{"id":11119,"date":"2004-12-30T13:09:51","date_gmt":"2004-12-30T12:09:51","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=11119"},"modified":"2012-06-24T16:22:57","modified_gmt":"2012-06-24T14:22:57","slug":"11119","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2004\/12\/11119\/","title":{"rendered":"&Ouml;ffentlicher Dienst: Gemeinsam gegen Lohnraub"},"content":{"rendered":"<p>Siemens, Daimler, Opel und VW haben in den letzten Monaten mit ihren Erpressungen f&uuml;r Schlagzeilen gesorgt. Parallel zu den Angriffen auf die Industriebesch&auml;ftigten organisieren Bund, L&auml;nder, Kommunen, Wohlfahrtsverb&auml;nde und andere Tr&auml;ger im indirekten &ouml;ffentlichen Dienst (AWO, Caritas, &#8230;) Arbeitsplatzvernichtung, Lohnraub und Privatisierung.<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nMehr als eine Million Arbeitspl&auml;tze wurden zwischen 1991 und 2003 allein bei Bund, L&auml;ndern und Kommunen vernichtet. ver.di muss endlich Gegenwehr leisten!<br \/>  F&uuml;r die BeamtInnen wurde inzwischen die Arbeitszeit unbezahlt auf bis zu 42 Wochenstunden erh&ouml;ht. Die L&auml;nder haben die Tarifvertr&auml;ge f&uuml;r die Arbeitszeit gek&uuml;ndigt. Neueingestellte m&uuml;ssen l&auml;nger arbeiten &#x96; ohne Lohnausgleich. Das &#x84;Netzwerk f&uuml;r eine k&auml;mpferische und demokratische ver.di&#x93; sch&auml;tzt, dass im &ouml;ffentlichen Dienst in der BRD 2,5 Millionen Besch&auml;ftigte inzwischen 40 und mehr Stunden arbeiten m&uuml;ssen. Durch jede Neueinstellung, durch jede &Auml;nderung eines Arbeitsvertrags kommen neue dazu. <br \/>  Die hessische Landesregierung verlangt von ihren Azubis, dass sie ihre Vertr&auml;ge auf 42-Wochenstunden umschreiben lassen. Wer sich weigert, kann die &Uuml;bernahme nach der Ausbildung vergessen. <br \/>  BeamtInnen und neueingestellte Tarifbesch&auml;ftigte bei den L&auml;ndern erhalten auch kein Urlaubsgeld mehr und nur noch ein gek&uuml;rztes Weihnachtsgeld. Hessen ist jetzt dazu &uuml;bergegangen, trotz bereits erfolgter Lohnabsenkungen bei den Verkehrsbetrieben, ganze Linien und Betriebe auszuschreiben und an den billigsten Anbieter zu vergeben. Die Folge davon sind betriebsbedingte K&uuml;ndigungen und gnadenloses Tarifdumping.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Tarifreform = Ausverkauf <\/span><\/p>\n<p>  Damit nicht genug, soll jetzt mit der Tarifreform im &ouml;ffentlichen Dienst und einem neuen Beamtenbesoldungsrecht der Fl&auml;chentarifvertrag im &ouml;ffentlichen Dienst (BAT) ganz zerst&ouml;rt werden.<br \/>  Statt eine Tarifrunde mit Lohnforderungen durchzuf&uuml;hren, verhandelt die ver.di-Spitze &uuml;ber die Aufgabe erk&auml;mpfter Errungenschaften wie Sozialzuschl&auml;ge, automatische Zeit- und Bew&auml;hrungsaufstiege, der besondere K&uuml;ndigungsschutz, &Uuml;berstundenzuschl&auml;ge und viele andere Zuschl&auml;ge. <br \/>  Es soll eine Armutslohngruppe eingef&uuml;hrt werden:  1.286 Euro brutto im Westen und 1.189,55  im Osten. Und es sollen &Ouml;ffnungsklauseln gelten. Damit k&ouml;nnten dann Betrieb f&uuml;r Betrieb weitere Lohnsenkungen und \/ oder unbezahlte Arbeitszeitverl&auml;ngerung erpresst werden. <br \/>  Bei ihrem Raubzug gegen die Besch&auml;ftigten im &ouml;ffentlichen Dienst werden die Arbeitgeber zudem ab Januar die Ein-Euro-Jobs als zentralen Hebel zur Verf&uuml;gung haben.  Und die Bundestarifkommission von ver.di setzt all dem nichts entgegen &#x96; die Entgelttarifvertr&auml;ge wurden nicht gek&uuml;ndigt, es herrscht Friedenspflicht!<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">F&uuml;r einen Streik im &ouml;ffentlichen Dienst <\/span><\/p>\n<p>  Die BeamtInnen und Tarifbesch&auml;ftigten haben seit den Warnstreiks in der Tarifrunde 2002 \/ 03 ihre Kampfbereitschaft zum Ausdruck gebracht. Selbst die BeamtInnen haben Streikbereitschaft gegen Arbeitszeitverl&auml;ngerung und Lohnraub signalisiert. Allein am 14. Dezember 02 sind 40.000 BeamtInnen in Berlin auf die Stra&szlig;e gegangen. Ihr Hauptslogan war: &#x84;Wir haben die Schnauze voll&#x93;. In Hessen haben sich am 19. November 03 viele BeamtInnen im Dienst und zum Teil gegen das ausdr&uuml;ckliche Verbot in Dienstuniform am &#x84;Tag der Verweigerung&#x93; an einer Demonstration von 60.000 Besch&auml;ftigten des &ouml;ffentlichen Dienst beteiligt. In Hamburg haben ErzieherInnen im Herbst 2004 zweimal hintereinander Demonstrationen von 8.000 bis 10.000 organisiert. W&auml;hrend die ver.di-F&uuml;hrung in Hamburg einen Notlagentarifvertrag verhandelt, bereiten sie einen Streik f&uuml;r Ende Januar, Anfang Februar vor. <br \/>  Aber die Erzieherinnen in Hamburg d&uuml;rfen nicht alleine auf sich gestellt bleiben. Der Streik muss ausgedehnt werden zu einem bundesweiten Streik im &ouml;ffentlichen Dienst. Ein solcher Streik muss durch Initiativen und Druck von unten gegen den ver.di-Vorstand durchgesetzt werden. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-style: italic;\">von Steffi Nitschke, Mitglied im bundesweiten Sprecherrat des Netzwerks f&uuml;r eine k&auml;mpferische und demokratische ver.di<\/span><\/p>\n<p>  <span style=\"font-style: italic;\">&#8211; Weg mit der &#x84;Modernisierung&#x93; des BAT samt neuer Billiglohngruppe, Aufgabe des besonderen K&uuml;ndigungsschutzes, Leistungslohn und so weiter.<\/span><br style=\"font-style: italic;\"> <span style=\"font-style: italic;\">&#8211; Sofortige breite Mitgliederdiskussion, kein Abschluss der Tarifrunde 2005 ohne Urabstimmung aller betroffenen ver.di-Mitglieder, einschlie&szlig;lich der BeamtInnen.<\/span><br style=\"font-style: italic;\"> <span style=\"font-style: italic;\">&#8211; K&uuml;ndigung der Entgelt-Tarifvertr&auml;ge und Vorbereitung eines bundesweiten Streiks im &ouml;ffentlichen Dienst.<\/span><\/p>\n<p>  SAV-Mitglieder sind aktiv im &#x84;Netzwerk f&uuml;r eine k&auml;mpferische und demokratische ver.di&#x93; und in der &#x84;ver.di-Linken&#x93; um einen Kurswechsel in ver.di durchzusetzen. Wir fordern alle LeserInnen auf, sich der Opposition in ver.di anzuschlie&szlig;en. Hier zur <a href=\"http:\/\/www.netzwerk-verdi.de\">Website des Netzwerks<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Siemens, Daimler, Opel und VW haben in den letzten Monaten mit ihren Erpressungen f&uuml;r Schlagzeilen gesorgt. 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