{"id":11193,"date":"2005-02-28T16:27:19","date_gmt":"2005-02-28T16:27:19","guid":{"rendered":".\/?p=11193"},"modified":"2005-02-28T16:27:19","modified_gmt":"2005-02-28T16:27:19","slug":"11193","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/02\/11193\/","title":{"rendered":"Acht Millionen Gr&#252;nde f&#252;r Gegenwehr"},"content":{"rendered":"<p>  Vor zwei Jahren startete BILD eine gro&#223;angelegte Kampagne gegen den   angeblichen Sozialschmarotzer &quot;Florida-Rolf&quot; und forderte die Streichung   seiner Sozialhilfe. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann verdient   monatlich so viel wie 1.900 ALG-II-Empf&#228;ngerInnen und will 6.400   Arbeitspl&#228;tze streichen.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Wo bleibt die Kampagne mit dem Namen &quot;Florida-Josef&quot;? Doch auch das   w&#252;rde leider die Massenvernichtung von Arbeitspl&#228;tzen nicht verhindern.<br \/> Denn Ackermann steht nicht allein: Siemens vernichtete im letzten Jahr 6.000   Arbeitspl&#228;tze trotz 3,4 Milliarden Euro Profit im Jahr 2003. Nun stehen   1.250 Arbeitspl&#228;tze auf der Abschussliste. Bei Opel sollen 6.000   Arbeitspl&#228;tze vernichtet werden sollen. Jetzt wei&#223; die Frankfurter   Rundschau (9. Februar) zu berichten, dass &quot;wegen der hohen Auslastung   Leiharbeiter erforderlich&quot; werden.<\/p>\n<p><b><font color=\"rgb(204, 0, 0)\"><span><\/font><\/b> &quot;Smartsourcing&quot; und Zwangsumz&#252;ge<\/span><b><br \/><\/b><br \/>Ackermann   will allein 1.200 Stellen ins Ausland verlagern. Doch auch im Ausland   sollen an anderer Stelle 3.300 Arbeitspl&#228;tze gestrichen werden. Die   Auslagerung (Outsourcing) von Stellen nennt er dreist &quot;Smartsourcing.&quot;   Allein seit Ackermanns Amtsantritt im Jahr 2002 wurden 20.000   Arbeitspl&#228;tze vernichtet. Jetzt klagt er &#246;ffentlich dar&#252;ber, dass der   Stellenabbau ihn aufgrund von Abfindungen 1,3 Milliarden Euro kostet.   Armer Josef.<br \/>F&#252;r ALG-II-Empf&#228;ngerInnen und Billigjobber-Innen sind   die Probleme eines Josef Ackermann schier unvorstellbar. Allein 100.000   ALG-II-Empf&#228;ngerInnen werden laut Deutschem Mieterbund zu einem Wechsel   in eine billigere Wohnung gezwungen. Dabei werden zunehmend   Sozialwohnungen abgebaut, weil sie f&#252;r private Miethaie nicht   interessant sind.<\/p>\n<p><b><font color=\"rgb(204, 0, 0)\"><span><\/font><\/b> Weit &#252;ber 5 Millionen Arbeitslose<\/span><b><br \/><\/b><br \/>Ende Januar lie&#223;   Wirtschaftsminister Clement die Katze aus dem Sack: Die Arbeitslosenzahl   in Deutschland liegt &#252;ber f&#252;nf Millionen. Nachdem das raus war, fiel es   Clement auch nicht schwer, die Zahlen ein paar Tage sp&#228;ter auf 6,5   Millionen hochzuschrauben. Was besseres als: &quot;Jetzt kommt die ganze   Wahrheit ans Licht,&quot; fiel Clement dazu nicht ein.<br \/>Die ganze   Wahrheit sieht aber anders aus: &quot;Auf &#252;ber sieben Millionen kommt, wer   beachtet, dass Hunderttausende sich gar nicht bei den Arbeitsagenturen   melden, weil sie die Hoffnung auf einen Job aufgegeben haben. Es sind an   die acht Millionen, addiert man jene hinzu, die nicht arbeiten k&#246;nnen,   weil sie Familienmitglieder betreuen,&quot; berichtet die Welt am Sonntag am   23. Februar 2005. Die Arbeitslosenzahlen erreichen damit eine H&#246;he wie   zuletzt in den Zwanziger Jahren.<\/p>\n<p><b><font color=\"rgb(204, 0, 0)\"><span><\/font><\/b> Radikale Arbeitszeitverk&#252;rzung<\/span><b><br \/><\/b><br \/>Erwerbslose werden   zum Nichtstun verdammt, weil sie f&#252;r die Ackermanns dieser Welt zu wenig   Profit abwerfen &amp;#x96 w&#228;hrend andere 40, 45 oder 50 Stunden die Woche   schuften sollen.<br \/>Zur Schaffung von ausreichend Arbeitspl&#228;tzen ist   eine radikale Arbeitszeitverk&#252;rzung in gro&#223;en Schritten bei vollem Lohn-   und Personalausgleich n&#246;tig. Wenn jede und jeder nur noch maximal   drei&#223;ig Stunden pro Woche arbeiten m&#252;sste, k&#246;nnten Millionen neuer   Arbeitspl&#228;tze entstehen.<\/p>\n<p><b><font color=\"rgb(204, 0, 0)\"><span><\/font><\/b> Neue Partei ASG<\/span><b><font color=\"rgb(204, 0, 0)\"><br \/><\/font><\/b><br \/>  Zus&#228;tzlich m&#252;ssen im &#246;ffentlichen Dienst wie im Bildungs-, Verkehrs- und   Gesundheitswesen Arbeitspl&#228;tze geschaffen werden. Die neue Partei Arbeit   und soziale Gerechtigkeit (ASG) fordert die Schaffung von einer Million   tariflich bezahlter, neuer Stellen im &#246;ffentlichen Dienst durch ein   Zukunftsinvestitionsprogramm. SAV-Mitglieder bauen die ASG mit auf und   schlagen vor, diese &#246;ffentlichen Investitionen durch die Gewinne der   Gro&#223;konzerne und Banken zu finanzieren. Forderungen nach   Arbeitszeitverk&#252;rzung und einer drastischer Besteuerung von Gewinnen und   Verm&#246;gen werden aber auf den geballten Widerstand der Arbeitgeber sto&#223;en   &amp;#x96 weil es ihnen einzig und allein um ihre Profite geht. Deshalb   m&#252;ssen die kapitalistischen Eigentumsverh&#228;ltnisse in Frage gestellt   werden. SAV-Mitglieder sprechen sich deshalb f&#252;r eine k&#228;mpferische und   sozialistische Ausrichtung der ASG aus.<i><br \/><span><\/i>von Lucy Redler,   Mitglied der SAV-Bundesleitung<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Vor zwei Jahren startete BILD eine gro&#223;angelegte Kampagne gegen den<br \/>\n      angeblichen Sozialschmarotzer &quot;Florida-Rolf&quot; und forderte die Streichung<br \/>\n      seiner Sozialhilfe. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann verdient<br \/>\n      monatlich so viel wie 1.900 ALG-II-Empf&#228;ngerInnen und will 6.400<br \/>\n      Arbeitspl&#228;tze streichen.\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[78,27],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11193"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11193"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11193\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11193"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11193"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11193"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}