{"id":11210,"date":"2005-03-17T10:19:10","date_gmt":"2005-03-17T10:19:10","guid":{"rendered":".\/?p=11210"},"modified":"2005-03-17T10:19:10","modified_gmt":"2005-03-17T10:19:10","slug":"11210","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/03\/11210\/","title":{"rendered":"Landesweite Streiks am 23. M&auml;rz in Gro&szlig;britannien"},"content":{"rendered":"<p>Million Besch&auml;ftigte im &Ouml;ffentlichen Dienst in Britannien sind drauf und dran, in den Streik zu treten.<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nMit gro&szlig;en Mehrheiten haben Besch&auml;ftigte im &Ouml;ffentlichen Dienst in Britannien daf&uuml;r gestimmte, am 23. M&auml;rz und 14. April Streiks durchzuf&uuml;hren <br \/>  Zehntausende Besch&auml;ftigte der M&uuml;llabfuhr, Stra&szlig;enreinigerInnen, kommunale Angestellte und Verwaltungsbesch&auml;ftigte, Staatsangestellte, SozialarbeiterInnen, Arbeitsamtbesch&auml;ftigte, LehrerInnen, DozentInnen und viele andere werden machen, was der &#x93;Guardian&#x94; die gr&ouml;&szlig;te Streikwelle seit 1981 nennt, als die Regierung von Margaret Thatcher fast von der einsetzenden Streikwelle gest&uuml;rzt wurde.<\/p>\n<p>  Im britischen Arbeitsrechtsystem (das die Labour-Regierung fortsetzt) m&uuml;ssen Gewerkschaften mit der Post Urabstimmungen unter allen ihren Mitgliedern durchf&uuml;hren. Das bedeutet, dass ArbeiterInnen nicht am Arbeitsplatz zusammen kommen und gemeinsam &uuml;ber einen Streik abstimmen, sondern es per Post zu Hause machen. Thatcher f&uuml;hrte diese Gesetze ein, weil sie ihrer eigenen Propaganda glaubte, dass ArbeiterInnen von Natur aus gegen Streik sind, aber von AktivistInnen im Betrieb hineingehetzt werden.<\/p>\n<p>  Es war zweifellos einer der Gr&uuml;nde, dass Streiks in den letzten 10 bis 15 Jahren auf Rekordtiefst&auml;nde fielen, auch wenn die Hauptgr&uuml;nde daf&uuml;r eine Verbindung aus dem Mangel an F&uuml;hrung durch rechte Gewerkschaftsf&uuml;hrer, die Partnerschaft mit den Bossen predigten, die massive Entindustrialisierung, die in der britischen Wirtschaft stattgefunden hat, und die ideologischen Wirkungen des Zusammenbruchs der fr&uuml;heren Sowjetunion waren. Die Antigewerkschaftsgesetze haben bedeutet, dass eine riesige Menge H&uuml;rden im Weg stehen, wenn man gegen die Angriffe der Arbeitgeber aktiv werden will, einschlie&szlig;lich der Urabstimmung per Post.<\/p>\n<p>  Die unmittelbare Ursache der Streik-Urabstimmung waren die Angriffe auf das Rentensystem im &Ouml;ffentlichen Dienst. Die Regierung versucht, ihre Ausgaben f&uuml;r den &Ouml;ffentlichen Dienst zu verringern, indem sie die Rentenanspr&uuml;che von 5 Millionen Besch&auml;ftigten im &Ouml;ffentlichen Dienst k&uuml;rzt. Renten sind in den Augen von Besch&auml;ftigten im &ouml;ffentlichen Dienst aufgeschobene L&ouml;hne. Sie arbeiten oft f&uuml;r Niedriglohn, haben aber wenigstens bis jetzt gedacht, dass sie mit einer kleinen betrieblichen Rente zus&auml;tzlich zur staatlichen in den Ruhestand treten k&ouml;nnten. In der Privatwirtschaft ist die Krise der Betriebsrenten mit einem Knall gekommen, bei dem bis zu 500.000 ArbeiterInnen gesagt wurde, dass ihre betrieblichen Rentenfonds verschwunden seien. Daf&uuml;r hatten diese ArbeiterInnen w&auml;hrend ihrem ganzen Arbeitsleben eingezahlt, aber ohne dass sie es wussten, hatten ihre Bosse 1987 mit ihren Einzahlungen aufgeh&ouml;rt.<\/p>\n<p>  Das hing zusammen mit dem B&ouml;rsenboom, der mit dem Platzen der IT-Seifenblase vor ein paar Jahren endete. Auf dem R&uuml;cken des Booms hatten die Bosse &#x84;Urlaub&#x93; gemacht mit der Einzahlung ihres Anteils in die Pensionsfonds ihrer Firmen aufgeh&ouml;rt. Die ArbeiterInnen hatten inzwischen damit weiter gemacht <br \/>  Als der Boom aufh&ouml;rte, hatten die Bosse f&uuml;r sich 20 Milliarden Pfund eingespart, aber die Pensionsfonds entwickelten riesige schwarze L&ouml;cher und konnten die Zahlungen an Besch&auml;ftigte im Ruhestand nicht mehr l&auml;nger leisten. Etwas &auml;hnliches passierte im &Ouml;ffentlichen Dienst. Es gab aber auch Unterschiede, wegen der Rolle der Regierung bei der Finanzierung von manchen von ihnen aus dem Staatshaushalt. Jetzt haben sie angek&uuml;ndigt, dass &Auml;nderungen eingef&uuml;hrt werden, um die voraussichtlichen Zahlungen an Besch&auml;ftigte des &Ouml;ffentlichen Dienstes im Ruhestand f&uuml;r die Zukunft zu verringern.<\/p>\n<p>  Die Hauptweise, wie das nach den Regierungsvorschl&auml;gen stattfinden wird, ist die Erh&ouml;hung des Rentenalters von 60 auf 65 Jahre. F&uuml;r viele w&uuml;rde das bedeuten, dass sie arbeiten, &#x84;bis sie umfallen&#x93;, das hei&szlig;t, sie w&uuml;rden wenig Zeit haben, ihre Rente zu genie&szlig;en, bevor sie sterben. Die Regierung behauptet, dass sie sowieso zu lange leben und dass das die Rentenkrise verursache! W&auml;hrend wir in Druck gehen versucht die Regierung verzweifelt, die Streiks zu stoppen, indem sie Verhandlungen bekannt. Was auch immer passiert, die ArbeiterInnen haben durch ihre Streikbereitschaft die Regierung in ihren Grundfesten ersch&uuml;ttert, die sich gerade auf Parlamentswahlen vorbereitet, die wahrscheinlich am 5. Mai stattfinden werden.<\/p>\n<p>  Die Rolle der Socialist Party war entscheidend, besonders in ihrer F&uuml;hrung der Haupt-Staatsangestelltengewerkschaft PCS. Die PCS hat die gr&ouml;&szlig;te Beteiligung an den Urabstimmungen von allen gehabt. 67.000 Besch&auml;ftigte stimmten f&uuml;r Streik in der brieflichen Urabstimmung, 33.000 dagegen. Letztes Wochenende fand ein landesweites Treffen der SP-Mitglieder im &Ouml;ffentlichen Dienst statt und es beschloss, dass die Strategie, mit der wir f&uuml;r die Niederlage des Rentenangriffs k&auml;mpfen wurden, die Forderung nach einer Ausdehnung des Streiks auf 2 Tage und auch f&uuml;r die weitestm&ouml;gliche Beteiligung des Privatsektors war. Wir beabsichtigen, auf eine gemeinsame landesweite Demonstration von &ouml;ffentlichem Dienst und Privatsektor so schnell wie m&ouml;glich zu dr&auml;ngen. Jetzt sind die Bedingungen da, die Regierung zu besiegen und das Niveau des Kampfes in Britannien auf neue H&ouml;hen zu heben. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-style: italic;\">von Bill Mullins, London (Gewerkschaftspolitischer Sprecher der Sozialist Party, Schwesterorganisation der SAV in Gro&szlig;britannien)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Million Besch&auml;ftigte im &Ouml;ffentlichen Dienst in Britannien sind drauf und dran, in den Streik zu treten.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11210"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11210"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11210\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11210"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11210"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11210"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}