{"id":11272,"date":"2005-05-20T14:47:53","date_gmt":"2005-05-20T14:47:53","guid":{"rendered":".\/?p=11272"},"modified":"2005-05-20T14:47:53","modified_gmt":"2005-05-20T14:47:53","slug":"11272","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/05\/11272\/","title":{"rendered":"Neue Krisentendenzen in der Weltwirtschaft"},"content":{"rendered":"<p>Zur aktuellen &ouml;konomischen Situation in Deutschland und weltweit<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nAm kommenden Sonntag droht der SPD in dem bev&ouml;lkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen nach 39 Jahren ununterbrochener Regierungsherrschaft eine &#65533;historische Niederlage&#65533; (Der Spiegel 20\/2005). Eine Woche vor dem Wahltermin liegt Schwarz-Gelb zehn Prozent vor Rot-Gr&uuml;n. Damit w&uuml;rde &#8211; zwanzig Jahre nach der ersten Koalition in Hessen unter SPD-Ministerpr&auml;sident B&ouml;rner und dem Gr&uuml;nen-Umweltminister Fischer &#8211; die letzte rot-gr&uuml;ne Bastion auf Landesebene fallen. <br \/>   Zehn Tage vor dem 22. Mai konnten die Spitzenpolitiker in der SPD und bei den Gr&uuml;nen ihre Nervosit&auml;t nicht l&auml;nger &uuml;berspielen und befehdeten sich in aller &Ouml;ffentlichkeit gegenseitig &#8211; und das mitten in der hei&szlig;en Wahlkampfphase. Die Luft wird immer d&uuml;nner. F&uuml;r die heutige &Ouml;ko-FDP findet ein Regierungsmodell, das ihnen jahrelang &Auml;mter auf Regierungsebene zuschacherte, sein Ende. F&uuml;r die durch und durch kapitalistische Schr&ouml;der-SPD, die seit der Amts&uuml;bernahme im Bund 1998 beinahe ein Viertel ihrer Mitglieder verlor, k&ouml;nnten Austritte aus der Bundestagsfraktion und ein Verlust der Regierungsmehrheit im Bundestag die Folge sein. <br \/>   Neben Ottmar Schreiner wird ein Bruch mit der SPD-Fraktion bei elf weiteren Abgeordneten f&uuml;r m&ouml;glich gehalten, so rumort es jedenfalls in der Ger&uuml;chtek&uuml;che. Zualledem hat Oskar Lafontaine einen Austritt aus der SPD nach den NRW-Wahlen angedroht. Nicht nur Lafontaine, sondern auch Schreiner spielt &ouml;ffentlich mit dem Gedanken, zur neuen Partei &#65533;Arbeit und soziale Gerechtigkeit &#8211; Die Wahlalternative&#65533; zu sto&szlig;en: &#65533;Niemand will eine Linksabspaltung. Wenn die SPD aber nach links immer mehr Freiraum l&auml;sst und eine wachsende Zahl von Menschen mangels Alternative nicht mehr w&auml;hlen geht, dann dr&auml;ngt sich eine neue Partei nahezu auf&#65533; (so Schreiner gegen&uuml;ber dem Spiegel eine Woche vor den Wahlen in Nordrhein-Westfalen). <\/p>\n<p>   <b>Staatsfinanzen aus dem Ruder<\/b> <\/p>\n<p>   Als ob ein Wahldebakel im Land von Rhein und Ruhr sowie m&ouml;gliche SPD-Abspaltungen nicht reichen w&uuml;rden, die Regierung in eine tiefe Krise zu st&uuml;rzen, (die auch zu vorgezogenen Neuwahlen f&uuml;hren k&ouml;nnte) &#8211; riss die &ouml;konomische Dauerstagnation zum gleichen Zeitpunkt neue L&ouml;cher in den Bundeshaushalt. Die Schuldenprobleme haben inzwischen Ausma&szlig;e angenommen, dass selbst Finanzminister Eichel bei einer internen Zusammenkunft im Haus der Parlamentarischen Gesellschaft hinter dem Berliner Reichstag vierzehn Tage vor dem Wahlsonntag in NRW eingestehen musste: Die Staatsfinanzen sind &#65533;vollends aus dem Lot geraten&#65533;. <br \/>   &#65533;Vor allem der Druck in den Sozialversicherungssystemen ist von einer solchen Kraft&#65533;, so der Spiegel, &#65533;dass alle Reformen ihn nur f&uuml;r kurze Zeit zu d&auml;mpfen vermochten.&#65533; <\/p>\n<p>   Bis zum Juni muss Hans Eichel einen verfassungsgem&auml;&szlig;en Etatentwurf f&uuml;r das n&auml;chste Jahr pr&auml;sentieren. Bislang hei&szlig;t es nur, es werde eine &#65533;harte Veranstaltung&#65533; (O-Ton-Eichel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 13. Mai). Gegen&uuml;ber der bisherigen Planung fehlen dem Finanzministerium nach den Berechnungen des Arbeitskreises Steuersch&auml;tzung zehn Milliarden Euro. Bis zum Jahr 2008 wird das Steueraufkommen in Deutschland insgesamt um 66,8 Milliarden Euro geringer ausfallen, als urspr&uuml;nglich angenommen. Am h&auml;rtesten trifft es den Bund, der sich auf Mindereinnahmen von 39 Milliarden gegen&uuml;ber bisherigen Planungen einstellen muss. Der Ausfall der L&auml;nder liegt sch&auml;tzungsweise bei 29 Milliarden Euro. <br \/>   Zu den erwarteten Einnahmeausf&auml;llen kommen noch im Vergleich zu den bisher gesch&ouml;nten Angaben der Regierung drastische Mehrausgaben bei den sozialen Sicherungssystemen. Au&szlig;er &#8211; neue K&uuml;rzungsprogramme werden aufgelegt. Und genau das ist zu bef&uuml;rchten. Schlie&szlig;lich will es sich Kanzler Schr&ouml;der mit den Unternehmern, die sich mehrheitlich gerade von Rot-Gr&uuml;n abwenden, nicht verscherzen. Arbeitgeberpr&auml;sident Hundt, der zwei Tage vor dem Jobgipfel eine &#65533;Agenda 2005&#65533; forderte, und Horst K&ouml;hler, der 24 Stunden vor dem Gipfeltreffen von Schr&ouml;der, Fischer, Merkel und Stoiber vor einem &#65533;Reformstau&#65533; warnte, haben deutlich zu verstehen gegeben, dass sie Wahlgeschenke und wahltaktische Man&ouml;ver im Vorfeld der Bundestagswahlen nicht hinnehmen wollen. Es ist davon auszugehen, dass die Kapitalisten eine derma&szlig;en angeschlagene Bundesregierung lieber kippen m&ouml;chten und kippen k&ouml;nnten, als Zeuge eines langwierigen Zickzack-Kurses im Bundestag zu werden. <\/p>\n<p>   <b>Arbeitende Bev&ouml;lkerung unter Dauerbeschuss<\/b> <\/p>\n<p>   Die neue Haushaltsnotlage, laut Spiegel eine Notlage &#65533;historischen Ausma&szlig;es&#65533;, wird mit aller Sicherheit zu weiteren Mehrbelastungen f&uuml;r die arbeitende Bev&ouml;lkerung f&uuml;hren. Gerhard Schr&ouml;der schweben unmittelbar zus&auml;tzliche Verm&ouml;gensverk&auml;ufe vor. Finanzminister Eichel erw&auml;gt, &uuml;ber die staatseigene Kreditanstalt f&uuml;r Wiederaufbau (KfW) gro&szlig;e Aktienpakete von Post und Telekom zu verkaufen. Zudem wird eine Mehrwertsteuererh&ouml;hung in einer Art und Weise dementiert, die einer Vorank&uuml;ndigung gleichkommt, wie der Tagesspiegel vom 9. Mai zutreffend kommentiert: &#65533;Ich will und wollte nie eine Erh&ouml;hung der Mehrwertsteuer&#65533;, sagte der Finanzminister. &Uuml;bersetzt hei&szlig;t das: Die Mehrwertsteuer wird definitiv erh&ouml;ht.&#65533; <\/p>\n<p>   F&uuml;r die Arbeiterklasse wird es in den kommenden Monaten keine Atempause geben. Erwerbslose und Besch&auml;ftigte sehen sich auf allen Ebenen den Angriffen von Politikern und Unternehmern ausgesetzt. Schon vor der, angesichts der Haushaltskrise, jetzt drohenden neuen Sparrunde signalisierte das b&uuml;rgerliche Establishment in der Gesetzgebung verheerende Einschnitte in das &#65533;soziale Netz&#65533; mit einer angepeilten extremen Absenkung der Lohnnebenkosten, einem weiteren Ausbau des Niedriglohnsektors und einer Demontage der Mitbestimmung sowie anderer Rechte der Lohnabh&auml;ngigen. <br \/>   Keine Gelegenheit wird ausgelassen, die Renditen auf Kosten der Besch&auml;ftigten zu verbessern: So postulierten die Konzernchefs am Pfingstwochenende landauf landab, den Pfingstmontag als Feiertag zu streichen (damit orientierten sie sich an den franz&ouml;sischen Bossen, die sich wiederum an der herrschenden Klasse in der Bundesrepublik und der Streichung des Bu&szlig;- und Bettages f&uuml;r die Finanzierung der Pflegeversicherung orientierten). <br \/>   Parallel dazu vollzieht sich die permanente Offensive des Kapitals in den Betrieben. Zurecht bezeichneten die Mettinger Rebellen bei DaimlerChrysler das in ihrer Betriebszeitung als eine &#65533;Verzichtslawine&#65533;, die um so schlimmere Auswirkungen hat, je weiter unten diese Lawine angelangt ist. <br \/>   Gleichzeitig h&auml;lt die Bourgeoisie an einer harten Gangart in den Tarifauseinandersetzungen fest. Aus ihrer Sicht erzwingt das der m&ouml;rderische Konkurrenzdruck. Zudem wollen sie &#65533;die Gunst der Stunde nutzen&#65533; &#8211; die ihnen durch die auch im Bezug auf die neunziger Jahre beispiellose Bereitschaft der DGB-F&uuml;hrung und der Betriebsratsf&uuml;rsten zur Aufgabe langj&auml;hriger Errungenschaften erm&ouml;glicht wird; au&szlig;erdem kommt ihnen die noch nicht &uuml;berwundene Schw&auml;che der betrieblichen und gewerkschaftlichen Linken zu gute. So strebt die Unternehmerseite in der Druck-Tarifrunde Arbeitzeitverl&auml;ngerungen und damit ein Ende der 1984 erstreikten 35-Stunden-Woche an. <br \/>   Der Stahl-Abschluss stellt angesichts der vollen Auftragsb&uuml;cher in dieser Branche (nicht zuletzt dank der Nachfrage Chinas) eine Ausnahme dar. Allerdings w&auml;re es auch hier ohne Streikandrohung und Vorbereitung einer Urabstimmung nicht zu den letztlich von oben zugestandenen 3,5 Prozent sowie einer Einmalzahlung von 500 Euro Einkommenserh&ouml;hung gekommen. <\/p>\n<p>   Nach dem Abflauen der Montagsdemonstrationen im letzten Herbst &#65533; wof&uuml;r die DGB-F&uuml;hrung die Verantwortung tr&auml;gt &#65533; und dem Inkrafttreten von Hartz IV zum Jahresbeginn setzte eine vor&uuml;bergehende Ebbe im Klassenkampf ein. Es ist zu fr&uuml;h, heute von einer neuen &#65533;Flutwelle&#65533; zu sprechen. Trotzdem gibt es seit geraumer Zeit eine bedeutende Zunahme von erbitterten Abwehrk&auml;mpfen: Streikvorbereitungen bei Bosch-Siemens in Berlin-Spandau, Protestaktionen von Charite-Besch&auml;ftigten in Berlin, ein f&uuml;nf Tage andauernder Ausstand bei Alstom Power in Mannheim, Warnstreiks von LehrerInnen in Sachsen, Bildungsproteste in Stuttgart, Hamburg und anderswo, Arbeitskampf beim Hattinger Rolltreppenhersteller Kone, Arbeitsniederlegungen und anhaltende Konflikte beim Autozulieferer Dr&auml;xlmaier in Bremen&#8230; <\/p>\n<p>   <b>Stagnation der deutschen Wirtschaft<\/b> <\/p>\n<p>   W&auml;hrend Eichel in den L&auml;ndern verfassungswidrige Haushalte bef&uuml;rchtet, schwebt eine baldige Haushaltssperre wie ein Damoklesschwert &uuml;ber dem Bundeskabinett. Steuerausf&auml;lle und Mehrausgaben sollen sich zusammen genommen in diesem Jahr auf mindestens 15 Milliarden Euro belaufen. Dabei sind die in den letzten Wochen beschlossenen Steuersenkungen noch nicht ber&uuml;cksichtigt: K&ouml;rperschaftssteuer-, Firmen-Erbschaftssteuer- und Gewerbesteuersenkung, die weitere L&ouml;cher in Milliardenh&ouml;he aufrei&szlig;en werden. <br \/>   Die j&uuml;ngsten Hiobsbotschaften in der Fiskalpolitik des Bundes sind das Resultat nach unten korrigierter Wachstumsprognosen f&uuml;r das laufende Jahr: Die sechs gro&szlig;en Forschungsinstitute reduzierten ihre Konjunkturerwartungen von 1,6 Prozent im vergangenen Herbst auf nunmehr 0,7 Prozent. Die Haushaltslage ist so brisant, dass die Rentenkassen bereits &uuml;ber massive Auszahlungsschwierigkeiten ab diesem Sommer klagen, die zus&auml;tzliche Zuwendungen seitens des Bundesetats erforderlich machen. Es ist gerade die Sorge vor einem Einbruch der BRD-Wirtschaft, was die Kapitaleigner auf den Plan rief und zu den angek&uuml;ndigten Steuererleichterungen f&uuml;r die Konzerne beitrug; aufgrund der stark eingetr&uuml;bten Aussichten der BRD-Wirtschaft sollen diese erneuten Absenkungen der Unternehmenssteuern noch vor der Sommerpause umgesetzt werden. <\/p>\n<p>   Die deutsche Wirtschaft stagniert seit 2001. Lediglich der Exportmotor l&auml;uft, Konsum und Investitionen springen bis heute nicht an. Eine umfassende Erholung ist nicht in Sicht, machen &Uuml;berkapazit&auml;ten, Euro-Aufwertungen und &Ouml;lpreisentwicklungen der &ouml;konomischen Situationin der BRD doch nach wie vor zu schaffen. <br \/>   Das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes im ersten Quartal 2005 fiel mit plus ein Prozent verglichen mit dem Vorquartal erheblich besser als erwartet aus. Trotzdem wollte an der deutschen B&ouml;rse keine rechte Zuversicht aufkommen. &#65533;Ein Grund zum Jubeln ist das nicht. Die bislang zaghaften Andeutungen der Statistiker zur Zusammensetzung des hiesigen Wachstums lassen die ganze Misere der deutschen Wirtschaft erkennen. Nur der Au&szlig;enhandel hat Deutschland am Jahresanfang vor der Schrumpfung bewahrt&#65533; (Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 13. Mai). Die Binnennachfrage ging das zweite Quartal hintereinander zur&uuml;ck. Die Investitionst&auml;tigkeit bleibt schwach. Die Auftragseing&auml;nge gingen im Zweimonatsvergleich Februar\/M&auml;rz gegen&uuml;ber Dezember\/Januar um 2,7 Prozent zur&uuml;ck (allerdings stiegen sie im M&auml;rz um 2,2 Prozent). Fr&uuml;hindikatoren wie der Ifo-Gesch&auml;ftsklimaindex weisen auf eine weitere Verlangsamung hin. <br \/>   Bundesbankpr&auml;sident Axel Weber musste konstatieren, es gebe keine Entwarnung auf der konjunkturellen Seite. Eine negative &Uuml;berraschung sei nicht auszuschlie&szlig;en. Patrick Meier vom Kieler Institut f&uuml;r Weltwirtschaft h&auml;lt eine neue Rezession jederzeit f&uuml;r m&ouml;glich (nach einer &Uuml;berpr&uuml;fung ihrer Daten musste das Statistische Bundesamt f&uuml;r die sechs Monate zwischen Juli und Dezember 2004 nun schon die zweite Rezession innerhalb von drei Jahren bekanntgeben). &#65533;Die n&auml;chste erwarte ich im Sommer, wenn wir die langfristigen Auswirkungen des hohen &Ouml;lpreises zu sp&uuml;ren bekomen&#65533;, so Meier. <\/p>\n<p>   Im deutschen Bankensektor steht ein Hauen und Stechen an. &Uuml;bernahmeschlachten und das Aus von einzelnen Finanzh&auml;usern sind reale M&ouml;glichkeiten. Im internationalen Vergleich ist die Profitabilit&auml;t &auml;u&szlig;erst schwach. W&auml;hrend der US-Riese Citigroup 40 Cent einsetzen muss, um einen Dollar plus zu machen, ben&ouml;tigt die Nummer 1 in der BRD, die Deutsche Bank, immerhin 80 Cent, um den gleichen Betrag zu erzielen. Im weltweiten Ma&szlig;stab ist zudem der Marktanteil der Gro&szlig;banken niedriger als in den USA und anderen f&uuml;hrenden Industriestaaten: So dominiert die gr&ouml;&szlig;te Bank der Vereinigten Staaten 20 Prozent des Marktes, in Deutschland kommen die f&uuml;nf gr&ouml;&szlig;ten Banken nur zusammen auf den selben Anteil. <\/p>\n<p>   <b>US-Lok vor der Entgleisung?<\/b> <\/p>\n<p>   Nicht nur in der Bundesrepublik, sondern international h&auml;lt das Kapital an seinem neoliberalen Kurs fest. Damit wird die kaufkr&auml;ftige Nachfrage weiter geschm&auml;lert und die Konjunktur zus&auml;tzlich untergraben. Die Krise von &Uuml;berproduktion und in der &Auml;ra der Just-in-time-Produktion vor allem die Krise von &Uuml;berkapazit&auml;ten spitzt sich weiter zu und bedeutet eine gewaltige Hypothek f&uuml;r die kapitalistische Wirtschaft. Der schwache konjunkturelle Aufschwung seit Beginn des Jahrzehnts war weitgehend eine &ouml;konomische Erholung auf Pump, die prim&auml;r darauf basierte, dass sich die Schuldenberge in Schuldengebirge verwandelten. In den USA, dem wichtigsten Tr&auml;ger der Weltwirtschaft, steht heute der Mount Everest aufget&uuml;rmter Schulden. <\/p>\n<p>   Die Politik der Verschuldung hat unter US-Pr&auml;sident George W. Bush nach dem 11. September 2001 ganz neue Dimensionen angenommen und eine gro&szlig;teils k&uuml;nstliche Aufschwungsphase eingeleitet. Erwirtschaftete die US-Regierung bis Anfang des 21. Jahrhunderts noch einen &Uuml;berschuss, so ist der Haushalt Nordamerikas seit 2001 defizit&auml;r: Von 2002 bis 2004 wuchs die j&auml;hrliche Verschuldung von 150 auf 500 Milliarden Dollar an. Das Leistungsbilanzdefizit erreichte im letzten Jahr ein Rekordminus und betr&auml;gt nun 5,7 Prozent des Bruttosozialproduktes (gegen&uuml;ber den &#65533;Schwellenl&auml;ndern&#65533; kennzeichnet der IWF die Lage als &#65533;Krise&#65533;, wenn f&uuml;nf Prozent erreicht sind). <br \/>   Die astronomisch hohen Defizite sind nichts anderes als offene Rechnungen, die auf den internationalen Kapitalm&auml;rkten &#8211; vor allem durch den Verkauf von US-Staatsanleihen &#8211; gedeckt werden m&uuml;ssen. Es ist nicht zu prognostizieren, wann die aufgeh&auml;uften Schulden wie ein Kartenhaus in sich zusammen st&uuml;rzen; schlie&szlig;lich existiert keine absolute Schulden-Obergrenze. Allerdings hat die Auslandsverschuldung der Vereinigten Staaten ein Niveau angenommen, das extrem bedrohlich ist: Mit einer Verschuldung gegen&uuml;ber dem Ausland in H&ouml;he von 3,1 Billionen Dollar, dem dreifachen Volumen des j&auml;hrlichen US-Exportes, &uuml;bertrifft die Verschuldung das Ausma&szlig;, welches in der Vergangenheit f&uuml;r L&auml;nder der neokolonialen Welt als Grenze benannt wurde. Dort gilt als Faustregel, dass ein Absturz der Wirtschaft bevorsteht, wenn die Auslandsschulden das doppelte der j&auml;hrlichen Exporte betragen. <\/p>\n<p>   Das gigantische US-Leistungsbilanzdefizit bedroht den Wert des Dollar. Weitere Abwertungen sind nur eine Frage der Zeit. Dabei hat der Dollar seit 2001 bereits ein Drittel seines Wertes eingeb&uuml;&szlig;t &#8211; mit enormen Folgen: Der US-Konsum schw&auml;chte sich ab, die Notenbank sah sich zu einer Serie von Zinserh&ouml;hungen gezwungen (in den vergangenen zehn Monaten wurden die US-Zinsen schon achtmal erh&ouml;ht), wodurch neue Investitionen abgew&uuml;rgt werden und au&szlig;erdem verteuerten sich die Immobilienzinsen &#8211; was zum Platzen dieser aufgebl&auml;hten Spekulationsblase f&uuml;hren kann. Zualledem gef&auml;hrdet die Dollar-Schw&auml;che nicht nur die US-Wirtschaft, sondern bedeutet auch ein Risiko f&uuml;r den Au&szlig;enhandel gerade der in Euro gehandelten Waren. <\/p>\n<p>   Wie lange ist ein Abzug ausl&auml;ndischen Kapitals aus den USA noch aufzuhalten? Bis jetzt ist kein Abzug gr&ouml;&szlig;eren Umfangs auszumachen. Allerdings k&ouml;nnten die Ank&uuml;ndigungen der s&uuml;dkoreanischen Notenbank so etwas sein, wie ein erstes Donnern vor dem anstehenden Gewittersturm: Die Bankenchefs S&uuml;dkoreas planen, im Verlauf diesen Jahres aus dem Dollar auszusteigen (im Vorjahr hatten sie noch Dollarwerte in H&ouml;he von 38 Milliarden angekauft). <br \/>   Eine Schl&uuml;sselposition nimmt China ein. Seit langem ist die chinesische W&auml;hrung um ungef&auml;hr 25 Prozent unterbewertet. Wenn China eine Aufwertung des Renminbi (Yuan) nicht l&auml;nger aufhalten kann, dann wird aller Wahrscheinlichkeit nach mit einer massiven Verteuerung der chinesischen Exporte die Wirtschaft abschmieren und eine tiefe Rezession einsetzen &#8211; was wiederum mit einer dramatischen Abwertung chinesischer Devisenreserven einhergehen w&uuml;rde und die Flucht Chinas aus dem Dollar ausl&ouml;sen k&ouml;nnte. <br \/>   Es ist nur eine Frage der Zeit, dass die Dollar-Schw&auml;che in eine Dollar-Krise umschl&auml;gt. Parallelen zum Niedergang des britischen Pfunds als Leitw&auml;hrung vor hundert Jahren tun sich auf (siehe den Gastbeitrag von Winfried Wolf in der aktuellen Ausgabe der Solidarit&auml;t). Die historische Krise des Pfunds widerspiegelte damals den Anfang vom Ende der dominierenden Macht Gro&szlig;britannien. Zum damaligen Zeitpunkt war der Aufstieg der USA zur neuen F&uuml;hrungskraft in der kapitalistischen Weltwirtschaft sichtbar. Heute l&auml;sst sich demgegen&uuml;ber keine Kraft ausmachen, die auf internationaler Ebene in die Fu&szlig;stapfen der USA treten k&ouml;nnte. <\/p>\n<p>   <b>China &#8211; &#8222;Jungbrunnen&#8220; der Weltwirtschaft?<\/b> <\/p>\n<p>   China wird vielfach als kommende neue Supermacht gehandelt. Allerdings tr&auml;gt die chinesische Wirtschaft nur mit vier Prozent zum weltweiten Bruttosozialprodukt bei, die Industrieproduktion Chinas hat einen sieben prozentigen Anteil an Fertigung und Herstellung im industriellen Bereich. Die &Ouml;konomie Chinas macht nur ein Viertel der japanischen Wirtschaftsleistung aus. Damit ist das 1,4 Milliarden Menschen z&auml;hlende China trotz jahrelanger Wachstumszahlen von knapp zehn Prozent nicht der &#65533;Jungbrunnen&#65533; der Weltwirtschaft. Trotzdem ist China ohne Zweifel eine bedeutende aufstrebende Kraft auf internationaler Ebene. <\/p>\n<p>   Der US-Imperialismus erkennt in China einen ernstzunehmendenKonkurrenten im Kampf um die Vorherrschaft Asiens. In der Tat melden die Herrschenden Chinas einen F&uuml;hrungsanspruch auf dem Kontinent an, kurbeln die R&uuml;stungsproduktion an und intensivieren den Kapitalexport in der Region. Von 2002 bis 2003 konnten sie das Volumen der ausl&auml;ndischen Direktinvestitionen in Asien verdoppeln. Um die Ambitionen Chinas zu kontern, unterst&uuml;tzt das Wei&szlig;e Haus die Militarisierung Japans (das aufgrund der Niederlage im Zweiten Weltkrieg genau wie Deutschland jahrzehntelang &ouml;konomischer Riese war, aber milit&auml;rischer Zwerg blieb). <\/p>\n<p>   Neben der US-Wirtschaft hat China gegenw&auml;rtig den gr&ouml;&szlig;ten Anteil an den Wachstumsraten des Weltmarktes. Beide verbindet jedoch auch eine tiefe gegenseitige &ouml;konomische Abh&auml;ngigkeit. Auf der einen Seite ist den US-Konzernen daran gelegen, den chinesischen Exportboom in die Schranken zu weisen, um sich gegen&uuml;ber ihrer erstarkten Konkurrenz zu behaupten. Aus diesem Grund spekulieren sie auf ein Ende der Dollar-Bindung des Renminbi, um &uuml;ber eine dann einsetzende Aufwertung der chinesischen W&auml;hrung eine Verteuerung der chinesischen Waren zu erreichen. Auf der anderen Seite &#65533;erkaufte&#65533; sich China den US-Absatzmarkt, indem es &#8211; ma&szlig;geblich durch den Ankauf von US-Staatsanleihen &#8211; den Dollar st&uuml;tzte. Eine Flucht chinesischer Banken aus dem Dollar w&uuml;rde nahezu unausweichlich eine Dollarkrise heraufbeschw&ouml;ren und das Ende des Aufschwungs der US-Wirtschaft bewirken &#8211; und damit die gesamte Weltwirtschaft in einen Abw&auml;rtsstrudel rei&szlig;en. <\/p>\n<p>   Ein Vergleich der Entwicklung Chinas und der Ereignisse, die zur S&uuml;dostasienkrise 1997\/98 f&uuml;hrten, zeigt wichtige Unterschiede, aber auch Parallelen auf. Auf der Suche nach profitablen Anlagem&ouml;glichkeiten wurde Ende der achtziger und verst&auml;rkt Anfang und Mitte der neunziger Jahre internationales Kapital in gro&szlig;en Mengen in den s&uuml;dostasiatischen Wirtschaftsraum gepumpt (in der zweiten H&auml;lfte der achtziger Jahre waren es noch f&uuml;nf Milliarden Dollar im Jahr, vor dem Einbruch Indonesiens, Thailands, Malaysias und der anderen Staaten schon das Zehnfache j&auml;hrlich). Das trug zum Aufbau riesiger &Uuml;berkapazit&auml;ten und zum Wachstum einer Spekulationsblase bei. So wie der chinesische Renminbi heute waren auch W&auml;hrungen in S&uuml;dostasien an den Dollar gekoppelt. Als sich der Dollar verglichen mit den niedrigen Werten am Beginn der neunziger Jahre im weiteren Verlauf verteuerte und den s&uuml;dostasiatischen Au&szlig;enhandel Absatzschwierigkeiten bescherte, f&uuml;hrte die damalige Abkoppelung zum Abzug ausl&auml;ndischen Kapitals, zum Platzen der Spekulationsblase, zu Finanz- und Bankenkrisen und zum Einbruch der einzelnen Wirtschaftsleistungen. W&auml;hrend es damals zu einer Abwertungsspirale s&uuml;dostasiatischer W&auml;hrungen kam, ist &#65533; wie oben ausgef&uuml;hrt &#65533; in China eine Aufwertung zu erwarten. Dazu kommt, dass ein Abzug ausl&auml;ndischen Kapitals aus China heute nicht so einfach ist. Dennoch drohen China &auml;hnlich wie den Staaten S&uuml;dostasiens in der zweiten H&auml;lfte der neunziger Jahre W&auml;hrungsturbulenzen, Spekulationskrisen und gewaltige &ouml;konomische Ersch&uuml;tterungen durch die aufgebauten &Uuml;berkapazit&auml;ten. Auch der chinesische Bankensektor ist v&ouml;llig marode; die Ratingagentur Standard &#038; Poor&#x91;s sch&auml;tzt 50 Prozent aller Kredite als &#65533;faule Kredite&#65533; ein. <br \/>   &Uuml;brigens haben sich die Finanzm&auml;rkte und Industrien im Osten Asiens bis heute nicht vollst&auml;ndig von der Krise vor acht Jahren erholt. Die Infrastruktur von 21 Staaten Ostasiens, inklusive Chinas, ist &#8211; als Folge der Privatisierungswelle &#8211; &uuml;ber einen langen Zeitraum enorm vernachl&auml;ssigt worden. In diesen 21 Staaten werden Infrastrukturma&szlig;nahmen von 200 Milliarden Dollar im Jahr f&uuml;r notwendig erachtet, um Stra&szlig;en, Telekommunikation, H&auml;fen, Kraftwerke und Eisenbahnen zu reparieren und auszubauen. Allerdings wurden in all diesen L&auml;ndern zusammen genommen im letzten Jahr nur 13 Milliarden Dollar get&auml;tigt. <\/p>\n<p>   Neben &Uuml;berkapazit&auml;ten, Krisenanzeichen auf den Finanzm&auml;rkten und dem Aufwertungsdruck des Renminbi schlittert China auch noch in eine dramatische Rentenkrise: &#65533;Die Sollbruchstelle des Systems liegt in der Versorgung der Alten. Das Reich der Mitte steuert mit hoher Geschwindigkeit auf eine Krise ungeahnten Ausma&szlig;es zu. Denn aufgrund der Einkindpolitik einerseits und des faktischen Endes der Staatsbetriebe mit ihrem Versorgungsmonopol andererseits haben immer mehr Chinesen keine Altersversorgung&#8220; (Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 11. Mai). <\/p>\n<p>   Die nationalistischen T&ouml;ne der Herrschenden in Japan und China sind die &#65533;Begleitmusik&#65533; zu ihrem Streben nach steigender Macht und st&auml;rkerem Einfluss im asiatischen Raum. Das geht nicht nur Hand in Hand mit Aufr&uuml;stungsprogrammen und neuen Anspr&uuml;chen auf politischer Ebene, sondern l&ouml;ste in den vergangenen Wochen bekanntlich auch davon beeinflusste Protestdemonstrationen gegen&uuml;ber dem jeweiligen Nachbarstaat aus &#8211; die allerdings gerade f&uuml;r die chinesischen Machthaber ein zweischneidiges Schwert sind, da sie zu wachsender Instabilit&auml;t und zu m&ouml;glichen Protesten gegen Unterdr&uuml;ckung und Ungerechtigkeit im eigenen Land f&uuml;hren k&ouml;nnten. <br \/>   Hinter den Spannungen zwischen den im asiatischen Raum konkurrierenden aufstrebenden Gro&szlig;m&auml;chten China und Japan stehen die zunehmenden zwischenimperialistischen Rivalit&auml;ten der USA und Teilen der Europ&auml;ischen Union (mit Deutschland und Frankreich an der Spitze). Der Vorsto&szlig; Schr&ouml;ders und Chiracs, das seit der Niederschlagung des Aufstands auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 offiziell geltende Waffenembargo in Frage zu stellen, ist ein konkreter Ausdruck der schwelenden Konflikte unter den f&uuml;hrenden imperialistischen M&auml;chten. <br \/>   Gleichzeitig macht der aktuelle Textilstreit zwischen China und der EU deutlich, dass auch &#65533;B&uuml;ndnispartner&#65533; im gegenseitigen Konkurrenzkampf zu einander stehen und sich auf dem Weltmarkt generell neue Handelskonflikte und Handelskriege anbahnen. <\/p>\n<p>   <b>Bremsspuren der Weltwirtschaft<\/b> <\/p>\n<p>   Der Aufschwung der Weltwirtschaft h&auml;ngt am seidenen Faden. De facto nur in den USA und in China waren in j&uuml;ngster Zeit st&auml;rkere Wachstumsraten zu verzeichnen. Japan erlebte zwischenzeitlich einen erneuten R&uuml;ckfall in die Rezession, die gr&ouml;&szlig;eren Wirtschaftsnationen der EU verharren in der Stagnation. <br \/>   Aber auch die Lokomotiven der Weltwirtschaft, die USA und China, k&ouml;nnten, wie oben ausgef&uuml;hrt, jederzeit entgleisen. Neben dem besorgniserregenden Aufbau von &Uuml;berkapazit&auml;ten in China vollzieht sich in den USA nicht nur eine bedrohliche Entwicklung auf den Finanzm&auml;rkten und in der Haushaltspolitik, sondern zeichnen sich auch Schw&auml;chetendenzen im industriellen Sektor ab. Dass der Dow Jones im Jahr 2004 nur noch um magere drei Prozent zulegte, w&auml;hrend er 2003 noch um kr&auml;ftige 25 Prozent anstieg, ist auf die gegen&uuml;ber den Erwartungen der Kapitalisten schw&auml;cher ausgefallenen Profitmargen zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Obgleich die j&uuml;ngsten Arbeitsmarktzahlen besser als angek&uuml;ndigt ausfielen, (wenngleich f&uuml;r die Arbeiterklasse nichts positives daran zu finden ist, dass immer mehr zwei oder sogar drei Billigjobs annehmen m&uuml;ssen, um &uuml;ber die Runden zu kommen), so verlor die Industrieproduktion in letzter Zeit weiter an Fahrt (die Indikatoren f&uuml;r die Industriekonjunktur weisen seit Monaten nach unten). <\/p>\n<p>   Der Niedergang des Kapitalismus seit der ersten Weltwirtschaftskrise Mitte der siebziger Jahre hat Probleme aufget&uuml;rmt, welche die herk&ouml;mmlichen Konjunkturzyklen au&szlig;er Kraft gesetzt erscheinen lassen &#8211; wobei der konjunkturelle Verlauf heute mehr denn je beeinflusst ist von der fortgesetzten neoliberalen Linie, der Superausbeutung der Klasse der Lohnabh&auml;ngigen und des ma&szlig;losen Schulden- und Spekulationskurses. <br \/>   Die b&uuml;rgerlichen Auguren des Euro-Raums k&ouml;nnen ein Lied davon singen. Nachdem die Wirtschaft der Euro-Staaten mehrere Jahre vor sich hind&uuml;mpelte, setzte im Sommer letzten Jahres eine Wachstumsverlangsamung ein. Bis heute hat sich die Euro-Wirtschaft nicht wieder gefangen. Im Gegenteil. Im ersten Quartal 2005 blieb das &#65533;Wachstum&#65533; mit 0,5 Prozent nur knapp im Plus; besonders alarmiert zeigte sich die Europ&auml;ische Zentralbank (EZB) von den Prozessen in Italien, wo die Wirtschaft mit minus 0,5 Prozent sogar schrumpfte. <br \/>   Die Kapazit&auml;tsauslastung in der Euro-Zone ist auf 80,9 Prozent abgesackt. Die Auftragseing&auml;nge lagen im Januar bei minus 6,9 Prozent, im Februar bei minus 2,3 Prozent. Die Investitionst&auml;tigkeit bleibt verhalten. Die Hypo-Vereinsbank spricht schon von &#65533;High-Noon im Euro-Raum&#65533;. Damit meinen sie, dass Unternehmen konjunkturelle Wendepunkte h&auml;ufig schneller erfassen als die VerbraucherInnen. Der Abschwung in der Produktion w&uuml;rde sich fortsetzen, eine Erholung der Binnennachfrage im zweiten Halbjahr ausschlie&szlig;en und auf diesem Weg in eine erneute Rezession m&uuml;nden (Monatlicher Konjunkturbericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 13. Mai). <br \/>   Die Bundesrepublik wird 2005 zum vierten Mal in Folge die Maastricht-Kriterien verfehlen. Gleiches gilt f&uuml;r andere Euro-Staaten. Das belastet die Euro-Zone kurz- und mittelfristig weiter, langfristig ist das ganze Fortbestehen grunds&auml;tzlich in Frage gestellt. Falls sich bei dem Referendum zur EU-Verfassung in Frankreich am 29. Mai mehr als die H&auml;lfte dagegen aussprechen sollten, drohen zus&auml;tzliche politische Verwerfungen. <br \/>   Eine einheitliche W&auml;hrung erfordert eine einheitliche Geld- und Zinspolitik. Da der Konjunkturverlauf der verschiedenen Euro-Staaten jedoch unterschiedlich bleibt und &ouml;konomische Ungleichgewichte und Probleme in den einzelnen L&auml;ndern der Euro-Zone jeweils anders gelagert sind, nehmen die divergierenden Entwicklungen in rasantem Tempo zu. In dem Ma&szlig;, in dem Verschuldung, Inflation und Absatzschwierigkeiten anwachsen, kommt es im Euro-Raum zu einer immer gr&ouml;&szlig;eren Zerrei&szlig;probe. <\/p>\n<p>   &#65533;<b>&Ouml;lpreisschock&#65533;<\/b> <\/p>\n<p>   Die konjunkturelle Erholung der Weltwirtschaft seit der internationalen Rezession am Beginn dieses Jahrzehntes bleibt schwach, ungleichm&auml;&szlig;ig und extrem fragil. Schon in den n&auml;chsten sechs bis zw&ouml;lf Monaten k&ouml;nnte eine beschleunigte Dollar-Talfahrt oder eine W&auml;hrungs- und Exportkrise Chinas eine tiefe Weltwirtschaftskrise lostreten. Der instabile Weltmarkt ist dar&uuml;ber hinaus aber noch mehr Belastungen ausgesetzt: Spekulationen und &#65533;&Ouml;lpreisschock&#65533; (so EZB-Chef Trichet) bedeuten weitere reale Gefahren f&uuml;r die kapitalistische Wirtschaft. <\/p>\n<p>   Die &Ouml;lpreise haben sich in den vergangenen f&uuml;nf Jahren auf &uuml;ber 50 Dollar pro Barrel verdoppelt. F&uuml;r einen Barrel &Ouml;l muss man inzwischen 70 Prozent mehr aufbringen als vor 24 Monaten. Auf den Weltfinanzm&auml;rkten geht man davon aus, dass ein dauerhafter Anstieg des &Ouml;lpreises um zehn Dollar pro Barrel das weltweite Wachstum um 0,5 Prozent schm&auml;lert, da entsprechend h&ouml;here Produktionskosten entsprechend kleinere Renditen bedeuten. <br \/>   Mit den galoppierenden &Ouml;lpreisen (eine Folge von politischer Instabilit&auml;t, Spekulationst&auml;tigkeit, wachsender Nachfrage, in erster Linie Chinas, und mangelnden Investitionen in Reparaturen und Erneuerungen der &Ouml;lanlagen und Pipelines) geht auch ein &#8211; aus den siebziger Jahren bekanntes &#8211; Gespenst um: das Gespenst der Stagflation. Durch die finanziellen Mehrbelastungen der Unternehmen aufgrund der steigenden &Ouml;l- und anderer Rohstoffpreise nimmt die Gefahr einer Stagnation zu, gleichzeitig wirkt die &Ouml;lpreisentwicklung generell preistreibend und gibt der Inflation Nahrung (dadurch bedingte Zinserh&ouml;hungen verschlechtern das eingetr&uuml;bte Investitionsklima weiter). <br \/>   Richtig ist, dass die weltweite Abh&auml;ngigkeit vom &#65533;schwarzen Gold&#65533; seit der Krise vor drei&szlig;ig Jahren geringer geworden ist. Richtig ist auch, dass der &Ouml;lpreisanstieg schw&auml;cher ausf&auml;llt als damals (seinerzeit verdreifachten und vervierfachten sich die Preise). Dennoch gilt ebenfalls: Die Weltwirtschaft ist heute viel st&auml;rker angeschlagen als in den siebziger Jahren. Damit ist sie erheblich anf&auml;lliger geworden, so dass kleinere Ersch&uuml;tterungen als in der Vergangenheit &auml;hnliche Folgen haben k&ouml;nnen. <\/p>\n<p>   <b>Spekulationsfieber<\/b> <\/p>\n<p>   Gerade in den letzten zwei, drei Jahren hat der Trend zur Spekulation massiv zugenommen. Das ist Ausdruck der Krise in der realen Wirtschaft: Aus Mangel an vielversprechenden Aussichten in der Produktion werden immer gr&ouml;&szlig;ere Mengen Kapital in den Finanzsektor gesteckt. Da die Preise aufgrund der geschaffenen &Uuml;berkapazit&auml;ten im produktiven Bereich tendenziell fallen und der Raubzug des Neoliberalismus die kaufkr&auml;ftige Massennachfrage beschneidet, sehen viele Kapitalbesitzer Investitionen in der Warenproduktion als nicht lohnend an und suchen ihr Gl&uuml;ck im globalen Casino-Kapitalismus. <\/p>\n<p>   In den vergangenen vier Jahren sind die Anlagen der sogenannten Hedge-Fonds mit ihren unregulierten Investmentvehikeln f&uuml;r reiche Privatanleger und Institutionen von circa 400 Milliarden Dollar auf mehr als eine Billion Dollar angewachsen. Innerhalb von f&uuml;nf Jahren hat sich die Anzahl der Hedge-Fonds international verdoppelt. Sie sind in j&uuml;ngster Zeit von besonderer Bedeutung f&uuml;r die Spekulationst&auml;tigkeit geworden. <br \/>   Erst k&uuml;rzlich haben solche Hedge-Fonds in Deutschland f&uuml;r Schlagzeilen gesorgt. Nachdem sich Werner Seifert, Chef der Deutschen B&ouml;rse, und Aufsichtsratsvorsitzender Rolf Breuer mit der avisierten &Uuml;bernahme der B&ouml;rse Londons verhoben haben, erzwang ausgerechnet ein angels&auml;chsischer Hedge-Fonds, The Children&#x91;s Investment Fund (TCI), den Abgang Seiferts und den R&uuml;cktritt Breuers zum Jahresende (f&uuml;nf Jahre, nach der feindlichen &Uuml;bernahme der deutschen Industrie-Ikone Mannesmann durch den britischen Mobilfunkbetreiber Vodafone). Der Hedge-Fonds TCI mit Sitz auf den Cayman-Inseln waltet &uuml;ber ein Verm&ouml;gen von 3,3 Milliarden Euro; der Name erkl&auml;rt sich durch angebliche Spenden an Kinder der unterentwickelten L&auml;nder &#8211; abh&auml;ngig von einer bestimmten Rendite. &#65533;Es ist das erste Mal, dass Hedge-Fonds &#8211; Geldanlagegesellschaften, die sich mit kurzfristigem Gewinnhorizont in Firmen einkaufen &#8211; in Deutschland die radikale &Auml;nderung der Firmenstrategie erzwingen, und im offenen Showdown den Abgang von zwei Topmanagern durchsetzen&#65533; (Der Tagesspiegel vom 10. M&auml;rz). <br \/>   Ein paar Hedge-Fonds sollen mittlerweile vierzig Prozent der Aktien des Finanzplatzes Frankfurt kontrollieren. Hedge-Fonds haben nun mehr Einfluss auf die Deutsche B&ouml;rse als die deutschen Gro&szlig;banken, Sparkassen und Investmenth&auml;user. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es zur Zerschlagung der Deutschen B&ouml;rse kommt. Schlie&szlig;lich steckt hinter dem Konflikt ein Wettstreit unter den f&uuml;hrenden B&ouml;rsenpl&auml;tzen Europas um die Vorherrschaft. &#65533;Es ist mehr als Ironie der Geschichte, dass mit dem B&ouml;rsenchef Seifert und seinem obersten Aufseher Breuer ausgerechnet diejenigen an den Regeln des Marktes gescheitert sind, die inbr&uuml;nstiger als andere in Deutschland dem angels&auml;chsischen B&ouml;rsenkapitalismus gehuldigt haben. Die beiden Zauberlehrlinge der B&ouml;rse wurden Opfer jener Geister, die sie selbst gerufen haben&#65533; (Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 11. Mai). <\/p>\n<p>   Nur f&uuml;nf Prozent der weltweit investierten Verm&ouml;gen sind in H&auml;nden von Hedge-Fonds. Trotzdem k&ouml;nnen die Folgen gewaltig sein: 1992 flog das Europ&auml;ische W&auml;hrungssystem auseinander, 1997 st&uuml;rzte die s&uuml;dostasiatische Wirtschaft ab &#8211; in beiden F&auml;llen hatte der Spekulant George Soros seine Finger im Spiel. 1998 stand der US-amerikanische Hedge-Fonds Long-Term Capital Investment vor dem Aus und machte eine konzertierte Aktion von Kapitalisten international erforderlich, um einen Schock f&uuml;r das globale Finanzsystem zu vereiteln. <br \/>   &#65533;An der Wall Street w&auml;chst die Furcht vor Schieflagen in der starkgewachsenen Hedge-Fonds-Branche&#65533;, schrebt die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 12. Mai. &#65533;Hedge-Fonds unterliegen bei ihren Anlagen keinen Beschr&auml;nkungen und k&ouml;nnen im Gegensatz zu regul&auml;ren Investmentfonds mit geliehenem Geld versuchen, ihre Rendite zu maximieren. Das f&uuml;hrt zu erh&ouml;htem Risiko und k&ouml;nnte die bef&uuml;rchteten Schockwellen durch die Finanzm&auml;rkte senden. Der amerikanische Notenbankchef Alan Greenspan hatte erst k&uuml;rzlich gefordert, st&auml;rker auf den Verschuldungsgrad der Hedge-Fonds zu achten.&#65533; <\/p>\n<p>   Sch&auml;tzungsweise 20 Prozent des j&uuml;ngsten &Ouml;lpreisanstiegs sind auf die weit verbreiteten Spekulationsaktivit&auml;ten zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Zudem kam es in den letzten sechs Monaten zu einem dramatischen Anstieg an Fusionen &#8211; ebenfalls eine Folge spekulativen Engagements. Dar&uuml;ber hinaus wirkt das Spekulationsfieber seit geraumer Zeit auf den Immobilienm&auml;rkten. <br \/>   Nicht nur in den USA und in Gro&szlig;britannien schnellten die Immobilienpreise in die H&ouml;he, auch im Euro-Raum setzten &auml;hnliche Entwicklungen ein: In Spanien explodierten die Preise und f&uuml;hrten zu einem Anstieg um 75 Prozent in den letzten vier Jahren, in Frankreich im gleichen Zeitabschnitt um mehr als 50 Prozent. Japan hat vor fast 15 Jahren aufgezeigt, wie der Verfall von v&ouml;llig abgehobenen Immobilienpreisen eine gesamte Volkswirtschaft in die Krise ziehen kann, von der sich die zweitgr&ouml;&szlig;te Wirtschaftskraft auf diesem Planeten bis heute nicht erholt hat. <br \/>   Ein j&uuml;ngerer, &auml;u&szlig;erst gef&auml;hrlicher Trend sind die wachsenden Verflechtungen der M&auml;rkte f&uuml;r Verm&ouml;genswerte, ob Immobilien, Aktien oder Anleihen, mit der privaten Altersvorsorge. Die forcierte Liberalisierung des Kapitalverkehrs leistet brisanten Preisschwankungen Vorschub und kann in der Folge einigen Kollateralschaden in der Weltwirtschaft verursachen. <\/p>\n<p>   <b>Autobranche ins Schlittern geraten<\/b> <\/p>\n<p>   Vor dem Hintergrund der aktuellen Krisentendenzen in Deutschland und international muss der Automobilbranche besonderes Augenmerk gelten. Weltweit geh&ouml;ren 16 der 25 gr&ouml;&szlig;ten Konzerne zum &Ouml;l- und Autosektor. In der Autoindustrie ist der Grad der Zentralisation &uuml;berdurschnittlich weit fortgeschritten: 12 Unternehmen dominieren 90 Prozent des Weltmarktes. <br \/>   In Deutschland ist die Autobranche nach dem Maschinenbau und der Elekroindustrie die drittgr&ouml;&szlig;te Industriebranche mit 700.000 Besch&auml;ftigten. Die Kapazit&auml;tsauslastung betr&auml;gt nur 75 Prozent. <br \/>   Die kommende Krise wird auch gro&szlig;e Autobauer treffen und zur &Uuml;berlebenskrise von Riesen der Branche werden &#8211; mit dramatischen Folgen f&uuml;r die Arbeiterklasse. Selbst m&auml;chtige Konzerne wie General Motors (GM) und Ford, aber sogar DaimlerChrysler drohen Ersch&uuml;tterungen. Rover hat erst vor wenigen Wochen Konkurs angemeldet, Fiat ist enorm angeschlagen. <\/p>\n<p>   Anfang des Monats hat die Ratingagentur Standard &#038; Poor&#x91;s die Bonit&auml;t, sprich die Kreditw&uuml;rdigkeit, von General Motors und Ford herabgestuft. An den B&ouml;rsen kursierten schon Pleiteger&uuml;chte. Auch wenn das erstmal Ger&uuml;chte bleiben m&ouml;gen, werden die Anleihen der beiden gro&szlig;en Autokonzerne bereits als Junk-Anleihen, also als Ramsch gehandelt. Basis dieser bedrohlichen Entwicklung sind die neuen Gewinnprogrnosen, die in beiden F&auml;llen drastisch gesenkt, im Fall von General Motors gegen&uuml;ber den bisherigen Prophezeihungen gar halbiert wurden. <br \/>   Nachdem sich General Motors\/Opel in Europa gerade &#65533;gesundgesto&szlig;en&#65533; hat, mit fatalen Folgen f&uuml;r die Lohnabh&auml;ngigen, allen voran in der Bundesrepublik, stehen Massenentlassungen in den USA erst noch bevor. Auf dem US-Markt belaufen sich die &Uuml;berkapazit&auml;ten von GM auf 20 Prozent. General Motors kann heute eine Million Wagen mehr produzieren, als das Unternehmen derzeit abzusetzen vermag. In der Marktwirtschaft f&uuml;hrt dies unweigerlich zur Vernichtung von Kapital: Konkret wird davon ausgegangen, dass GM f&uuml;nf Fabriken schlie&szlig;en und 20.000 Belegschaftsangeh&ouml;rige feuern k&ouml;nnte. <br \/>   Die j&uuml;ngsten Ger&uuml;chte um eine sich anbahnende Insolvenz bei General Motors k&ouml;nnten aber auch gezielt gestreut worden sein, damit sich die Aufsichtsratsmitglieder um die Kosten von Betriebsrenten und Krankenversicherungen herummogeln k&ouml;nnen. Bei zwei anderen Konzernen &#8211; in der Luftfahrtindustrie, US-Airways und United Airlines &#8211; haben Taschenspielertricks zu Insolvenz, Umbildung der Unternehmen und &#65533;Entlastungen&#65533; der Kapitaleigner von jeglichen Verpflichtungen bei den Sozialversicherungen gef&uuml;hrt. <\/p>\n<p>   General Motors wirft ein grelles Licht auf die Folgen und Auswirkungen des real existierenden Kapitalismus am Beginn des neuen Jahrhunderts. Dieses kranke, kaputte System, das sich trotz atemberaubender neuer Technologien und modernstem wissenschaftlichen Know-how als unf&auml;hig erweist die Produktivkr&auml;fte weiterzuentwickeln, wird in den vor uns liegenden Jahren nicht nur kleine Unternehmen, sondern gro&szlig;e Belegschaften in Existenzkrisen st&uuml;rzen. <br \/>   Die Streiks bei DaimlerChrysler und Opel im letzten Jahr waren Vorboten k&uuml;nftiger Abwehrk&auml;mpfe, in denen antikapitalistische und sozialistische Schlussfolgerungen gezogen werden m&uuml;ssen und in denen sich eine neue Schicht klassenk&auml;mpferischer AktivistInnen herausbilden wird. Die anhaltende Offensive des Kapitals, der Wettbewerbsdruck und die j&uuml;ngsten Krisensignale in der Weltwirtschaft und in der Bundesrepublik lassen darauf schlie&szlig;en, dass diese Ereignisse nicht in ferner Zukunft, sondern schon in den n&auml;chsten sechs bis zw&ouml;lf Monaten ihren Anfang nehmen k&ouml;nnen. <\/p>\n<p>   <i>Aron Amm. 14. Mai, Berlin<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur aktuellen &ouml;konomischen Situation in Deutschland und weltweit<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[127],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11272"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11272"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11272\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11272"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11272"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11272"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}