{"id":11118,"date":"2004-12-29T13:08:26","date_gmt":"2004-12-29T13:08:26","guid":{"rendered":".\/?p=11118"},"modified":"2004-12-29T13:08:26","modified_gmt":"2004-12-29T13:08:26","slug":"11118","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2004\/12\/11118\/","title":{"rendered":"Faschisten wieder im Reichstag?"},"content":{"rendered":"<p>Die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai ist eine Weichenstellung<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nNach Jahren des Niedergangs, der Zersplitterung und der staatlichen Verharmlosung versucht die NPD 2006 in den Bundestag einzuziehen, der jetzt im Berliner Reichstag sitzt. Grundlage f&uuml;r dieses Ziel der Neonazis sind ihre&nbsp; Erfolge bei den vergangenen Wahlen: Mit vier Prozent im Saarland und 9,2 Prozent in Sachsen meldete sich die NPD auch auf der parlamentarischen B&uuml;hne zur&uuml;ck, die DVU schaffte den Wiedereinzug in Brandenburg und bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen gelang rechtsextremen Listen der Einzug in zahlreiche Kommunalparlamente. <br \/> Am spektakul&auml;rsten war hier der Erfolg von ?Pro K&ouml;ln?, die auf Anhieb in Fraktionsst&auml;rke in den Rat der Millionenstadt einzog. Insbesondere seit dem die NPD in Sachsen erstmals seit 1968 wieder in ein Landesparlament einzog und fast mit der SPD gleichauf lag, steigt die Bedrohung durch weitere Wahlerfolge f&uuml;r Faschisten.<br \/> Dabei hat die NPD, gest&auml;rkt an Selbstvertrauen durch das Scheitern des Verbotsverfahrens, die F&uuml;hrungsrolle: Sie wird 2005 zu den Landtagswahlen in NRW und Schlewsig-Holstein kandidieren und 2006 zu den Bundestagswahlen. Dabei wollen DVU und andere neofaschistische Kr&auml;fte sie unterst&uuml;tzen. <br \/> Sieht man sich die NPD-KandidatInnenlisten zu den Landtagswahlen im n&auml;chsten Jahr an, so bekommt man einen Vorgeschmack auf das, was 2006 antreten wird: Neben Kadern der NPD kandidieren f&uuml;hrende Vertreter der ?Freien Kameradschaften?, DVU-Vertreter und Mitglieder, beziehungsweise ehemalige Mitglieder von <\/p>\n<p> <span style=\"font-weight: bold;\">?Republikanern? und ?Schillpartei?.<\/span><br style=\"font-weight: bold;\"> <br \/> Gerade in Zeiten von sozialer und wirtschaftlicher Krise sollen die Faschisten dazu dienen, soziale Proteste zu verwirren und die Spaltung in der Arbeiterklasse vertiefen, indem sie die Unterschiede nicht zwischen Arm und Reich aufmachen, sondern zwischen Deutschen und Nichtdeutschen. Das war in den 1920ern so und in den 60er-Jahren dann wieder. <br \/> Doch anders als in den 1960er Jahren ist es der NPD heute gelungen, einen deutlich gr&ouml;&szlig;eren Einfluss aufzubauen: Sie hat in manchen Regionen (nicht nur in Ostdeutschland) dominierenden Einfluss auf die Jugendkultur. Sie profitiert von der Verbreitung rassistischer Ideen (zum Beispiel der Debatte um die ?Deutsche Leitkultur?), die durch die etablierten Parteien betrieben wird. In manchen Gebieten hat sie es geschafft, regelrechte Hochburgen aufzubauen. Dort profitiert sie nicht mehr nur noch von ?Proteststimmen?, sondern schafft es immer wieder Leute zur Wahl zu mobilisieren.<\/p>\n<p> <span style=\"font-weight: bold;\">Landtagswahlen in NRW 2005<\/span><\/p>\n<p> Die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen (NRW) im Mai 2005 werden eine wichtige Weichenstellung f&uuml;r die Entwicklung der Neofaschisten. Gelingt es Ihnen auch hier in den Landtag zu kommen, w&uuml;rde dies die Ausgangsbedingungen f&uuml;r die Bundestagswahlen enorm f&uuml;r sie verbessern. Andererseits kann sie eine Niederlage empfindlich zur&uuml;ckwerfen.<br \/> Von daher stellt sich die Aufgabe, bei der Landtagswahl den Kampf mit der NPD aufzunehmen. Die SAV setzt sich daf&uuml;r ein, dass die Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) bei ihrer Kandidatur in NRW ein wichtiges Augenmerk auf diesen Widerstand gegen die NPD legt. Die WASG kann einen wichtigen Beitrag leisten, die NPD zu schlagen.<br \/> Das hei&szlig;t einmal, sich den Neonazis entgegenzustellen, wo das n&ouml;tig ist: Kundgebungen, Informationsst&auml;nde und Veranstaltungen der Faschisten m&uuml;ssen verhindert werden. Aktionen zum Abh&auml;ngen von NPD-Wahlkampfschildern machen Sinn, um die optische Pr&auml;senz der Nazis im Wahlkampf zu verhindern. Unserer Meinung darf es keinen Platz f&uuml;r deren rassistische Hetze geben.<br \/> Es reicht aber nicht aus, sich den Faschisten nur auf der Stra&szlig;e entgegenzustellen. Gerade die NPD gibt sich gerne als ?Partei der kleinen Leute?, die die Interessen von Arbeitern und Arbeitslosen vertritt. <br \/> Doch der wahre Charakter ist ein anderer: Noch 1999 im Landtagswahlkamf in Sachsen hatte die NPD Arbeitszwangsma&szlig;nahmen f&uuml;r Arbeitslose gefordert. Unter dem Eindruck der Anti-Hartz-Proteste wurde dies schnell fallengelassen. <br \/> Die NPD ist keine antikapitalistische Partei, sie tritt f&uuml;r die ?freie Wirtschaft? ein (Interview mit NPD-Vorsitzendem Voigt am 29. Oktober 04 in der Berliner Zeitung). Auch in ihrem Programm bekennt sich die NPD zum ?freien Unternehmertum?.<br \/> Es ist von daher wichtig, ein alternatives Programm gegen Arbeitslosigkeit und Arbeitsplatzvernichtung aufzustellen und der NPD die Rolle als ?antikapitalistische Kraft? streitig zu machen. Dies ist auch eine Aufgabe der WASG im Landtagswahlkampf: Aussprechen, dass deutsche und nicht-deutsche ArbeiterInnen die gleichen Interessen haben, dass man gemeinsam k&auml;mpfen muss gegen die wahren Schuldigen von Arbeitslosigkeit, die in den Chefetagen der Banken und Konzerne sitzen und ihre Profite einsacken.<\/p>\n<p> <span style=\"font-style: italic;\">von Holger Dr&ouml;ge, Berlin, Mitglied der Bundesleitung der SAV<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai ist eine Weichenstellung<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5],"tags":[167],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11118"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11118"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11118\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11118"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11118"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11118"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}