{"id":11226,"date":"2005-04-08T15:48:24","date_gmt":"2005-04-08T15:48:24","guid":{"rendered":".\/?p=11226"},"modified":"2005-04-08T15:48:24","modified_gmt":"2005-04-08T15:48:24","slug":"11226","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/04\/11226\/","title":{"rendered":"Weg mit dem Horrorkabinett"},"content":{"rendered":"<p>Stellungnahme der Sozialistischen LinksPartei (Schwesterorganisation der SAV in &Ouml;sterreich) zur Spaltung der FP&Ouml;, der BZ&Ouml; und zur Regierungskrise<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nDas Theater um FP&Ouml;, BZ&Ouml; und &Ouml;VP w&auml;re nur mehr l&auml;cherlich &#x96; h&auml;tte es nicht Auswirkungen auf die Situation von AreitnehmerInnen und Jugendlichen. Denn die blau-schwarz-orangen Sesselkleber beschlie&szlig;en weiterhin im Parlament Sozialabbau. Die Neugr&uuml;ndung der BZO rund um Haider und die FP&Ouml;-Regierungsmannschaft stellt eine neue Qualit&auml;t in den Entwicklungen der letzten Monate dar &#x96; und steht scheinbar im Gegensatz zu raschen Aufstieg der FP&Ouml; zwischen 1986-99. Die Ursachen sind aber keineswegs nur in der Person Haiders, sondern im Spagat zwischen Rechtspopulismus und neoliberaler Regierungsarbeit zu finden. Die Bundesregierung ist dadurch weiter destabilisiert worden. Neuwahlen sind m&ouml;glich, aber nicht unumg&auml;nglich. Zentrale Verantwortung kommt hierbei dem &Ouml;GB zu &#x96; er muss im Interesse der ArbeitnehmerInnen Widerstand und Proteste organisieren, um den Sozialabbau r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen und um dieses Horrorkabinett endlich weg zu bekommen. Wichtig ist aber auch die Frage, wie eine sozialistische Alternative zum Theater der herrschenden und etablierten Parteien aufgebaut werden kann.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Analysen der Vergangenheit best&auml;tigt <\/span><\/p>\n<p>  Der Aufstieg der FP&Ouml; ist die populistischen Antwort der Haider-FP&Ouml; in den 80er und 90er Jahren war vor allem der auf die Privatisierungs- und Sozialabbau-Politik der SP&Ouml;\/&Ouml;VP-Regierung zu verdanken: Als &#x84;kantige&#x93; Opposition verband sie erfolgreich soziale T&ouml;ne mit ihren rechtsextremen, rassistischen und antigewerkschaftlichen Inhalten. Unterst&uuml;tzt wurde ihre rassistische Politik de facto von der SP&Ouml;VP-Bundesregierung mit ihrer Anti-ImmigrantInnen-Politik. Ausdruck fand das in der Feststellung Haiders, der SP&Ouml;-Innenminister L&ouml;schnak sei sein &#x84;bester Mann in der Regierung&#x93;. <br \/>  Die Rechtsentwicklung der SP&Ouml;, aber auch der anderen Parlamentsparteien in den 80er und 90er Jahren beschr&auml;nkten den Raum f&uuml;r die FP&Ouml;. F&uuml;r eine faschistische Partei, f&uuml;r eine Partei mit einem bewaffneten Arm der Terror verbreitet, war die politische Situation in &Ouml;sterreich nicht reif. Mit dem Eintreten in die Regierung und die Umsetzung ihrer tats&auml;chlichen Ziele (die im Gegensatz zu der populistisch angepriesenen Politik f&uuml;r &#x84;den kleinen Mann&#x93; steht) ist die Grundlage der FP&Ouml; f&uuml;r ihr populistisches Agieren weitgehend weggefallen. Die Versuche beides &#x96; Regierungspolitik und gleichzeitige populistische Kritik daran &#x96; gleichzeitig durchzuf&uuml;hren hat die FP&Ouml; v.a. unglaubw&uuml;rdig gemacht und ist Ursache der Krise. <br \/>  Die SLP (und auch die Vorg&auml;ngerorganisation SOV) hat die FP&Ouml; stets als Partei mit rechtsextremer Basis und seit 1986 stark populistischem Auftreten charakterisiert. Trotz ihrer historischen Wurzeln im deutschnationalen, faschistischen Lager versuchte die FP&Ouml; in ihrer Geschichte sich mehrmals ein liberales Image zu geben. In den 80er und 90er Jahren wurden sich daraus ergebende Widerspr&uuml;che durch Ausschl&uuml;sse, Spaltungen und v.a. eine neue Positionierung, die rechtsextreme Hetze und neoliberale Inhalte als Partei des &#x84;kleinen Mannes&#x93; populistische verband, vor&uuml;bergehend &uuml;berwunden. W&auml;hrend andere die FP&Ouml; als faschistisch oder als ArbeiterInnenpartei abstempelten, hat sich unsere Analyse der FP&Ouml; auch in der jetzigen Krise best&auml;tigt. <br \/>  Zwischen 1986 und 1999 wurde der Populismus das zentrale Element der FP&Ouml;. In der Regierungsarbeit konnte auf Dauer dieser Spagat zur neoliberalen Regierungsarbeit mit klar anti-sozialpartnerschaftlicher Ausrichtung, die radikalen Teilen des &ouml;sterreichischen Kapitals als Bedingung f&uuml;r die Regierungsbeteiligung gefordert haben, nicht aufrechterhalten bleiben. Die sozialen Probleme haben unter der schwarz-blauen Regierung weiter zugenommen und wurden nicht &#x96; im Gegensatz zur FP&Ouml;-Propaganda &#x96; durch ein sch&auml;rferes Vorgehen gegen ImmigrantInnen reduziert. Die FP&Ouml; verlor seit Regierungsantritt stark an Unterst&uuml;tzung. <br \/>  Auch die Analyse der SLP bez&uuml;glich der potentiellen Instabilit&auml;t der Regierung, die wir schon 2000 getroffen haben, wurde aufs neuerliche best&auml;tigt. Ihre gr&ouml;&szlig;te St&auml;rke sch&ouml;pft sie aus der Unf&auml;higkeit der Opposition, eine echte Alternative anzubieten &#x96; was logisch ist, da SP&Ouml; und Gr&uuml;ne der selben neoliberalen Logik anh&auml;ngen und diese, wo sie an der Macht sind (O&Ouml;, Wien, K&auml;rnten) auch (mit-)umsetzen. <br \/>  Aufrecht ist aber auch trotz der FP&Ouml;-Krise und der BZ&Ouml;-Abspaltung unsere Analyse, das die rechtsextreme Gefahr letztlich nur durch die AreiterInnenbewegung gestoppt werden kann. Die Streikwelle 2003 hat der FP&Ouml; einiges an Basis entzogen, konnte den Rechtsextremismus an sich aber aufgrund des &#x84;in der Mitte stehenbleibens&#x93; der &Ouml;GB-F&uuml;hrung, nicht wirklich stoppen. Die jetzige Krise und Selbstzerfleischung von FP&Ouml;\/BZO &#x96; so sehr sich viele dar&uuml;ber freuen &#x96; darf nicht dar&uuml;ber hinwegt&auml;uschen, dass gleichzeitig ein Neu- und Umformierungsprozess der radikalen und extremen Rechten stattfindet. Die neue, alte FP&Ouml; wird noch st&auml;rker vom ultrarechten Fl&uuml;gel dominiert und auch au&szlig;erhalb gehen Organisationen wie der BFJ in die Offensive. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Ursachen der Spaltung <\/span><\/p>\n<p>  Neben dem unl&ouml;sbaren Spagat zwischen neoliberaler Politik und populistischen Auftreten, hat die FP&Ouml; seit ihrem Regierungseintritt auch das Image &#x84;anders&#x93; zu sein eingeb&uuml;sst. Wie bei anderen Parteien gibt es Korruption, Privilegien und Machtgeilheit. Wie bei anderen Parteien werden Wahlversprechen nicht gehalten. <br \/>  Die Vielzahl von Skandalen, R&uuml;cktritten etc. macht die d&uuml;nne Kaderdecke der FP&Ouml; deutlich. Der H&ouml;heflug der Partei unter populistischen Vorzeichen wurde auf organisatorischer Ebene zu keinem Zeitpunkt nachvollzogen: W&auml;hrend zwischen 1986 und 1999 &uuml;ber 1 Million W&auml;hler gewonnen wurden, kamen es zu einem Mitgliederzuwachs von lediglich 10.000 Personen. Dieses Strukturproblem wurde seit dem Regierungseintritt auch an der Spitze sichtbar: Die MinisterkandidatInnen m&uuml;ssen oft aus der f&uuml;nften oder sechsten Reihe bzw. von au&szlig;erhalb geholt werden &#x96; und haben nur kurze Haltbarkeit. Viele der Funktion&auml;rInnen sprangen auf, solang es etwas zu verteilen gab, verlassen aber angesichts der Krise die FP&Ouml; wie die Ratten das sinkende Schiff. W&auml;hrend in Knittelfeld noch von einem &#x84;Aufstand der Basis die Rede war, ist in den aktuellen Debatten die Partei&#x93;basis&#x93; meist nicht einmal mehr verbal existent. Regionale KandidatInnen und Strukturen l&ouml;sen sich teilweise auf. Mit dem Ergebnis, dass bei Regionalwahlen die FP&Ouml; nicht mehr &uuml;berall mit KandidatInnen\/Listen antreten kann. Auch in der jetzigen Krise ist der Wunsch, eine Funktion (und damit das Einkommen) halten zu k&ouml;nnen offensichtlich zentral f&uuml;r die Entscheidung der Parteizugeh&ouml;rigkeit. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Der Faktor Haider <\/span><\/p>\n<p>  Nachdem die FP&Ouml; &uuml;ber 30 Jahre nur knapp &uuml;ber der 5-Prozent-H&uuml;rde angesiedelt war, fand nach dem Machtantritt von Haider 1986 ein starkes Wachstum statt. Es wurde vom &#x84;Ph&auml;nomen Haider&#x93; gesprochen, der die Massen begeistert, ein charismatischer F&uuml;hrer ist und die FP&Ouml; zu einer One-Man-Show machte. Die Rolle der Person Haiders darf aber weder &uuml;ber- noch untersch&auml;tzt werden. <br \/>  Haider hat es in den 80er und 90er Jahren verstanden, den Finger auf die Wunden zu legen, die &#x84;richtigen&#x93; Fragen aufzugreifen und populistische Scheinl&ouml;sungen zu geben. Aber Haider ist nicht das Ph&auml;nomen an sich, sondern war damals nur der richtige Mann zur richtigen Zeit die M&ouml;glichkeiten, die ihm die Unzufriedenheit &uuml;ber die Politik der &#x84;Grossen Koalition&#x93; gab, f&uuml;r eine &#x84;neue&#x93; Bewegung\/Partei zu nutzen. Der Glaube, das Wachstum der FP&Ouml; k&ouml;nnte heute mit einer BZ&Ouml; unter Haider einfach wiederholt werden, ignoriert die ge&auml;nderten Rahmenbedingungen. Haider ist &#x96; auch durch seine Launenhaftigkeit (er kommt, geht, kommt&#8230;.) &#x96; entzaubert. <br \/>  Die Tatsache, dass Haider bei den Landtagswahlen in K&auml;rnten entgegen des bundesweiten Trends Stimmen f&uuml;r die FP&Ouml; gewinnen konnte, muss vor dem Hintergrund einer rechten k&auml;rntner SP&Ouml;, die Jahrzehntelang selbstherrlich regierte, einer schwachen und machtgeilen &Ouml;VP und einer 10-Prozent-H&uuml;rde, die es allen anderen Kr&auml;ften schwer macht, gesehen werden. Dar&uuml;ber hinaus verwendet Haider Unsummen f&uuml;r Werbema&szlig;nahmen f&uuml;r die Marke &#x84;Haider&#x93;. <br \/>  Politisch war Haider stets in erster Linie ein Populist, auch wenn er seine pers&ouml;nlichen und famili&auml;ren Wurzeln im deutschnationalen Lager hat. Sein heutiges Bekenntnis zur Regierung, ist auf den Druck der Wirtschaft zur&uuml;ck zu f&uuml;hren. Das Haider &#x96; pl&ouml;tzlich mit Brille &#x96; auf seri&ouml;s macht, soll ein Zeichen an die Wirtschaft sein, das er f&uuml;r Stabilit&auml;t steht. F&uuml;r die Wirtschaft ist jede Regierungskonstellation besser, als Neuwahlen. <br \/>  <br style=\"font-weight: bold;\"> <span style=\"font-weight: bold;\">Wie weiter mit der BZ&Ouml;? <\/span><\/p>\n<p>  Bisher gab es mit SP&Ouml;, &Ouml;VP, FP&Ouml; und Gr&uuml;nen vier b&uuml;rgerliche Parteien im Parlament. Nun kommt mit der BZ&Ouml; eine f&uuml;nfte hinzu. Welche Rolle werden FP&Ouml; und BZ&Ouml; k&uuml;nftig &uuml;bernehmen, welche Klientel werden sie ansprechen, welches Potential gibt es f&uuml;r sie? <br \/>  FP&Ouml; und BZ&Ouml; berufen sich beide auf die &#x84;echte FP&Ouml;&#x93; &#x96; also auf jene Periode des Aufstiegs zwischen 1986-99. Beide Seiten versuchen &#x84;Abtr&uuml;nnige&#x93; wie Steger, Riess-Passer etc. wieder ins Boot zu holen. Die Spaltung hat also nicht in erster Linie inhaltliche Differenzen als Grundlage! J&ouml;rg Haider ist nicht pl&ouml;tzlich zum &#x84;Liberalen&#x93; mutiert, sondern steht nach wie vor f&uuml;r einen rechtsextremen und populistischen Kurs. Dar&uuml;ber darf auch eine &#x84;freundliches Orange&#x93; und die &#x84;Abgrenzung&#x93; Haiders zu M&ouml;lzer&amp;Co nicht hinwegt&auml;uschen. <br \/>  Zu ihrem H&ouml;hepunkt hat die FP&Ouml; 27 % erreicht, vor Haider mit einer Ausrichtung auf das deutschnationale Lager 4-6%. Nach einem letzten Test bez&uuml;glich der Kr&auml;fteverh&auml;ltnisse in der FP&Ouml; angesichts der Abstimmung &uuml;ber den Ausschluss M&ouml;lzers hat sich Haider f&uuml;r die Trennung entschieden. Haiders Vorstellung ist folgende: er &uuml;berl&auml;sst Strache&amp;Co mit der FP&Ouml; diese 4-6% und holt sich die restlichen 21-23%. Diese Rechnung wird nicht aufgehen. <br \/>  Die BZ&Ouml; ist alles andere, als ein neues, attraktives Angebot. Sie besteht im wesentlichen aus der jetzigen Regierungsmannschaft, die durch ihren Sozialabbau diskreditiert ist. Der Versuch, durch die Farbe Orange an Justschenko Erfolg anzukn&uuml;pfen und sich als besonders &#x84;demokratisch&#x93; zu pr&auml;sentieren ist offensichtlich und durchschaubar. Der Versuch, mit dem Begriff &#x84;B&uuml;ndnis&#x93; an die Anti-Parteien-Stimmung anzukn&uuml;pfen ist schon mit der &#x84;Bewegung&#x93; F(P&Ouml;) in den 90er Jahren fehlgeschlagen. Es wird versucht, mit einer Strukturen- und Basislosen Partei (Haider zur Nationalratswahl 2006: &#x84;dort werden wir als Bewegung antreten und auf den Luxus von Parteistrukturen verzichten&#x93;) k&uuml;nftige Konflikte zu verhindern und schielt damit auch ein bisschen nach dem Erfolg von HP Martin bei den EU-Wahlen. Das im 70er-Jahre-Retro-Stile gehaltene Logo ist ebenso wenig &#x84;zukunftsweisend&#x93; wie die verkrampfte Ben&uuml;tzung des Begriffes &#x84;Zukunft&#x93;. Auch wenn Haider wieder die F&uuml;hrung &uuml;bernimmt, hat er sich durch die Bindung an die Regierung die M&ouml;glichkeit zum Populismus weitgehend selbst genommen. Falls Stronach (der seinen R&uuml;ckzug als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Magna International Inc. bekannt gab) mit an Bord geholt wird, ist das zwar ein Zeichen an die Wirtschaft, aber wahrscheinlich f&uuml;r W&auml;hlerInnen wenig attraktiv. Die BZ&Ouml; versucht einerseits Signale an die Wirtschaft Richtung &#x84;wir stehen f&uuml;r Stabilit&auml;t&#x93; auszusenden, andererseits sich neuerlich als &#x84;Vertreter des kleinen Mannes&#x93; zu pr&auml;sentieren, wobei hier ein Schwerpunkt auf Kleinunternehmen aber auch ArbeitnehmerInnen gelegt wird. Um diesen Spagat zu schaffen (und mit dem Schielen auf die Erfolge der Anti-Privilegienliste von HP Martin bei den EU-Wahlen) k&ouml;nnen hier wieder Angriffe auf die Arbeiterkammern u.&auml;. kommen. <br \/>  Die BZ&Ouml; ist vom Liberalen Forum v.a. in zwei Punkten zu unterscheiden: sie kettet sich selbst an die &Ouml;VP (auch die Abspaltung d&uuml;rfte mit Sch&uuml;ssel, und Ger&uuml;chteweise auch mit Dichand, abgesprochen gewesen sein) und die Regierung und sie hat in gesellschaftspolitischen Fragen (die f&uuml;r manche beim LiF ein Attraktionspool waren) nichts fortschrittliches zu bieten. F&uuml;r Menschen, die eine b&uuml;rgerliche Partei suchen, ist die &Ouml;VP stabiler. Auch ein Abwandern von Teilen der BZ&Ouml; zur &Ouml;VP sind nicht auszuschlie&szlig;en (Grasser hat diesen Schritt schon gemacht, bez&uuml;glich Gorbach gab es Ger&uuml;chte). <br \/>  Die Zukunft der BZ&Ouml; ist offen. Der Start d&uuml;rfte weniger fulminant gewesen sein, also von Haider geplant. Die Teile der FP&Ouml;, die nicht zur BZ&Ouml; wechseln, kleiner als geplant. Wie gro&szlig; ein W&auml;hlerInnenpotential ist, wird sich erst zeigen, ebenso die Frage, ob die Z&Ouml; in dieser Form &uuml;berhaupt weiter bestehen wird. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Wie weiter mit der FP&Ouml;? <\/span><\/p>\n<p>  Wer in der Zukunft noch zur FP&Ouml; geh&ouml;ren wird in den n&auml;chsten Wochen deutlicher werden. Wobei nach kommenden Wahlen bzw. angesichts von eventuellen Rechtsstreitigkeiten bez&uuml;glich der Schulden und Ressourcen der FP&Ouml; weitere &Uuml;bertritte &#x96; in beide Richtungen &#x96; m&ouml;glich sind. Es gibt bereits Appelle in Richtung Wiedervereinigung. <br \/>  Die Rest-FP&Ouml; ist in sich keineswegs stabil. Auch hier wird in der kommenden Periode eine Debatte &uuml;ber die k&uuml;nftige Ausrichtung stattfinden. Wie stark soll man sich auf das deutschnationale Lager st&uuml;tzen, wie stark einen &#x84;modernen&#x93; Rechtspopulismus fahren? Die Krise der FP&Ouml; ist keineswegs vorbei, es gibt keine klare F&uuml;hrung, unterschiedliche Interessen und eine Finanz- und Legitimit&auml;tskrise: eine gute Grundlage f&uuml;r weitere interne Konflikte und ev. Abspaltungen. Dem entgegen steht der Wunsch, Konflikte zu vermeiden, um weitere (Ab-)Spaltungen zu verhindern. Die gemeinsamen Kernthemen &#x96; Rassismus, Rechtsextremismus &#x96; werden daher k&uuml;nftig noch zentraler sein. <br \/>  Die unmittelbare Gefahr ist ein deutlicher Rechtsruck, der ein weit gef&auml;hrlicheres Bedrohungspotential bietet, als es die FP&Ouml; 1986-1999 war. Sollten sich M&ouml;lzer&amp;Co durchsetzen (die Autorit&auml;t von M&ouml;lzer in diesem Klientel und sein Einfluss durch &#x84;Zur Zeit&#x93; sollte nicht untersch&auml;tzt werden), steht die Frage der Neuorientierung der FP&Ouml; als noch weiter rechts stehende Partei im Raum. Es ist m&ouml;glich, dass &#x96; auf der Basis der 22.000 Vorzugstimmen f&uuml;r M&ouml;lzer bei den EU-Wahlen &#x96; versucht wird an die Erfolge verschiedener rechtsextremer aber auch faschistischer Formationen in Europa (NPD in Deutschland, Front National in Frankreich, Vlaams Block\/Vlaams Belang in Belgien) anzukn&uuml;pfen. <br \/>  Eine solche neue FP&Ouml; k&ouml;nnte ein Sammelbecken f&uuml;r &#x96; alte und neue &#x96; Nazis sein, die sich seit der Krise der FP&Ouml; wieder zunehmend au&szlig;erhalb organisiert haben. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind in &Ouml;sterreich noch nicht so weit fortgeschritten, wie in Ostdeutschland, trotzdem gibt es ein gewisses Potential f&uuml;r eine solche, weit rechts stehende Partei &#x96; die Gr&ouml;&szlig;e dieses Potentials h&auml;ngt von der Entwicklung von Klassenk&auml;mpfen und auf der Linken ab. <br \/>  Eine solche neue, noch rechtere Partei w&auml;re eine Gefahr f&uuml;r Linke, ImmigrantInnen und GewerkschafterInnen, da sie einen radikaleren Kurs einschlagen w&uuml;rde und neben offen rassistischer Propaganda auch zu gewaltt&auml;tigen Mitteln greifen k&ouml;nnte. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Wie weiter mit der Regierung? <\/span><\/p>\n<p>  Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Probleme, die im Rahmen des Kapitalismus zu K&uuml;rzungen auf dem R&uuml;cken der ArbeiterInnenbewegung f&uuml;hren, ist die Regierung seit ihrem Antritt 2000 instabil. Die FP&Ouml; war aufgrund ihres populistischen Auftretens hierbei ein weiterer destabilisierender Faktor. Die jetzige Krise kommt daher nicht &uuml;berraschend. <br \/>  Allerdings muss man Sch&uuml;ssel eines lassen: die Konsequenz mit der er Probleme ignoriert und F&auml;higkeit zum Sesselkleben und Fakten verdrehen ist einzigartig. Die Selbstherrlichkeit, mit der an dieser &#x84;Koalition&#x93; festgehalten wird, die offensichtlich undemokratisch ist, wird zu einer weiteren Ablehnung von &#x84;Politik&#x93; bzw. dem Establishment f&uuml;hren. Die orangen BZ&Ouml;-Funktion&auml;rInnen sind allerdings um nichts besser und krallen sich ebenfalls an ihre gutbezahlten ParlamentarierInnensitze. Um sich f&uuml;r alle Eventualit&auml;ten abzusichern, setzen die meisten von Ihnen auf eine Doppelmitgliedschaft bei BZ&Ouml; und FP&Ouml; &#x96; man wei&szlig; ja nicht, wie das ganze ausgehen wird. <br \/>  Der &Ouml;VP ist der Koalitionspartner abhanden gekommen, als neuer Mehrheitsbeschaffer bietet sich eine Handvoll Menschen an, von der noch nicht klar ist, ob sie eine Organisation hinter sich haben und wenn ja, eine mit bundesweiter Verankerung. Haider, der seit 2000 st&auml;ndig aus K&auml;rnten gegen die Regierung geschossen hat (und der Regierung vor wenigen Monaten noch Securitate-Methoden vorgeworfen hat), wird nun als Garant f&uuml;r Stabilit&auml;t verkauft. <br \/>  Es ist allerdings nicht auszuschlie&szlig;en, dass Sch&uuml;ssel mit diesem Modell noch einige Zeit weitermachen kann. Die Mehrheit im Parlament (&Ouml;VP, BZ&Ouml;, FP&Ouml;) hat kein Interesse an Neuwahlen und wird alles tun, um diese zu verhindern. Die &Ouml;VP weil klar ist, dass sie sich dann einen neuen Koalitionspartner suchen muss, BZ&Ouml; und FP&Ouml; weil sie sich zuerst sammeln, aufbauen, auf einen Kurs einigen m&uuml;ssen. <br \/>  Sch&uuml;ssel konnte die FP&Ouml; in den letzten Jahr auf Basis von deren nicht durchhaltbarem Spagat und der Kaderschw&auml;che als Mehrheitsbeschafferin benutzen. Er versucht nun das selbe mit der BZ&Ouml; von der er von Anfang an verlangt, auf jedes eigene Profil zu verzichten (als Bedingung f&uuml;r eine Koalition soll die BZ&Ouml; auf eigene Antr&auml;ge verzichten und sich darauf festlegen, nicht gegen die &Ouml;VP zu stimmen). Die BZ&Ouml; ist in einer schwierigen Situation &#x96; stimmt sie zu, verzichtet sie darauf, sich selbst zu pr&auml;sentieren und damit auf die Grundlagen f&uuml;r die n&auml;chsten Wahlen, stimmt sie nicht zu, gibt es Neuwahlen, auf die die BZ&Ouml; nicht vorbereitet ist. <br \/>  Die &Ouml;VP wird versuchen, von der FP&Ouml;-Krise zu profitieren und den FP&Ouml;-W&auml;hlerInnen ein &#x84;attraktives&#x93; Angebot zu machen &#x96; also sich noch weiter nach rechts zu lehnen. Auch wenn Sch&uuml;ssel als undemokratischer Sesselkleber gesehen wird, kann das traditionell b&uuml;rgerliche Lager von der FP&Ouml;-Spaltung profitieren, da b&uuml;rgerliche FP&Ouml;-W&auml;hlerInnen noch st&auml;rker als bisher zur &Ouml;VP wechseln werden. <br \/>  Das die Regierung immer noch h&auml;lt ist auf die Schw&auml;che der Opposition zur&uuml;ck zu f&uuml;hren, die es w&auml;hrend der letzten f&uuml;nf Jahre nicht geschafft hat, sich als Alternative zu pr&auml;sentieren &#x96; die sie ja auch tats&auml;chlich nicht ist. Die SP&Ouml; wird nicht wirklich als Alternative gesehen. In K&auml;rnten ist noch nicht klar, ob bzw. mit wem sie in der Koalition bleibt. Heinz Fischer, im Wahlkampf als moralische Bastion gegen Rechtsextremismus verkauft, hat offensichtlich weder ein moralisches noch ein demokratiepolitisches Problem mit dem de facto fliegenden Koalitionswechsel der &Ouml;VP zu einer (noch) nicht existierenden Partei. Inhaltlich haben weder SP&Ouml; noch Gr&uuml;ne eine Alternative anzubieten.<br \/>  Die jetzige Situation ist auch Ausdruck f&uuml;r das Fehlen einer ArbeiterInnenpartei, die die sozialen und politischen Interessen der ArbeiterInnenklasse im Parlament aber v.a. auf der Strasse vertritt. Seit der Verb&uuml;rgerlichung der Sozialdemokratie gibt es in &Ouml;sterreich keine ArbeiterInnenpartei mehr &#x96; gerade jetzt w&auml;re sie aber wichtig. Eine solche Aufzubauen, ist daher eine dringende Aufgabe. <br \/>  Ein wichtiger Faktor f&uuml;r die kommende Entwicklung wird die Rolle der ArbeiterInnenbewegung sein. Sie hat 2003 ein deutliches Zeichen gesetzt. Unter dem Einfluss der Gewerkschaftsb&uuml;rokratie wurden die K&auml;mpfe damals aber nicht erfolgreich zu Ende gef&uuml;hrt und die Regierung gest&uuml;rzt, sondern im Gegenteil seither weitere Angriffe hingenommen. Im Kampf f&uuml;r ihre sozialen Rechte kommt der ArbeiterInnenewegung die zentrale Rolle zu &#x96; diese Fragen werden nicht bei Wahlen, sondern auf der Strasse und in den Betrieben gel&ouml;st werden. Die momentane demokratiepolitische Farce kann die Ablehnung in das Establishment weiter erh&ouml;hen (insbesondere da die Opposition nicht in der Lage ist, sich als Alternative zu pr&auml;sentieren) und bei kommenden Wahlen (neben wahrscheinlicher Zugewinne f&uuml;r die SP&Ouml;) v.a. das Lager der nicht-W&auml;hlerInnen verst&auml;rken.<br \/>  Die Aufgabe von SozialistInnen wird es nicht nur sein, bei kommenden Wahlen eine w&auml;hlbare Alternative, eine ArbeiterInnenpartei bzw. eine sozialistische Partei, anzubieten sondern v.a. klar zu machen, das es Politik jenseits der etablierten Parteien gibt und das sich die ArbeiterInnenklasse in ihrem Kampf f&uuml;r soziale und demokratische Rechte nicht auf die etablierten Parteien verlassen kann, sondern nur auf sich selbst. <br \/>  Das sich der &Ouml;GB angesichts einer solchen Regierungskrise in Schweigen h&uuml;llt, ist ein Armutszeugnis. Jetzt w&auml;re es n&ouml;tig, nicht nur Neuwahlen zu fordern, sondern Proteste und Widerstand zu organisieren, die dieser Regierung ein Ende bringen und jeder neuen klar machen, dass k&uuml;nftiger Sozialabbau auf massiven Widerstand seitens der ArbeiterInnenbewegung treffen wird.<br \/>  Der &Ouml;GB braucht ein Sozial- und Wirtschaftsprogramm, dass nicht in der neoliberalen Logik des Kapitalismus stecken bleibt, sondern sich an den Bed&uuml;rfnissen der ArbeiterInnenklasse orientiert. Das bedeutet u.a. die R&uuml;cknahme der Pensions&#x93;reformen&#x93;, der Zerschlagungen bei Postbus und Bahn, sowie des Sozialabbaus der letzten Jahre. <br \/>  Der &Ouml;GB muss umgehend zu einer Grossdemonstration zum Ende der Regierung aufrufen. <br \/>  In den Betrieben und Dienstellen m&uuml;ssen Aktionsgruppen gebildet werden deren Aufgabe die Vorbereitung und Umsetzung von Ma&szlig;nahmen gegen Sozialabbau und Privatisierung sind: Kundgebungen, Demonstrationen und Streiks. Im Rahmen dieser Aktionsgruppen sollte auch &uuml;ber die Notwendigkeit und die M&ouml;glichkeiten f&uuml;r eine politische Alternative diskutiert werden. <br \/>  Damit nach Neuwahlen die &ouml;sterreichische ArbeiterInnenklasse nicht mit einer neuen, neoliberalen Regierung (mit &auml;hnlichem Programm aber unterschiedlichen Akteuren) konfrontiert ist, ist der Aufbau einer neuen ArbeiterInnenpartei mit sozialistischen Programm notwendig. Weder SP&Ouml; noch Gr&uuml;ne k&ouml;nnen diese Aufgabe erf&uuml;llen, die Impulse daf&uuml;r m&uuml;ssen aus der Gewerkschaftsbewegung und von k&auml;mpferischen KollegInnen kommen.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-style: italic;\">Wien, den 8. April 2005<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stellungnahme der Sozialistischen LinksPartei (Schwesterorganisation der SAV in &Ouml;sterreich) zur Spaltung der FP&Ouml;, der BZ&Ouml; und zur Regierungskrise<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[46],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11226"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11226"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11226\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11226"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11226"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11226"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}