{"id":11248,"date":"2005-05-02T16:58:47","date_gmt":"2005-05-02T16:58:47","guid":{"rendered":".\/?p=11248"},"modified":"2005-05-02T16:58:47","modified_gmt":"2005-05-02T16:58:47","slug":"11248","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/05\/11248\/","title":{"rendered":"Wackelt das &quot;gallische Dorf&quot;?"},"content":{"rendered":"<p>  Im Klinikum Stuttgart drohen Einschnitte f&#252;r das Personal<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  ver.di Stuttgart und der Gesamtpersonalrat am Klinikum Stuttgart waren   bisher das &quot;letzte gallische Dorf&quot; im Widerstand gegen die   marktwirtschaftliche Ausrichtung in der Krankenhausversorgung, wie ein   Klinikumsmanager polemisierte. Im Gegensatz zu fast allen gro&#223;en   &#246;ffentlichen Krankenh&#228;usern ist das Klinikum deshalb noch immer   Eigenbetrieb und gilt der BAT noch immer ohne Abstriche.<br \/>Ein neuer   Anlauf der Stadt Stuttgart, das Klinikum in eine GmbH umzuwandeln und   einen Absenkungstarifvertrag durchzusetzen, wurde mit einer monatelangen   beeindruckenden Kampagne beantwortet.<br \/><b><br \/><span><\/b>GmbH nicht vom   Tisch<\/span><\/p>\n<p>Einen Tag vor der am 3. M&#228;rz geplanten Demonstration   kam es ziemlich pl&#246;tzlich zu einer Vereinbarung zwischen ver.di und   Gesamtpersonalrat auf der einen Seite und der Stadt Stuttgart auf der   anderen Seite. In dieser Vereinbarung erkl&#228;ren sich ver.di und   Gesamtpersonalrat bereit, gemeinsam mit der Klinikumsleitung das Defizit   abzubauen. Im Gegenzug verzichtete der Gemeinderat, die Umwandlung des   Klinikum in eine GmbH zu beschlie&#223;en. Er beschloss aber, dass er <i><span><\/i> &quot;die GmbH f&#252;r die geeignete Rechtsform&quot;<\/span> h&#228;lt und   beauftragte die Verwaltung, <i><span><\/i>&quot;die Bildung einer GmbH zum 1.   Januar 2006 vorzubereiten&quot;<\/span>. Konkret bedeutet das, der   Gemeinderat verzichtet nur dann auf die GmbH-Umwandlung, wenn ver.di und   Personalrat ausreichend Zugest&#228;ndnisse machen. Nachdem die Vereinbarung   zustande gekommen war, sagte ver.di die Demo ab. In Flugbl&#228;ttern und im   Krankenhausinfo wird die Vereinbarung als gro&#223;er Erfolg gefeiert.<\/p>\n<p><b><span><\/b> Politisch falsches Signal<\/span><\/p>\n<p>Im neuen Krankenhausinfo wird gesagt,   dass sich an der Grundposition von ver.di nichts &#228;ndere. N&#228;mlich, dass   die Besch&#228;ftigten nicht schuld seien am Defizit und die Stadt Stuttgart   die reichste Stadt Deutschlands sei. Dann hei&#223;t es aber weiter: <i><span><\/i> &quot;Dennoch sind wir nicht so naiv zu glauben, dass in einem Betrieb, dem in den   n&#228;chsten Jahren ein Defizit von &#252;ber 100 Millionen Euro droht, die   Besch&#228;ftigten ungeschoren davon kommen.&quot;<\/span> Mit dieser   Argumentation ist ver.di Stuttgart bei der Argumentation der   ver.di-F&#252;hrung. Die Botschaft an die Besch&#228;ftigten ist also: Es gibt   keine Alternative zum Sparen, wir streiten uns nur noch &#252;ber die H&#246;he.<br \/> Die Argumentation der ver.di-Linken muss aber eine ganz andere sein: Wir haben   die Defizite nicht verursacht, also bezahlen wir auch nicht daf&#252;r.   Ohnehin sind wir Besch&#228;ftigten in den Krankenh&#228;usern v&#246;llig   unterbezahlt. Die Tariferh&#246;hung in diesem Jahr ist sowieso viel zu wenig   und bedeutet nach mehr als zehn Jahren Reallohnverlust weitere   Kaufkrafteinbu&#223;en. Und bei offiziell &#252;ber f&#252;nf Millionen Arbeitslosen   darf es auch nicht sein, dass in den Krankenh&#228;usern weitere Stellen   abgebaut werden.<\/p>\n<p><b><span><\/b>Kampfbereitschaft vorhanden<\/span><\/p>\n<p> Die Bereitschaft zu k&#228;mpfen war unter den Besch&#228;ftigten vorhanden. Die   Kampagne hatte auch eine gro&#223;e Au&#223;enwirkung. &#220;ber den Metallertreff war   eine Solidarit&#228;tskampagne gestartet worden, die dazu gef&#252;hrt hatte, dass   sich die Delegiertenversammlung der Esslinger IG Metall nicht nur gegen   die Umwandlung der Kliniken in GmbHs, sondern auch die Abw&#228;lzung der   Defizite auf Besch&#228;ftigte und PatientInnen aussprach. Bis Anfang M&#228;rz   hatten 40 Vertrauensleute und Betriebsr&#228;te aus Metallbetrieben einen   Protestbrief an Oberb&#252;rgermeister Schuster (CDU) unterschrieben.<br \/>  Die Demonstration am 3. M&#228;rz h&#228;tte die Kampfkraft weiter aufbauen k&#246;nnen   und vor allem w&#228;re sie eine gemeinsame Demonstration mit anderen   Belegschaften und Teilen aus der Bev&#246;lkerung geworden. Darauf h&#228;tte   ver.di weitere Kampfschritte aufbauen k&#246;nnen. Das &quot;gallische Dorf&quot; h&#228;tte   bundesweit auf sich aufmerksam machen k&#246;nnen. Dadurch w&#228;ren   Belegschaften in anderen Kliniken ermutigt worden, ebenfalls in den   Kampf zu treten. Der ver.di-Bundesvorstand h&#228;tte dadurch enorm unter   Druck gesetzt werden k&#246;nnen, seine neoliberale Position in Sachen   Krankenh&#228;user aufzugeben. Die Voraussetzungen w&#228;ren verbessert worden,   dahin zu kommen, den &#252;berf&#228;lligen bundesweiten Streik in den   Krankenh&#228;usern f&#252;r mehr Geld und mehr Personal zu f&#252;hren.<br \/><i><br \/><span><\/i> von Ursel Beck, Gewerkschaftspolitische Sprecherin der SAV<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Im Klinikum Stuttgart drohen Einschnitte f&#252;r das Personal\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11,14],"tags":[171],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11248"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11248"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11248\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11248"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11248"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11248"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}