{"id":11179,"date":"2005-02-23T17:38:29","date_gmt":"2005-02-23T17:38:29","guid":{"rendered":".\/?p=11179"},"modified":"2005-02-23T17:38:29","modified_gmt":"2005-02-23T17:38:29","slug":"11179","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/02\/11179\/","title":{"rendered":"Gemeinsam f&uuml;r Arbeit, Bildung und soziale Sicherung k&auml;mpfen!"},"content":{"rendered":"<p>ASG aufbauen statt spalten!<\/p>\n<p>  <i>Stellungnahme der SAV vom 23. Februar 2005<\/i><!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nZw&ouml;lf Wochen vor den Landtagswahlen in NRW steht die ASG vor einer inneren Zerrei&szlig;probe. Die gegen die SAV gerichteten <a href=\"\/?p=11170\">Beschl&uuml;sse des Bundesvorstands<\/a> vom 13. Februar und der erpresserische Brief von Klaus Ernst vom 18. Februar stellen das bisherige Selbstverst&auml;ndnis der ASG als einer breiten, pluralistischen und demokratischen Kraft in Frage. Es best&auml;tigt sich die Einsch&auml;tzung, dass an der SAV ein Exempel statuiert werden soll, aber alle SozialistInnen und linken KritikerInnen gemeint sind. Der Beschluss des Bundesvorstands und die Ausgrenzungsversuche gegen SAV-Mitglieder in der ASG sind auf breiten Widerstand in der Mitgliedschaft gesto&szlig;en. W&auml;hrend die Debatte voll entbrannt ist und Klaus Ernsts Brief und die Antwort von acht BuVo-Mitgliedern auf der Website ver&ouml;ffentlicht wurden, ist der Beschluss des BuVo bis zum heutigen Tag weder innerhalb der Partei ver&ouml;ffentlicht worden noch den Betroffenen, also der SAV, mitgeteilt worden. Anfragen der SAV-Bundesleitung beim ASG-BuVo werden ignoriert. Eine Diskussionskultur macht sich breit, die Mitglieder nur aus der ASG vertreiben kann. Nicht wenige AktivistInnen haben ge&auml;u&szlig;ert, dass sie ihre aktive Mitarbeit und sogar ihre Mitgliedschaft &uuml;berdenken werden, sollten die Ausgrenzungsversuche fortgesetzt werden. Das Verhalten der Mehrheit des Bundesvorstands und vor allem von Klaus Ernst ist in hohem Ma&szlig;e parteisch&auml;digend. Statt die Kr&auml;fte auf den Aufbau der Partei und insbesondere den Wahlkampf in NRW zu konzentrieren wird eine interne Debatte inszeniert, die durch nichts gerechtfertigt ist. Gleichzeitig wirft die Debatte wichtige politische Fragen auf, die in der gesamten Mitgliedschaft debattiert werden sollten. In diesem Sinne ist die aktuelle Entwicklung auch eine Chance f&uuml;r die ASG, einen Schritt weiter in Richtung Aufbau einer wirklichen Alternative zu den kapitalistisch-neoliberalen Parteien zu kommen. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Die Logik von Klaus Ernst <\/span> <br style=\"font-weight: bold;\"> <br \/>  Klaus Ernsts Brief spricht eine deutlich Sprache: die oder wir! &#x84;Die&#x93; &#8211; das ist nicht nur die SAV, sondern offensichtlich alle Kr&auml;fte in der ASG, die die keynesianistische Ideologie der Bundesvorstandsmehrheit wagen in Frage zu stellen und f&uuml;r system&uuml;berwindende Alternativen eintreten. In den Augen von Klaus Ernst sind das &#x84;Gewerkschaftshasser und politische Irrl&auml;ufer&#x93;. Gleichzeitig greift er all diejenigen an, die diese &#x84;Irrl&auml;ufer&#x93; nicht aus der ASG mit administrativen Ma&szlig;nahmen entfernen wollen. &#x84;Wir&#x93; &#8211; das sind nach Ernsts Logik alle GewerkschafterInnen in der ASG. Diese seien nicht nur f&uuml;r die Medienaufmerksamkeit, sondern auch f&uuml;r zuk&uuml;nftige Wahlerfolge verantwortlich und damit unverzichtbar. Der Irrl&auml;ufer hei&szlig;t Klaus Ernst. Bei seinem Bild von der ASG ist der Wunsch Vater des Gedankens. In seinem offenen Brief widerspricht der ver.di-Gewerkschafter und einer der Initiatoren der Wahlalternative, Ralf Kr&auml;mer, dieser Darstellung: &#x84;Es w&auml;re auch ganz falsch, die Kontroverse als eine zwischen GewerkschafterInnen und ehemaligen Sozialdemokraten einerseits und radikaleren Linken andererseits zu betrachten. Zwar vertreten insbesondere einige IG-Metall-Funktion&auml;re die autorit&auml;r-zentralistische Position, aber die Mehrzahl der in der ASG aktiven GewerkschafterInnen und wohl auch der fr&uuml;heren SozialdemokratInnen vertritt sie nach meiner Einsch&auml;tzung nicht.&#x93; Diese Einsch&auml;tzung wird nicht zuletzt dadurch best&auml;tigt, dass nicht nur eine Reihe von BasisgewerkschafterInnen in der ASG, sondern selbst GewerkschafterInnen aus dem Bundesvorstand der ASG nun &ouml;ffentlich Position gegen die Haltung von Klaus Ernst bezogen haben. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Orientierung <\/span><br style=\"font-weight: bold;\"> <br \/>  Die Absatzbewegung von breiten Teilen der Bev&ouml;lkerung von der SPD und von Millionen ArbeitnehmerInnen von den Gewerkschaften ist kein neues Ph&auml;nomen. Klaus Ernst und andere haben versp&auml;tet die Schlussfolgerung gezogen, dass mit der SPD keine Arbeitnehmerinteressen mehr zu vertreten sind. Es w&auml;re deshalb ein Fehler nur auf die Schichten zu orientieren, die nach der Verk&uuml;ndung der Agenda 2010 der SPD den R&uuml;cken gekehrt haben. Es gibt Millionen ArbeitnehmerInnen, Erwerbslose, RentnerInnen und Jugendliche, die schon seit Jahren jegliches Vertrauen in die etablierte Politik verloren haben und nur erreichbar sind, wenn eine neue Partei sich klar und deutlich von dieser abgrenzt, nicht zuletzt durch deutliche Absagen an Regierungsbeteiligungen und -tolerierungen, aber vor allem durch eine ehrliche Sprache und eine k&auml;mpferische und aktive Praxis. <br \/>  Ebenso sind Millionen aus den Gewerkschaften ausgetreten, weil sie nicht einsehen den durch Sommer, Bsirske, Peters und Co. organisierten Verzicht auch noch mit einem Prozent ihres Monatseinkommens zu finanzieren bzw. weil sie ihren Job verloren haben und sich als Erwerbslose nicht durch die Gewerkschaften vertreten sehen. Die Politik der Gewerkschaftsspitzen ist gewerkschaftssch&auml;digend. Klaus Ernst versucht die SAV und andere Linke als gewerkschaftsfeindlich darzustellen. Das ist eine bewusste L&uuml;ge! SAV-Mitglieder sind aktive GewerkschafterInnen, Betriebs- und Personalr&auml;te und Vertrauensleute. Wir diskutieren t&auml;glich mit KollegInnen, die die Gewerkschaft verlassen wollen und versuchen sie von diesem Schritt abzuhalten. Aber dies ist nur m&ouml;glich, wenn man die Wahrheit ausspricht und nicht versucht die uns&auml;gliche Politik der Gewerkschaftsf&uuml;hrungen zu verteidigen. Diese f&uuml;hrt direkt zur Schw&auml;chung der Gewerkschaften und bedroht deren Zukunft. Deshalb treten SAV-Mitglieder f&uuml;r die Vernetzung kritischer und k&auml;mpferischer KollegInnen an der Basis der Gewerkschaften und f&uuml;r den Aufbau einer programmatischen und personellen Alternative zur heutigen F&uuml;hrung ein. Und: wir stehen auch dann auf Seite der betroffenen KollegInnen in den Betrieben, wenn die Gewerkschaftsf&uuml;hrung das nicht tut &#8211; was leider immer h&auml;ufiger der Fall ist. <br \/>  Klaus Ernst scheint die ASG auf diejenigen orientieren zu wollen, denen der Sozialabbau mit der Agenda 2010 zu weit geht. Wir sind der Meinung, die ASG muss danach streben, die Millionen zu erreichen, die sich von allem, was sie als Teil der etablierten Strukturen dieses Systems betrachten, abgewendet haben und gegen jegliche Form von Sozialabbau sind. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Wie werden Wahlerfolge erzielt? <\/span><\/p>\n<p>  Klaus Ernst behauptet, dass die Einbeziehung von Gruppen wie der SAV in die ASG, den Zugang zu neuen Mitgliedern und W&auml;hlerschichten verbaut. Er schreibt: &#x84;Sie werden nicht selten gesehen als Leute, die die Gewerkschaften undifferenziert bek&auml;mpfen, sinnlose oder nicht annehmbare Forderungen aufstellen oder ganz an der Wirklichkeit vorbei die Auffassung vertreten, es lie&szlig;e sich jetzt, hier und heute eine Mehrheit mit dem Aufbau einer revolution&auml;ren Massenpartei erreichen.&#x93; Wen auch immer er mit diesen Unterstellungen meint, diese Beschreibung trifft nicht auf die SAV zu. Unser Verh&auml;ltnis zu den Gewerkschaften haben wir ausgef&uuml;hrt. Aber auch sonst passen wir nicht in dieses Bild. Wir haben in den letzten Jahren bewiesen, dass wir in der Lage sind breite Schichten der Jugend und der Arbeiterklasse zu erreichen. In Rostock haben wir bei den Kommunalwahlen im letzten Jahr 2,5 Prozent (ca. 2.000 W&auml;hlerInnen) erreicht und eine wichtige Rolle bei der Durchf&uuml;hrung der sehr erfolgreichen Montagsdemonstrationen gespielt. Nicht zuletzt den Aktivit&auml;ten der SAV, dem von SAV-Mitgliedern ins Leben gerufenen B&uuml;ndnis gegen Sozialkahlschlag und unserer B&uuml;rgerschaftsabgeordneten ist es zu verdanken, dass es in Rostock keine Zwangsumz&uuml;ge f&uuml;r ALG II-Empf&auml;nger geben wird, Ein-Euro-Jobs nur bei Zustimmung angetreten werden m&uuml;ssen und ein Sozialticket f&uuml;r den &ouml;ffentlichen Nahverkehr eingef&uuml;hrt wurde. Von SAV-Mitgliedern ins Leben gerufene Komitees haben bundesweit Sch&uuml;lerstreiks gegen den Irakkrieg durchgef&uuml;hrt, an denen sich 200.000 Jugendliche beteiligt haben. In Aachen und K&ouml;ln wurden SAV-Mitglieder an der Spitze kommunaler Wahlb&uuml;ndnisse in die Stadtr&auml;te gew&auml;hlt. Die SAV hat eine entscheidende Rolle bei der Initiierung der ersten bundesweiten Gro&szlig;demonstration gegen die Agenda 2010 am 1. November 2003 gespielt. Vielleicht sollte Klaus Ernst mal mit der DGB-Vorsitzenden von Nordhessen, Katharina Seewald, sprechen. Diese bedankte sich in ihrer Rede bei den Sozialismustagen 2004 bei den Kasseler SAV-Mitgliedern f&uuml;r deren Engagement, ohne dass der stadtweite Streik von &uuml;ber 7.000 Besch&auml;ftigten im Dezember 2003 &#x84;nicht m&ouml;glich gewesen w&auml;re&#x93;. <br \/>  Auch in anderen L&auml;ndern haben Schwesterorganisationen der SAV unter Beweis gestellt, dass auch mit sozialistischer Politik Wahlerfolge zu erzielen und Menschen zu mobilisieren sind. In Irland ist der Sozialist Joe Higgins auf Grundlage seines aktiven Einsatzes in Kampagnen gegen Geb&uuml;hrenerh&ouml;hungen in Dublin zum Parlamentsabgeordneten gew&auml;hlt worden. In der englischen Stadt Coventry hat die Socialist Party drei Vertreter im &ouml;rtlichen Stadtrat. Die mehrheitlich von Linken und SozialistInnen gef&uuml;hrte Gewerkschaft der Staatsangestellen PCS in Gro&szlig;britannien organisierte gerade in den letzten Monaten erfolgreiche K&auml;mpfe und Massenstreiks. Auch in anderen L&auml;ndern haben Parteien und B&uuml;ndnisse mit einem sozialistischen Selbstverst&auml;ndnis wichtige Wahlerfolge erzielt: die Sozialistische Partei in den Niederlanden, der Linksblock in Portugal, LO\/LCR in Frankreich, die Kommunistische Partei &Ouml;sterreichs in der Gemeinde Graz, die rot-gr&uuml;ne Einheitsliste in D&auml;nemark. <br \/>  Nat&uuml;rlich gibt es heute in der Mehrheit der Bev&ouml;lkerung kein sozialistisches Bewusstsein und schon gar nicht die Bereitschaft &#x84;hier und heute&#x93; eine revolution&auml;re Massenpartei aufzubauen. Aber es gibt auch kein Bewusstsein f&uuml;r eine keynesianistische Ideologie, die darauf setzt den Kapitalismus dauerhaft sozial, demokratisch und friedlich zu gestalten ohne die Eigentums- und Machtverh&auml;ltnisse in Frage zu stellen. Viele Menschen haben angesichts der weltweiten, scheinbar ungebremsten Offensive des Kapitals erhebliche Zweifel, dass ein &#x84;Zur&uuml;ck zum Sozialstaat&#x93; unter Beibehaltung des kapitalistischen Systems machbar ist. Die Wahrheit ist leider, dass die Mehrheit der Menschen sowohl das Vertrauen in dieses System, als auch das Vertrauen in die Machbarkeit eines anderen Systems verloren haben. Dies findet seinen Ausdruck in Meinungsumfragen nach denen drei Viertel der ostdeutschen und &uuml;ber die H&auml;lfte der westdeutschen Befragten ge&auml;u&szlig;ert haben, dass &#x84;der Sozialismus eine gute Idee sei, die nur falsch umgesetzt wurde.&#x93; Dass auch in der Bundesrepublik Parteien mit einem Bezug zum Sozialismus gew&auml;hlt werden, dr&uuml;cken die Wahlerfolge f&uuml;r die PDS aus. Diese verliert nicht aufgrund des &#x84;S-Wortes&#8220; in ihrem Namen an Unterst&uuml;tzung, sondern aufgrund ihrer Regierungsbeteiligungen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. In verzerrter Form dr&uuml;cken dies leider auch die Erfolge der NPD aus, da diese sich in ihrer Propaganda offensiv als eine &#x84;sozialistische&#x93; Kraft darstellt. <br \/>  Nat&uuml;rlich w&uuml;rde eine sozialistische Programmatik der ASG nicht eine Stimme mehr bringen, wenn sie nur auf dem Papier stehen w&uuml;rde. Es k&auml;me darauf an, ein solche Programm mit Leben zu f&uuml;llen und in die Sprache von Arbeitspl&auml;tzen, Bildung, Wohnraum und Sozialleistungen zu &uuml;bersetzen. <br \/>  Wir sind der Meinung, dass nur eine Partei auf Basis eines sozialistischen Selbstverst&auml;ndnisses dem Druck der kapitalistischen Sachzwang- und Profitlogik dauerhaft wird standhalten k&ouml;nnen. Das ist die Lehre aus der Entwicklung von SPD, Gr&uuml;nen und PDS (bei letzterer steht Sozialismus auf dem Papier, ist aber in der Praxis von Systemimmanenz abgel&ouml;st worden). <br \/>  Deshalb treten wir f&uuml;r ein sozialistisches Programm ein, welches z.B. Forderungen nach der &Uuml;berf&uuml;hrung der Schl&uuml;sselindustrien und Banken in &ouml;ffentliches Eigentum bei demokratischer Kontrolle und Verwaltung beinhalten w&uuml;rde. Das bedeutet nicht, dass wir daf&uuml;r eintreten, Wahlk&auml;mpfe unter der Parole des Sozialismus und des Gemeineigentums zu f&uuml;hren. Wahlk&auml;mpfe m&uuml;ssen gef&uuml;hrt werden erstens als eine aktive und k&auml;mpferische Kraft, die in der Praxis an der Seite der vom Neoliberalismus und der kapitalistischen Profitgier Betroffenen steht &#8211; bei Demonstrationen, Streiks, Kampagnen etc. <br \/>  Zweitens m&uuml;ssen in Wahlk&auml;mpfen Forderungen in den Mittelpunkt gestellt werden, die sich gegen jede Form von Sozialabbau, Privatisierung und Arbeitsplatzvernichtung aussprechen und unmittelbare Antworten auf die soziale Krise geben: f&uuml;r deutliche Arbeitszeitverk&uuml;rzung bei vollem Lohnausgleich, f&uuml;r eine soziale Mindestsicherung, f&uuml;r Mindestl&ouml;hne, die R&uuml;cknahme des Sozialabbaus der letzten Jahre, f&uuml;r eine starke progressive Besteuerung von Gewinnen und Verm&ouml;gen usw. Es gibt aber keinen Grund in einem Wahlprogramm auf Forderungen zu verzichten, die einen radikaleren Charakter haben und darauf hinweisen, dass grundlegende Ver&auml;nderungen der Gesellschaft n&ouml;tig sind, um die sozialen Probleme zu l&ouml;sen: zum Beispiel Zinsmoratorien f&uuml;r &ouml;ffentliche Haushalte, &Uuml;berf&uuml;hrung von Betrieben, die Massenentlassungen vornehmen oder geschlossen werden sollen, in &ouml;ffentliches Eigentum. Tatsache ist, dass solche Ma&szlig;nahmen n&ouml;tig sein werden, um &ouml;ffentliche Investitionsprogramme zu erm&ouml;glichen und Arbeitsplatzvernichtung zu verhindern. Wenn sich die ASG als k&auml;mpferische Alternative pr&auml;sentiert, die sich aktiv gegen den Kurs der etablierten Parteien einsetzt, wird der Hinweis darauf, dass man den Kapitalismus &uuml;berwinden muss, um diese Forderungen dauerhaft umzusetzen, keine W&auml;hlerInnen verschrecken. <\/p>\n<p>  Die im ASG-Grundsatzprogramm enthaltenen Forderungen k&ouml;nnten ein Aktionsprogramm ausmachen, dem alle Teile der ASG problemlos zustimmen k&ouml;nnen. Das ASG-Grundsatzprogramm ist aber nicht ideologiefrei. Es bekennt sich ziemlich klar und deutlich zur kapitalistischen Marktwirtschaft und erweckt die Illusion, man k&ouml;nne die in dem Programm aufgeworfenen Forderungen im Rahmen des bestehenden Systems dauerhaft erreichen. Dieser keynesianistischen Ideologie stellen wir eine sozialistische Erkl&auml;rung der Ursachen der heutigen Verh&auml;ltnisse und eine sozialistische Perspektive, als einzige M&ouml;glichkeit erk&auml;mpfte Reformen dauerhaft zu sichern, entgegen. <br \/>  Wir sind der festen &Uuml;berzeugung, dass eine solche Politik mehr aktive Mitglieder und W&auml;hlerInnen finden w&uuml;rde, als der derzeitige Kurs des ASG-Bundesvorstands. Auch wenn wir f&uuml;r diese Haltung zur Zeit keine Mehrheit in der ASG finden sollten, w&auml;re eine Ausgrenzung dieser Ideen ein Rezept f&uuml;r einen zuk&uuml;nftigen Anpassungskurs an b&uuml;rgerlichen Parlamentarismus und Sachzwangpolitik. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Und noch einmal: der Charakter der ASG <\/span><\/p>\n<p>  Die acht Bundesvorstandsmitglieder Aydin, Bischoff und andere haben in ihrer Erkl&auml;rung deutlich gemacht, dass sie eine breitere ASG wollen, als Klaus Ernst es will. Wir bedauern, dass sie sich jedoch nicht von dem gegen SAV-Mitglieder gerichteten Beschluss vom 13.2. aussprechen und auch nicht gegen die Geheimniskr&auml;merei des Bundesvorstands bez&uuml;glich seiner eigenen Beschl&uuml;sse. Wir unterst&uuml;tzen das Bundesvorstandsmitglied Sabine L&ouml;sing, die die R&uuml;cknahme der Beschl&uuml;sse und die Einf&uuml;hrung von zug&auml;nglichen BuVo-Protokollen fordert. Wir fordern au&szlig;erdem eine politische Rechenschaftspflicht f&uuml;r alle BuVo-Mitglieder. Die ASG-Basis muss das Recht haben zu erfahren, wie die einzelnen BuVo-Mitglieder abstimmen. <br \/>  Leider haben sich auch einige der UnterzeichnerInnen in der Vergangenheit f&uuml;r eine &#x84;Top-Down-Struktur&#x93; ausgesprochen und haben sich in ihrer Funktion als Landesvorstandsmitglieder nicht gerade als Vorzeige-Demokraten hervor getan. <br \/>  Es muss nicht nur Schluss sein mit ultimatistischer Politik und Erpressungsversuchen, wie sie Klaus Ernst betreibt. Es muss endlich eine wirklich demokratische Diskussionskultur und -struktur her. Gut ist, dass dies in vielen Kreisverb&auml;nden funktioniert. Traurig und gef&auml;hrlich ist, dass dies nicht in der Bundespartei der Fall ist. <br \/>  Internationale Erfahrungen sollten wahrgenommn werden: die zentralistischen Parteigr&uuml;ndungsversuche, zum Beispiel Arthur Scargills Socialist Labour Party und die Labor Party in den USA, sind fehlgeschlagen. Demokratischere und f&ouml;deralistische Projekte wie die Schottische Sozialistische Partei oder der portugiesische Linksblock konnten Erfolge feiern. <br \/>  Es sollte auch nicht vergessen werden: SPD und PDS hatten bzw. haben einige demokratischere Regelungen in ihrer Struktur gehabt, als sie sich jetzt in der ASG-Satzung finden. Nicht zuletzt das Recht Arbeitsgemeinschaften (SPD) und politische Plattformen (PDS) zu bilden. Vor allem aber hatten Arbeitsgemeinschaften und Ortsvereine in der SPD bis in die achtziger Jahre hinein in der politischen Praxis weitgehende Rechte selber zu entscheiden, welche politischen Positionen sie formulierten und welche Aktionen sie durchf&uuml;hrten. Dahinter sollte die ASG nicht zur&uuml;ck fallen. <br \/>  Die kontroverse Debatte muss jetzt im Hinblick auf den Bundesparteitag gef&uuml;hrt und die offenen Fragen beantwortet werden. Die ASG hat nur eine Zukunft, wenn sie breit und demokratisch wird. Aber die Partei muss auch nach au&szlig;en gewendet und der Wahlkampf in NRW engagiert gef&uuml;hrt werden. SAV-Mitglieder werden dies mit aller Kraft tun. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ASG aufbauen statt spalten!<\/p>\n<p> <i>Stellungnahme der SAV vom 23. 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