{"id":11069,"date":"2004-11-02T12:28:35","date_gmt":"2004-11-02T11:28:35","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=11069"},"modified":"2012-06-24T16:20:15","modified_gmt":"2012-06-24T14:20:15","slug":"11069","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2004\/11\/11069\/","title":{"rendered":"Das Programm der SAV gegen die Krise der Autoindustrie"},"content":{"rendered":"<p>Keinerlei Schlie&szlig;ungen von Werken, Kampf um jeden Arbeitsplatz<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nDas einzige, was Arbeitspl&auml;tze rettet, ist der Kampf um Arbeitspl&auml;tze. Bei den gegebenen &Uuml;berkapazit&auml;ten kann der Ma&szlig;stab nicht sein, die Produktion mit Zugest&auml;ndnissen &#x84;wettbewerbsf&auml;hig&#x93; zu machen. Die ganze Produktion wurde von den KollegInnen aufgebaut und betrieben. F&uuml;r die Profite der letzten Jahre wurde von ihnen geschuftet. Jetzt gilt: Erhalt der Arbeitspl&auml;tze &#x96; auf Kosten der Profite.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold; color: rgb(204, 0, 0);\">Massive Arbeitszeitverk&uuml;rzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich, 30-Stunden-Woche als erster Schritt<\/span><br style=\"font-weight: bold;\"> <br \/>  Die steigende Produktivit&auml;t der letzten Jahre und Jahrzehnte landete vor allem als Gewinn in den Taschen der Aktion&auml;re. Massiver Arbeitsplatzabbau &#x96; ob &#x84;sozialvertr&auml;glich&#x93; oder nicht &#x96; f&uuml;hrte zu steigenden Arbeitslosenzahlen. Allein in Bochum wurden bereits 10.000 Arbeitspl&auml;tze vernichtet. Weniger KollegInnen wurden gezwungen, unter gr&ouml;&szlig;erer Hetze auf Kosten ihrer Gesundheit noch mehr zu produzieren. <br \/>  Schluss damit! Produktivere Arbeit kann die Grundlage daf&uuml;r sein, den allgemeinen Wohlstand zu erh&ouml;hen und die Arbeitszeiten zu verk&uuml;rzen: Die vorhandene Arbeit muss auf alle verteilt werden. Der volle Lohnausgleich wird finanziert durch die gesteigerte Produktivit&auml;t &#x96; auf Kosten der Profite.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold; color: rgb(204, 0, 0);\">&Ouml;ffnung der Gesch&auml;ftsb&uuml;cher<\/span><\/p>\n<p>  Den Besch&auml;ftigten bei VW wird erz&auml;hlt, der Umsatz breche ein, K&uuml;rzungen w&auml;ren unausweichlich. Den Opel-Besch&auml;ftigten werden Zahlen vorgehalten, GM mache in Europa Hunderte Millionen Miese, w&auml;hrend der Gesamtkonzern Gewinne auswirft. Die Zahlenjongleure in den Chefetagen k&ouml;nnen uns alles erz&auml;hlen. <br \/>  Beispiel GM: &#x84;Noch im Januar 2004 wies der damalige Vorstandschef der Adam Opel AG, Carl-Peter Forster, auf folgenden Umstand hin: Der seinerseits ausgewiesene operative Verlust von 400 Millionen Euro bei Opel sei vor allem darauf zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, dass ein Gro&szlig;teil der Entwicklungskosten der GM-Europa-PKW, die weltweit f&uuml;r GM verkauft w&uuml;rden, in Europa und vor allem bei Opel verbucht werden, dass jedoch die Gewinne aus den Verk&auml;ufen solcher PKW (z.B. in Asien) oft nicht Opel beziehungsweise GM Europa zugute k&auml;men&#x93;, so Winfried Wolf in der jungen welt (19. Oktober).<br \/>  Vor allen anderen Ma&szlig;nahmen m&uuml;ssen daher erst einmal die Gesch&auml;ftsb&uuml;cher den Besch&auml;ftigten offen gelegt werden: Die KollegInnen m&uuml;ssen wissen, wie die Lage wirklich aussieht und wo die Profite der letzten Jahre hingegangen sind.<br \/>  <br style=\"color: rgb(204, 0, 0); font-weight: bold;\"> <span style=\"color: rgb(204, 0, 0); font-weight: bold;\">&Uuml;berf&uuml;hrung aller Konzerne, die entlassen oder mit Werksverlagerungen drohen, in &ouml;ffentliches Eigentum bei Kontrolle und Verwaltung durch die Besch&auml;ftigten und die arbeitende Bev&ouml;lkerung<\/span><\/p>\n<p>  Die Werke wurden durch die Besch&auml;ftigten aufgebaut und betrieben, ganze Regionen h&auml;ngen von ihnen ab. Die Entscheidungen &uuml;ber die Verwendung dieser Ressourcen m&uuml;ssen der Diktatur des Profits entzogen und demokratisch im Interesse der KollegInnen und der arbeitenden Bev&ouml;lkerung gef&auml;llt werden.<br \/>  Politiker, wie SPD-Wirtschaftsminister Clement oder Kanzler Schr&ouml;der, stimmten bei GM\/Opel in den Kanon &uuml;ber Managementfehler ein &#x96; um zu betonen: Sie k&ouml;nnten gar nichts tun. <br \/>  Das Beispiel Holzmann zeigt, dass der Staat durchaus einspringen kann, wenn der Markt versagt. Das Beispiel Holzmann zeigt aber auch, dass es dann darum gehen muss &#x96; anders wie in diesem Fall &#x96; alle Arbeitspl&auml;tze zu erhalten und die Produktion gem&auml;&szlig; den Bed&uuml;rfnissen von Mensch und Umwelt fortzuf&uuml;hren.<br \/>  Schr&ouml;der, Fischer und Clement werden das genauso wenig tun wie Merkel oder Stoiber. Sie machen Politik f&uuml;r die Banken und Konzerne. Sie springen nur ein, um deren Interessen zu retten: F&uuml;r sie geht es entweder darum, Proteste der KollegInnen zu vermindern und den Niedergang zu strecken &#x96; wie bei Holzmann. Oder es geht ihnen darum, einen Konzern auf Kosten der Allgemeinheit zu sanieren, um danach wieder Profit privater Aktion&auml;re zu erm&ouml;glichen. Darauf l&auml;uft ihre gesamte Privatisierungspolitik hinaus.<br \/>  Daher m&uuml;ssen solche Konzerne nicht nur in &ouml;ffentliches Eigentum &uuml;berf&uuml;hrt, sondern von den Besch&auml;ftigten selbst, zusammen mit VertreterInnen der arbeitenden Bev&ouml;lkerung, auf Kosten der Profite der Banken und Konzerne fortgef&uuml;hrt werden. Sie k&ouml;nnen daf&uuml;r genutzt werden, sinnvolle Produkte und Dienstleistungen zu erwirtschaften, die den Wohlstand der Masse der Bev&ouml;lkerung steigern.<br \/>  <br style=\"color: rgb(204, 0, 0); font-weight: bold;\"> <span style=\"color: rgb(204, 0, 0); font-weight: bold;\">Geplantes Wirtschaften in der Auto- und Mineral&ouml;lindustrie statt kapitalistischem Chaos, Umstellung der Produktion<\/span><\/p>\n<p>  Die riesigen &Uuml;berkapazit&auml;ten, die Vernichtung von Werken und der ungeplante Neuaufbau neuer Kapazit&auml;ten machen deutlich: Unter den Bedingungen des Marktes werden enorme Ressourcen, die Kraft und die Ideen von Millionen Menschen, der Einsatz von Rohstoffen und Maschinen vergeudet. <br \/>  Diese Vergeudung muss beendet werden. Demokratisch von Besch&auml;ftigten und VertreterInnen der arbeitenden Bev&ouml;lkerung muss statt dessen ein Plan entwickelt werden, wie die Arbeitspl&auml;tze erhalten werden k&ouml;nnen und was f&uuml;r Produkte in welchen Werken produziert werden sollen.<br \/>  VW, GM, DaimlerChrysler und so weiter nutzen heute zusammen mit den Mineral&ouml;lkonzernen ihre Macht, um Regierungen gef&uuml;gig zu machen, um Besch&auml;ftigte zu schr&ouml;pfen, um am Autoverkehr im gro&szlig;en Stil festzuhalten. <br \/>  Mit einem begrenzt vorhandenen Rohstoff, dem &Ouml;l, wird umgegangen, als w&auml;re es vorhanden wie Sand am Meer. Treibhauseffekt und Gesundheitssch&auml;den werden billigend in Kauf genommen. Der &ouml;ffentliche Verkehr wird platt gemacht. <br \/>  Die gigantischen M&ouml;glichkeiten dieser Konzerne, die heute vor allem gegen die Masse der Bev&ouml;lkerung eingesetzt werden, m&uuml;ssen endlich f&uuml;r uns nutzbar werden: Auch in Zukunft werden Autos gebraucht, aber noch mehr Busse und vor allem Bahnen. Die Produktionsstra&szlig;en sind l&auml;ngst flexibel genug, um auch eine grundlegende Neuausrichtung zu erm&ouml;glichen: Statt der ungenutzten &Uuml;berkapazit&auml;ten k&ouml;nnen andere, sinnvolle G&uuml;ter f&uuml;r den weltweiten Bedarf produziert werden.<\/p>\n<p>  <span style=\"color: rgb(204, 0, 0); font-weight: bold;\">F&uuml;r eine sozialistische Demokratie<\/span><\/p>\n<p>  Die Opelaner in Bochum legten eine Woche lang die Arbeit nieder; allein bei DaimlerChrysler streikten 60.000 in Deutschland am 15. Juli; die VW-Besch&auml;ftigten stehen am Beginn einer harten Tarifrunde. Der Widerstand gegen die Angriffe der Bosse ist vielf&auml;ltig und er steht erst ganz am Anfang. Durch einen gemeinsamen Kampf k&ouml;nnen die Arbeitspl&auml;tze verteidigt und Arbeitszeitverk&uuml;rzungen durchgesetzt werden. Gemeinsam k&ouml;nnen Werke erhalten und Arbeitspl&auml;tze verteidigt werden. <br \/>  Doch solange die Produktion insgesamt dem Profit und der Konkurrenz unterworfen ist, werden solche Angriffe immer wieder gestartet werden. Deshalb k&auml;mpfen wir daf&uuml;r, die kapitalistischen Mechanismen der Profitproduktion zu beseitigen und durch eine sozialistische Demokratie zu ersetzen. Die Banken, Konzerne und Versicherungen m&uuml;ssen durch die arbeitende Bev&ouml;lkerung kontrolliert und verwaltet und daf&uuml;r in &ouml;ffentliches Eigentum &uuml;berf&uuml;hrt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Keinerlei Schlie&szlig;ungen von Werken, Kampf um jeden Arbeitsplatz<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,104],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11069"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11069"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11069\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11069"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11069"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11069"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}