{"id":11104,"date":"2004-11-29T13:54:00","date_gmt":"2004-11-29T13:54:00","guid":{"rendered":".\/?p=11104"},"modified":"2004-11-29T13:54:00","modified_gmt":"2004-11-29T13:54:00","slug":"11104","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2004\/11\/11104\/","title":{"rendered":"Neue Linkspartei zur Interessensvertretung von Besch&auml;ftigten machen"},"content":{"rendered":"<p>Die erste Bundesdelegiertenkonferenz der WASG stellt die Weichen zur Gr&uuml;ndung einer neuen Partei<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nDie 1. Bundesdelgiertenkonferenz der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) beschloss am 20. und 21. November den Fahrplan zur Gr&uuml;ndung einer neuen Partei und zur Kandidatur bei den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen (NRW) im Mai 2005. Das schafft die Grundlagen: Eine neue Partei f&uuml;r Besch&auml;ftigte, Erwerbslose, Jugendliche und RentnerInnen kann und muss aufgebaut werden. <br \/>  Beschlossen wurde ein Zeitplan nach dem bis zum 18. Dezember die Urabstimmung unter den Mitgliedern abgeschlossen sein soll und im Januar eine Vorgr&uuml;ndung der neuen Partei durch den L&auml;nderrat erfolgt. Die SAV setzt sich daf&uuml;r ein, mit einer hohen Wahlbeteiligung ein klares &#x84;Ja&#x93; bei der Urabstimmung f&uuml;r die Parteigr&uuml;ndung zu erzielen und so&nbsp; den bestm&ouml;glichen Start hinzulegen! Im Februar oder M&auml;rz wird dann ein gro&szlig;er Programmkongress stattfinden und im April oder Anfang Mai wird in NRW der Gr&uuml;ndungsparteitag stattfinden.<br \/>  Auf Beschluss der Konferenz hin wird nun eine Kandidatur in NRW angestrebt. Am 22. Januar 05 pr&uuml;ft der L&auml;nderrat, ob die Bedingungen daf&uuml;r erreicht sind. Der Kongress beschloss au&szlig;erdem eine Solidarit&auml;tserkl&auml;rung mit den Opel-Besch&auml;ftigten und eine Resolution, die den sofortigen Truppenabzug aus dem Irak fordert.<br \/>  Leider war auf der Tagesordnung aber keine Programmdiskussion vorgesehen. Dass es ein Bed&uuml;rfnis nach inhaltlicher Diskussion gab, dr&uuml;ckte sich daf&uuml;r in einem Ansturm von Redebeitr&auml;gen bei der Aussprache zum Bundesvorstand aus. <br \/>  Detlef Hensche, ehemaliger Vorsitzender der IG Medien, verurteilte in einem Referat den Sozialabbau und die Angriffe in den Betrieben sowie die angebliche Alternativlosigkeit zur neoliberalen Politik und beendete sein Referat mit dem Appell: &#x84;Dieses Land braucht Alternativen&#x93;. Die Frage, welche Alternative dies sein soll, blieb auf der Konferenz jedoch offen. <br \/>  Der erste Schritt dazu ist, klar zu benennen, in wessen Interesse die momentanen Angriffe stattfinden. Hensche machte vor allem &#x84;die aus Berlin Mitte&#x93;, also die Regierenden, daf&uuml;r verantwortlich und lie&szlig; das Profitsystem au&szlig;en vor. <br \/>  Ursel Beck, SAV-Mitglied und Delegierte aus Stuttgart, erkl&auml;rte dazu: &#x84;Vor dem Hintergrund der Krise des Kapitalismus wird jeder Kampf f&uuml;r eine kleine Verbesserung oder gegen jeden Angriff der Unternehmer die Frage aufwerfen, wer die Kontrolle &uuml;ber die Wirtschaft hat und damit auch die Frage einer anderen Gesellschaft.&#x93; <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Programm<\/span><\/p>\n<p>  Der alte Bundesvorstand schaute vor allem auf die Sicherung des &#x84;Sozialstaats&#x93; innerhalb des Kapitalismus. Doch angesichts der strukturellen Krise des Kapitalismus gehen die Banken und Konzerne f&uuml;r ihre Profite in die Offensive. Sie stellen alle Errungenschaften der Arbeiterbewegung der letzten 150 Jahre in Frage. Dagegen hilft kein Hoffen auf den Staat oder auf parlamentarische Erfolge. Gegen den Klassenkampf von oben hilft nur Gegenwehr von unten &#x96; ohne R&uuml;cksicht auf die Gewinne einiger weniger.<br \/>  Deshalb treten SAV-Mitglieder in der WASG daf&uuml;r ein, den Kampf gegen die konkreten Angriffe mit dem Kampf f&uuml;r eine sozialistische Gesellschaft zu verbinden. <br \/>  Klaus Ernst vom gesch&auml;ftsf&uuml;hrenden Bundesvorstand hatte noch versucht, Stimmung gegen Gruppen zu machen, die &#x84;ihre Versammlungen in Telefonzellen abhalten&#x93; k&ouml;nnten. Das war ganz offensichtlich ein Versuch, gegen die wenigen offen auftretenden sozialistischen Organisationen vorzugehen, von denen wiederum nur die SAV f&uuml;r eine klare, sozialistische Ausrichtung der WASG argumentierte. Diese Gruppen sollten nach Meinung von Ernst keinen Einfluss auf den Kurs der WASG bekommen. Christine Lehnert, SAV-Mitglied aus Rostock, unterstrich allerdings mit ihrer Kandidatur zum Bundesvorstand der WASG den Anspruch von SozialistInnen, in der WASG um Mehrheiten zu k&auml;mpfen. Sie erzielte mit 86 der 250 Delegierten-Stimmen ein Ergebnis, das deutlich macht, dass eine starke, auch ausdr&uuml;cklich sozialistische Linke in der WASG Anklang findet. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">K&auml;mpferische Partei<\/span><\/p>\n<p>  Wenn die WASG sich in den n&auml;chsten Monaten als Partei gr&uuml;ndet und mit einer Kandidatur in NRW beweist, dass sie es ernst meint, kann die neue Partei schnell von jetzt 6.000 auf einige zehntausend Mitglieder wachsen. Eine solche Kraft k&ouml;nnte in den kommenden K&auml;mpfen in den Betrieben und in sozialen Auseinandersetzungen eine wichtige Rolle spielen. Sie k&ouml;nnte der Attraktionspol f&uuml;r die Hunderttausenden werden, die sich in den n&auml;chsten Jahren in Betrieben, Gewerkschaften und sozialen Bewegungen engagieren werden. Nach dem wilden Streik bei Opel Bochum sind nun zum Beispiel 17 Opel-KollegInnen, unter ihnen einer der Streikf&uuml;hrerInnen, in die WASG eingetreten.<br \/>  Doch diese Entwicklung hin zu einer neuen Arbeiterpartei wird vom bisherigen WASG-Kurs gef&auml;hrdet: In den letzten Monaten hat es eine ganze Kette von Protesten und Streiks gegen Soziallabbau und die Angriffe in den Betrieben gegeben. Die WASG braucht eine klare Ausrichtung auf diese K&auml;mpfe und ihre Mitglieder m&uuml;ssen sich in den Gewerkschaften daf&uuml;r einsetzen, dass die Blockadehaltung der Gewerkschaftsf&uuml;hrungen durchbrochen wird. <br \/>  Der neue WASG-Bundesvorstand sollte hier den Kurs korrigieren und in die Offensive gehen: Den meisten Applaus erhielt Hensche auf der Konferenz f&uuml;r seine Feststellung, dass ein Generalstreik in Deutschland &uuml;berf&auml;llig ist. Dann m&uuml;ssen auch Ross und Reiter benannt werden, die dem heute entgegen stehen!<br \/>  Um die Aufbruchsstimmung der Konferenz zu nutzen ist es jetzt die Aufgabe der AktivistInnen sich in der WASG f&uuml;r eine demokratische Programmdiskussion einzusetzen an der alle Mitglieder beteiligt sind. Die Mitglieder in NRW m&uuml;ssen m&ouml;glichst schnell damit beginnen eine Ausrichtung der Kandidatur zu den Landtagswahlen zu diskutieren.<br \/>  Wir fordern Besch&auml;ftigte, Erwerbslose, Jugendliche und RentnerInnen auf, mit uns in der WASG f&uuml;r eine k&auml;mpferische, demokratische und sozialistische Partei aktiv zu werden.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-style: italic;\">von Tinette Schnatterer, Delegierte zum Bundeskongress der WASG und Mitglied des Koordinierungskreis der WASG Stuttgart<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die erste Bundesdelegiertenkonferenz der WASG stellt die Weichen zur Gr&uuml;ndung einer neuen Partei<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[30],"tags":[166],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11104"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11104"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11104\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11104"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11104"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11104"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}