter demonstrierten w&auml;hrend der Arbeitszeit.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8,17],"tags":[929],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11283"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11283"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11283\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34955,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11283\/revisions\/34955"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11283"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11283"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11283"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}