{"id":11066,"date":"2004-11-01T10:04:00","date_gmt":"2004-11-01T09:04:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=11066"},"modified":"2012-06-24T16:21:15","modified_gmt":"2012-06-24T14:21:15","slug":"11066","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2004\/11\/11066\/","title":{"rendered":"Warnstreik bei VW"},"content":{"rendered":"<p>Bericht vom Warnstreik bei VW Kassel am 1. November 2004.<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\n<b>?Was soll?n wir denn nur tun? Die Arbeit muss jetzt ruhn!? <\/b>(Aus dem Liedbeitrag ?Lebt denn der alte Haustarif noch?? von einem VW Betriebsrat in Kassel\/Banuatal.) <\/p>\n<p> Im Vorfeld der sechten Tarifrunde bei VW fanden heute morgen in Braunschweig und Kassel\/Baunatal Warnstreiks statt. Laut IG-Metall-Sprecher J&ouml;rg K&ouml;ther folgten dem Aufruf rund 2.000 KollegInnen. <br \/> In Kassel versammelten sich schon um 5:30 Uhr die KollegInnen der Nachtschicht vor dem Haupttor und bildeten Streikposten. Die eintreffende Fr&uuml;hschicht versammelte sich vor den jeweiligen Toren und zogen mit Demonstrationsz&uuml;gen durch das Werk zum Haupttor, wo eine zentrale Kundgebung stattfand. <\/p>\n<p> <span style=\"font-weight: bold;\">?Was soll?n wir denn nur tun?&#8230;? <\/span><\/p>\n<p> Auf der einen Seite wurde die Zukunftsagst und der &Auml;rger &uuml;ber die drohenden Angriffe des Konzerns immer wieder von den KollegInnen betont. Ein Vertrauensmann meinte: ?Die 30 Prozent Personalkosteneinsparungen sollen auf dem R&uuml;cken von uns Besch&auml;ftigten ausgetragen werden. Ich muss meinen beiden T&ouml;chtern das Studium finanzieren. In den letzten Tarifrunden wurde immer verzichtet und jetzt wollen die Unternehmer ganz abkassieren, das geht so nicht!? Zeitgleich h&ouml;rte man aber immer wieder KollegInnen die z.B. sagten: ?H&auml;tte ich gewusst, dass das so eine Witzveranstaltung wird, h&auml;tte ich ausgeschlafen.? Das ist verst&auml;ndlich bei dem Warnstreikaufruf der IG Metall. Auf dem Flugblatt stand als Perspektive f&uuml;r den Warnstreik: ?Das Unternehmen muss sp&uuml;ren, dass wir es ernst meinen. Wir brauchen eine vern&uuml;nftige L&ouml;sung am Verhandlungstisch!? Eine Erkl&auml;rung, wie so eine L&ouml;sung nach der Vorstellung der IGM aussehen soll, blieb aus. W&auml;hrend auf den IGM Transparenten der KollegInnen immer noch die vier Prozent Forderung stand, fehlte sie auf dem IGM Material. Die Redner verschwiegen sie auch. So wurden die KollegInnen in Ungewissheit gelassen, was auf sie nach der heutigen Tarifrunde zukommt und warum sie &uuml;berhaupt den Warnstreik durchf&uuml;hren. <\/p>\n<p> <span style=\"font-weight: bold;\">&#8230; Die Arbeit muss jetzt ruhn!? <\/span><\/p>\n<p> Kein Wunder! Die urspr&uuml;ngliche vier Prozent Forderung wurde von IGM Verhandlungsf&uuml;hrer Hartmut Meine schon fr&uuml;h als ?unrealistisch? bezeichnet. Einer Kraftprobe wurde von Beginn an aus dem Weg gegangen. Stattdessen wurden im vorrauseilenden Gehorsam drastische Zugest&auml;ndnisse gemacht. Aus vier Prozent wurden zwei, danach einer und es wurde zugestimmt, dass die k&uuml;nftigen Einstiegsl&ouml;hne um 10 Prozent gesenkt werden. Bei den Warnstreiks Donnerstag Nacht schraubten die Verhandlungsf&uuml;hrer der IGM die Erwartungen noch weiter runter. So Betriebsratschef Klaus Volkert: &#8222;Wir erwarten kein Tarifergebnis, das mit dem F&uuml;llhorn materielle Wohltaten &uuml;ber uns ausbreitet.&#8220; oder Meine (IGM): &#8222;Die B&auml;ume wachsen in dieser Tarifrunde nicht in den Himmel.&#8220; <br \/> Die Arbeitgeber haben auch bei VW eine h&auml;rte Gangart eingeschlagen. Selbst faule Kompromisse wie in der Vergangenheit wollen sie nicht eingehen. Bis jetzt sind sie mit dieser Dreistigkeit ungeschoren davon gekommen, weil die IGM Spitze davor zur&uuml;ckweicht, die Kampfkraft der KollegInnen zu nutzen um richtigen Druck auszu&uuml;ben. Wenn der Streik der Opelaner in Bochum aber eins gezeigt hat, dann die Tatsache, dass Streiks das richtige Mittel sind, um der Unternehmeroffensive etwas entgegen zu setzen. <\/p>\n<p> <span style=\"font-style: italic;\">von Nico Weimann, Kassel<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht vom Warnstreik bei VW Kassel am 1. November 2004.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11066"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11066"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11066\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11066"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11066"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11066"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}