{"id":11098,"date":"2004-11-27T11:07:03","date_gmt":"2004-11-27T11:07:03","guid":{"rendered":".\/?p=11098"},"modified":"2004-11-27T11:07:03","modified_gmt":"2004-11-27T11:07:03","slug":"11098","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2004\/11\/11098\/","title":{"rendered":"Zur Debatte um den Bonus"},"content":{"rendered":"<p>Bonuszahlungen f&uuml;r Gewerkschafsmitglieder &#8211; Ausdruck der Verzweifelung<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nDie Verzweiflung mu&szlig; gro&szlig; sein in den Gewerkschaftszentralen. Damit, da&szlig; die Gewerkschaften seit Jahren nur noch Verschlechterungen f&uuml;r die Besch&auml;ftigten aushandeln, hat man sich dort inzwischen wohl abgefunden. Das Problem: U.a. diese Politik f&uuml;hrt dazu, da&szlig; die abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten ihre Organisationen scharenweise verlassen: von den 1991 noch zw&ouml;lf Millionen DGB-Mitgliedern sind gerade noch sieben Millionen &uuml;brig &#x96; Tendenz weiter fallend. Die im Apparat betriebene Suche nach Mitteln, diese Entwicklung zu stoppen und damit die eigenen Pfr&uuml;nde zu sichern, treibt indes eigenartige Bl&uuml;ten. Seit einigen Wochen kursiert das Thema &raquo;Mitglieder-Boni&laquo; in den Funktion&auml;rskreisen vor allem der IG Metall. Bei diesem &raquo;interessanten Ansatz&laquo; (IG-Metall-Vorsitzender J&uuml;rgen Peters) wird den gewerkschaftlich organisierten Besch&auml;ftigten bei Tarifabsenkungen ein bi&szlig;chen weniger weggenommen als ihren Kollegen. So darf ein Gewerkschaftssekret&auml;r seinen Mitgliedern in der Maschinenbaufirma B&uuml;hler-Bindlerim nordrhein-westf&auml;lischen Bergneustadt demn&auml;chst j&auml;hrlich 100 Euro zustecken. Dieser Bonus ist die Belohnung daf&uuml;r, da&szlig; die IG Metall einer unbezahlten Arbeitszeitverl&auml;ngerung von 2,5 Wochenstunden zustimmte. Bei Groschopp in Viersen d&uuml;rfen &#x96; als Gegenleistung f&uuml;r Lohnverzicht &#x96; Gewerkschaftsmitglieder nicht betriebsbedingt gek&uuml;ndigt werden, im Gegensatz zu den Unorganisierten! Seit Sommer diesen Jahres hat die IG Metall in Nordrhein-Westfalen ein gutes Dutzend solcher Vertr&auml;ge abgeschlossen. <br \/>  &raquo;Eine tolle Art der Mitgliederwerbung&laquo;, finden einige. Die Idee bedeutet aber alles andere als die Rettung der Gewerkschaften. Sie ist vielmehr Ausdruck ihrer Schw&auml;che und ein Versuch, von dieser abzulenken. Abgesehen davon, da&szlig; &raquo;kein einziger Arbeitgeberverband bereit sein wird, jemals einen solchen Vertrag abzuschlie&szlig;en&laquo; (Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Unternehmerverbands BDA Reinhard G&ouml;hner) &#x96; kein Wunder, w&uuml;rden sie damit doch die Besch&auml;ftigten geradezu in die gewerkschaftliche Organisation zwingen. Und ganz zu schweigen davon, da&szlig; der Unternehmer auf diesem Weg eine Liste der Gewerkschaftsmitglieder unter seinen Untergebenen erh&auml;lt &#x96; ein Graus f&uuml;r jeden, der das derzeitige &raquo;Klima der Angst&laquo; in vielen Betrieben zur Kenntnis nimmt. Die Boni-Diskussion lenkt lediglich ab von der Tatsache, da&szlig; die Gewerkschaftsspitzen derzeit eine tarifliche Errungenschaft nach der anderen kampflos aufgeben. Die einzige Alternative w&auml;re, die potentiell weiterhin vorhandene Kampfkraft endlich zu nutzen, um wieder in die Offensive zu kommen. Das w&uuml;rde auch die besten Argumente liefern, Kollegen zum (Wieder-)Eintritt in die Gewerkschaft zu bewegen. St&auml;ndig Verschlechterungen abzunicken und daf&uuml;r kleine Pr&auml;sente an diejenigen zu verteilen, die der Organisation die Stange halten, hilft nicht weiter. Da&szlig; der Bochumer IG-Metall-Bevollm&auml;chtigte Ludger Hinse, durch seine Rolle beim Abbruch des dortigen Opelstreiks bekannt, in diesem Zusammenhang behauptet &raquo;Die Kollegen sind stolz auf die IG Metall, die etwas f&uuml;r sie erreicht&laquo;, kann nur noch als Zynismus durchgehen. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-style: italic;\">von Daniel Behruzi, Berlin<\/span><br style=\"font-style: italic;\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bonuszahlungen f&uuml;r Gewerkschafsmitglieder &#8211; Ausdruck der Verzweifelung<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11098"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11098"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11098\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11098"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11098"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11098"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}