{"id":11143,"date":"2005-01-29T13:12:17","date_gmt":"2005-01-29T13:12:17","guid":{"rendered":".\/?p=11143"},"modified":"2005-01-29T13:12:17","modified_gmt":"2005-01-29T13:12:17","slug":"11143","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2005\/01\/11143\/","title":{"rendered":"Bildung &#x96; unbezahlbar?"},"content":{"rendered":"<p>Nach Langzeitstudiengeb&uuml;hren &#x96; jetzt auch blechen f&uuml;rs Erststudium?<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nViele Bundesl&auml;nder wie beispielsweise Baden-W&uuml;rttemberg, Bayern und Hessen haben l&auml;ngst Studiengeb&uuml;hren f&uuml;r Langzeitstudierende eingef&uuml;hrt. Dem nicht genug, klagten sechs unionsgef&uuml;hrte Bundesl&auml;nder vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, dass auch das Verbot zur Erhebung von Geb&uuml;hren f&uuml;r das Erststudium f&auml;llt. Dieses &#x84;Verbot&#x93; wird bereits heute durch zahlreiche Regelungen wie Studienkontenmodelle und sogenannte Verwaltungsgeb&uuml;hren unterlaufen.<br \/>  Etwa 500 Euro soll jede\/r StudentIn pro Semester ab dem n&auml;chsten Wintersemester bezahlen, wenn das Verfassungsgericht am 26. Januar im Sinne der Kl&auml;ger entscheidet.<br \/>  Aus Reihen der SPD und Gr&uuml;ne wird verbale Kritik laut, wenn es um Geb&uuml;hren f&uuml;r Erststudien geht. Sie meinen, dass Zeitkonto-Regelungen gerechter seien. Danach bekommt jede\/r eine Stundenmenge, die der&nbsp; Regelstudienzeit oder ein paar Vorlesungen mehr entspricht, die er\/sie dann &#x84;aufbrauchen&#x93; kann. Wer schwanger wird, jobben muss oder das Pech hat, &uuml;berf&uuml;llte Kurse nicht belegen zu k&ouml;nnen, muss dann trotzdem bezahlen. Dass dies meistens die Leute sind, die aus &auml;rmeren Verh&auml;ltnissen kommen und sich etwas dazu verdienen m&uuml;ssen, wird nicht gesagt. <br \/>  Wenn der Damm bricht, werden aber nicht nur die unionsgef&uuml;hrten L&auml;nder, sondern auch ihre rot-gr&uuml;nen Freundinnen und Freunde Geb&uuml;hren ab dem ersten Semester einf&uuml;hren. &#x84;Auf SPD-Seite, so kalkuliert Berlin, ist von den gr&ouml;&szlig;eren L&auml;ndern nur Nordrhein-Westfalen wegen der Landtagswahl bereit, dem Geb&uuml;hrendruck einstweilen zu widerstehen,&#x93; schreibt die Frankfurter Rundschau am 14. Januar. Logisch, weil sich das Thema im Wahlkampf nicht gut verkaufen l&auml;sst.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Studium nur noch f&uuml;r Reiche<\/span><\/p>\n<p>  Dass es bei 500 Euro nicht bleiben wird, scheint ausgemacht. Zwischen 10.000 und 15.000 Euro wird laut unterschiedlichen Berechnungen ein Studium kosten. Auf die Frage, wie man das bezahlen soll, haben die Politiker keine Antwort. Dass der H&ouml;chstsatz von BaF&ouml;G pro Semester knapp 3.000 Euro betr&auml;gt, scheint kein Hindernis zu sein &#x96; nach Vorstellung der Politiker kann ein\/e StudentIn nebenbei auch noch arbeiten und trotzdem die Regelstudienzeit schaffen. Der Bundesverband der deutschen Arbeitgeberverb&auml;nde (BDA) schl&auml;gt derweil vor, das BaF&ouml;G komplett abzuschaffen.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Proteste geplant<\/span><\/p>\n<p>  Eine L&uuml;ge, die von Politikern jeglicher Couleur vorgebracht wird ist, dass die zus&auml;tzlichen Mittel, die durch Studiengeb&uuml;hren eingenommen werden, in die Unis flie&szlig;en werden &#x96; und damit dann doch allen Studierenden zu Gute k&auml;men. Mit einer entsprechenden K&uuml;rzung der Landesmittel rechnen dagegen viele Studierendenvertretungen. <br \/>  Gegen die Einf&uuml;hrung von Geb&uuml;hren f&uuml;r das Erststudium sind bereits Proteste geplant. So soll es am 3. Februar zu Gro&szlig;demonstrationen in Hamburg, Leipzig, Essen und Mannheim kommen. Im FZS, dem Freien Zusammenschluss von StudentInnenschaften, werden bereits Streiks f&uuml;r das Sommersemester geplant. Zuletzt standen im Herbst 2003 Zehntausende Studierende im Streik. Damals wie heute ist es notwendig, dass die Proteste der Studierenden mit zuk&uuml;nftigen Protesten gegen Sozialk&uuml;rzungen und&nbsp; betrieblichen Auseinandersetzungen verbunden werden. Denn hinter den Regierungen auf Bundes- und Landesebene, die jetzt Studiengeb&uuml;hren einf&uuml;hren, stehen die Interessen der Arbeitgeber, die zur gleichen Zeit in den Betrieben hart erk&auml;mpfte Arbeitnehmerrechte abbauen und die Arbeitsbedingungen massiv verschlechtern.<br \/>  <br style=\"font-style: italic;\"> <span style=\"font-style: italic;\">von Lucy Redler, Berlin<\/span> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Langzeitstudiengeb&uuml;hren &#x96; jetzt auch blechen f&uuml;rs Erststudium?<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[50],"tags":[168],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11143"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11143"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11143\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11143"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11143"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11143"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}