{"id":11199,"date":"2005-03-07T14:26:13","date_gmt":"2005-03-07T14:26:13","guid":{"rendered":".\/?p=11199"},"modified":"2005-03-07T14:26:13","modified_gmt":"2005-03-07T14:26:13","slug":"11199","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/03\/11199\/","title":{"rendered":"Internationaler Frauentag 2005"},"content":{"rendered":"<p>Erkl&auml;rung des Kommitees f&uuml;r eine ArbeiterInneninternationale (CWI)<!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold;\">Machen wir Armut und Ungleichheit zur Geschichte &#x96; bek&auml;mpfen wir das System der Armut und Ungleichheit: bek&auml;mpfen wir den Kapitalismus!<\/span> <\/p>\n<p>Im Jahr 2005 feiern SozialistInnen die revolution&auml;ren Ereignisse, die vor hundert Jahren &uuml;ber Russland hinweggefegt sind. Russland erlebte im Jahre 1905 politische Generalstreiks der Massen und die Bildung der ersten Sowjets bzw. gew&auml;hlten ArbeiterInnenr&auml;te &#x96; die demokratischsten Kampforganisationen in den Auseinandersetzungen auf Leben und Tod gegen die Autokratie und gegen die Klasse der AusbeuterInnen. <\/p>\n<p>Im Tumult dieser turbulenten Ereignisse &#8211; die eine &#x84;Generalprobe&#x93; f&uuml;r das Revolutionsjahr 1917 waren, als die allererste ArbeiterInnenregierung gebildet wurde &#x96; sticht ein Ereignis aus der Erinnerung von einem der An&uuml;hrerInnen der revolution&auml;ren F&uuml;hrung, Leo Trotzki, besonders hervor. Trotzki beschrieb in seiner Erinnerung an eine Tagung des Petersburger Sowjets am 12. November 1905, wie eine Textilarbeiterin den Kampfgeist aller Anwesenden mit ihrer bestimmten Forderung hob, den Kampf um den 8-Stunden Arbeitstag zu Ende zu f&uuml;hren. <\/p>\n<p style=\"font-style: italic;\">&#x84;Eine Weberin mittleren Alters aus Maxwells Fabrik erhob sich, um zu sprechen. Sie hatte ein fein geschnittenes, offenes Gesicht; sie trug ein ausgebleichtes Baumwollkleid obwohl es Sp&auml;therbst war. Ihre Hand zitterte vor Aufregung als sie nerv&ouml;s an ihrem Kragen herumfingerte. Ihre Stimme hatte eine schallende, inspirierte, unvergessliche Qualit&auml;t. &#x82;Ihr habt Eure Frauen sich daran gew&ouml;hnen lassen, in weichen Betten zu schlafen und feine Speisen zu essen,&#x92; warf sie den Delegierten Putilovs (die f&uuml;r einen zumindest vor&uuml;bergehenden R&uuml;ckzug pl&auml;dierten) an den Kopf. &#x82;Deshalb habt ihr Angst, Eure Arbeit zu verlieren. Aber wir haben keine Angst. Wir sind bereit, zu sterben, aber wir werden den Acht-Stunden-Tag bekommen. Wir werden bis zum Ende k&auml;mpfen. Sieg oder Tod! Lang lebe der 8-Stunden Tag!&#x92;&#x93; <\/p>\n<p style=\"font-style: italic;\">&#x84;Bis zum heutigen Tag,&#x93; schreibt Trotzki, &#x84;drei&szlig;ig Monate sp&auml;ter, klingt diese Stimme der Hoffnung, der Verzweiflung und der Leidenschaft in meinen Ohren, ein bleibender Tadel, ein unbeugsamer Aufruf zur Aktion. Wo bist Du jetzt, heroische Genossin in ausgebleichter Baumwolle? Ach, Du warst es gewohnt, in einem weichen Bett zu schlafen und feine Speisen zu essen.&#x93;<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic;\">&#x84;Die schallende Stimme verstummte. Einen Moment lang war es schmerzhaft still. Dann ein Sturm von leidenschaftlichem Applaus. In diesem Moment erhoben sich die Delegierten, die von einem bedr&uuml;ckenden Gef&uuml;hl der Hilflosigkeit unter das kapitalistische Joch gedr&uuml;ckt worden waren, hoch &uuml;ber ihre allt&auml;glichen Sorgen. Sie applaudierten ihrem zuk&uuml;nftigen Sieg &uuml;ber Grausamkeit und Unmenschlichkeit.&#x93;<\/span> <\/p>\n<p>(Aus: Leo Trotzki &#x84;1905&#x93;, im Kapitel &#x84;Acht Stunden und ein Gewehr&#x93;. Das Zitat bezieht sich auf die Rede einer Delegierten des Petersburger Sowjets am 12.November 1905. Der Sowjet war uneins dar&uuml;ber, ob direkte Aktionen zur Einf&uuml;hrung des 8-Stunden-Tages aufrecht erhalten werden sollten, die zu Betriebsschlie&szlig;ungen und Entlassungen gef&uuml;hrt hatten.) <\/p>\n<p>F&uuml;r die Frau in &#x84;ausgebleichter Baumwolle&#x93; und f&uuml;r alle ArbeiterInnen h&auml;tte die Einf&uuml;hrung des 8-Stunden-Arbeitstages eine Chance bedeutet, zumindest einige Aspekte &ouml;ffentlichen und privaten Lebens genie&szlig;en zu k&ouml;nnen, anstatt sich nach langen Stunden der Lohnsklaverei in der Fabrik nach Hause schleppen zu m&uuml;ssen, wo noch weitere Stunden der Plackerei auf sie warteten. Gegen Ende des Jahres 1905, als ArbeiterInnen entlassen und Fabriken geschlossen wurden, als die UnternehmerInnen und die zaristische Regierung die Kontrolle &uuml;ber die Gesellschaft wiedererlangt hatten, war es unm&ouml;glich, diesen speziellen Kampf einer L&ouml;sung zuzuf&uuml;hren. Aber nach dem Sieg der ArbeiterInnenklasse unter der bolschewistischen F&uuml;hrung im Oktober 1917 war die Einf&uuml;hrung des 8-Stunden-Arbeitstages f&uuml;r alle ArbeiterInnen eine der ersten Ma&szlig;nahmen, die umgesetzt wurden. Ihr folgten rasch viele andere Ma&szlig;nahmen, die darauf abzielten, Frauen von der Doppelbelastung durch Arbeit und Haushalt zu befreien &#x96; das Recht auf Abtreibung, Ziviltrauung, Kinderbetreuungseinrichtungen, &ouml;ffentliche K&uuml;chen und W&auml;schereien. <\/p>\n<p>Die Verw&auml;sserung dieser Reformen durch die Beschr&auml;nkung der Revolution auf ein r&uuml;ckst&auml;ndiges Land und den Aufstieg des Stalinismus &auml;ndert nichts an diesen Idealen und den von der ersten sozialistischen ArbeiterInnenregierung der Welt gesetzten Priorit&auml;ten. Doch wie stehen die Dinge heute, in einer Welt der Hochtechnologie und Globalisierung?<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold;\">Frauen und Arbeit im 21. Jahrhundert<\/span> <\/p>\n<p>W&auml;hrend der letzten zehn Jahre hat sich die Zahl der Frauen in der ArbeiterInnenschaft weltweiten um 200 Millionen erh&ouml;ht. Im Jahr 2004 stellten Frauen 1,1 Milliarden von insgesamt 2,8 Milliarden Arbeitskr&auml;ften. Das bedeutet, dass 40% der Arbeitskr&auml;fte weltweit Frauen sind. Aber, der International Labour Organisation (ILO) zufolge, ist es f&uuml;r Frauen im Allgemeinen unwahrscheinlicher, einen regul&auml;r bezahlten Arbeitsplatz zu haben und wahrscheinlicher, in der unregulierten Wirtschaft zu arbeiten, also au&szlig;erhalb gesetzlicher und sch&uuml;tzender Rahmenbedingungen. Dar&uuml;ber hinaus verdienen Frauen f&uuml;r die selbe Arbeit generell weniger als M&auml;nner, sogar in weiblich dominierten Sparten. <\/p>\n<p>Die gro&szlig;e Mehrheit der Frauen, egal in welchem Teil der Welt sie leben, wird heute am h&auml;rtesten von den neoliberalen Angriffen getroffen, die gegen die ArbeiterInnenklasse als Ganzes ausgef&uuml;hrt werden. Massenk&uuml;ndigungen, unsichere Arbeitsbedingungen, niedrige L&ouml;hne, Angriffe gegen das Sozialwesen, die Pensionsrechte und Kinderbetreuungseinrichtungen, wie auch Angriffe gegen die Rechte der Frauen in Bezug auf Mutterschutz und Schwangerschaftsabbruch, werden nicht nur zu versch&auml;rfter Armut und Leiden der Frauen f&uuml;hren, sondern h&ouml;chst wahrscheinlich auch zu einer zunehmenden politischen Radikalisierung von Frauen, insbesondere von ArbeiterInnen. <\/p>\n<p>Die nahe Zukunft wird zweifellos ein Ansteigen der Arbeitsk&auml;mpfe weltweit bringen und Frauen aus der ArbeiterInnenklasse werden diesen K&auml;mpfen ganz bestimmt ihren Stempel aufdr&uuml;cken.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold;\">Die Armut bek&auml;mpfen <\/span><\/p>\n<p>60% der Arbeitskr&auml;fte, welche weniger als 1 US Dollar pro Tag verdienen, sind Frauen. Diese Zahl und der Grad der Armut im Allgemeinen wird zweifellos steigen, sobald das volle Ausma&szlig; der Auswirkungen der Tsunamikatastrophe enth&uuml;llt werden wird. Der Tsunami und die kriminelle Fahrl&auml;ssigkeit seitens der imperialistischen und arbeiterInnenfeindlichen Regierungen, keine Fr&uuml;hwarnsysteme im Indischen Ozean zu errichten, haben fast 350 000 Menschenleben gefordert. Die ILO sch&auml;tzt, dass zudem eine Million Arbeitspl&auml;tze in Sri Lanka und Indonesien allein als Konsequenz des Tsunami vernichtet wurden. <\/p>\n<p>Die ILO geht heute davon aus, dass 50-60% der betroffenen Menschen Ende 2005 wieder ihren Lebensunterhalt selbst verdienen werden k&ouml;nnen, vorausgesetzt, dass Hilfe und Unterst&uuml;tzung schnell bereitgestellt werden. <\/p>\n<p>Erinnern wir uns aber an den Unwillen kapitalistischer Regierungen, versprochene Hilfsleistungen und Geldmittel auch tats&auml;chlich zur Verf&uuml;gung zu stellen, so ist diese Entwicklung als &auml;u&szlig;erst unwahrscheinlich einzustufen, au&szlig;er auf diese Regierungen wird betr&auml;chtlicher Druck von unten ausge&uuml;bt. <\/p>\n<p>Als Ergebnis der Korruption, der Vorurteile, der Inkompetenz und des Unwillens der kapitalistischen Regierungen, die Lebensgrundlagen der Tsunamiopfer von Grund auf wiederherzustellen, werden wir noch viele Menschen an armutsbedingten Krankheiten sterben sehen. Aber wir werden auch sehen, dass die Mehrheit der Fl&uuml;chtlinge und die verletzlichsten Opfer der Katastrophe wie immer Frauen und Kinder sind.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold;\">Armut, sexueller Missbrauch und HIV\/AIDS<\/span> <\/p>\n<p>Armut ist auch die Hauptursache der Schrecken, die den Alltag von Millionen Menschen am afrikanischen Kontinent bestimmen. <\/p>\n<p>Rosa Luxemburg, eine der inspirierendsten und &uuml;berzeugtesten revolution&auml;ren Anf&uuml;hrerInnen der deutschen ArbeiterInnenbewegung des fr&uuml;hen 20. Jahrhunderts, hat einmal gesagt, dass die Menschheit zwei Wahlm&ouml;glichkeiten hat: Sozialismus oder Barbarei. <\/p>\n<p>Eines der j&uuml;ngsten und schrecklichsten Beispiele der Barbarei, die gro&szlig;e Teile des afrikanischen Kontinents beherrscht, ist der Alptraum, der den Sudan befallen hat. Tausende Familien wurden aus ihren H&auml;usern vertrieben und hungern und sterben in den armselig ausgestatteten Fl&uuml;chtlingslagern. <\/p>\n<p>Wie auch in anderen Kriegen oder B&uuml;rgerkriegen, werden Massenvergewaltigungen und andere Formen sexueller Gewalt gegen Frauen als Mittel der Kriegsf&uuml;hrung eingesetzt. Die Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch leiden sehr oft an irreparablen seelischen Sch&auml;den. In vielen F&auml;llen scheint Selbstmord der einzige Ausweg f&uuml;r Frauen zu sein, die die Schrecken von Gewalt und Erniedrigung durchleben mussten. <\/p>\n<p>Armut, sexuelle Gewalt und der Mangel an Bildung unter Frauen haben in den letzten zwei Jahren dazu gef&uuml;hrt, dass die Zahl der Frauen, die mit HIV\/AIDS leben, weltweit angestiegen ist. <\/p>\n<p>Der Welt-Gesundheits-Organisation (WHO) zufolge verzeichnete Ostasien mit 56% den st&auml;rksten Anstieg, gefolgt von Osteuropa und Zentralasien mit einem Anstieg von 46%. In Afrika s&uuml;dlich der Sahara, der am schlimmsten betroffenen Region, sind fast 60% aller von HIV betroffenen Erwachsenen Frauen. Junge Frauen zwischen 15 und 24 leben mit einem f&uuml;nfmal h&ouml;heren Risiko, sich mit HIV zu infizieren, als gleichaltrige M&auml;nner. F&uuml;r viele M&auml;dchen und junge Frauen ist die erste sexuelle Erfahrung eine erzwungene. <\/p>\n<p>Durch Unwissen und fehlende Schulbildung sieht die Realit&auml;t in mehreren afrikanischen L&auml;ndern so aus, dass die M&auml;nner glauben, sich gegen das t&ouml;dliche Virus sch&uuml;tzen zu k&ouml;nnen, indem sie Sex mit jungen Frauen haben, die noch keine sexuellen Erfahrungen gemacht haben. Die Konsequenz daraus ist, dass viele junge Frauen vergewaltigt und dabei mit HIV\/AIDS angesteckt werden. <\/p>\n<p>Der WHO zufolge hatten bis Juli 2004 nur 440 000 Menschen Zugang zu AIDS-Behandlungen, die von 6 Millionen Menschen in der neo-kolonialistischen Welt gebraucht werden. <\/p>\n<p>Einige PolitikerInnen, wie der britische Kanzler Gordon Brown, haben k&uuml;rzlich ihre von ganzem Herzen kommende Sympathie f&uuml;r Afrika entdeckt. Er beschwor einen &#x84;Marshall Plan&#x93; f&uuml;r den &#x84;verlorenen Kontinent&#x93;. Aber solange der Kapitalismus existiert, ist es nur eine Illusion, zu glauben, dass Afrika und andere benachteiligte Weltregionen aus der Armut geholfen werden wird. <\/p>\n<p>Das Geld, welches diesen L&auml;ndern versprochen wird, ist ein Tropfen auf den hei&szlig;en Stein im Vergleich zu den Summen, die f&uuml;r die Fortsetzung der imperialistischen Besetzung des Irak ausgegeben werden. <\/p>\n<p>Um Armut und HIV\/AIDS erfolgreich bek&auml;mpfen zu k&ouml;nnen, ist ein klarer Bruch mit dem Kapitalismus n&ouml;tig, der die Diktatur des IMF und der Weltbank beenden wird. Als Teil dieses internationalen Kampfes muss die Pharma-Industrie vergesellschaftet und unter die Leitung und Kontrolle der ArbeiterInnen gebracht werden. Das ist der einzige Weg, eine Zukunft und ein lebenswertes Leben f&uuml;r die Massen in der neo-kolonialistischen Welt zu sichern. <\/p>\n<p>Das Potenzial, die Bereitschaft und die F&auml;higkeit der afrikanischen ArbeiterInnenklasse, sich zu vereinen und gegen Angriffe auf ihren Lebensstandard zu k&auml;mpfen, zeigten sich letztes Jahr in Form von wichtigen Streikbewegungen in zwei wesentlichen L&auml;ndern am afrikanischen Kontinent. S&uuml;dafrika hat den gr&ouml;&szlig;ten Streik aller Zeiten im &ouml;ffentlichen Sektor gesehen und Nigeria, das bev&ouml;lkerungsreichste Land Afrikas, mehrere Generalstreiks gegen den Benzinpreiswucher der Regierung. <\/p>\n<p>In beiden F&auml;llen haben Frauen ma&szlig;geblich zur Standfestigkeit der Streikaktionen beigetragen. <\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Bushs Widerwahl und die Angriffe auf Frauenrechte <\/p>\n<p>Als George W. Bush im November 2004 f&uuml;r eine zweite Amtszeit wiedergew&auml;hlt wurde, waren Millionen Antikriegs-AktivistInnen, Umwelt-AktivistInnen und viele ArbeiterInnen weltweit best&uuml;rzt. Aber jetzt, mit Unterst&uuml;tzung der christlichen religi&ouml;sen Rechten in den USA, n&uuml;tzt Bush seinen Wahlsieg zum Generalangriff auf die Rechte der Frauen-, Lesben-, Schwulen-, Transgender- und Bisexuellengemeinschaften. <\/p>\n<p>Bush pr&auml;sentiert sich als den Gralsh&uuml;ter des traditionellen &#x84;American Way Of Life&#x93;, indem er sich gegen gleichgeschlechtliche Ehen und das Recht der Frauen auf Selbstbestimmung &uuml;ber den eigenen K&ouml;rper stellt. In sieben Bundesstaaten haben in den letzten Monaten Initiativen zu Abstimmungen &uuml;ber das Verbot von gleichgeschlechtlichen Ehen stattgefunden. Der reaktion&auml;re Charakter des fundamentalistischen religi&ouml;sen Fl&uuml;gels innerhalb der Republikanischen Partei wurde von Senator Tom Coburn auf den Punkt gebracht, der am Wahltag im letzten November versprochen hatte, &#x84;Abtreibung zu verbieten und jeden Arzt, der sie durchf&uuml;hrt, zu exekutieren&#x93;. <\/p>\n<p>In einem Versuch, ihre Politik gegen das Recht auf Abtreibung auf den Rest der Welt zu &uuml;bertragen, hat die Bush-Administration gefordert, dass die Vereinten Nationen &ouml;ffentlich das Recht auf Abtreibung widerrufen. <\/p>\n<p>Zweifellos bedeutet die Wiederwahl von George Bush einen R&uuml;ckschlag f&uuml;r Frauen in den USA. Aber sie wird ebenso eine starke Opposition und Widerstand seitens der Frauenbewegung hervorrufen, wie der &#x84;Million Women March&#x93; (Marsch der Millionen Frauen) zur Verteidigung des Rechtes auf Abtreibung im April 2004 gezeigt hat. Socialist Alternative, Organisation des CWI in den USA, nahm an der gr&ouml;&szlig;ten Frauenrechts-Demonstration aller Zeiten teil und rief zur Bildung einer neuen Partei der ArbeiterInnenklasse in den USA auf. Sie forderte auch das Recht auf kostenlose Abtreibung und die M&ouml;glichkeiten zur Durchf&uuml;hrung sowie kostenlose Gesundheits- und Kindervorsorge. <\/p>\n<p>Erst seit einigen Wochen wieder im Amt, startete die Regierung Bush einen landesweiten Krieg gegen die eigene ArbeiterInnenklasse, der gro&szlig;e Teile der Bev&ouml;lkerung in Armut st&uuml;rzen wird. <\/p>\n<p>Um Bushs Wahlversprechen der Halbierung des US-Haushaltsdefizits einzuhalten, beschloss das Wei&szlig;e Haus die h&auml;rtesten Sparma&szlig;nahmen seit der Zeit Ronald Reagans, der einer der Architekten der neoliberalen Politik der 1980er Jahre war. Die Angriffe beinhalten drastische K&uuml;rzungen im Sozialwesen, der Schulbildung und den Wohnbauprogrammen f&uuml;r Arme. Gesch&auml;tzte 1,1 Milliarden US Dollar sollen allein im Essensmarken-Programm gek&uuml;rzt werden, welches den &auml;rmsten Menschen in den USA Grundnahrungsmittel verschafft. Die Vorhaben beinhalten auch die Zerschlagung von &#x84;Medicaid&#x93;, einer Ma&szlig;nahme der Gesundheitsversorgung f&uuml;r Arme. Dar&uuml;ber hinaus wurden Pl&auml;ne enth&uuml;llt, welche die Privatisierung des Pensionssystems vorsehen. <\/p>\n<p>In Kombination mit der ausweglosen Situation, in der sich der US-Imperialismus im Irak befindet, und der Tatsache, dass die Verteidigungs- und R&uuml;stungsbudgets die einzigen sind, die unangetastet bleiben, ergibt das eine potentiell hochexplosive Mischung in den USA. <\/p>\n<p>Zweifellos spielen Initiativen wie die von &#x84;Military Families Speak Out&#x93; (&#x84;Familien von SoldatInnen nehmen sich kein Blatt vor den Mund&#x93;), die den R&uuml;ckzug der Truppen aus dem Irak fordern, und in denen die M&uuml;tter von im Irak get&ouml;teten SoldatInnen an der Spitze stehen, eine Schl&uuml;sselrolle beim Organisieren von Widerstand gegen die Bush-Regierung. <\/p>\n<p>In einem Flugblatt anl&auml;sslich des Kriegsbeginns vor zwei Jahren schrieben sie: &#x84;In dieses reichste Land der Welt kehren SoldatInnen aus dem Krieg zur&uuml;ck in eine wirtschaftlich unsichere Zukunft. Ihre Kinder im teenager Alter haben keine Chance auf eine h&ouml;here Schulbildung&#8230;wir begr&uuml;&szlig;en die 335 Millionen US Dollar, die den Opfern des Tsunami versprochen wurden, aber die Vereinigten Staaten geben diese Summe alle drei Tage im Irak aus. Wir brauchen Geld f&uuml;r Arbeitspl&auml;tze und Schulbildung, nicht f&uuml;r Krieg und Besetzungen.&#x93; <\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Die Offensive der UnternehmerInnen und der Kampf dagegen<\/p>\n<p>UnternehmerInnen und kapitalistische Regierungen in der fentwickelten kapitalistischen Welt befinden sich in einer Offensive zur Zerst&ouml;rung der letzten Reste der Sozialstaaten, die unter dem Druck der ArbeiterInnenklasse nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet worden waren. <\/p>\n<p>Wieder sind es Frauen und vor allem alleinerziehende M&uuml;tter, die am h&auml;rtesten von diesen Angriffen getroffen werden. Die sogenannte &#x84;Reform&#x93; der Arbeitslosengesetze in Deutschland ist nicht nur Teil des gr&ouml;&szlig;ten Verarmungsprogrammes in der deutschen Nachkriegsgeschichte, sie best&auml;rkt auch die traditionellen Geschlechterrollen. Die &#x84;Reformen&#x93;, die seit Januar dieses Jahres stattgefunden haben, beziehen das Einkommen der LebenspartnerInnen bei der Berechnung des Arbeitslosengeldes mit ein. <\/p>\n<p>Zus&auml;tzlich werden die neuen Regelungen alleinerziehende Eltern weiter benachteiligen. Alleinerziehende M&uuml;tter sind jetzt schon einem h&ouml;heren Risiko der Langzeitarbeitslosigkeit ausgesetzt, da es, unter anderem, an ausreichenden Kinderbetreuungseinrichtungen fehlt. Deswegen werden sie eher von den neuen Arbeitslosengeld-Gesetzen getroffen, die nach einem Jahr Arbeitslosigkeit eine Senkung der Zahlungen auf EUR 345.- im Westen und EUR 331.- im Osten vorsehen. In Folge wird die Armut der Kinder, die schon jetzt ein Rekordhoch in einem der reichsten L&auml;nder der Welt erreicht hat, sogar noch weiter ansteigen. <\/p>\n<p>Die selbe Art von Leistungsk&uuml;rzungen findet &uuml;berall in Europa statt. In England bedeuten die Angriffe der Regierung Blair auf die Pensionsrechte ganz besonders deutliche Diskriminierungen der Frauen, deren Pensionen ohnehin schon wesentlich niedriger sind als jene der M&auml;nner. <\/p>\n<p>Die neu vorgeschlagenen Regelungen sehen nicht nur eine Anhebung des Pensionsantrittsalters von 60 auf 65 Jahre im &ouml;ffentlichen Dienst vor, sondern auch ma&szlig;gebliche Einschnitte in die Pensionen der Frauen. Im gegenw&auml;rtigen Gesetz wird die Pension gro&szlig;teils &uuml;ber das Einkommen kurz vor der Pensionierung errechnet. &Uuml;blicherweise ist es das H&ouml;chsteinkommenden der betreffenden Person. Aber das neue Gesetz berechnet die Pension aus dem Lebenseinkommen. W&auml;hrend das vielleicht ein Vorteil f&uuml;r manche ArbeiterInnen sein mag, werden alle Frauen, die ihre Lohnarbeit f&uuml;r die Kindererziehung unterbrochen haben, merkliche K&uuml;rzungen bei ihrer Pension zu sp&uuml;ren bekommen. <\/p>\n<p>Die GenossInnen der &#x84;Socialist Party&#x93; (CWI-Sektion in England&amp;Wales) in den Gewerkschaften des &ouml;ffentlichen Dienstes in England und Wales und die GenossInnen von &#x84;International Socialist&#x93; (CWI-Schottland) in Schottland haben eine absolut tragende und entscheidende Rolle in der Auseinandersetzung und Umsetzung eines eint&auml;gigen, landesweiten Streik des &ouml;ffentlichen Dienstes zur Verteidigung der Pensionsrechte am 23. M&auml;rz gespielt. <\/p>\n<p>In Russland haben PensionistInnen einen gro&szlig;artigen Widerstandskampf gegen die Angriffe von Putins Regierung gef&uuml;hrt. Massendemonstrationen, Stra&szlig;ensperren und andere Formen des Protestes wurden vielfach von pensionierten Frauen spontan organisiert. Der Widerstand und die Proteste f&uuml;hrten zu einem Teilsieg. Putin musste zur&uuml;ckweichen und Zugest&auml;ndnisse machen. Zum Beispiel musste der russische Pr&auml;sident in einigen Gegenden den &ouml;rtlichen Beh&ouml;rden erlauben, die kostenlose Bef&ouml;rderung mit &ouml;ffentlichen Verkehrsmitteln f&uuml;r PensionistInnen wieder einzuf&uuml;hren. <\/p>\n<p>Das letzte Jahr hat einen allgemeinen Aufschwung bei Protesten der ArbeiterInnenbewegung gebracht, vor allem in Europa. Frauen spielten eine wichtige Rolle bei diesen Protesten. Wie auch immer, die Tatsache, dass Frauen oft die entschlossensten und engagiertesten K&auml;mpferInnen f&uuml;r die Verteidigung der Lebensstandards, L&ouml;hne und Arbeitsbedingungen sind, wurde durch den heroischen Streik der Kinderg&auml;rtnerInnen in Schottland hervorgehoben. Ungef&auml;hr 4000, haupts&auml;chlich Frauen aus der ArbeiterInnenklasse, beteiligten sich an einem neunw&ouml;chigen kompromisslosen Streik, in dem es um Bezahlung und ArbeiterInnenrechte ging. Die Mehrheit der beteiligten Kinderg&auml;rtnerInnen hatte keine Tradition gewerkschaftlicher Aktivit&auml;t, ganz zu schweigen von Streikerfahrung. Das zeigt einen wichtigen Wandel im Bewusstsein und l&auml;sst ahnen, wie die Entschlossenheit von Arbeiterinnen in Zukunft sein wird, wenn Klassenk&auml;mpfe explosionsartig ausbrechen werden. <\/p>\n<p>Die Versch&auml;rfung der kapitalistischen Systemkrise wird auch ein Ansteigen der Massenarbeitslosigkeit mit sich bringen. Die j&uuml;ngere Generation wird es immer schwerer haben, einen festen und angemessenen Arbeitsplatz zu finden. Die Lage f&uuml;r junge Frauen ist schrecklich. Junge Frauen zwischen 15 und 24 machen jetzt schon 50% der arbeitslosen Frauen aus. <\/p>\n<p>Das CWI in Belgien, &#x84;Linkse Socialistische Partij \/ Mouvement pour une Alternative Socialiste&#x93; (LSP\/MAS) hat den &#x84;Marsch der Jugend f&uuml;r Arbeit, freien Bildungszugang und gegen Rassismus&#x93; initiiert, der am 19. M&auml;rz stattfinden wird. <\/p>\n<p>In dieser Kampagne wird die Lage der Frauen besonders betont. Die LSP\/MAS fordert angemessene Entlohnung, das Recht auf Vollzeit-Besch&auml;ftigung, ordentliche Finanzierung des &ouml;ffentlichen Dienstes (wie z.B. Kinderg&auml;rten) und ein Ende von Sexismus und Rassismus am Arbeitsplatz. Dadurch versucht die LSP\/MAS junge Frauen aus der ArbeiterInnenklasse zu ermutigen, ihren Anliegen am 19.M&auml;rz Geh&ouml;r zu verschaffen. <\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold;\">Sexhandel und Prostitution <\/span><\/p>\n<p>Durch die Wiedereinf&uuml;hrung des Kapitalismus in der ehemaligen Sowjetunion und anderen Staaten Osteuropas und die damit einhergehende Zerst&ouml;rung aller Vorteile einer geplanten Wirtschaft kam es zu einem dramatischen Anstieg von Armut, die einer der Hauptgr&uuml;nde f&uuml;r den Anstieg von Prostitution und Frauenhandel in und von diesen L&auml;ndern darstellt. <\/p>\n<p>Menschenhandel ist nichts anderes als die moderne Umsetzung von Sklaverei und die brutalste Form von Ausbeutung. Er stellt heute &#8211; nach Waffen- und Drogenhandel &#8211; den drittgr&ouml;&szlig;ten kriminellen Wirtschaftsbereich dar. Handel mit Menschen ist der am schnellsten wachsende und &#x84;lukrativste&#x93; kriminelle Wirtschaftssektor, er beinhaltet Prostitution, Pornographie, Heiratshandel und kommerziellen sexuellen Missbrauch von Kindern.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">\n<p>Ohne Deckmantel enth&uuml;llt Sexhandel sehr direkt die brutale und gierige Natur des Kapitalismus, der danach trachtet, jede\/n und alles in Waren zu verwandeln um Profite zu machen, koste es was es wolle. Sexhandel erbringt Milliarden Dollar an Profit mit sehr niedrigem Risiko f&uuml;r die H&auml;ndler. <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Die Versprechungen auf ein besseres Lebens abseits von Armut und Not sind es durch die die meisten Frauen und M&auml;dchen in den Teufelskreis des Sexhandels geraten. Jedes Jahr werden alleine in die USA gesch&auml;tzte 30-50.000 Frauen und Kinder &#x84;gehandelt&#x93;.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Einmal in den USA kann eine Frau f&uuml;r ihre Kidnapper durchschnittlich 30.000 US-Dollar pro Woche einbringen, indem sie 20 mal am Tag vergewaltigt wird, sieben Tage pro Woche. Bei Verweigerung werden die Frauen geschlagen, manchmal sogar ermordet. <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Um angeblich die Situation f&uuml;r Prostituierte zu verbessern haben einige L&auml;nder sogenannte &#x84;Toleranz Zonen&#x93; eingef&uuml;hrt oder sogar Prostitution legalisiert.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Die bittere Realit&auml;t der Legalisierung von Prostitution wurde k&uuml;rzlich von einer Frau in Deutschland aufgedeckt, wo Prostitution 2002 legalisiert wurde. Die j&uuml;ngsten &Auml;nderungen in der Arbeitslosengesetzgebung kann Menschen zur Annahme von beinahe jedem Job, der ihnen offeriert wird, zwingen. Einer arbeitslosen weiblichen IT Spezialistin wurde von der Arbeitsvermittlung ein Job als Bardame angeboten. Die Bar stellte sich als Bordell heraus, von der Frau wurde erwartet, als Prostituierte zu arbeiten. Nach Ablehnung des &#x82;Jobangebots&#x92; wurde der Frau die K&uuml;rzung ihres Arbeitslosengelds angedroht. Berichte &uuml;ber &auml;hnliche F&auml;lle gibt es auch aus den Niederlanden. W&auml;hrend es in Folge &ouml;ffentlicher Entr&uuml;stung eher unwahrscheinlich ist, dass solch eine Politik gegenw&auml;rtig in diesen L&auml;ndern umgesetzt werden wird, sind dies trotzdem die Fakten, die durch die Legalisierung der Prostitution geschaffen wurden.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold;\">Die Notwendigkeit f&uuml;r eine neue Massenpartei der ArbeiterInnenklasse<\/span><\/p>\n<p>  Die Wurzeln des Internationalen Frauentages gehen bis in die Mitte des 19ten Jahrhunderts zur&uuml;ck, als sich in den USA und Europa ein steigender Druck f&uuml;r den Kampf von Frauenrechten aufbaute. Zu Beginn des 20ten Jahrhunderts war die Kampagne f&uuml;r das Frauenwahlrecht eine der zentralen Anliegen der Frauenbewegung und des internationalen Frauentages. Es ben&ouml;tigte bisweilen einen jahrzehntelangen Kampf, bevor das allgmeine Wahlrecht in den meisten Teilen der Welt erreicht wurde. Sogar heute noch, mehr als ein Jahrhundert sp&auml;ter, ist das allgemeine Wahlrecht noch immer kein demokratisches Grundrecht f&uuml;r alle Frauen der Welt. Und dort, wo Frauen das Wahlrecht haben, empfinden Frauen der ArbeiterInnenklasse, ebenso wie die ArbeiterInnenklasse generell, es oft schwierig, eine Partei zu finden und zu w&auml;hlen, die ihre Interessen verteidigt. <\/p>\n<p>Die im September 2004 in Afghanistan abgehaltenen Wahlen wurden von den kapitalistischen Medien als eine der Begr&uuml;ndungen verwendet, um die Invasion und den Afghanistankrieg nach den schrecklichen Terrorattacken von 9\/11 zu legitimieren. <\/p>\n<p>Spezielle Aufmerksamkeit wurde dem Fakt gegeben, dass 40% der W&auml;hlerInnen Frauen waren. Das wurde als Riesenfortschritt f&uuml;r die Frauenrechte in Afghanistan pr&auml;sentiert. Trotz der begr&uuml;&szlig;enswerten Tatsache, dass Frauen erstmals w&auml;hlen durften, ist die Situation f&uuml;r Frauen in Afghanistan nach wie vor stark von feudalen Traditionen und den &Uuml;berbleibseln der Anti-Frauen Gesetze des vorangegangenen Talibanregimes gepr&auml;gt. Das gilt auch f&uuml;r andere Teile der Welt. <\/p>\n<p>In Baluchistan, einer Provinz in Pakistan die noch immer von feudalen Stammesf&uuml;hrern dominiert und regiert wird, sind Frauen im &ouml;ffentlichen Alltag kaum sichtbar. Es gibt keine Ausbildung f&uuml;r Frauen und M&auml;dchen, diese wird durch Stammesgesetz verboten. Frauen ist es kaum gestattet, ihr Haus zu verlassen. Ehrenmorde, Zwangsverheiratungen und andere grausame und unmenschliche Br&auml;uche und Traditionen sind weit verbreitet. <\/p>\n<p>Gem&auml;&szlig; traditionellen &#x84;Br&auml;uchen&#x93; muss eine Frau, die einem Mann begegnet, mit dem sie nicht bekannt ist, sich auf den Boden setzen und ihren R&uuml;cken dem Mann zuwenden. Sie muss in dieser Position verweilen, bis der Mann vor&uuml;bergegangen ist. <\/p>\n<p>W&auml;hrend reaktion&auml;re und feudalistische Gesetze wie diese nicht &uuml;ber Nacht verschwinden werden, wird es gleichzeitig offensichtlich, dass der Kapitalismus weder &ouml;konomisch, noch kulturell einen Weg vorw&auml;rts anbieten kann, um diese L&auml;nder zu entwickeln. Das ist auch weitgehend einer der Gr&uuml;nde, warum Frauen keine Chance haben, aus diesen schrecklichen Bedingungen auszubrechen. <\/p>\n<p>Die &#x84;Sozialistische Bewegung&#x93; in Pakistan (Sektion des CWI), legt in ihrer t&auml;glichen Arbeit ein besonderes Augenmerk auf die Situation, mit der Frauen konfrontiert sind. Im letzten Jahr hielten sie &ouml;ffentliche Veranstaltungen und Workshops ab, die sich mit der Frage h&auml;uslicher Gewalt auseinander setzte. Die GenossInnen der Sozialistischen Bewegung f&uuml;hren auch eine Kampagne zur Abschaffung der extrem diskriminierenden und frauenfeindlichen &#x84;Hudood Gesetze&#x93;. Unter diesen Gesetzen m&uuml;ssen zum Beispiel vergewaltigte Frauen den Beweis von vier m&auml;nnlichen Zeugen erbringen, die aussagen, dass die Vergewaltigung stattfand &#x96; ansonsten werden sie selbst wegen Ehebruchs verfolgt. <\/p>\n<p>Als Folge ihrer Kampagne gegen diese Repression wurden AktivistInnen der Sozialistischen Bewegung von religi&ouml;sen Fundamentalisten bedroht. <\/p>\n<p>Ein sehr wesentlicher Bestandteil dieser Kampagne besteht darin, Frauen in prek&auml;ren Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen gewerkschaftlich zu organisieren und gleichzeitig eine Kampagne f&uuml;r den Aufbau einer MassenarbeiterInnenpartei zu f&uuml;hren, die die Spitze des Kampfes f&uuml;r Frauenrechte sein kann. <\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold;\">Politische Stimme <\/span><\/p>\n<p>Im Weltma&szlig;stab gesehen sind nur 15,2% der Abgeordneten in nationalen Parlamenten Frauen. Gleichzeitig sind Frauen auf der Suche nach Parteien, von denen sie glauben, dass sie ihre Interessen vertreten. Das spiegelt sich wider in der Diskussion um die Gr&uuml;ndung einer Frauenpartei, angesto&szlig;en durch eine Frau, welche die Obfrau der &#8222;Linkspartei&#8220; (ehemalige KP) in Schweden war. Laut Meinungsumfragen sagen bis zu 20% &#8211; viele davon sind schlecht bezahlte Arbeiterinnen &#x96; dass sie sich &uuml;berlegen, f&uuml;r diese Partei zu Stimmen. Als SozialistInnen glauben wir nicht, dass mehr Frauen in den Parlamenten automatisch die Situation von Arbeiterinnen verbessern. Die Interessen von Arbeiterinnen werden nicht von weiblichen Abgeordneten, und auch nicht von Ministerinnen und Pr&auml;sidentinnen vertreten. Ob U.S. Staatsekret&auml;rin Condoleeza Rice, Deutschlands Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, die britische Bildungsministerin Ruth Kelly oder die sri-lankesische Pr&auml;sidentin Chandrika Kumaratunga &#x96; sie alle haben eine Politik durchgef&uuml;hrt, die gegen die ArbeiterInnenklasse gerichtet ist. Am sch&auml;rfsten angegriffen wurden die Streiks im frauendominierten Gesundheitssektor in Belgien durch zwei Frauen &#x96; zwei belgische Ministerinnen. <\/p>\n<p>Dennoch ist die niedrige Zahl von Frauen in den Parlamenten ein Hinweis auf den patriarchalen Charakter heutiger Politik. Es kann kein Zweifel bestehen, dass SozialistInnen eine gr&ouml;&szlig;ere Teilnahme von Frauen in der Politik und in politischer Aktivit&auml;t begr&uuml;&szlig;en und anstreben. <\/p>\n<p>Das CWI f&uuml;hrt rund um die Welt Kampagnen f&uuml;r den Aufbau neuer Massenparteien der ArbeiterInnenklasse durch. Wo auch immer es Anzeichen f&uuml;r die Bildung echter ArbeiterInnenorganisationen gibt, engagiert sich das CWI im Aufbau dieser und k&auml;mpft f&uuml;r ein sozialistisches Programm dieser neuen Kr&auml;fte. <\/p>\n<p>Im letzten Jahr haben die Bildung von P-SOL (Partei f&uuml;r Freiheit und Sozialismus) in Brasilien und ASG (Arbeit und Soziale Gerechtigkeit) in Deutschland einen entscheidenden Schritt zur Bildung neuer ArbeiterInnenparteien bedeutet. <\/p>\n<p>W&auml;hrend der Charakter dieser neuen Formationen zu diesem Zeitpunkt noch nicht absolut klar ist, h&auml;ngen der Erfolg und die weitere Entwicklung auch vom Programm und von den Kampagnen, die sie f&uuml;hren, um einen besseren Lebensstandard f&uuml;r Arbeiterinnen zu erk&auml;mpfen ab und au&szlig;erdem davon, wie weit sie es schaffen, Arbeiterinnen in die K&auml;mpfe einzubinden. <\/p>\n<p>Um das Leben von Arbeiterinnen zu verbessern, m&uuml;ssen SozialistInnen in diesen neuen Parteien f&uuml;r ein Programm k&auml;mpfen, dass:<\/p>\n<p>&#8211; alle neoliberalen Attacken der Bosse und der Regierungen strikt ablehnt <\/p>\n<p>&#8211; Widerstand gegen Entlassungen organisiert <\/p>\n<p>&#8211; f&uuml;r eine Verringerung der Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich k&auml;mpft <\/p>\n<p>&#8211; f&uuml;r Voll-Zeit-Jobs f&uuml;r alle k&auml;mpft <\/p>\n<p>&#8211; gegen Billigl&ouml;hne und f&uuml;r einen ausreichenden Mindestlohn k&auml;mpft <\/p>\n<p>&#8211; gemeinsame Kampagnen mit Gewerkschaftsbewegungen f&uuml;hrt, um zu helfen, unorganisierte Betriebe zu organisieren <\/p>\n<p>&#8211; f&uuml;r kostenlose Kinderbetreuungspl&auml;tze f&uuml;r Kinder aller Altersgruppen k&auml;mpft <\/p>\n<p>&#8211; das Recht von Frauen verteidigt, Kinder zu haben, wann und wenn &uuml;berhaupt sie welche haben wollen<\/p>\n<p>&#8211; Kampagnen f&uuml;hrt gegen Gewalt im Haushalt, gegen sexuelle Bel&auml;stigung am Arbeitsplatz und gegen jede Form von Diskriminierung in der Gesellschaft <\/p>\n<p>Damit Frauen aber ein- f&uuml;r allemal frei von Armut und Unterdr&uuml;ckung jeder Form leben k&ouml;nnen, ist es notwenig, die profitorientierte, kapitalistische Gesellschaftsordnung zu &uuml;berwinden. <\/p>\n<p>Das kann nur erreicht werden durch eine Massenbewegung der ArbeiterInnenklasse, die die gro&szlig;en Unternehmen, die enormen Reichtum durch die internationale Ausbeutung der ArbeiterInnenklasse angeh&auml;uft haben, vergesellschaftet und sie &ouml;ffentlicher Kontrolle unterstellt. <\/p>\n<p>Frauen aus der ArbeiterInnenklasse werden in diesem Kampf unverzichtbar sein, der letztendlich zur Befreiung der Menschheit und wirklicher Gleichheit zwischen Mann und Frau f&uuml;hren wird. <\/p>\n<p>Am ersten &#8222;Allrussischen Kongress arbeitender Frauen&#8220; im Oktober 1918 argumentierte Lenin: &#8222;Die Erfahrung aller Befreiungsbewegungen hat gezeigt, dass der Erfolg einer Revolution davon abh&auml;ngt, wie viele Frauen daran teilnehmen&#8220;. <\/p>\n<p>Das ist auch heute noch wesentlich, und der Erfolg des Aufbaues neuer, starker Massenparteien der ArbeiterInnenklasse h&auml;ngt davon ab, wie gut sie es schaffen, Arbeiterinnen aufzunehmen und in die eigenen Reihen zu integrieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erkl&auml;rung des Kommitees f&uuml;r eine ArbeiterInneninternationale (CWI)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[32],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11199"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11199"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11199\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11199"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11199"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11199"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}