{"id":11110,"date":"2004-12-15T14:35:33","date_gmt":"2004-12-15T13:35:33","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=11110"},"modified":"2012-06-24T16:24:29","modified_gmt":"2012-06-24T14:24:29","slug":"11110","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2004\/12\/11110\/","title":{"rendered":"Zur Situation der Kinder in der Welt 2005"},"content":{"rendered":"<p>Ausz\u00fcge aus der Zusammenfassung des Unicef-Jahresbericht<br \/> \u00a0<br \/> <span style=\"font-style: italic;\">Weitgehend unbeachtet von der deutschen \u00d6ffentlichkeit wurde am 13. Dezember 2004 der Jahresbericht von UNICEF zur Situation von Kindern weltweit vorgestellt. Wir dokumentieren hier Ausz\u00fcge aus diesem Bericht, die das Ausma\u00df des kapitalistischen Elends &#8211; nicht nur in der neokolonialen Welt &#8211; deutlich machen.<\/span> <span style=\"font-style: italic;\">Mehr als eine Milliarde M\u00e4dchen und Jungen auf der Welt leben in Armut. Ihnen fehlen grundlegende Dinge wie sauberes Trinkwasser oder ausreichende Nahrung, medizinische Versorgung, Schulunterricht oder ein Dach \u00fcber dem Kopf. Aber auch in den entwickelten kapitalistischen L\u00e4ndern, wie zum Beispiel Deutschland, hat sich die Situation massiv verschlechtert: Allein in Deutschland stieg zwischen 1990 und 2000 der Anteil relativ armer Kinder von 4,1 auf 9,0 Prozent. Heute leben in Deutschland \u00fcber eine Million Jungen und M\u00e4dchen von Sozialhilfe.<\/span><br style=\"font-style: italic;\" \/> <span style=\"font-style: italic;\">Zwischen 40 bis 70 Milliarden US-Dollar pro Jahr w\u00e4ren laut UNICEF n\u00f6tig, um die Kinder- und M\u00fcttersterblichkeit drastisch zu reduzieren, allen Kindern einen Schulbesuch zu erm\u00f6glichen, die Wasserversorgung zu verbessern und die Ausbreitung von AIDS zu stoppen. <br \/> Zum Vergleich: die weltweiten R\u00fcstungsausgaben allein lagen im Jahr 2003 bei 956 Milliarden US-Dollar.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold;\">Auszug aus der Zusammenfassung von &#8222;Zur Situation der Kinder in der Welt 2005&#8220;:<\/span><\/p>\n<div style=\"font-family: Verdana,Arial,Geneva,sans-serif; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: bold; font-size: 13px; line-height: 15px; font-size-adjust: none; font-stretch: normal; padding-bottom: 2px;\">Aufwachsen in Armut<\/div>\n<p>Massive Armut ist heute die gr\u00f6\u00dfte Bedrohung f\u00fcr das \u00dcberleben und die Entwicklung von Kindern. Arme Kinder in den Entwicklungsl\u00e4ndern durchleben eine Kindheit voller Entbehrungen und Gefahren. Sie sind h\u00e4ufig schlecht ern\u00e4hrt und leiden an Krankheiten, gleichzeitig erhalten sie selten medizinische Hilfe. Sie leben in unzureichenden Wohnverh\u00e4ltnissen, gehen oft nicht zur Schule und m\u00fcssen bereits in jungem Alter hart arbeiten. Viele werden wirtschaftlich und sexuell ausgebeutet. M\u00e4dchen aus armen Familien sind besonders benachteiligt. Aber auch in wohlhabenden L\u00e4ndern beeintr\u00e4chtigt relative Armut die Lebenschancen von immer mehr Kindern.<\/p>\n<p>Geldmangel ist nur ein Aspekt von Kinderarmut. Um die schwierigen Lebensbedingungen armer Kinder besser zu verstehen, definiert Unicef Kinderarmut als &#8222;massiven Mangel&#8220; in zentralen, f\u00fcr das \u00dcberleben und die Entwicklung wichtigen Bereichen: &#8222;Kinder, die in Armut leben, erfahren einen Mangel an materiellen, geistigen und emotionalen Ressourcen, die sie zum \u00dcberleben und zu ihrer Entwicklung ben\u00f6tigen, so dass sie ihre Rechte nicht wahrnehmen, ihr Potenzial nicht entfalten und nicht als gleichberechtigte Mitglieder an der Gesellschaft teilnehmen k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>Diese Definition ber\u00fccksichtigt, dass materielle, geistige und seelische Armut f\u00fcr Kinder miteinander verbunden sind. Materielle Armut &#8211; das Fehlen eines nahrhaften Fr\u00fchst\u00fccks, der Zwang, schwer arbeiten zu m\u00fcssen &#8211; behindert die geistige Entwicklung ebenso wie das k\u00f6rperliche Wachstum. Gleichzeitig kann auch ein Kind, das in relativem Wohlstand aufw\u00e4chst, im Vergleich zu seinen Altersgenossen &#8222;arm&#8220; sein &#8211; zum Beispiel, wenn es nicht gef\u00f6rdert wird oder keine emotionale Zuwendung erf\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Mehr als eine Milliarde Kinder, also \u00fcber die H\u00e4lfte aller Kinder in den Entwicklungsl\u00e4ndern, leiden gem\u00e4\u00df dieser Definition unter mindestens einer Form &#8222;massiven Mangels&#8220;. Rund 700 Millionen Kinder leiden sogar unter massiven Entbehrungen in gleich zwei oder drei Bereichen, die sich gegenseitig verst\u00e4rken.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic;\">Nahrungsmangel:<\/span> \u00dcber 16 Prozent der Kinder unter f\u00fcnf Jahren in den Entwicklungsl\u00e4ndern sind stark mangelern\u00e4hrt. Fast die H\u00e4lfte dieser 90 Millionen Kinder lebt in S\u00fcdasien. Viele leiden an Blutarmut und sind h\u00e4ufig krank. Fast alle wurden bereits untergewichtig geboren. Falls sie je eine Schule besuchen, werden viele aufgrund der Entwicklungsst\u00f6rungen durch Mangelern\u00e4hrung Lernschwierigkeiten haben. Diese Kinder werden wahrscheinlich ihr Leben lang zu den \u00c4rmsten der Armen geh\u00f6ren.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic;\">Wassermangel:<\/span> 400 Millionen Kinder haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. In L\u00e4ndern wie \u00c4thiopien, Ruanda oder Uganda haben vier von f\u00fcnf Kindern entweder nur Oberfl\u00e4chenwasser zur Verf\u00fcgung oder m\u00fcssen l\u00e4nger als eine Viertelstunde laufen, um zu einer halbwegs sicheren Wasserquelle zu gelangen. Auf dem Land ist die Wassernot am gr\u00f6\u00dften. Verschmutztes Trinkwasser ist einer der Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr Krankheiten. Wassermangel beeintr\u00e4chtigt aber auch die Bildungschancen. Kinder, die jeden Tag weite Strecken laufen m\u00fcssen, um Wasser zu holen, k\u00f6nnen in der Regel nicht zur Schule gehen.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic;\">Fehlende Sanit\u00e4reinrichtungen:<\/span> Mehr als 500 Millionen Kinder haben nicht einmal einfache Latrinen oder Toiletten zur Verf\u00fcgung. Gerade in l\u00e4ndlichen Regionen, wo oft nicht einmal das Grundwissen \u00fcber t\u00e4gliche Hygiene und den Zusammenhang mit Krankheiten bekannt ist, leiden die Kinder besonders. Ihre \u00dcberlebenschancen sind deutlich schlechter. Millionen Schulkinder sind durch Wurmerkrankungen chronisch in ihrer Lernf\u00e4higkeit beeintr\u00e4chtigt.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic;\">Fehlende Gesundheitsversorgung:<\/span> Rund 270 Millionen Kinder, also mehr als 14 Prozent aller Kinder in den Entwicklungsl\u00e4ndern, haben keinen Zugang zu Gesundheitsdiensten. In S\u00fcdasien und in Afrika s\u00fcdlich der Sahara erh\u00e4lt jedes vierte Kind nicht die sechs wichtigsten Impfungen und wird nicht behandelt, wenn es an Durchfall erkrankt.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic;\">Fehlende Unterkunft:<\/span> Mehr als 640 Millionen Kinder haben kein richtiges Dach \u00fcber dem Kopf. Wiederum ist die Lage in Afrika s\u00fcdlich der Sahara am schwierigsten. Aber auch in S\u00fcdasien und im Nahen Osten sowie in Nordafrika fehlt es Familien an geeignetem Wohnraum.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic;\">Mangel an Bildung:<\/span> Mehr als 121 Millionen Kinder im Grundschulalter gehen nicht zur Schule, M\u00e4dchen sind dabei besonders benachteiligt. Beispielsweise gehen in den afrikanischen L\u00e4ndern s\u00fcdlich der Sahara 32 Prozent der M\u00e4dchen nicht zur Schule &#8211; gegen\u00fcber 27 Prozent der Jungen. In Nordafrika werden auf dem Land 34 Prozent der M\u00e4dchen nicht eingeschult, gegen\u00fcber 12 Prozent der Jungen. In S\u00fcdasien liegt dieses Verh\u00e4ltnis bei 25 zu 14 Prozent.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic;\">Informationsdefizite:<\/span> \u00dcber 300 Millionen Kinder in den Entwicklungsl\u00e4ndern haben keinen Zugang zu Informationen und damit zu Bildung im weiteren Sinn. Sie k\u00f6nnen weder fernsehen noch Radio h\u00f6ren, haben kein Telefon und keine Zeitungen zur Verf\u00fcgung. Sie k\u00f6nnen sich weder \u00fcber ihre Rechte informieren, noch sich gesellschaftlich engagieren.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold;\">Relative Kinderarmut in wohlhabenden L\u00e4ndern:<\/span><\/p>\n<p>Kinder in wohlhabenden L\u00e4ndern leiden nicht unter den gleichen Entbehrungen wie ihre Altersgenossen in den Entwicklungsl\u00e4ndern. Trotzdem leben auch hier immer mehr Kinder in relativer Armut. In elf von 15 OECD-Staaten, f\u00fcr die vergleichbare Daten vorliegen, ist der Anteil der Kinder in Familien mit weniger als der H\u00e4lfte des Durchschnittseinkommens im vergangenen Jahrzehnt beachtlich gestiegen. Zu Anfang dieses Jahrhunderts lag nur in Finnland, Norwegen und Schweden der Anteil der Kinder in relativer Armut unter f\u00fcnf Prozent. Allein in Deutschland stieg zwischen 1990 und 2000 der Anteil relativ armer Kinder von 4,1 auf 9,0 Prozent. Heute leben in Deutschland \u00fcber eine Million Jungen und M\u00e4dchen von Sozialhilfe. Viele von ihnen haben h\u00e4ufiger Schulprobleme als andere Kinder und schlechtere Chancen auf eine qualifizierte Ausbildung.<\/p>\n<div style=\"font-family: Verdana,Arial,Geneva,sans-serif; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: bold; font-size: 13px; line-height: 15px; font-size-adjust: none; font-stretch: normal; padding-bottom: 2px;\">Kinder im Krieg<\/div>\n<p>In 16 der 20 \u00e4rmsten L\u00e4nder der Erde fanden in den vergangenen 15 Jahren kriegerische Auseinandersetzungen statt. Diese versch\u00e4rften die Armut der Bev\u00f6lkerung und beschleunigten die Ausbreitung von Aids. Zwischen 1990 und 2003 gab es 59 gr\u00f6\u00dfere bewaffnete Konflikte. Die gro\u00dfe Mehrzahl waren B\u00fcrgerkriege, nur vier fanden zwischen Staaten statt.<\/p>\n<p>Der neuartige Charakter der heutigen Kriege, bei denen statt Armeen meist Milizen- und Rebellengruppen gegen andere bewaffnete Einheiten k\u00e4mpfen, hat dazu gef\u00fchrt, dass heute 90 Prozent der Kriegsopfer Zivilisten sind. Seit 1990 wurden sch\u00e4tzungsweise 1,6 Millionen Kinder in Kriegen get\u00f6tet. Minen, Blindg\u00e4nger und nicht explodierte Streumunition gef\u00e4hrden auch nach Kriegsende die Bev\u00f6lkerung. Allein in der irakischen Hauptstadt Bagdad gibt es \u00fcber 800 mit Sprengstoffen verseuchte Gebiete.<\/p>\n<p>Durch Kriegshandlungen und anschlie\u00dfende Pl\u00fcnderungen wird vielfach mit den Krankenh\u00e4usern, Kinderg\u00e4rten und Schulen im Kriegsgebiet die soziale und medizinische Infrastruktur zerst\u00f6rt. Und Kinder werden selbst zur Zielscheibe von Terroraktionen, wie die Geiselnahme in der Stadt Beslan in Nord-Ossetien im September 2004 zeigt. In Aceh, Indonesien, wurden w\u00e4hrend der K\u00e4mpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen im Mai 2003 allein 460 Schulen bis auf die Grundmauern niedergebrannt.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic;\">Flucht und Vertreibung:<\/span> Allein zwischen 1990 und 2000 wurden rund 20 Millionen Kinder aus ihrer Heimat vertrieben. Auf der Flucht werden Familien oft auseinander gerissen. Auf sich allein gestellt, sind Kinder schutzlos sexuellen \u00dcbergriffen ausgesetzt oder k\u00f6nnen leicht als Soldaten rekrutiert werden. Aber auch wenn die Familien zusammenbleiben, sind die Lebensbedingungen in vielen Fl\u00fcchtlingslagern so schlecht, dass Eltern ihre Kinder nicht vor Mangelern\u00e4hrung und Krankheiten bewahren k\u00f6nnen. Viele Familien bleiben f\u00fcr Jahre oder Jahrzehnte im Exil. Manche Kinder verleben ihre ganze Kindheit in Lagern. Im S\u00fcden des Sudan und in Angola zum Beispiel haben ganze Generationen von Kindern nie ihre Heimat gesehen.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic;\">Missbrauch als Kindersoldaten:<\/span> Weltweit werden Hunderttausende Kinder als Soldaten missbraucht, die meisten davon in Afrika und Asien. Trotz internationaler \u00c4chtung kommt es weiter zu Rekrutierungen durch Milizen und Regierungsarmeen. Manche Kinder melden sich auch freiwillig, weil sie sich bei den Soldaten Schutz und Nahrung erhoffen. H\u00e4ufig dienen sie als K\u00f6che, Dienstboten oder Kuriere. M\u00e4dchen werden sexuell ausgebeutet, sei es als &#8222;Kriegsbraut&#8220; eines Kommandanten oder durch mehrere Soldaten. Als K\u00e4mpfer sind Kinder f\u00fcr Kriegsherren attraktiv, weil sie sich leichter manipulieren und zum T\u00f6ten zwingen lassen. Die massenhafte Verbreitung von leicht zu bedienenden Kleinwaffen f\u00f6rdert diese Entwicklung.<\/p>\n<p>Sexuelle Gewalt wird in vielen heutigen Kriegen als Waffe eingesetzt. Insbesondere M\u00e4dchen werden Opfer von Vergewaltigungen, Verst\u00fcmmelungen, Ausbeutung und Missbrauch. Aus der Demokratischen Republik Kongo, Liberia, Sierra Leone und dem Sudan gibt es zahlreiche Berichte \u00fcber M\u00e4dchen, die von Milizen entf\u00fchrt und versklavt wurden. In Kolumbien wurden zw\u00f6lfj\u00e4hrige M\u00e4dchen bewaffneten Milizen \u00fcbergeben, damit diese ihre Familien verschonen. Armut und Hunger f\u00f6rdern die Prostitution auch abseits der Kampfzonen. Und \u00fcberf\u00fcllte Fl\u00fcchtlingslager bieten kaum Schutz vor Missbrauch und Ausbeutung. Die verbreitete Hoffnungslosigkeit in Kriegsgebieten unterst\u00fctzt ein riskantes Sexualverhalten von jungen Menschen. Brechen Kriege in Regionen aus, in denen das HIVirus bereits stark verbreitet ist, f\u00fchrt dies meist zu einem rapiden Anstieg der Infektionsraten. Zudem glauben viele M\u00e4nner, dass das Risiko einer HIV-Infektion bei jungen M\u00e4dchen geringer ist.<\/p>\n<div style=\"font-family: Verdana,Arial,Geneva,sans-serif; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: bold; font-size: 13px; line-height: 15px; font-size-adjust: none; font-stretch: normal; padding-bottom: 2px;\">Wie Aids die Kindheit zerst\u00f6rt<\/div>\n<p>Aids ist vor allem eine Krankheit der Armen. 90 Prozent der Infizierten leben in den Entwicklungsl\u00e4ndern. Eindringlich weist Unicef auf die dramatischen Auswirkungen der Epidemie auf Kinder hin. Allein zwischen 2001 und 2003 stieg die Zahl der Kinder, die einen oder beide Elternteile durch AIDS verloren haben, von 11,5 auf 15 Millionen. Da vor allem im s\u00fcdlichen Afrika Millionen Kinder in Haushalten mit kranken oder sterbenden Familienangeh\u00f6rigen leben, wird dort das Waisenproblem selbst dann weiter wachsen, wenn es gelingt, die Epidemie endlich einzud\u00e4mmen.<\/p>\n<p>Wenn Eltern an AIDS erkranken ver\u00e4ndert dies das Leben der Kinder v\u00f6llig. Meist m\u00fcssen die M\u00e4dchen die Schule abbrechen, um sie zu pflegen und f\u00fcr die j\u00fcngeren Geschwister zu sorgen. Hinzu kommt die materielle Not. In Haushalten, in denen ein Elternteil an AIDS erkrankt ist, sinkt der Nahrungskonsum um bis zu 40 Prozent. Die Folge sind Mangelern\u00e4hrung und Wachstumsst\u00f6rungen. Kinder von kranken oder verstorbenen Eltern leiden oft doppelt, weil sie ausgegrenzt werden. Immer wieder behaupten Nachbarn, sie seien selbst infiziert. Der Tod der Eltern hinterl\u00e4sst die Kinder in tiefer Trauer, Armut und Schutzlosigkeit.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic;\">Risse im Sicherheitsnetz:<\/span> Bis heute werden im s\u00fcdlichen Afrika 90 Prozent der Waisen von der erweiterten Gro\u00dffamilie aufgenommen. Aber ihre riesige Zahl \u00fcberfordert zusehends dieses traditionelle Sicherheitsnetz. Dies gilt besonders in den am st\u00e4rksten betroffenen L\u00e4ndern Botsuana, Lesotho, Swasiland und Simbabwe. Familien, die Waisen aufnehmen, haben oft gro\u00dfe materielle Nachteile. In Uganda zum Beispiel verf\u00fcgt ein Haushalt mit Waisen im Schnitt nur \u00fcber 77 Prozent des Pro-Kopf-Einkommens von Familien, die keine Waisen aufgenommen haben.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic;\">Kinderhaushalte:<\/span> Der Anteil der reinen Kinderhaushalte ist noch gering &#8211; in den meisten L\u00e4ndern liegt er unter einem Prozent. Aber auch wenn ein Haushalt offiziell noch von einem kranken Elternteil gef\u00fchrt wird, ruht die Last der Verantwortung bereits auf den Schultern der Kinder. Und wenn Kinder bei den Gro\u00dfeltern oder anderen Verwandten unterkommen, m\u00fcssen sie arbeiten, statt zur Schule zu gehen. Damit sinken ihre Chancen auf einen qualifizierten Beruf. Und sie lernen nicht, wie sie sich vor AIDS sch\u00fctzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic;\">Ausbeutung: <\/span>Waisen sind besonders in Gefahr, in der Landwirtschaft, als Stra\u00dfenverk\u00e4ufer, als Dienstm\u00e4dchen oder in der Prostitution ausgebeutet zu werden. In Sambia beispielsweise sind 47 Prozent der minderj\u00e4hrigen Prostituierten Waisen. Rund 38 Prozent der Kinderarbeiter in den Minen in Tansania haben keine Eltern mehr. Drei Viertel der Dienstm\u00e4dchen in der \u00e4thiopischen Hauptstadt Addis Abeba sind Waisen. (&#8230;)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausz&uuml;ge aus der Zusammenfassung des Unicef-Jahresbericht<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[110],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11110"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11110"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11110\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11110"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11110"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11110"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}