{"id":11256,"date":"2005-05-04T10:34:41","date_gmt":"2005-05-04T10:34:41","guid":{"rendered":".\/?p=11256"},"modified":"2005-05-04T10:34:41","modified_gmt":"2005-05-04T10:34:41","slug":"11256","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/05\/11256\/","title":{"rendered":"Der gro&szlig;e Bekannte"},"content":{"rendered":"<p>Nach der Landtagswahl Nordrhein-Westfalen werden die Karten um eine Wahlalternative neu gemischt &#x96; ist Lafontaine der Joker?<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nDie Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen (NRW) am 22. Mai wird nochmals best&auml;tigen: Rot-Gr&uuml;n hat abgewirtschaftet. Eine Alternative zum Einheitsbrei der etablierten Parteien ist dringend n&ouml;tig. Die WASG (Wahlalternative &#x96; Arbeit und soziale Gerechtigkeit) beginnt, in diese L&uuml;cke vorzudringen &#x96; ist aber noch relativ unbekannt in gr&ouml;&szlig;eren Schichten von Besch&auml;ftigten, Erwerbslosen, Jugendlichen und RentnerInnen. <br \/>  Die Debatte um den Befreiungsschlag der Linken &#x96; der sie am besten mit f&uuml;nf Prozent in den Bundestag katapultieren soll &#x96; ist er&ouml;ffnet: Hilft eine Zusammenarbeit von WASG und PDS? Aber vor allem: Was macht Oskar Lafontaine? Denn seine Bekanntheit und Autorit&auml;t kann aus einer kleinen und unbekannten WASG recht schnell einen bundesweit bekannten Anziehungspol schaffen. Er steht aber auch f&uuml;r eine politische Begrenzung der Politik auf Krisenmanagement im Kapitalismus. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Kommt Lafontaine &#8230; <\/span><br style=\"font-weight: bold;\"> <br \/>  Oskar Lafontaines Einsatz f&uuml;r die WASG kann enorme Auswirkungen zeigen: Er ist bundesweit wie kein Zweiter als prominenter &#x84;Linker&#x93; bekannt. Er wird als der Widersacher Schr&ouml;ders gesehen. Trotz des damaligen Gef&uuml;hls, &#x91;Oskar hat uns im Stich gelassen&#x91;: Sein Abgang aus dem Finanzministerium stattet ihn heute mit dem Pr&auml;dikat aus, er besitze gegen&uuml;ber der ganzen Politikerriege zumindest R&uuml;ckgrat und lasse nicht alles mit sich machen. <br \/>  Lafontaine ist Teil des Establishment &#x96; und macht den Eindruck, doch irgendwie grundlegend dagegen zu sein. Als er am 30. August 04 als Redner bei der Leipziger Montagsdemo die Gegens&auml;tze von oben und unten benannte, als er die Ungerechtigkeiten von Hartz und Co beschrieb, so war das inhaltlich nichts besonderes. Die Zustimmung zu seiner Rede der Zehntausenden auf dem Platz erntete er dadurch, dass endlich mal einer mit Rang und Namen die Tatsachen aussprach. <br \/>  Das versetzt Lafontaine wie keinen anderen in Deutschland in die Lage, mit seinem &Uuml;bertritt mehr als die H&auml;uflein Halb-Linker aus der SPD anzusprechen. Er kann einen Bezugspunkt f&uuml;r all diejenigen schaffen, die 1998 mit der Hoffnung auf einen Politikwechsel Kohl abgew&auml;hlt haben. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Aber kommt er denn? <\/span><\/p>\n<p>  Lafontaine bereitet seinen Abgang aus der SPD intensiv vor. Zusammen mit WASGlern und SPD-&#x84;Linken&#x93; betreibt er die &#x84;Saarbr&uuml;cker Erkl&auml;rung&#x93; gegen Hartz. Er k&uuml;ndigt an, die SPD zu verlassen, sollte der Kurs der Agenda 2010 nach der Wahl in NRW nicht grundlegend ge&auml;ndert werden &#x96; was ungef&auml;hr so wahrscheinlich ist, wie M&uuml;nteferings Anti-Kapitalismus ehrlich gemeint war. <br \/>  Die meisten (Spiegel-Umfrage: 57 Prozent) hielten die Kapitalismus-Schelte des SPD-Vorsitzenden M&uuml;ntefering ohnehin f&uuml;r reines Wahlkampftheater. Dass diese Kritik des Kapitals, das wie &#x84;Heuschreckenschw&auml;rme&#x93; &uuml;ber ganze Landstriche herfalle, aber in den Debatten geblieben ist, zeigt erneut, wie tief die Entfremdung von diesem System geht. Doch einige markige Spr&uuml;che werden nicht ausreichen, diese Stimmung aufzugreifen und die SPD wiederzubeleben &#x96; und einem Kurswechsel erteilte M&uuml;ntefering sofort eine Absage. Agenda 2010 und Co, die Umverteilung von unten nach oben &#x96; dem bleibt die SPD treu. <br \/>  Und so gilt: <span style=\"font-style: italic;\">&#x84;Wenn die SPD auf Schr&ouml;der-Kurs bleibt und die &#x91;Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit&#x91; bei den n&auml;chsten Wahlen antritt, dann werden sich Sozialdemokraten und Gewerkschaftsmitglieder entscheiden m&uuml;ssen, ob sie ihrer Organisation oder ihrer &Uuml;berzeugung treu bleiben wollen&#x93;<\/span>, so Lafontaine in seinem neuen Buch (&#x84;Politik f&uuml;r alle&#x93;, S. 166 f.). <br \/>  Offen ist, ob und wann Lafontaine der WASG beitritt, ob er nur ihr Wahlfrontmann sein will oder ob er auf die Bildung einer neuen Linkspartei &#x96; eventuell mit Teilen der PDS &#x96; dr&auml;ngen wird. Aber das Wahrscheinlichste ist, dass es in welcher Form auch immer vor den n&auml;chsten Bundestagswahlen eine Linkspartei mit ihm an der Spitze gibt. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">&#8230; dann &auml;ndert sich die politische Landschaft <\/span><\/p>\n<p>  Lafontaines Zuwendung wird widerspr&uuml;chlich auf die WASG wirken, aber einen Wendepunkt markieren. <br \/>  Eine enorme Dynamik wird damit einsetzen und Mitgliedszahlen und Wahlunterst&uuml;tzung nach oben schnellen lassen. Geschieht dies jetzt &#x96; zu einem Zeitpunkt relativer Ebbe in den sozialen und betrieblichen K&auml;mpfen &#x96; so kann das zun&auml;chst vor allem die gem&auml;&szlig;igteren Kr&auml;fte in der WASG st&auml;rken. Die keynesianische F&uuml;hrung w&uuml;rde schlagartig viel fester im Stattel sitzen. Die M&ouml;glichkeiten, mit der Autorit&auml;t Lafontaines, nicht auf K&auml;mpfe zu orientieren sondern auf Parlamente, w&uuml;rde f&uuml;r die Kr&auml;fte um Klaus Ernst leichter. <br \/>  Zunehmende Auseinandersetzungen, beim Widerstand gegen Entlassungen und Arbeitplatzvernichtung wie in Bochum bei Opel oder einer Bewegung gegen allgemeine Angriffe wie bei den Montagsdemos, werden mehr Menschen aktivieren. Sie k&ouml;nnen, durch Lafontaine verst&auml;rkt, auf die WASG schauen, von ihr Antworten erwarten und in ihr aktiv werden. <br \/>  Das fordert die gem&auml;&szlig;igteren Kr&auml;fte in der WASG auf der ideologischen Ebene noch nicht automatisch heraus: Die Flaute in sozialen und betrieblichen K&auml;mpfen der letzten Jahre f&uuml;hrte zu Unerfahrenheit in den Auseinandersetzungen mit den Banken, Konzernen und ihren Regierungen. Die Schw&auml;che sozialistischer Organisationen und Parteien nach dem Zusammenbruch der stalinistischen Staaten in Osteuropa 89\/90 und der Anpassungskurs der Gewerkschaftsf&uuml;hrungen, die Privatisierungen und Lohnraub auch ideologisch verteidigen, f&uuml;hren zu viel Unklarheit. Das Bewusstsein &uuml;ber eine Alternative zu Kaptialismus und Profitlogik ist zum Teil verloren gegangen. <br \/>  Doch entscheidend ist dann, dass diese sich neu engagierenden Menschen ihre Interessen verteidigen wollen. In den konkreten Auseinandersetzungen und K&auml;mpfen kann sich schnell eine Dynamik und Bewusstseinsentwicklung entfalten. Lafontaine und Co werden sicherlich zu einiger Verbalradikalit&auml;t getrieben werden. Doch die realen Erfahrungen werden AktivistInnen weiter bringen. <br \/>  Ausgangspunkt der Entwicklung ist trotzdem nicht, dass heute keynesianische Ideen in der Masse der Bev&ouml;lkerung verbreitet sind. Es herrscht vor allem Wut, Zorn &#x96; gepaart mit Ratlosigkeit, Alternativlosigkeit und Verwirrung. Die Ideen der keynesianischen Anh&auml;nger, von Lafontaine bis Troost (Sprecher der Memorandum-Gruppe und Mitglied im gesch&auml;ftsf&uuml;hrenden WASG-Bundesvorstand), klingen einfacher und schneller zu erreichen. F&uuml;r die Masse der Arbeiterklasse wird der Weg zu anti-kapitalistischen Schlussfolgerungen &uuml;ber den Weg verallgemeinerter Klassenk&auml;mpfe gehen &#x96; wo diese Ideen getestet werden. Lafontaine musste bereits als Finanzminister seine Ratlosigkeit durch seine Kapitualation belegen. Es kommt darauf an, bei diesen Erfahrungen eine sozialistische Alternative einzubringen. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Verlorener Schwung in der WASG <\/span><br style=\"font-weight: bold;\"> <br \/>  Hintergrund der Debatte ist aber auch der aktuelle Zustand der WASG. Die Wahlalternative tritt fl&auml;chendeckend zu den Landtagswahlen in NRW an. Sie ist allerdings noch relativ unbekannt. Sie hat es bislang vers&auml;umt, grundlegende, klare Alternativen zur Politik f&uuml;r Banken und Konzerne in den Mittelpunkt ihrer Arbeit zu stellen. Der Schwung, den die Anti-Hartz-Bewegung auch in die Wahlalternative brachte, ging zur&uuml;ck. Der niedrige Stand sozialer Auseinandersetzungen f&uuml;hrt zu Leblosigkeit im Aufbau der neuen Formation. Teile des Bundesvorstands der WASG stecken viel Energie seit Jahresanfang in Ausgrenzungen von linken KritikerInnen, vor allem der SAV. <br \/>  Die Debatten um das Programm offenbaren in NRW ihre praktische Bedeutung: Die SAV hat immer daf&uuml;r argumentiert, einen anti-kapitalistischen Bezug, eine sozialistische Ausrichtung ins Programm aufzunehmen. Nicht, weil &#x84;Sozialismus&#x93; allein die W&auml;hler-Stimmen zieht. (Meinungsumfragen zeigen aber auch, dass &#x84;Sozialismus&#x93; an sich nicht abschreckend wirkt, sondern eine Mehrheit zustimmt, dass &#x84;Sozialismus eine gute Idee&#x93; sei, die schlecht in die Praxis umgesetzt wurde.) <br \/>  Sondern weil es gerade in der Auseinandersetzung mit den KollegInnen im Betrieb und auf der Stra&szlig;e darum gehen muss, deutlich zu machen: Die WASG steht f&uuml;r einen radikal anderen Kurs. <br \/>  Zum Beispiel muss die WASG deutlich machen: Wir stehen f&uuml;r den Kampf um jeden Arbeitsplatz und jeden Betrieb. Wenn die Interessen der Milliard&auml;re zu Arbeitsplatzvernichtung, Verarmung und Verschwendung von enormen Produktionsm&ouml;glichkeiten f&uuml;hrt, dann machen wir nicht halt bei den von ihnen diktierten Sachzw&auml;ngen der Profitlogik. Uns geht es dann darum, die arbeitende Bev&ouml;lkerung zu mobilisieren und den Kampf aufzunehmen zum Erhalt der Arbeitspl&auml;tze, zur Fortf&uuml;hrung der Produktion gem&auml;&szlig; den Bed&uuml;rfnissen der Menschen und der Umwelt. Wenn sich der Kapitalismus Arbeitspl&auml;tze und die Sicherung menschlicher Bed&uuml;rfnisse nicht leisten kann, dann k&ouml;nnen wir uns den Kapitalismus nicht leisten; dann setzen wir uns f&uuml;r die &Uuml;berf&uuml;hrung der Konzerne und Branchen mit Massenentlassungen in &ouml;ffentliches Eigentum bei demokratischer Kontrolle und Verwaltung ein. <br \/>  Die Selbstbegrenzung auf ein besseres Management im Rahmen des Kapitalismus scheint sich direkt in einer Selbstbegrenzung zum Beispiel bei den Aussagen auf den Plakaten niedergeschlagen zu haben! Wie alle Parteien wird gegen den Skandal der f&uuml;nf Millionen (offiziell) Arbeitslosen plakatiert &#x96; doch ohne jede Aussage der WASG, was dagegen zu tun ist. Stattdessen steckt Rot-Gr&uuml;n auf dem Plakat den Kopf in den Sand. Die Realit&auml;t sieht anders aus: Rot-Gr&uuml;n greift gerade die Arbeitslosen an, sorgt f&uuml;r Arbeitszeitverl&auml;ngerung = Arbeitsplatzvernichtung im &ouml;ffentlichen Dienst und belohnt die Jobvernichter mit Unternehmenssteuersenkungen und Steuerreformen zu Gunsten der Reichen. Die WASG muss das endlich frontal auf- und angreifen und den Kampf um massive Arbeitszeitverk&uuml;rzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich in den Mittelpunkt stellen. <br \/>  Der Wahlkampf wurde aber auch bundesweit schlecht vorbereitet und in NRW selbst dauerte es lange, bis Flugbl&auml;tter da waren. Trotzdem haben hunderte AktivistInnen der WASG die Unterschriften gesammelt, stehen auf der Stra&szlig;e und machen die WASG bekannt und argumentieren f&uuml;r eine Alternative zum neoliberalen Einheitsangebot der etablierten Parteien. Vor allem dort kommt die WASG zur Zeit weiter: Sie entwickelt vor Ort Kampagnef&auml;higkeit, sie gewinnt neue AktivistInnen und Mitglieder. <br \/>  Doch der ausschlie&szlig;liche Blick auf Parlamentssitze und nicht auf den Aufbau einer lebendigen Partei, als Kraft auf der Stra&szlig;e und in Betrieben sowie zur Unterst&uuml;tzung in Paralamenten, bereitet einigen f&uuml;hrenden Personen Kopfzerbrechen. Schon wird spekuliert &uuml;ber m&ouml;gliche Absprachen und B&uuml;ndnisse, um rechnerisch die F&uuml;nf-Prozent-H&uuml;rde zu knacken &#x96; statt die Partei so voran zu bringen, dass sie den Kampf auf allen Ebenen erfolgreich aufnehmen kann. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\"> &#x84;Gewerkschaftspartei&#x93;? <\/span><\/p>\n<p>  Als Hindernis in der Anwerbung von Leuten wie Ottmar Schreiner, Rudolf Dre&szlig;ler (ehemaliger prominenter SPD-Sozialpolitiker) oder ihm selbst, macht Ex-IG-Metall-Chef Franz Steink&uuml;hler (taz, 15. April) die &#x84;Boden&uuml;bung&#x93; der Selbstfindung der WASG aus: <span style=\"font-style: italic;\">&#x84;Mein Gott, da sind doch alle m&ouml;glichen Leute drin.&#x93;<\/span> Die taz weiter:<span style=\"font-style: italic;\"> &#x84;Damit meint Steink&uuml;hler die Sozialistische Alternative SAV und den &#x91;Linksruck&#x91;, die bei der WASG mitmachen und nach Meinung der Gewerkschafter sowohl das Binnenklima als auch die Anwerbung von Prominenten ruinieren. WASG-Vorst&auml;ndler Joachim Bischoff gibt zu, dass Gewerkschafter es nicht gut leiden k&ouml;nnen, st&auml;ndig &#x91;als Arbeiterverr&auml;ter bezeichnet zu werden&#x91;.&#x93;<\/span> <br \/>  Auf den Sozialismustagen der SAV Ende M&auml;rz argumentierte Joachim Bischoff noch etwas anders. Er griff die DiskussionsteilnehmerInnen der SAV daf&uuml;r an, eine &#x84;Gewerkschaftspartei&#x93; zu wollen. Wie passt die Kritik zusammen? <br \/>  Mit Klaus Ernst, Thomas H&auml;ndel (beide regionale IG-Metall-Bevollm&auml;chtigte), Ralf Kr&auml;mer (ver.di-Hauptamtlicher der Bundesverwaltung) und anderen machten eine Anzahl von Gewerkschaftsfunktion&auml;ren ihren Bruch mit der SPD &ouml;ffentlich und riefen zum Aufbau einer Alternative auf. Das ist der Kern der Autorit&auml;t der WASG und ihrer F&auml;higkeit, bundesweit Tausende zusammenzubringen. Das markiert einen Bruch auch mit den Spitzen der DGB-Gewerkschaften, die nach wie vor auf Rot-Gr&uuml;n orientieren. <br \/>  Doch Ernst, H&auml;ndel und Co sind nicht bereit, sich dar&uuml;berhinaus mit den Gewerkschaftsspitzen anzulegen. Bei den Auseinandersetzungen zum Beispiel um Opel Bochum wollen sie sich lieber nicht positionieren: Allgemein wurde auch von ihnen Solidarit&auml;t ausgedr&uuml;ckt. Doch konkret stellte sich die Frage: Unterst&uuml;tzt man die gegen den Willen der IG-Metall-F&uuml;hrung streikenden KollegInnen? Oder unterst&uuml;tzt man den BR-Vorsitzenden Einenkel (damals noch stellvertretender BR-Vorsitzender) in seinem Bem&uuml;hen, den Arbeitsplatzabbau zu gestalten und den Streik zu beenden? Wen will man jetzt prominent in der WASG? Die K&auml;mpfenden oder diejenigen, die bei der Abstimmung &uuml;ber das Streikende tricksten, um Ruhe zu bekommen? <br \/>  Die SAV wehrt sich gegen eine &#x84;Gewerkschaftspartei&#x93;, im Sinne einer Unterordnung der WASG unter die Gewerkschaftsspitzen. Sie setzt sich aber daf&uuml;r ein, eine politische Interessensvertretung f&uuml;r Besch&auml;ftigte, Erwerbslose und ihre Familien aufzubauen, die sich weder bei Angriffen auf die Gewerkschaften noch beim Kampf um Arbeitspl&auml;tze neutral verhalten kann. <br \/>  Damit wird man sich mit Leuten, die Streikenden in den R&uuml;cken fallen, anlegen. Damit wird man Leute, die den Ausverkauf des Fl&auml;chentarifvertrags mitorganisieren und als Erfolg feiern &#x96; wie beim Abschluss des TV&ouml;D durch die ver.di-Oberen &#x96; kritisieren. Aber damit kann man die Unzufriedenheit der Masse der ArbeitnehmerInnen aufgreifen und ihnen offensiv eine grundlegene Alternative anbieten. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Rot-gr&uuml;ne Krise <\/span><\/p>\n<p>  Klar ist: Auch in NRW wird Rot-Gr&uuml;n abgestraft f&uuml;r die Politik f&uuml;r Banken und Konzerne. Der Test f&uuml;r die Bundestagswahl wird nochmals deutlich machen, wie tief die Entfremdung von ArbeitnehmerInnen gegen&uuml;ber der SPD geworden ist. Steigende Arbeitslosigkeit, Attacke gegen Arbeitslose und Arme (&#x84;Hartz IV&#x93;), gegen Kranken und Gesunde (&#x84;Gesundheitsreform&#x93;, Zehn-Euro-Eintritt beim Arzt, steigende Kosten f&uuml;r alle ArbeitnehmerInnen f&uuml;r Krankengeld und Zahnersatz), Kriegseins&auml;tze in aller Welt (&#x84;Verteidigung am Hindukusch&#x93;), Geschenke an Reiche (Senkung des Spitzensteuersatzes) und Unternehmer (Unternehmenssteuer-Senkungen) &#x96; diese Politik bezieht ihre &Uuml;berlebensstrategie ausschlie&szlig;lich daraus, dass es keine Alternative (oder nur noch &#x84;gr&ouml;&szlig;ere &Uuml;bel&#x93;) dazu gebe. <br \/>  Der Niedergang macht sich auch in den Mitgliedszahlen der SPD bemerkbar, die erstmals seit 50 Jahren die 600.000 unterschritten haben (Spiegel online, 9. April). <br \/>  Nach der Landtagswahl in NRW kann sich der Absturz von Rot-Gr&uuml;n allerdings nochmals beschleunigen. Die Unternehmer haben deutlich gemacht: Es darf aus ihrer Sicht keine &#x84;Reform&#x93;-Pause geben. R&uuml;cksichtnahmen auf die Bundestagswahl sind nicht vorgesehen in ihrer Agenda. Die n&auml;chsten Angriffe (Pflegeversicherung, neue Runde bei der Gesundheits- und Rentenpolitik, Mitbestimmungsrechte der Gewerkschaften, &#8230;) stehen an. F&uuml;r sie wird sich die Frage stellen, ob eine geschw&auml;chte, rot-gr&uuml;ne H&auml;ngepartie noch ein Jahr lang ihre W&uuml;nsche erf&uuml;llen kann. <br \/>  Wachsender Druck aus den Chefetagen, verbreitet durch die Medien, kann auch dazu f&uuml;hren, dass die Spannungen innerhalb von SPD und Gr&uuml;nen steigen, dass die Option des Ausstiegs aus dem gemeinsamen Abstieg f&uuml;r die Sicherung pers&ouml;nlicher Abgeordneten-Di&auml;ten als der bessere Weg erscheint. <br \/>  Wenn einzelne sogenannte &#x84;linke&#x93; Abgeordnete &#x96; zum Beispiel Ottmar Schreiner vom Arbeitnehmerfl&uuml;gel der SPD &#x96; die Schlussfolgerung ziehen und unter Lafontaines Einfluss die SPD in Richtung neuer Linkspartei verlassen, dann werden auch die parlamentarischen Rechenk&uuml;nste ein &Uuml;berleben von Rot-Gr&uuml;n in Frage stellen und Neuwahlen wahrscheinlich machen. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Wirtschaftliche Entwicklung und Klassenkampf <\/span><\/p>\n<p>  Die Wirtschaft stagniert. Angesichts der Krisensignale der Weltwirtschaft ist es jederzeit m&ouml;glich, dass es zu einer schweren Weltwirtschaftskrise kommt. Wenn es nicht nur kriseln sollte, wenn es kracht, dann werden die Kapitalisten eine Offensive starten, die alle heutigen Angriffe in den Schatten stellen. <br \/>  Das kann auch eine neue Runde von bitteren Abwehrk&auml;mpfen einl&auml;uten &#x96; verallgemeinert auf verallgemeinerte Angriffe hin, aber vor allem in einzelnen Betrieben, wie schon jetzt bei der Dr.-Heines-Klinik, der Eichbaum-Brauerei oder beim Autozulierfer Dr&auml;xlmaier. Auch eine Kombination von einzelnen, erbitterten K&auml;mpfen und allgemeinem Schock und teilweise L&auml;hmung durch die noch heftigere Keule der Arbeitslosigkeit bei Massenentlassungen ist m&ouml;glich. <br \/>  Die neue Regierungs- und Arbeitgeberoffensive wird auf jeden Fall die Wut unter Erwerbslosen und Besch&auml;ftigten auf die kapitalistische Politik und das Profitsystem noch erheblich steigern. <br \/>  Die WASG &#x96; erst recht mit Lafontaine an der Spitze &#x96; k&ouml;nnte auch bei solchen K&auml;mpfen und bei einer solchen Stimmung wie ein Katalysator wirken: Die Bewusstseinsentwicklung beschleunigen, Menschen aktivieren und die Konflikte zuspitzen &#x96; inklusive der Debatte in der WASG, um einen Ausweg aus der kapitalistischen Misere.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-style: italic;\">Bundesleitung der SAV, 2. Mai 2005<\/p>\n<p>  <\/span><a href=\"\/media\/2005\/LafontaineStellungnahme_2005_05_02.pdf\">Die Stellungnahme als pdf-Datei zum Download<\/a><span style=\"font-style: italic;\"><br style=\"font-style: italic;\"> <\/span><br style=\"color: rgb(204, 0, 0);\"> <span style=\"font-weight: bold; color: rgb(204, 0, 0);\">Lafontaine<\/span><\/p>\n<p>  Oskar Lafontaine, 61, wurde bundesweit bekannt durch seine scharfe Kritik an SPD-Bundeskanzler Helmut Schmidt bez&uuml;glich der atomaren Nachr&uuml;stung in Europa (&#x84;Nato-Doppelbeschluss&#x93;) und der &#x84;zivilen Nutzung&#x93; der Kernkraft. Seit damals gilt er als Linker. <br \/>  Er positioniert sich, zum Beispiel mit der Saarbr&uuml;cker Erkl&auml;rung, gegen Hartz IV und Agenda 2010. Er trat dazu schon auf einer Leipziger Montagsdemo auf. Dieser Protest gegen die Schr&ouml;der-SPD unterst&uuml;tzt seine Popularit&auml;t.<br \/>  Axel Troost vom gesch&auml;ftsf&uuml;hrenden Bundesvorstand der WASG: Lafontaine <span style=\"font-style: italic;\">&#x84;besitzt eine reiche parlamentarische Erfahrung, von der wir profitieren k&ouml;nnten&#x93;<\/span> (Die Welt, 13. April). Worin besteht diese Erfahrung?<br \/>  Er war Saarbr&uuml;cker Oberb&uuml;rgermeister, dann Ministerpr&auml;sident des Saarland, SPD-Vorsitzender und &#x96; bis zu seinem &uuml;berraschenden R&uuml;cktritt &#x96; erster Finanzminister im Kabinett Schr&ouml;der. <br \/>  Er kassierte als Ministerpr&auml;sident zu unrecht Pensionsgelder als Ex-OB und musste diese Zur&uuml;ckzahlen. Seine Antwort auf Kritik war, dass er das restriktivste Pressegesetz aller Bundesl&auml;nder einf&uuml;hrte. <br \/>  Als Ministerpr&auml;sident organisierte er zusammen mit den Gewerkschaftsspitzen den &#x84;sozialvertr&auml;glichen&#x93; Abbau Tausender Arbeitspl&auml;tze in der Stahlindustrie. Mehrere gro&szlig;e Stahlwerke wurden dicht gemacht. <br \/>  Er ging Ende der 80er Jahre in die Offensive, bei Arbeitszeitverk&uuml;rzung auf einen Lohnausgleich zu verzichten. Er argumentierte f&uuml;r flexiblere Arbeitszeiten und l&auml;ngeren Maschinenlaufzeiten.<br \/>  Im Wahlprogramm der SPD von 1998, das unter seiner Regie geschrieben wurde, wurde die Forderung nach einem staatlich gef&ouml;rderten Niedriglohnsektor aufgenommen, inklusive der Forderung nach Zwang zur Arbeitsaufnahme von Sozialhilfeempf&auml;ngerInnen und Erwerbslosen . Als Finanzminister schlug er vor, Arbeitslosenunterst&uuml;tzung nur noch an Bed&uuml;rftige zu zahlen. (wsws.org, 12. August 04)<br \/>  Er organisierte mit dem damaligen Parteivorsitzenden Bj&ouml;rn Engholm die &#x84;Petersberger Wende&#x93;: Danach stimmte die SPD einer Einschr&auml;nkung des Asylrechts zu und brachte die Beteiligung deutscher Soldaten an Uno-Milit&auml;reins&auml;tzen auf den Weg. &Uuml;ber die Vorschl&auml;ge des SPD-Innenminister Schily, Europa durch Fl&uuml;chtlingslager in Nord-Afrika abzuschotten, schrieb er in der Bild-Zeitung: <span style=\"font-style: italic;\">&#x84;Schily hat Recht&#x93;<\/span>.<\/p>\n<p>  Die Wirtschaftspolitik Lafontaines<br style=\"font-weight: bold;\"> <br \/>  Seine wirtschaftpolitischen Vorschl&auml;ge beziehen sich auf Keynes: Staatliche Intervention sollen daf&uuml;r sorgen, dass mehr Nachfrage entsteht und der Kapitalismus funktioniert. Er stellte als Finanzminister dabei die Maastricht-Kriterien (Euro-Stabilit&auml;tspakt) jedoch genausowenig in Frage, wie die Haushalts- und Sparpolitik seiner (CDU-)Vorg&auml;nger, die er weiterf&uuml;hrte.<br \/>  Als Lafontaine zur Finanzierung staatlicher Eingriffe mit dem Gedanken spielte, die Banken und Konzerne &#x96; aber auch nur in engen Grenzen &#x96; h&ouml;her zu besteuern (bei den R&uuml;cklagen der Energiekonzerne), brach &#x84;eine Revolution des Kapitals&#x94; (Handelsblatt) aus. Kapitalabzug und&nbsp; Investitionsboykott stand im Raum, massiver Widerstand kam auf.<br \/>  Schr&ouml;der beeilte sich gegen Lafontaine den Druck der Bosse weiterzugeben: &#x84;Es wird einen Punkt geben, wo ich die Verantwortung f&uuml;r eine solche Politik nicht mehr &uuml;bernehmen werde.&#x93;<br \/>  Und Lafontaine? Er sprach davon, dass die SPD gedacht habe, sie sei an der Macht, dabei w&auml;re sie nur an der Regierung. Am Tage nach Schr&ouml;ders Zurechtweisung kapitulierte er &#x96; und trat zur&uuml;ck.<br \/>  Es ist durchaus m&ouml;glich, auch trotz solcher Drohungen und Kampfansagen des Kapitals an die Profite der Banken und Konzerne heran zu kommen. Aber dazu muss die Frage der gesellschaftlichen Kontrolle &uuml;ber Produktion und Verteilung aufgeworfen werden: Wenn ein Konzern damit droht, Arbeitspl&auml;tze zu verlagern oder zu vernichten, dann hilft nur ein gemeinsamer, internationaler Kampf f&uuml;r den Erhalt und Ausbau der Produktion gem&auml;&szlig; den Bed&uuml;rfnissen der arbeitenden Menschen. Die Entscheidung, was mit dem von Besch&auml;ftigten produzierten Reichtum, ihren Betrieben und so weiter geschieht, darf nicht von einer kleinen Minderheit der Aktion&auml;re oder Eigent&uuml;mer entschieden werden. Die Diktatur der Profite muss gebrochen werden.<br \/>  Doch genau diesen Schritt will Lafontaine nicht gehen.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold; color: rgb(204, 0, 0);\">Schnuppermitgliedschaft bei der PDS?<\/span><br style=\"font-weight: bold; color: rgb(204, 0, 0);\"> <br \/>  <span style=\"font-style: italic;\">&#x84;Die schrumpfende PDS will mit einer Mitgliedschaft auf Probe neue Mitstreiter gewinnen. Die Schnuppermitglieder d&uuml;rften die Partei ein Jahr lang kennen lernen, ohne Beitr&auml;ge zu zahlen, k&uuml;ndigte Bundesgesch&auml;ftsf&uuml;hrer Rolf Kutzmutz am Samstag bei einem bundesweiten Forum zur Parteireform in Magdeburg [an]. Mit diesem Konzept solle der massive Mitgliederschwund gestoppt werden. Die PDS hat nach eigenen Angaben deutschlandweit 61 600 Mitglieder. Anfang der 1990er Jahre waren es mehr als 150 000. Zwei Drittel der Mitglieder sind im Rentenalter.&#x93;<\/span>&nbsp; (Frankfurter Rundschau, 4. April 05)<br \/>  Als &auml;hnliches Angebot aus &auml;hnlicher Verzweiflung k&ouml;nnte man Andre Bri&eacute;s Vorschlag gegen&uuml;ber der WASG verstehen: Er argumentiert&nbsp; (&#x84;Sozialismus&#x93;, 4\/2005) f&uuml;r &#x84;eine wirklich offene Liste der PDS zur gemeinsamen Plattform der demokratischen Linken bei der Bundestagswahl 2006&#x93;. <br \/>  Joachim Bischoff, Bundesvorstand der WASG und ehemaliges Mitglied im PDS-Vorstand (zust&auml;ndig f&uuml;r Westausdehnung): <span style=\"font-style: italic;\">&#x84;Von der Wahltaktik her macht es Sinn&#x93;<\/span> gemeinsam &#x96; WASG und PDS &#x96; anzutreten. Inhaltliche Diskussionen seien schon n&ouml;tig, denn die PDS mache in ihren Regierungsbeteiligungen neoliberale Politik. Doch:<span style=\"font-style: italic;\"> &#x84;Niemand wird bestreiten, dass es f&uuml;r zwei Linksparteien keine realistische Chance gibt.&#x93;<\/span> (taz, 1. April).<br \/>  Dagegen h&auml;lt Klaus Ernst (jW, 1. April): &#x84;<span style=\"font-style: italic;\">Wenn wir auf einer PDS-Liste antr&auml;ten, w&uuml;rden wir im Westen auch als der westliche Arm der PDS wahrgenommen. Dann br&auml;uchten wir gar nicht erst zu kandidieren, dann w&uuml;rden wir keine Stimmen kriegen. Bri&eacute;s Vorschlag ist Unfug.&#x93;<\/span><br \/>  Die eine Seite ist das restriktive Wahlgesetz zur Bundestagswahl, das Listenverbindungen und Absprachen vereitelt: Antreten k&ouml;nnen nur Parteien und jede Partei muss f&uuml;r sich, bundesweit f&uuml;nf Prozent (oder drei Direktmandate) erzielen. Von daher bleibt nur die Kandidatur auf der Liste einer Partei (Bri&eacute; schl&auml;gt seine vor) &#x96; oder eine gemeinsame Neugr&uuml;ndung.<br \/>  Doch die andere Seite ist die des aktiven Aufbaus einer neuen Partei f&uuml;r Besch&auml;ftigte, Erwerbslose, Jugendliche und RentnerInnen. <br \/>  Daf&uuml;r bietet die PDS keinen Ansatz. Einerseits bezeichnet sie nach wie vor die Diktatur einer abgehobenen B&uuml;rokratie in der DDR oder der Sowjetunion als Sozialismus &#x96; das f&uuml;hrt nicht nur im Westen zu enormer Distanz bei ArbeiterInnen.<br \/>  Andererseits &#x96; und das ist entscheidend &#x96; trat sie nie als grundlegende Alternative auf. Sie gestaltet in den Landesregierungen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin die neoliberale K&uuml;rzungpolitik mit, sprich: sorgt f&uuml;r die Umsetzung von Hartz IV, f&uuml;r Ein-Euro-Jobs, tr&auml;gt ihren Teil zur Zerst&ouml;rung des Fl&auml;chentarifvertrag im &ouml;ffentlichen Dienst bei. Sie sichert die Profite bei den Abzockern der Berliner Bankgesellschaft und betreibt &#x96; aktuell &#x96; die Einschr&auml;nkung gewerkschaftlicher Rechte bei BVG (Nahverkehr), BSR (Stadtreinigung) und Wasserbetrieben in Berlin (&#x84;Senat will die Macht der Gewerkschaften einschr&auml;nken&#x93;, Berliner Morgenpost am 1. April). Sie setzt der Privatisierungspolitik der Berliner Krankenh&auml;user (Vivantes) oder der BVG nichts entgegen, sondern bereitet sie durch K&uuml;rzungen und Kahlschlag mit vor.<br \/>  So verhinderte sie, trotz der Hoffnungen einzelner Gewerkschafter Anfang der 1990er, eine Unterst&uuml;tzung in der Arbeiterbewegung im Westen zu gewinnen oder im Osten neue AktivistInnen anzusprechen und zu begeistern. Daher d&uuml;mpelt sie als ostdeutsche Regionalpartei vor sich hin.<br \/>  Eine Kandidatur der WASG auf der Liste der PDS w&uuml;rde den Ansatz zum Aufbau einer k&auml;mpferischen Alternative enorm zur&uuml;ck werfen. <br \/>  Aber Bri&eacute;s Vorschlag kann auch anders interpretiert werden. Es k&ouml;nnte der erste Schritt sein, die PDS darauf vorzubereiten, f&uuml;r eine neue Linkspartei einzutreten. Vor allem wenn Lafontaine zur WASG st&ouml;&szlig;t und Zehntausende einbezieht, sie zum Bezugspunkt f&uuml;r zuk&uuml;nftige soziale, betriebliche und gewerkschaftliche Auseinandersetzungen wird, dann kann das die PDS an den Rand dr&uuml;cken.<br \/>  Der Sog einer solchen Entwicklung kann Teile der PDS &#x96; oder die PDS &#x96; insgesamt dazu bringen, bei einem solchen Projekt einzusteigen. Und weitsichtigere Strategen der PDS k&ouml;nnten versuchen, dabei fr&uuml;h aufzuspringen, um m&ouml;glichst davon zu profitieren.<br \/>  Auch eine solche Fusion oder Zusammenschluss wird widerspr&uuml;chliche Auswirkungen haben. Vor allem bei linken AktivistInnen k&ouml;nnte das die Hoffnung sch&uuml;ren, endlich eine starke, linke, einheitliche Alternative zu schaffen. Doch werden damit die neoliberalen Regierungsmitglieder in Berlin oder Mecklenburg-Vorpommern an Bord gesp&uuml;lt, dann drohen schnell harte und zugespitzte Auseinandersetzungen.<br \/>  Die SAV setzt darauf, mit dem Aufbau der WASG zu einer k&auml;mpferischen und sozialistischen Arbeiterpartei neue AktivistInnen zu erreichen: vor allem die Besch&auml;ftigten und Erwerbslosen, die im letzten Jahre gegen Sozialkahlschlag und Hartz aktiv wurden oder diejenigen, die in den kommenden Auseinandersetzungen politisiert werden.<br \/>  Hier hilft kein schnuppern bei den neoliberalen Akteuren sondern nur klare, inhaltliche Positionierung gegen alle Parteien, die Sozialkahlschlag und Privatisierungen mitbetreiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der Landtagswahl Nordrhein-Westfalen werden die Karten um eine Wahlalternative neu gemischt &#x96; ist Lafontaine der Joker?<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[78],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11256"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11256"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11256\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11256"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11256"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11256"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}