{"id":11076,"date":"2004-11-08T09:21:16","date_gmt":"2004-11-08T08:21:16","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=11076"},"modified":"2012-06-24T16:19:58","modified_gmt":"2012-06-24T14:19:58","slug":"11076","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2004\/11\/11076\/","title":{"rendered":"VW Tarifabschluss 2004"},"content":{"rendered":"<p>G&uuml;rtel enger schnallen und um den Arbeitsplatz bangen!<\/p>\n<p>  Flugblatt der SAV vom 7.11.04<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nArbeitgeber und die IG Metall-Spitzen gaben dem neuen Tarifvertrag den Namen: &#x84;Zukunftstarifvertrag&#x93;. Wenn man ihn sich allerdings anschaut, wird einem Bange um die Zukunft. Arbeitspl&auml;tze sollten gesichert werden und ein Einkommen, mit dem man auskommen kann, sollte herausspringen. In beiden Punkten kapitulierte die IG-Metall-Spitze. Die Manager jedenfalls freuen sich. Sie sind ihrem Ziel, bis 2011 30 Prozent der Personalkosten zu k&uuml;rzen, n&auml;her gekommen. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Keine Arbeitsplatzsicherung <\/span><br style=\"font-weight: bold;\"> <br \/>  Laut Tarifvertrag soll es bis 2011 keine &#x84;betriebsbedingten K&uuml;ndigungen&#x93; geben. Hei&szlig;t das, dass jeder Arbeitsplatz bei VW sicher ist? Nein! Die aktuelle Zahl von 103.000 VW-Arbeitspl&auml;tzen ist laut Vertrag nur eine &#x84;Zielgr&ouml;&szlig;e&#x93;. Das ist ein Schlupfloch f&uuml;r das Unternehmen! <span style=\"font-size: 11pt;\">Der Vertrag enth&auml;lt au&szlig;erdem eine &#x84;Revisionsklausel&#x93;. Bei &#x84;&Auml;nderung der Grundannahmen oder der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen&#x93; kann der Konzern s&auml;mtliche Absprachen aufk&uuml;ndigen. <\/span><span style=\"font-size: 11pt;\">Wenn es hart auf hart kommt, kann das Unternehmen also heuern und feuern, wie es will.<\/span> Bei Auszubildenden und Neueinstellungen wird abkassiert <br \/>  Azubis und k&uuml;nftige VW-Arbeiter sind die gr&ouml;&szlig;ten Verlierer. Die L&ouml;hne f&uuml;r Neueinstellungen wurden drastisch gesenkt. Auch Auszubildende bekommen in Zukunft weniger. Damit wurde nicht nur einer drastischen Lohnk&uuml;rzung zugestimmt, sondern auch einer massiven Spaltung der Belegschaft! Arbeitgeber k&ouml;nnen so noch besser KollegInnen gegeneinander ausspielen. <br \/>  <br style=\"font-weight: bold;\"> <span style=\"font-weight: bold;\"> Nullrunde = Lohnk&uuml;rzung <\/span><\/p>\n<p>  Schon fr&uuml;h war f&uuml;r die Verhandlungsf&uuml;hrer der IGM die Forderung von vier Prozent Lohnerh&ouml;hung vom Tisch. Jetzt einigte man sich auf eine Nullrunde. Im Klartext hei&szlig;t das Lohnverlust! Viele KollegInnen werden merken, dass sie nach der &#x84;Nullrunde&#x93; den G&uuml;rtel enger schnallen m&uuml;ssen. Alles wird schlie&szlig;lich teurer (Arztbesuche, Miete, Benzin, Inflation usw.). Das bedeutet: Weniger Geld f&uuml;r die gleiche Arbeit! <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\"> Lohnverzicht rettet keine Arbeitspl&auml;tze <\/span><\/p>\n<p>  <span style=\"font-size: 11pt;\">Die Logik: Wenn ich auf Lohn verzichte, rette ich meinen Arbeitsplatz, ist falsch! Die sogenannte Flexibilisierung wird bei VW von Tarifrunde zu Tarifrunde immer mehr verst&auml;rkt. Das l&auml;uft darauf hinaus, dass f&uuml;r die gleiche Arbeit weniger Leute gebraucht werden. Stattdessen muss ein Kampf darum gef&uuml;hrt werden, dass die Arbeitszeit bei vollem Lohn- und<\/span> <br \/>  <span style=\"font-size: 11pt;\">Personalausgleich verk&uuml;rzt wird und die vorhandene Arbeit auf alle aufgeteilt wird. Nat&uuml;rlich muss man dazu an die Profite des Konzerns, aber nur so lassen sich die Arbeitspl&auml;tze sichern! <\/span> <\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">\n<p>  <span style=\"font-size: 11pt;\"><\/span><span style=\"font-size: 11pt; font-style: italic;\">Arbeitsplatzsicherung &aacute; la Daimler?<\/span><span style=\"font-style: italic;\"> <\/span><br \/>  <span style=\"font-size: 11pt;\">Auch bei DaimlerChrysler wurde den KollegInnen dieses Jahr erz&auml;hlt, ihre Arbeitspl&auml;tze seien bis 2011 sicher. In Wirklichkeit steht in der Betriebsvereinbarung, dass es statt betriebsbedingter K&uuml;ndigungen &#x84;betriebsbedingte &Auml;nderungsk&uuml;ndigungen&#x93; geben kann. Bei<\/span> <br \/>  <span style=\"font-size: 11pt;\">Personal&uuml;berhang erkl&auml;rt Daimler die Absicht, &#x84;sozialvertr&auml;glich&#x93; zu feuern, solange das m&ouml;glich ist. Einen sicheren Arbeitsplatz haben die KollegInnen bei Daimler also nicht, trotz versprochener &#x84;Zukunftssicherung&#x93;! <\/span> <br \/>  <br style=\"font-weight: bold;\"> <span style=\"font-weight: bold;\">Eine vertane Chance f&uuml;r die IG Metall!<\/span><\/p>\n<p>  <span style=\"font-size: 11pt;\">Die IG-Metall-Spitzen gingen einer Kraftprobe mit den Unternehmern immer aus dem Weg. W&auml;hrend zu Beginn der Verhandlungen die vier Prozent noch im Vordergrund standen, kam kurz danach der Kniefall vor den Unternehmern. Aus vier wurden zwei, dann einer und jetzt null Prozent!!<\/span><br \/>  <span style=\"font-size: 11pt;\">Wo wurden diese Forderungen beschlossen? Warum wurden &uuml;ber die K&ouml;pfe der KollegInnen hinweg die beschlossenen Forderungen immer weiter reguziert?<\/span> <br \/>  <span style=\"font-size: 11pt;\">Jetzt gilt es, Tarifverhandlung und Ergebnis gemeinsam auszuwerten. Auf einer IG-Metall Mitgliederversammlung sollten die IGM Verhandlungsf&uuml;hrer Rede und Antwort stehen!<\/span> <br \/>  <br style=\"font-weight: bold;\"> <span style=\"font-size: 11pt; font-weight: bold;\">Kampfkraft nicht genutzt!<\/span><br \/>  <span style=\"font-size: 11pt;\"><\/span><span style=\"font-size: 11pt;\"><\/span><span style=\"font-size: 11pt;\"><\/span><br \/>  <span style=\"font-size: 11pt;\">Die Arbeitgeber haben auch bei VW eine h&auml;rtere Gangart eingeschlagen. Sie waren es, die an die VW-Belegschaft eine offene Kampfansage gerichtet haben. Die blieb allerdings von der IG Metall unbeantwortet.<\/span><br \/>  <span style=\"font-size: 11pt;\">Die Warnstreiks wurden laut Streikaufruf f&uuml;r ein &#x84;vern&uuml;nftiges Ergebnis am Verhandlungstisch&#x93; gef&uuml;hrt. Es gab nie die Chance, f&uuml;r Forderungen auf die Stra&szlig;e zu gehen, f&uuml;r die es sich zu k&auml;mpfen lohnt! Der Tarifvertrag 2004 kommt einer kampflosen Kapitulation gleich! Und das bei hervorragender Warnstreik-Beteiligung und einem gewerkschaftlichen Organisationsgrad von 97 Prozent.<\/span><br \/>  <span style=\"font-size: 11pt; font-weight: bold;\"><br \/>  Spirale nach unten stoppen!<\/span><br \/>  <span style=\"font-size: 11pt;\"><br \/>  Die Konzernchefs hingegen gehen geballt vor. Sie sch&uuml;ren die Propaganda, dass der &#x84;Standort Deutschland&#x93; nur duch Lohnverzicht, mehr Flexibilisierung und Arbeitszeitverl&auml;ngerung zu sichern sei. In Wirklichkeit vollen sie ihre Profite auf dem R&uuml;cken der Besch&auml;ftigten noch weiter erh&ouml;hen. Sie nehmen sich einen Konzern nach dem anderen vor &#8211; zuerst Siemens, dann Daimler, Opel, VW und bald Porsche und Ford. Die IG Metall hat die Chance verstreichen lassen, einen gemeinsamen Streik der MetallerInnen gegen die Unternehmeroffensive zu f&uuml;hren! Der h&auml;tte die Grundlage f&uuml;r eine erfolgreiche VW-Tarifrunde geliefert!<\/span> <br \/>  <span style=\"font-size: 11pt;\">Ein grundlegender Kurswechsel ist n&ouml;tig. Wir brauchen starke Gewerkschaften. Daf&uuml;r m&uuml;ssen sich k&auml;mpferische KollegInnen zusammen schlie&szlig;en. Eine organisierte Opposition in den Gewerkschaften, eine inhaltliche und personelle Alternative ist n&ouml;tig, um die Interessen der Besch&auml;ftigten zu verteidigen und den gewerkschaftlichen Niedergang zu stoppen.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G&uuml;rtel enger schnallen und um den Arbeitsplatz bangen!<\/p>\n<p> Flugblatt der SAV vom 7.11.04<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11076"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11076"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11076\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11076"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11076"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11076"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}