{"id":11149,"date":"2005-01-31T13:36:42","date_gmt":"2005-01-31T13:36:42","guid":{"rendered":".\/?p=11149"},"modified":"2005-01-31T13:36:42","modified_gmt":"2005-01-31T13:36:42","slug":"11149","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/01\/11149\/","title":{"rendered":"Rostock: Aktionstag 26. Januar 2005"},"content":{"rendered":"<p>? Gegen den K?rzungshaushalt der Stadt und f?r ein Sozialticket <!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nAm 26.01. standen in der ersten Sitzung der Rostocker B&uuml;rgerschaft in diesem Jahr der Haushaltsplan sowie der Antrag von Christine Lehnert (SAV\/Liste gegen Sozialkahlschlag) auf Einf&uuml;hrung eines Sozialtickets f&uuml;r den &Ouml;PNV f&uuml;r Alg-II-Empf&auml;ngerInnen und andere Bed&uuml;rftige auf der Tagesordnung. <\/p>\n<p> Rostock hat ein Haushaltsloch von knapp 150 Mio ?. Um dieses teilweise ausgleichen zu k&ouml;nnen, sind drastische Einschnitte f&uuml;r die Menschen in Rostock geplant. Gespart werden soll wieder mal vor allem im sozialen Bereich (drastischer Personalabbau in der Stadtverwaltung, Streichungen bei den Vereinen die sich um Menschen in der Stadt k&uuml;mmern u. &auml;.), im kulturellen Bereich (drastische K&uuml;rzungen bei Volkstheater, Museen und auch mittelfristig geplante Privatisierungen in diesem Bereich) und Druck durch so genannte ?Zielvereinbarungen? mit den kommunalen Eigenbetrieben und Beteiligungen, die so wiederum ihrerseits gezwungen werden drastisch zu sparen. <\/p>\n<p> W&auml;hrend des gesamten Tages gab es verschiedene Protestaktionen gegen die unsoziale Politik und gegen den Sozialkahlschlag, der auch hier in der Stadt betrieben wird. <\/p>\n<p> Bei einer Kundgebung von Gewerkschaften, Erwerbsloseninitiativen sowie der PDS unter dem Motto: ?Sozial gerecht ist &#8230;? sollten die Teilnehmer aufschreiben was sie f&uuml;r sozial gerecht halten und dies an ein aufgestelltes ?schwarzes Brett? h&auml;ngen. An dieser Veranstaltung nahmen zwischen 70 und 100 Menschen teil. <\/p>\n<p> Gegen die drastischen Einschnitte im kulturellen Bereich protestierten im Vorfeld der B&uuml;rgerschaftssitzung im Treppenhaus vor dem B&uuml;rgerschaftssaal etwa 150 Angeh&ouml;rige des Volkstheaters Rostock, da&szlig; mit K&uuml;rzungen von 1,7 Mio ? j&auml;hrlich rechnen muss. Die Demonstranten stellten auf theatralische Weise dar, wie das Theater durch die K&uuml;rzungen stirbt. &Uuml;ber die r&ouml;chelnd ?im Sterben? auf den Boden liegenden Akteure, mussten die Abgeordneten hinweg steigen, um in den Sitzungssaal zu gelangen. Was auch alle (au&szlig;er die SAV-Abgeordnete Christine Lehnert) taten. Dabei wurden die Abgeordneten von Schmerzensschreien der am Boden liegenden begleitet. Christine Lehnert ergriff die Gelegenheit, um zu den Theaterakteuren zu reden. Sie ging dabei auf die drastischen Einschnitte im Haushalt ein und bekundete die Solidarit&auml;t f&uuml;r diese Aktion der Theaterschaffenden. Dies wurde mit Beifall aufgenommen. <\/p>\n<p> Parallel zu der B&uuml;rgerschaftssitzung gab es dann die gemeinsame Demonstration von SAV, der Partei ASG ? Die Wahlalternative und B&uuml;ndnis gegen Sozialkahlschlag Rostock. <\/p>\n<p> Mit etwa 150 Teilnehmern war diese Demonstration dann auch nicht nur eine zahlenm&auml;&szlig;ig starke geworden, sondern zudem auch eine sehr k&auml;mpferische. Nach einer kurzen Auftaktkundgebung setzte sich der lautstarke, von vielen Sprechch&ouml;ren und Trillerpfeifen-Konzerten durchsetzte Demonstrationszug in Richtung Rathaus in Bewegung. Eine Abordnung der Demonstranten wollte dann in das Rathaus und die Abgeordneten auffordern sich der protestierenden Bev&ouml;lkerung zum Dialog zu stellen, was jedoch zuerst von einem privaten Sicherheitsdienst (den die B&uuml;rgerschaftspr&auml;sidentin engagiert hatte, um die Bev&ouml;lkerung drau&szlig;en zu halten, denn diesmal konnte man als Besucher nur mit im Vorfeld erworbener Besucherkarte in die ?&ouml;ffentliche? Sitzung ? wobei die Besucherkarten auf l&auml;ppische 41 St&uuml;ck begrenzt waren) versucht wurde zu verhindern. Dennoch gelang es uns unsere Aufforderung kund zu tun und Christine Lehnert brachte dann den Gesch&auml;ftsordnungsantrag ein, da&szlig; die Sitzung vor&uuml;bergehend unterbrochen wird, damit die Stadt-Politiker sich den Demonstranten stellen k&ouml;nnen. Dieser Antrag wurde aber bei nur 2 Ja-Stimmen (SAV und eine von der PDS) zur&uuml;ckgewiesen. Dennoch verlie&szlig; die SAV-Stadtr&auml;tin dann vor&uuml;bergehend die Sitzung, um zu den Demonstranten auf dem Neuen Markt zu sprechen. Dabei machte sie klar wie wichtig die Proteste gegen den Sozialkahlschlag sind, dass der Widerstand noch weiter zunehmen m&uuml;sse und man nur gemeinsam und organisiert diese Politik bek&auml;mpfen kann. <\/p>\n<p> In der Sitzungspause erschien dann noch eine Abgeordnete des B&uuml;ndnis90 (die hiesigen Gr&uuml;nen) und versuchte die ?Spar?politik zu rechtfertigen, was den deutlichen Unmut aller anderen Anwesenden hervor rief. <\/p>\n<p> Die Rostocker B&uuml;rgerschaft hat all die Proteste ignoriert und mit den Stimmen der Sozialkahlschlagskoalition aus SPD, B&uuml;ndnis90, CDU und FDP den K&uuml;rzungshaushalt durch gedr&uuml;ckt. Der SAV-Antrag auf ein Sozialticket f&uuml;r den &Ouml;PNV (50 % auf alle Fahrscheinklassen, inklusive Monatskarte) wurde abgelehnt. <\/p>\n<p> Immerhin wurde aber einem Antrag der SPD-Fraktion zugestimmt, der ein ?Sozialticket light? vorsieht. K&uuml;nftig erhalten Alg-II-Empf&auml;ngerInnen, wie bislang bereits Sozialhilfe-Empf&auml;ngerInnen, eine Erm&auml;&szlig;igung von 1\/3 auf den Normalfahrpreis f&uuml;r den Einzelfahrschein (kostet erm&auml;&szlig;igt dann 1 ?) und die Tageskarte (kostet dann 2 ?). Ohne den Antrag der SAV, Unterschriftensammlungen die wir in den Stadteilen &uuml;ber zwei Monate lang gemacht haben und gemeinsame Protestaktionen mit ASG und dem B&uuml;ndnis gegen Sozialkahlschlag w&auml;re aber auch dieser Teilerfolg niemals zustande gekommen. Im Haushalt werden statt 40.000 ? nun 410.000 ? f&uuml;r die Mobilit&auml;t der &auml;rmsten Einwohner der Stadt bereit gestellt. <\/p>\n<p> Der beschlossene Rostocker Haushalt bedeutet drastische Einschnitte in den sozialen und kulturellen Bereich. Zu Lasten der Menschen soll das Haushaltsloch gestopft werden, da&szlig; durch die verfehlte Politik der etablierten Parteien (z.B IGA-Schulden, Privatisierungen, Olympia-Bewerbung) zustande kam. Wir werden weiterhin mobilisieren und gegen diese asoziale Politik die Menschen auf die Stra&szlig;e bringen. Gegen Sozialkahlschlag und f&uuml;r menschenw&uuml;rdige Lebensbedingungen.<br \/> <br style=\"font-style: italic;\"> <span style=\"font-style: italic;\">von Heike H&ouml;rig, Rostock<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>? 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