{"id":11223,"date":"2005-04-04T16:56:36","date_gmt":"2005-04-04T16:56:36","guid":{"rendered":".\/?p=11223"},"modified":"2005-04-04T16:56:36","modified_gmt":"2005-04-04T16:56:36","slug":"11223","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/04\/11223\/","title":{"rendered":"Die SAV und die WASG"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"\/?p=10062\">weiter zum Grundsatzprogramm der SAV<\/a><br \/>  <b><br \/>  Die SAV und die Partei Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG)<\/b> <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.5cm;\">Die Bundeskonferenz der SAV hat am 27. M&auml;rz 2005 beschlossen die SAV &ouml;ffentlich ab sofort nicht mehr als &#x92;Partei&#x91; zu pr&auml;sentieren, sondern als &#x92;Organisation&#x91;. Diese Ma&szlig;nahmen sind n&ouml;tig geworden, da Teile des Bundesvorstands der Partei Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) versuchen, SAV-Mitglieder aus dieser hinaus zu dr&auml;ngen und das mit dem angeblichen Parteicharakter der SAV begr&uuml;nden.<br \/>  Au&szlig;erdem wurde auf der SAV-Bundeskonferenz die folgende Resolution beschlossen, um die politischen Positionen der SAV bez&uuml;glich der WASG darzustellen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.5cm;\"><b>Resolution der SAV-Bundeskonferenz, 27. M&auml;rz 2005 <\/b> <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><font face=\"Nimbus Roman No9 L, serif\">1. Das kapitalistische Gesellschaftssystem kann der Menschheit keine lebenswerte Zukunft bieten. 15 Jahre nach der Verk&uuml;ndung &#8222;bl&uuml;hender Landschaften&#8220;, einer &#8222;neuen und friedlichen Weltordnung&#8220; und &#8222;des Endes der Geschichte&#8220; durch die VertreterInnen der b&uuml;rgerlichen Klasse besteht die Lebensrealit&auml;t f&uuml;r die gro&szlig;e Mehrheit der Weltbev&ouml;lkerung aus Krieg, Armut, Zerst&ouml;rung, Arbeitslosigkeit, Sozialkahlschlag, versch&auml;rfter Ausbeutung. Die Einsch&auml;tzung der MarxistInnen, dass der Kapitalismus seine Krisenhaftigkeit nicht &uuml;berwinden kann und die Teilung der Gesellschaft in zwei Hauptklassen, Lohnabh&auml;ngige und Kapitalisten, nicht der Vergangenheit angeh&ouml;rt, hat sich eindrucksvoll best&auml;tigt.<\/font><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><font face=\"Nimbus Roman No9 L, serif\">2. Damit bleibt die historische Aufgabe f&uuml;r die Klasse der Lohnabh&auml;ngigen, die Arbeiterklasse, bestehen: Sturz der Klassenherrschaft der Minderheit &uuml;ber die Mehrheit und Aufbau einer auf &ouml;ffentlichem Eigentum an Produktionsmitteln und demokratischer Planung statt privater Konkurrenz basierenden Gesellschaft, die den Weg zur Aufhebung aller Klassen weisen kann. Diesem nur auf internationaler Ebene erreichbaren Ziel f&uuml;hlen wir uns verpflichtet.<\/font><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><font face=\"Nimbus Roman No9 L, serif\">3. Eine notwendige Voraussetzung f&uuml;r den Sturz der kapitalistischen Herrschaft ist die Entwicklung der Arbeiterklasse von einer Klasse &#8222;an sich&#8220; zu einer Klasse &#8222;f&uuml;r sich&#8220;, also die Entwicklung von Klassenbewusstsein und von Organisationen der Lohnabh&auml;ngigen, Erwerbslosen, Jugendlichen und RentnerInnen. Angesichts der Krise der Arbeiterbewegung nach der Restauration kapitalistischer Verh&auml;ltnisse in der fr&uuml;heren Sowjetunion und Osteuropa, stellt sich die Aufgabe f&uuml;r MarxistInnen als eine doppelte: einerseits die Kr&auml;fte des Marxismus aufbauen und gleichzeitig einen Beitrag zum Neuaufbau der Arbeiterbewegung insgesamt leisten. Konkret bedeutet letzteres f&uuml;r die Bundesrepublik heute: erstens den Kampf f&uuml;r k&auml;mpferische und demokratische Gewerkschaften f&uuml;hren, zweitens zum Aufbau einer breiten Arbeiterpartei beitragen.<\/font><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><font face=\"Nimbus Roman No9 L, serif\">4. Die Partei &#8222;Arbeit und soziale Gerechtigkeit &#8211; Die Wahlalternative&#8220; bietet einen Ansatzpunkt f&uuml;r den Aufbau einer Partei, die die Interessen der Lohnabh&auml;ngigen vertritt. Deshalb haben wir die Bildung der WASG und sp&auml;ter der Partei WASG von Beginn unterst&uuml;tzt und haben zum Aufbau der (W)ASG beigetragen. Von Beginn an haben wir uns daf&uuml;r eingesetzt, dass eine neue Partei folgende Eigenschaften verbinden muss, wenn sie den Herausforderungen der Offensive des Kapitals in Zeiten der versch&auml;rften Weltmarktkonkurrenz und der kapitalistischen Krise gewachsen sein will: sie sollte offen, demokratisch, k&auml;mpferisch und sozialistisch sein. Dabei haben wir die Annahme eines sozialistischen Programms durch die neue Partei nie zur Bedingung f&uuml;r unsere solidarische und konstruktive Mitarbeit gemacht. Solange die Partei WASG die M&ouml;glichkeit bietet eine neue politische Interessensvertretung f&uuml;r Lohnabh&auml;ngige aufzubauen, stellt sie auch ohne eine sozialistische Programmatik einen wichtigen Fortschritt dar.<\/font><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><font face=\"Nimbus Roman No9 L, serif\">5. Wir sehen in der gegenw&auml;rtigen Situation eine wichtige Aufgabe f&uuml;r MarxistInnen darin, den Aufbau der WASG voran zu treiben und gleichzeitig innerhalb der WASG die Debatte &uuml;ber demokratische Strukturen, eine k&auml;mpferische Praxis und eine antikapitalistische und sozialistische Ausrichtung zu f&uuml;hren. Wir setzen uns daf&uuml;r ein, dass die WASG AktivistInnen aus verschiedenen Bereichen und Traditionen zusammen bringt und neue, bisher nicht politisch aktive Lohnabh&auml;ngige und Jugendliche organisiert. Der breite Charakter der WASG muss sich auch darin &auml;u&szlig;ern, dass organisierte Gruppen und Str&ouml;mungen dort einen Platz haben m&uuml;ssen. Der Aufbau der WASG als breiter Partei und der Aufbau der SAV als sozialistischer Organisation und Str&ouml;mung innerhalb der WASG sind kein Widerspruch. Deshalb rufen wir dazu auf, in die WASG einzutreten, um eine breite Arbeiterpartei aufzubauen, und in die SAV einzutreten, um eine marxistische Organisation aufzubauen, die sozialistische Ideen und Praxis in der Arbeiterklasse verankern kann. <br \/>  Im Sinne von Marx und Engels sehen wir uns als &#8222;den entschiedensten, immer weitertreibenden Teil der Arbeiterparteien aller L&auml;nder&#8220;. Als Teil des Komitees f&uuml;r eine Arbeiterinternationale sehen wir unsere Aufgabe insbesondere in der Propagierung und Realisierung eines Internationalismus in der Arbeiterbewegung. <\/font> <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><font face=\"Nimbus Roman No9 L, serif\">6. Wie bedauern es und halten es f&uuml;r sch&auml;dlich f&uuml;r den Aufbau der WASG, dass Teile des WASG-Bundesvorstands versucht haben, SAV-Mitglieder aus der WASG auszugrenzen. Die Reaktion von gro&szlig;en Teilen der aktiven WASG-Mitgliedschaft hat aber auch gezeigt, dass die &uuml;berwiegende Haltung in der Partei sich gegen Ausgrenzung von SozialistInnen richtet. Wir sind der Meinung, dass die Ausgrenzungsdebatte beendet und die Kr&auml;fte der WASG auf den Kampf gegen die Kr&auml;fte des Neoliberalismus und gegen die Offensive des Kapitals konzentriert werden m&uuml;ssen. Dazu haben die Beschl&uuml;sse des WASG-Bundesvorstands vom 13. und 27. Februar nicht gedient. Deshalb fordern wir die R&uuml;cknahme dieser Beschl&uuml;sse und insbesondere die Aufnahme der Rostocker SAV-Mitglieder in die WASG.<\/font><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><font face=\"Nimbus Roman No9 L, serif\">7. Vor dem Hintergrund der Gr&uuml;ndung der WASG und der Teilnahme der WASG an Parlamentswahlen wird die SAV sich in der &Ouml;ffentlichkeit nicht weiter als Partei bezeichnen. Im Sinne des Parteiengesetzes war die SAV nie eine eingetragene Partei. Wir haben in den letzten Jahren &#8211; vor der Gr&uuml;ndung der Partei WASG &#8211; an verschiedenen Wahlen teilgenommen. In den meisten F&auml;llen hatten wir uns bem&uuml;ht linke B&uuml;ndnislisten zu bilden, in anderen F&auml;llen ist die SAV selbst&auml;ndig angetreten. Drei SAV-Mitglieder sind im letzten Jahr in Stadtparlamente gew&auml;hlt worden. In Rostock als Kandidatin der SAV\/Liste gegen Sozialkahlschlag und in Aachen und K&ouml;ln als Kandidaten von kommunalen Wahlb&uuml;ndnissen. Im Zusammenhang mit eigenst&auml;ndigen Kandidaturen haben wir die SAV in der &Ouml;ffentlichkeit als Partei dargestellt. Dies hat sich auch in verschiedenen Dokumenten, wie der Satzung der SAV niedergeschlagen. Gleichzeitig haben wir seit 1997 &ouml;ffentlich f&uuml;r die Bildung einer breiten Arbeiterpartei geworben, in der verschiedene Str&ouml;mungen und AktivistInnen zusammen kommen k&ouml;nnen. In der WASG sehen wir die Chance eine solche Partei aufzubauen. Dementsprechend werden wir nicht in Konkurrenz zur WASG bei Wahlen antreten, sondern zur Wahl der WASG aufrufen und aktiven Wahlkampf f&uuml;r die WASG betreiben, insofern diese klare Positionen gegen Sozialkahlschlag. Arbeitsplatzvernichtung und Privatisierungen bezieht. Aufgrund dieser Haltung zu eigenst&auml;ndigen Kandidaturen ist die Darstellung der SAV als Partei f&uuml;r uns hinf&auml;llig. <\/font> <\/p>\n<p><font face=\"Nimbus Roman No9 L, serif\">8. Wir sind zuversichtlich, dass in den Klassenk&auml;mpfen und politischen Auseinandersetzungen der Zukunft sich die Korrektheit marxistischer Ideen und Methoden beweisen wird. Wir sind zuversichtlich, dass auf dieser Basis eine Mehrheit des aktiven Teils der Arbeiterklasse und der Jugend &#8211; in sozialen Bewegungen, Gewerkschaften und der WASG &#8211; den Weg zum Marxismus finden werden und die Voraussetzung f&uuml;r eine erfolgreiche sozialistische Ver&auml;nderung der Gesellschaft geschaffen wird: eine internationale marxistische Massenpartei. <\/font><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"\/?p=10062\">weiter zum Grundsatzprogramm der SAV<\/a><br \/>\n <b><br \/>\n Die SAV und die Partei Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG)<\/b> <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.5cm;\">Die Bundeskonferenz der SAV hat am 27. M&auml;rz 2005 beschlossen die SAV &ouml;ffentlich ab sofort nicht mehr als &#x92;Partei&#x91; zu pr&auml;sentieren, sondern als &#x92;Organisation&#x91;. 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Das kapitalistische Gesellschaftssystem kann der Menschheit keine lebenswerte Zukunft bieten. 15 Jahre nach der Verk&uuml;ndung &#8222;bl&uuml;hender Landschaften&#8220;, einer &#8222;neuen und friedlichen Weltordnung&#8220; und &#8222;des Endes der Geschichte&#8220; durch die VertreterInnen der b&uuml;rgerlichen Klasse besteht die Lebensrealit&auml;t f&uuml;r die gro&szlig;e Mehrheit der Weltbev&ouml;lkerung aus Krieg, Armut, Zerst&ouml;rung, Arbeitslosigkeit, Sozialkahlschlag, versch&auml;rfter Ausbeutung. Die Einsch&auml;tzung der MarxistInnen, dass der Kapitalismus seine Krisenhaftigkeit nicht &uuml;berwinden kann und die Teilung der Gesellschaft in zwei Hauptklassen, Lohnabh&auml;ngige und Kapitalisten, nicht der Vergangenheit angeh&ouml;rt, hat sich eindrucksvoll best&auml;tigt.<\/font><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><font face=\"Nimbus Roman No9 L, serif\">2. 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Von Beginn an haben wir uns daf&uuml;r eingesetzt, dass eine neue Partei folgende Eigenschaften verbinden muss, wenn sie den Herausforderungen der Offensive des Kapitals in Zeiten der versch&auml;rften Weltmarktkonkurrenz und der kapitalistischen Krise gewachsen sein will: sie sollte offen, demokratisch, k&auml;mpferisch und sozialistisch sein. Dabei haben wir die Annahme eines sozialistischen Programms durch die neue Partei nie zur Bedingung f&uuml;r unsere solidarische und konstruktive Mitarbeit gemacht. Solange die Partei WASG die M&ouml;glichkeit bietet eine neue politische Interessensvertretung f&uuml;r Lohnabh&auml;ngige aufzubauen, stellt sie auch ohne eine sozialistische Programmatik einen wichtigen Fortschritt dar.<\/font><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><font face=\"Nimbus Roman No9 L, serif\">5. 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Deshalb rufen wir dazu auf, in die WASG einzutreten, um eine breite Arbeiterpartei aufzubauen, und in die SAV einzutreten, um eine marxistische Organisation aufzubauen, die sozialistische Ideen und Praxis in der Arbeiterklasse verankern kann. <br \/>\n Im Sinne von Marx und Engels sehen wir uns als &#8222;den entschiedensten, immer weitertreibenden Teil der Arbeiterparteien aller L&auml;nder&#8220;. Als Teil des Komitees f&uuml;r eine Arbeiterinternationale sehen wir unsere Aufgabe insbesondere in der Propagierung und Realisierung eines Internationalismus in der Arbeiterbewegung. <\/font> <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><font face=\"Nimbus Roman No9 L, serif\">6. Wie bedauern es und halten es f&uuml;r sch&auml;dlich f&uuml;r den Aufbau der WASG, dass Teile des WASG-Bundesvorstands versucht haben, SAV-Mitglieder aus der WASG auszugrenzen. Die Reaktion von gro&szlig;en Teilen der aktiven WASG-Mitgliedschaft hat aber auch gezeigt, dass die &uuml;berwiegende Haltung in der Partei sich gegen Ausgrenzung von SozialistInnen richtet. Wir sind der Meinung, dass die Ausgrenzungsdebatte beendet und die Kr&auml;fte der WASG auf den Kampf gegen die Kr&auml;fte des Neoliberalismus und gegen die Offensive des Kapitals konzentriert werden m&uuml;ssen. Dazu haben die Beschl&uuml;sse des WASG-Bundesvorstands vom 13. und 27. Februar nicht gedient. Deshalb fordern wir die R&uuml;cknahme dieser Beschl&uuml;sse und insbesondere die Aufnahme der Rostocker SAV-Mitglieder in die WASG.<\/font><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><font face=\"Nimbus Roman No9 L, serif\">7. Vor dem Hintergrund der Gr&uuml;ndung der WASG und der Teilnahme der WASG an Parlamentswahlen wird die SAV sich in der &Ouml;ffentlichkeit nicht weiter als Partei bezeichnen. Im Sinne des Parteiengesetzes war die SAV nie eine eingetragene Partei. 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Dementsprechend werden wir nicht in Konkurrenz zur WASG bei Wahlen antreten, sondern zur Wahl der WASG aufrufen und aktiven Wahlkampf f&uuml;r die WASG betreiben, insofern diese klare Positionen gegen Sozialkahlschlag. Arbeitsplatzvernichtung und Privatisierungen bezieht. Aufgrund dieser Haltung zu eigenst&auml;ndigen Kandidaturen ist die Darstellung der SAV als Partei f&uuml;r uns hinf&auml;llig. <\/font> <\/p>\n<p><font face=\"Nimbus Roman No9 L, serif\">8. Wir sind zuversichtlich, dass in den Klassenk&auml;mpfen und politischen Auseinandersetzungen der Zukunft sich die Korrektheit marxistischer Ideen und Methoden beweisen wird. 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