{"id":11064,"date":"2004-10-29T14:18:47","date_gmt":"2004-10-29T12:18:47","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=11064"},"modified":"2012-06-24T16:01:40","modified_gmt":"2012-06-24T14:01:40","slug":"11064","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2004\/10\/11064\/","title":{"rendered":"Europ&auml;ische Union &#8211; Kein Licht am Ende des Tunnels"},"content":{"rendered":"<p>Massive Unzufriedenheit hinter dem Streit um die Kommission<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nDie neue EU-Kommission unter Jos&eacute; Man&uuml;l Barroso, muss umgebildet werden, noch bevor sie nach Br&uuml;ssel ging. Die Abstimmung im Europ&auml;ischen Parlament am Mittwoch wurde verschoben, da eine Mehrheit gegen Barroso&#x92;s urspr&uuml;nglichen Vorschlag gestimmt h&auml;tte. Der Grund f&uuml;r das nicht ausgesprochnene Vertrauen war der italienischen Kommissar, Rocco Buttiglione, aufgrund seiner reaktion&auml;ren Ansichten &uuml;ber Frauen, Homosexuelle und ImmigrantInnen. Aber hinter dieser neuen Stufe der Krise der EU steckt die extrem schwache wirtschaftliche Entwicklung der Euro-Zone und die wachsenden Unzufriedenheit mit der Europ&auml;ischen Union. <br \/>  Die Kritik im Europ&auml;ischen Parlament jedoch bedeutet keinen Politikwechsel. Verglichen mit den US-Wahlen sind Buttigliones Ansichten mit denen Bushs vergleichbar, w&auml;hrend die, die gegen ihn waren, Kerry n&auml;herstehen. Keiner von beiden kann einen Ausweg aus der Krise aufzeigen und beide werden die Kosten f&uuml;r ihre Pl&auml;ne den ArbeiterInnen aufzwingen. Diese Kritiker Buttigliones haben meistens keine Einw&auml;nde gegen Privatisierungen oder die Milit&auml;rprojekte der EU. <br \/>  Hinter der gegenw&auml;rtigen Krise der Kommission steckt die Vertrauenskrise der ganzen EU. Die gro&szlig;en Pl&auml;ne der EU-F&uuml;hrer &#x96; der gemeiname Markt, der Euro und die Erweiterung &#x96; haben keines der versprochenen Ergebnisse gebracht. Sie haben im Gegenteil die gegenw&auml;rtige Wirtschaftskrise noch versch&auml;rft weil sie die Regierungen davon abhielten, ihre Wirtschaft anzukurbeln. <br \/>  Die Wirtschaftswachstumsrate der Eurozone lag letztes Jahr unter 1 %, und f&uuml;r 2004 liegt die Prognose bei einem Wachstum von unter 2%. <br \/>  Statt Verbesserungen haben sich ArbeiterInnen und besonders RentnerInnen in der ganzen EU ne&uuml;n, noch sch&auml;rferen Angriffen auf ihren Lebensstandard gegen&uuml;bergesehen. Kahlschlagspl&auml;ne der Regierungen sind von einer neue Angriffswelle der Grosskonzerne auf L&ouml;hne, Arbeitsbedingungen, usw erg&auml;nzt oder &uuml;berholt worden. Dies hat zu zunehmender Unzufriedenheit und Protesten gef&uuml;hrt, besonders in Deutschland und den Niederlanden. In Deutschland haben die Montagsdemonstrationen und besonders die Aktionen der ArbeiterInnen bei Opel (General Motors) die Politiker in ganz Europa in Schrecken versetzt. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold; color: rgb(204, 0, 0);\">Mehr vom Althergebrachten <\/span><\/p>\n<p>  Das generelle Rezept der Politiker und der Kapitalisten gegen die Wirtschaftskrise ist jedoch nur eine h&ouml;here Dosis des althergebrachten. Der mutmassliche Pr&auml;sident in spe der Eu-Kommission, Jos&eacute; Man&uuml;l Barroso, hat &#x93; Wirtschaftsreformen&#x94; zu seiner Hauptaufgabe erkl&auml;rt. Die Zusammensetzung seiner vorgschlagenen Kommission stellt, verglichen mit der letzten, einen Rechsruck dar. Barroso wurde in der Financial Times daf&uuml;r gelobt, dass er die <span style=\"font-style: italic;\">&#x93;Kandidaten des freien Marktes&#x94;<\/span> f&uuml;r die wichtigsten Jobs in der Kommission ausgew&auml;hlt hatte. <br \/>  Alle EU-Regierungen verfolgen den allgemeinen Trend von Angriffe auf Arbeitsbedingungen. Die Frage ist, welche Rolle die EU selbst spielen wird. W&auml;hrend der letzten Jahre gibt es ne&uuml; Anzeichen bei den EU &#x96; Regierungen, sich offener von der EU selbst zu distanzieren. Zum ersten Mal geh&ouml;ren die Regierungen Deutschlands und der Niederlande zu denen, die ernsthafte Kritik an der EU vorbringen. Gleichzeitig brauchen sie die EU immer noch um die Art und Weise der &#x84;Re-organisierung&#x94; der europeaischen Industrie durchzuf&uuml;hren &#x96; vor allem cross-border mergers, gemeinsame Standards und einheitliche Angriffe auf Arbeitsbedingungen, die alle notwendig sind, um mit den USA und China konkurrieren zu k&ouml;nnen. Sogar der EU-Kritiker und italienische Premierminister Silvio Berlusconi hat eine EU-weite &#x84;Rentenreform&#x94; gefordert. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold; color: rgb(204, 0, 0);\">&Ouml;konomische Zwangsjacke <\/span><\/p>\n<p>  Die Bestimmungen der W&auml;hrungsunion haben die gegenw&auml;rtige Wirtschaftskrise vertieft. Die portugiesische Regierung, fr&uuml;her unter Barroso, befolgte die Regeln des &#x93;Stabilit&auml;tspaktes&#x94; und vernichtete tausende Arbeitspl&auml;tze im &ouml;ffentlichen Dienst. Statt dem beabsichtigten Gegenteil vertiefte dies die Rezession und trieb das Hauhaltsdefizit hoch. <br \/>  In Deutschland haben die Kahlschlagsmassnahmen der &#x93;Agenda 2010&#x94; in diesem Jahr einen R&uuml;ckgang der Inlandsnachfrage von 0,7% verursacht. Diese k&ouml;nnte durch die vor kurzem eingek&uuml;ndigten Entlassungen bei Opel und anderen Unternehmen angek&uuml;ndigt sogar noch weiter fallen. Sogar noch bedeutender ist der scharfe R&uuml;ckgang bei den Investitionen. Unternehmerprofite werden f&uuml;r Spekulation verwendet oder verlassen das Land und werden nicht in Deutschland investiert. Dieses schwache Wachstum im zweiten Quartal ist ganz und gar den niedrigeren Profiten zuzuschreiben. Der Fall des Dollar und die steigenden &ouml;lpreise brachten die EU-Kommission am Dienstag dazu, ihre Wachstumsvorhersagen f&uuml;r 2005 auf 2.0% zu senken. <br \/>  F&uuml;r n&auml;chstes Jahr ist f&uuml;r das deutsche BIP ein Wachstum von nur 1,5% prognostiziert. Oberfl&auml;chlich betrachtet sieht das f&uuml;r Frankreich vorhergesagte Wachstum von 2,3% viel besser aus. Aber das franz&ouml;sische Wachstum basiert im wesentlichen auf Finanzminister Sarkozys Variante der US-Wirtschaftspolitik. Der Konsum der privaten Haushalte ist angekurbelt worden. In den letzten drei Jahren sind die Geb&auml;udepreise in Frankreich um 40% gestiegen. Aber die Arbeitslosigkeit ist immer noch eine der h&ouml;chsten in der EU und die hohen Geb&auml;udepreise werden nicht so bleiben. <br \/>  Ein weiteres Problem sind die von der Europeaischen Zentralbank festgelegten gemeinsamen Zinsraten der Eurozone. W&auml;hrend die deutsche Wirtschaft niedrigere Zinsraten braucht, um ihre Wirtschaft anzukurbeln, braucht der franz&ouml;sische Grundst&uuml;cksmarkt, wie in den USA, h&ouml;here Zinsraten. Bis jetzt war die EZB in der Lage, die Spannungen zu managen, aber die Probleme werden zunehmen. <br \/>  Sowohl die deutsche als auch die franz&ouml;sische Regierung versuchen, f&uuml;r ein <span style=\"font-style: italic;\">&#x84;nationales Profil&#x93;<\/span> zu werben, um Arbeitspl&auml;tze (und Profite) zu sichern. Sarkozy verurteilte einige der neuen EU Staaten wegen ihrer niedrigen Steuern und Schr&ouml;der sagte, dass es <span style=\"font-style: italic;\">&#x93;unpatriotisch&#x93;<\/span> sei, Jobs aus Deutschand abzuziehen. Beide Regierungen fordern auch eine gemeinsame EU-Politik zur Verteidigung von Arbeitspl&auml;tzen und einheimischen Unternehmen. Hier deuten sich neue Spannungen und Krisen an. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold; color: rgb(204, 0, 0);\">Reform des Stabilit&auml;tspaktes? <\/span><\/p>\n<p>  Die EU-Kommission hat eine Aufweichung des &#x93;Stabilit&auml;ts- und Wachstumspaktes&#x93; prognostiziert. Letztes Jahr haben sowohl Deutschland als auch Frankreich die Regeln ignoriert, das Strafen f&uuml;r ein staatliches Haushaltsdefizit festlegt, dass h&ouml;her ist als 3% des BIP. Eine Mehrheit der EU-Finanzminister stimmte zugunsten der beiden, um die drohenden Strafgeb&uuml;hren abzuwenden. Seitdem ist Griechenland mit &uuml;ber Jahre vertuschten Defiziten von bis zu 5% aufgeflogen. Deutschland, Frankreich und Portugal werden die Regeln diese Jahr wieder brechen, Italien und die Niederlande sind auch nahe daran. Dieser Trend wird sich fortsetzen. Von der &#x84;Agenda 2010&#x92;&#x94; zum Beispiel wird berichtet, dass sie die Einnahmen f&uuml;r das staatliche Gesundheitswesen und die Rentenversicherungen verrringere. <br \/>  Der neue, durch die Notwendigkeiten ausfgezwunge Vorschlag, gibt den Regierungen mehr Zeit, die Haushalte, besonders unter nicht n&auml;her definierten &#x84;au&szlig;erdordentlichen Umst&auml;nden&#x93;, auszugleichen. Staaten mit niedrigen Schulden werden auch mehr Zeit bekommen. <br \/>  Der Vorschlag hat im Gegenzug zu scharfer Kritik seitens des EZB-Chefs, Jean-Claude Trichet, gef&uuml;hrt. Er bezeichnete den Vorschlag als <span style=\"font-style: italic;\">&#x84;gef&auml;hrlich&#x93;<\/span> und die <span style=\"font-style: italic;\">&#x84;Festigkeit&#x93;<\/span> der Eurozone gef&auml;hrdend. Der niederl&auml;ndische Finanzminister Gerrit Zalm meinte dasselbe, als er Deutschland bezichtigte, langfristig h&ouml;here Zinsraten in andere EU-Staaten zu exportieren. Er selbst verabschiedete einen neo-liberalen Haushalt mit &#x93;Strukturreformen &#x94; (sowohl St&uuml;rsenkungen als auch drastische Keurzungsmassnahmen) &#x96; ein Haushalt, der vor kurzem zu einer Demonstration von 200.000 in Amsterdam f&uuml;hrte. <br \/>  Die franz&ouml;sische Regierung diskutiert, auf der anderen Seite, den ganzen Pakt auszusetzen. Frankreich wird voraussichtlich im n&auml;chsten Jahr ein Defizit von 2,9% schaffen, aber nur dank des Geldes das von dem staatlichen Stromunternehmen EDF konfisziert worden ist. <br \/>  Die Sorgen der EZB sind sehr berechtigt. Normalerweise f&uuml;hren Haushaltdefizite in einem Land zu h&ouml;heren Zinsraten, vielleicht zu einer W&auml;hrungsabsenkung und Inflation. In der Eurozone muss das von allen Mitgliedstaaten mitgetragen werden. Warum sollte dann irgend ein Land sein Defizit niedrig halten? Nat&uuml;rlich w&uuml;rde ein nicht ausgeglichener Haushalt den ArbeiterInnen nichts bringen, sondern vor allem den Grosskonzernen und den Reichen, wie in den USA. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold; color: rgb(204, 0, 0);\">Lissabon-Prozess <\/span><\/p>\n<p>  Romano Prodi, der nun als Pr&auml;sident der EU-Kommission zur&uuml;cktritt, verurteilte letzte Woche den EU&#x92;- <span style=\"font-style: italic;\">&#x93;Lissabon-Prozess&#x94;<\/span> als <span style=\"font-style: italic;\">&#x94;einen gro&szlig;en Fehler&#x94;<\/span>. Die Pl&auml;ne des EU-Gipfels in Lissabon 2000 zielten grunds&auml;tzlich auf massive Privatisierungen, Deregulierungen und Anti-Gewerkschafts-Massnahmen ab, die US-Wirtschaft wurde als Modell daf&uuml;r pr&auml;sentiert. <br \/>  Der &#x93;Lissabon-Prozess&#x94; ist jedoch auf gro&szlig;en Widerstand und auch entt&auml;uschten Erwartungen in steigendem wirtschaftlichen Wachstum getroffen. Ein Bericht des ehemaligen niederl&auml;ndischen Premierministers Wim Kok, der bald ver&ouml;ffentlicht wird, zeigt, dass nur 5 von 25 EU-Staaten die Deadline eingehalten haben. Das sind die wirtschaftlich weniger wichtigen L&auml;nder &#8211; Belgien, &ouml;sterreich, Finnland, Schweden und D&auml;nemark. <br \/>  Gerhard Schr&ouml;der und der ehemalige franz&ouml;sische IWF-Chef Michel Camdessus sind unter den lautesten Stimmen, die jetzt eine Wiederaufnahme des Lissabon-Prozesses fordern. Der Plan des deutschen Kanzlers mit dem Titel <span style=\"font-style: italic;\">&#8222;Sieben Chancen f&uuml;r einen gemeinsamen Europ&auml;ischen Markt&#x94;<\/span>, tritt f&uuml;r die komplette Liberalisierung des europ&auml;ischen Energiemarktes ab 2007 ein, mehr Kooperation in der R&uuml;stungsindustrie und einheitliche Standards f&uuml;r Kreditkartenoperationen und Bank&uuml;berweisungen, berichtet &#x82;EUobserver.com&#x92;. <br \/>  Neben diesen Vorschl&auml;ge sind noch verschiedene andere Reformen in Planung. Die Schr&ouml;derregierung betrachtet die angels&auml;chsische Wirtschaft immer noch als ein Modell. <span style=\"font-style: italic;\">&#x84;In Deutschland hat die Regierung Schritte vorgesehen, um die Kontrolle der Handelsgesellschaften und die Abl&auml;ufe des Kapitalmarktes zu verbessern, z.B. in dem die Einf&uuml;hrung von Hedgefunds unterst&uuml;tzt wird&#x94;<\/span>, (FT, 23. July 2004). <br \/>  In Frankreich f&uuml;hrt die Regierung 1 Million befristeter Arbeitsvertr&auml;ge ein, plus K&uuml;rzungen bei Renten und Arbeitslosenunterst&uuml;tzung. 10.000 Verwaltungsstellen werden gestrichen. Ein anderer Trend ist, teile des Staates zu &#x84;dezentralisieren&#x94;, und die Schuld f&uuml;r weitere K&uuml;rzungen auf die lokalen Beh&ouml;rden zu schieben. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold; color: rgb(204, 0, 0);\">Erweiterung <\/span><\/p>\n<p>  Die Rolle der EU-Erweiterung ist auch ziemlich klar. &#x84;Die Erweiterung der EU, und das Wissen dass direkt auf der anderen Seite der Grenze Arbeiter bereit sind, den Job f&uuml;r sehr viel weniger Geld zu machen, hat deutlich als ein Anreiz f&uuml;r Reformen gewirkt&#x94;, schrieb der &#x84;Economist&#x93; vor kurzem in einem Special &uuml;ber die EU. Das Magazin f&auml;hrt fort:<span style=\"font-style: italic;\"> &#x84;Ein neues Element ist durch die Aufnahme der neuen zentraleurop&auml;ischen Mitgliedstaaten dazugekommemn, die um die Erhaltung ihrer Wettbewerbsvorteiel f&uuml;rchten: niedrige L&ouml;hne, niedrige Steuern und leichte Regulierung.&#x94;<\/span> <br \/>  Die Arbeitgeberverband der EU, Unice, betonte dasselbe: <span style=\"font-style: italic;\">&#x84;Die Erweiterung ist eine goldene Gelegenheit, die Wettbewerbsf&auml;higkeit anzuheizen&#x94;<\/span>. Eine EU mit 25 Mitgliedern w&uuml;rde die <span style=\"font-style: italic;\">&#x93;Wettbewerbsf&auml;higkeit der Unternehmen&#x94;<\/span> an erste Stelle setzen, meinte Barroso als er seine &#8211; jetzt abgelehnte &#8211; Kommission zusammenstellte. <br \/>  Die Erweiterung ist ein Hauptargument , wenn Unternehmen niedrigere L&ouml;hne und l&auml;ngere Arbeitszeiten fordern. Die EU-Kommission bereitet sich jetzt darauf vor, die EU-Regeln &uuml;ber die maximale Arbeitsstundenzahl pro Woche zu verw&auml;ssern. Diese wurden 1993 als Antwort auf die Gewerkschaften eingef&uuml;hrt. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold; color: rgb(204, 0, 0);\">Neue Krise <\/span><\/p>\n<p>  Die Ablehnung von Barrosos Kommission ist nicht das einzige Anzeichen der Krise der EU in dieser Woche. Am Freitag werden sich die EU-Regierungschefs in Rom treffen, um die neue EU-Verfassung zu unterzeichnen. Diese Verfassung k&ouml;nnte jedoch eventuell bis zum Oktober 2005 nicht &uuml;berleben, wenn sie von den Mitgliedsstaaten ratifiziert werden soll. Elf L&auml;nder haben bis jetzt Referenden zu diesem Thema angek&uuml;ndigt (Belgien, Grossbritannien, die Tschechische Republik, D&auml;nemark, Frankreich, Irland, Luxemburg, Niederlande, Polen, Portugal und Spanien. Sogar Schr&ouml;der denkt &uuml;ber ein Referendum in Deutschland nach. Formal gesehen kann kein Land die Verfassung blockieren. <br \/>  Im allgemeinen wird der mit der EU verbundenden neo-liberalen Politik mit wachsender Gegenwehr begegnet. Es ist eine Frage der Zeit, bis f&uuml;hrende Politiker ebenfalls versuchen, die EU offen f&uuml;r ihr Versagen, bez&uuml;glich Arbeitslosigkeit etc anzuklagen. Die Regierugen Deutschlands und der Niederlande und andere haben erkl&auml;rt, dass sie nicht l&auml;nger bereit sind, mehr als andere in den EU-Haushalt einzubezahlen. Ein neuer Haushalt f&uuml;r 2007 ist gerade in Vorbereitung. <br \/>  Die Stimmung gegen die EU w&auml;chst in den Mitgliedstaaten. In der letzten Euro-Barometer-Umfrage gaben nur 43% an, ein positives Bild von der Union zu haben. Nur 39% in Deutschland denken, dass das Land von der EU-Mitgliedschaft profitiert. Die Politiker versuchen, diese Stimmmung auszunutzen, in dem sie die nationalistische Kart ausspielen. <br \/>  Die Europ&auml;ische Union wird durch den gemeinsamen Willen der Kapitalisten in Europa zusammengehalten, den Sozialstaat auszuschlachten und die Arbeiterklasse anzugreifen. Aber sie stehen auch unvermeidlich unter dem Druck der nationalen Interessen der Politiker und Kapitalisten. Jedes der aktuellen Krisenthemen &#x96; die Verfassung, der Stabilit&auml;tspakt, der kommende EU-Haushalt &#x96; k&ouml;nnten zu einer EU mit zwei oder drei verschiedenen Lagern mit unterschiedlichen Integrationsstufen fuheren. <br \/>  Die einzige Alternative zur EU des Kapitals ist ein sozialistisches Europa, das nur durch den gemeinsamen Kampf der Arbeiterklasse europaweit erreicht werden kann. Die Schrittte f&uuml;r einen gemeinsamen Kampfes in den General Motors-Werken k&ouml;nnen ein Ankn&uuml;pfungspunkt f&uuml;r weitere,sch&auml;rfere Klassenk&auml;mpfe sein, die das Bewusstsein ver&auml;ndern und ne&uuml; sozialistische Massenparteien schaffen. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-style: italic;\">Per-&Aring;ke Westerlund, R&auml;ttvisepartiet Socialisterna (CWI Schweden) <\/span><br style=\"font-style: italic;\"> <span style=\"font-style: italic;\">&Uuml;bersetzung: Conny Dahmen<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Massive Unzufriedenheit hinter dem Streit um die Kommission<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[79],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11064"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11064"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11064\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11064"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11064"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11064"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}