{"id":11161,"date":"2005-02-08T11:16:17","date_gmt":"2005-02-08T11:16:17","guid":{"rendered":".\/?p=11161"},"modified":"2005-02-08T11:16:17","modified_gmt":"2005-02-08T11:16:17","slug":"11161","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/02\/11161\/","title":{"rendered":"Streik bei Eichbaum in Mannheim in der zweiten Woche"},"content":{"rendered":"<p>von Se&aacute;n McGinley, Mannheim<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nSeit Donnerstag den 27. Januar wird bei der Brauerei Eichbaum in Mannheim, der gr&ouml;&szlig;ten Brauerei in Baden-W&uuml;rttemberg, gestreikt. Ein Tag zuvor waren die Verhandlungsrunde um den neuen Tarifvertrag ergebnislos zu Ende gegangen &#x96; die Gewerkschaft NGG hatte f&uuml;r die 360 Besch&auml;ftigten eine Lohnerh&ouml;hung von 3,5% gefordert. Das &#x84;Angebot&#x93; der Arbeitgeber war 1,5% Lohnerh&ouml;hung, den die Belegschaft durch K&uuml;rzung des Weihnachtsgeldes zuerst auf 90 und dann auf 80% selbst finanzieren m&uuml;ssten. Die Arbeitgeber lehnten jedes weitere Angebot ab und gingen auf Konfrontationskurs. Doch auch die Belegschaft zeigte Entschlossenheit, und stimmte mit 92% f&uuml;r einen unbefristeten Streik. <br \/>  <img style=\"width: 116px; height: 157px;\" alt=\"\" src=\"\/media\/2005\/eichbaumstreik.jpg\" align=\"left\">Die Gesch&auml;ftsleitung ging mit drastischen Ma&szlig;nahmen gegen die Streikenden vor: private Sicherheitsdienste mit Hundestaffel verwehrten den Streikenden den Zugang zum Werksgel&auml;nde &#x96; auch die Betriebsr&auml;te durften nur in Begleitung von Sicherheitsleuten aufs Gel&auml;nde. Die Streikenden wurden unter Androhung einer kostenpflichtigen Abschleppung angewiesen, ihre Autos vom Werksgel&auml;nde zu entfernen, an den Toren wurden die Streikposten mit Videokameras &uuml;berwacht. <br \/>  In der Freiberger Brauerei in Sachsen, neben Eichbaum eine weitere Brauerei der ACTRIS-Gruppe, kann man sehen, was den Arbeitgebern als &#x84;Zukunftsmodell&#x93; f&uuml;r Eichbaum und andere Brauereien vorschwebt &#x96; diese wurde nach der &Uuml;bernahme durch ACTRIS zur gewerkschaftsfreien Zone. Hinter den drastischen Mitteln, mit denen gegen die Eichbaum-Besch&auml;ftigten vorgegangen wird, steckt also nicht nur die Absicht, die berechtigte Lohnforderung (Eichbaum konnte 2004 den Absatz im zweistelligen Prozentbereich steigern, und die dortigen Besch&auml;ftigten verdienen ohnehin schon im Ecklohn 87 EUR weniger als ihre KollegInnen in anderen Brauereien des Landes) abzulehnen, sondern auch um einen Angriff auf die gewerkschaftliche Organisation im Betrieb und auf die demokratischen Rechte der Belegschaft. <br \/>  Durch den Einsatz von Streikbrechern und dem angedachten Plan, w&auml;hrend des Streiks mit Eichbaum-Ettiketten versehenes Bier aus den Park-Bellheimer Brauereien in Pirmasens und Bellheim (Rheinland-Pfalz) zu verkaufen, versucht der Vorstand, die Wirkung des Streiks zu d&auml;mpfen. Doch mit Warnstreiks am letzten Mittwoch und Donnerstag machten die Besch&auml;ftigten von Park-Bellheimer klar, da&szlig; sie sich nicht gegen ihre KollegInnen in Mannheim ausspielen lassen wollen &#x96; schlie&szlig;lich sind auch sie von den Pl&auml;nen des ACTRIS-Konzerns betroffen: dort haben die Arbeitgeber in der aktuellen Tarifrunde &uuml;berhaupt kein Angebot vorgelegt. <br \/>  Die Belegschaft von Eichbaum ist nach 12 Tagen Streik immer noch entschlossen und zuversichtlich, und wartet auf ein verbessertes Angebot des Vorstandes. &#x84;Wir sind gespr&auml;chsbereit&#x93; sagt Betriebsratsvorsitzender Georg Dohr. <br \/>  Der Vorstand weigert sich allerdings immer noch, an den Verhandlungstisch zur&uuml;ck zu kehren, und versucht so zu tun, als g&auml;be es dank Streikbrecher &#x84;Business as usual&#x93;. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus: ernsthafte Auswirkungen des Streikes werden sich in den n&auml;chsten Tagen bemerkbar machen: &#x84;Ich erwarte, da&szlig; sich die Situation bis Ende der Woche auf jeden Fall zuspitzt&#x93;, sagt Dohr mit Blick auf die schwindenden Lagerbest&auml;nde und fehlenden Fachleute. So dass es dann zur Entscheidung kommen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Se&aacute;n McGinley, Mannheim<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11161"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11161"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11161\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11161"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11161"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11161"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}