{"id":11062,"date":"2004-10-31T09:45:30","date_gmt":"2004-10-31T09:45:30","guid":{"rendered":".\/?p=11062"},"modified":"2004-10-31T09:45:30","modified_gmt":"2004-10-31T09:45:30","slug":"11062","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2004\/10\/11062\/","title":{"rendered":"Die SAV in Aktion"},"content":{"rendered":"<p>Nazi-Demo in K&ouml;ln verhindert &#8211; Zum R&uuml;cktritt des Rostocker Oberb&uuml;rgermeisters &#8211; Widerstand gegen Arbeitsplatzvernichtung in Aachen<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\n<span style=\"font-weight: bold;\">10:1 gegen die Nazis &#x96; 1:0 f&uuml;r die Polizei<\/span><br \/>  150 Nazis konnten in K&ouml;ln nicht punkten<\/p>\n<p>  Der &#x84;Nationale Widerstand&#x93; rief unter dem Motto &#x84;Mult-Kulti? Nicht mit uns! Deutschland den Deutschen&#x93; zur bundesweiten Demo am 16. Oktober durch K&ouml;ln-Kalk auf. In der Fr&uuml;h waren Stra&szlig;en und Gesch&auml;fte noch verwaist, aber nach 10 Uhr belebte sich Kalk.<br \/>  Etwa 1.500 Menschen nahmen an der Gegendemo des B&uuml;ndnisses &#x84;Kalk stellt sich quer&#x93; teil. Der Stadtrat Claus Ludwig (von &#x84;gemeinsam gegen sozialraub&#x93; und Mitglied der SAV) unterstrich in seiner Begr&uuml;&szlig;ungsrede die Rolle der Solidarit&auml;t im Kampf gegen Nazis als auch gegen den rot-gr&uuml;nen Sozialabbau. Die Einigkeit wurde durch die Auswahl der RednerInnen unterstrichen, zu denen In- wie Ausl&auml;nderInnen, sowie das schwul-lesbische B&uuml;ndnis &#x84;queergestellt&#x93; geh&ouml;rten. Bei der Gegendemo gelangten in etwa 500 AntifaschistInnen in die unmittelbare N&auml;he der Marschroute der Neonazis, wurden dort jedoch bis zum Abend gekesselt.<br \/>  Die Versammlung der Faschisten fand gegen Mittag statt. Auf deren Kundgebung sprach&nbsp; Christian Worch, altbekannter Nazikader. Die magere Zahl von etwa 150 Nazidemonstranten wurde von der Polizei durch Nebenstra&szlig;en zum Bezirksrathaus gef&uuml;hrt. Dort huldigten sie dem Neueinzug mehrerer Rechtsextremer in K&ouml;lner Stadtvertretungen. L&auml;ngs der Demostrecke kam es zu Aktionen von AnwohnerInnen und AntifaschistInnen. Der Zug der Nazis konnte von einigen SAV-Mitgliedern und anderen Linken kurzfristig aufgehalten werden. Die Blockade wurde aber nach zehn Minuten von der Polizei gewaltsam aufgel&ouml;st, die den Befehl hatte, den Naziaufmarsch unter allen Umst&auml;nden durchzuziehen. Daf&uuml;r wurden 1.600 PolizistInnen aus ganz Nordrhein-Westfalen angekarrt.<br \/>  Der rechte Aufmarsch h&auml;tte wegen Volksverhetzung im Vorfeld verboten werden k&ouml;nnen. Auf dem Fronttransparent der Gegendemo war es klar zu lesen: &#x84;Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen&#x93;. Auf Polizei, Politiker und Justiz ist kein Verlass. Die braune Hetze muss auf der Stra&szlig;e bek&auml;mpft werden.<br \/>  Diskriminierung ist allerdings auch f&uuml;r Rot-Gr&uuml;n kein Fremdwort. Auch mit der Terrorhysterie um den &#x84;Kalifen von K&ouml;ln&#x93; werden Vorurteile gegen ImmigrantInnen gesch&uuml;rt. Doch wir lassen uns nicht spalten! Deshalb war der gemeinsame solidarische Widerstand von In- und Ausl&auml;nderInnen gegen die Nazis ein Punkterfolg, auch wenn der Aufmarsch nicht mit einem K.O.-Sieg wie in Leipzig gewonnen werden konnte &#x96; dank des gigantischen Polizeiaufgebots.<br \/>  <br style=\"font-style: italic;\"> <span style=\"font-style: italic;\">von Frank, K&ouml;ln<\/span><\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Rostock: OB P&ouml;ker endlich zur&uuml;ckgetreten!<\/span><br \/>  Stadt bleibt auf Schuldenberg sitzen<\/p>\n<p>  Nur drei Monate nach den B&uuml;rgerschaftswahlen musste der Oberb&uuml;rgermeister (OB) von Rostock, Arno P&ouml;ker, am 24. September seinen R&uuml;cktritt bekannt geben. Jetzt dreht sich mal wieder das Kandidatenkarussell.<br \/>  W&auml;hrend seiner neunj&auml;hrigen Amtszeit als OB verkaufte er das Herz der Hansestadt, den &Uuml;berseehafen, an eine dubiose Briefkastenfirma. Er lie&szlig; den ersten privaten Tunnel in Deutschland bauen und schmiss Millionen f&uuml;r eine Bewerbung zu Olympia 2012 zum Fenster raus. Gleichzeitig verrotteten die Schulen, wurde bei Kultur und Sozialem gek&uuml;rzt und Personal bei der Stadtverwaltung abgebaut. Doch erst die IGA (Internationale Gartenbauausstellung) 2003 brach ihm das Genick, denn sie bescherte der Stadtkasse Schulden von &uuml;ber 20 Millionen Euro.<br \/>  Die SAV griff die Wut in der Bev&ouml;lkerung mit einer Kampagne auf. Der Antrag auf R&uuml;cktritt von OB P&ouml;ker durch unsere B&uuml;rgerschaftsabgeordnete Christine Lehnert wirkte zudem wie ein Brandbeschleuniger. Schnell gab P&ouml;ker seinen R&uuml;cktritt bekannt, nat&uuml;rlich aus &#x84;pers&ouml;nlichen&#x93; Gr&uuml;nden. Aber nicht, dass er jetzt in die Armut st&uuml;rzt. Nein, er hat schon mehrere Angebote aus der &#x84;Wirtschaft&#x93; bekommen.<br \/>  Am 27. Februar findet die Neuwahl f&uuml;r den OB-Sessel statt. Doch die Angebote von SPD und CDU k&ouml;nnen uns hier unten keine Hoffnung machen. Die Kandidatin der PDS, bisher eine Stellvertreterin des OB, hat sich bisher unter anderem gegen Rassismus stark gemacht, stie&szlig; aber in der Kommune schnell an ihre Grenzen. Sie versuchte einerseits den Sozialkahlschlag abzumildern und musste andererseits durch ihre politische Beschr&auml;nktheit Schulen schlie&szlig;en. Leider macht auch sie keine konsequent linke Politik, sondern kapituliert vor den &#x84;Sachzw&auml;ngen&#x93;.<br \/>  Wir brauchen jemanden, der nicht nur im Stadtrat tolle Reden gegen K&uuml;rzungen oder Privatisierungen schwingt und sich nachher doch anpasst, sondern den Kampf dagegen real umsetzt und zwar zusammen mit den Leuten auf der Stra&szlig;e. Die SAV w&uuml;rde solche KandidatInnen unterst&uuml;tzen. Wir wollen beim B&uuml;ndnis gegen Sozialkahlschlag, bei der WASG und bei den Gewerkschaften&nbsp; f&uuml;r einen solchen gemeinsamen OB-Vorschlag eintreten. Falls es aber so etwas nicht geben sollte, werden wir auch als SAV mit Christine Lehnert zu dieser Wahl antreten. Klar werden wir dort nicht die Mehrheit gewinnen, aber darum geht es im Moment auch gar nicht. Viel wichtiger ist es uns, w&auml;hrend der Zeit des Wahlkampfes sowohl Alternativen zur t&auml;glichen Kahlschlagspolitik und sozialistische Ideen zu verbreiten, aktiv gegen neue Sozialk&uuml;rzungen &#x96; gemeinsam mit anderen &#x96; Kampagnen zu f&uuml;hren als auch die SAV aufzubauen.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-style: italic;\">von Frank Zimmermann, Rostock<\/span><\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Widerstand f&uuml;hrt zur K&uuml;ndigung &#x96; Widerstand jetzt erst recht!<\/span><br \/>  Stoppt die Entlassung von Marc Treude &#x96; Stoppt das K&uuml;rzungspaket bei Cinram!<\/p>\n<p>  Am 8. Oktober wurde Marc Treude bei der Firma Cinram von der Gesch&auml;ftsleitung fristlos entlassen! Grund daf&uuml;r scheint sein Engagement gegen das geplante K&uuml;rzungspaket bei Cinram zu sein.<br \/>  <span style=\"font-style: italic;\"><\/span>Marc Treude hat in den letzten Wochen und Monaten mit vielen anderen Kolleginnen und Kollegen versucht, die geplanten K&uuml;rzungen in H&ouml;he von 30 Millionen Euro und die drohende Entlassung von 350 Besch&auml;ftigten zu verhindern. Zuletzt hatte Marc Treude, der auch Stadtrat in Aachen und Mitglied der SAV ist, einen Artikel auf der Homepage der SAV ver&ouml;ffentlicht, der die Gesch&auml;ftsleitung und den Betriebsrat kritisiert und zu Widerstand aufruft. Dieser Artikel tauchte im Betrieb auf, und war vordergr&uuml;ndig der Anlass zur fristlosen K&uuml;ndigung. Das Recht auf freie Meinungs&auml;u&szlig;erung gilt anscheinend nicht f&uuml;r jeden!<\/p>\n<p>  <span style=\"font-style: italic;\">Proteste gegen Arbeitsplatzabbau<\/span><\/p>\n<p>  350 von insgesamt rund 1.300 Besch&auml;ftigten sollen bei Cinram in Alsdorf (bei Aachen) entlassen und ab Januar die 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich eingef&uuml;hrt werden. Im Betrieb gab es in letzter Zeit eine starke Ablehnung gegen weitere K&uuml;rzungsma&szlig;nahmen. Einige Kolleginnen und Kollegen haben Unterschriften gesammelt, um den Betriebsrat aufzufordern, keinen weiteren K&uuml;rzungen zuzustimmen und stattdessen eine Betriebsversammlung einzuberufen. Dort h&auml;tten alle KollegInnen diskutieren k&ouml;nnen, wie man sich wehren kann, anstatt in Geheimverhandlungen wieder einmal verraten und verkauft zu werden.<br \/>  Diese fristlose Entlassung ist kein Zufall, sondern ein breiter Angriff auf alle Besch&auml;ftigten bei Cinram! Wer aufmuckt, wird mundtot gemacht! Besonders verwerflich ist die Tatsache, dass der IG-BCE-gef&uuml;hrte Betriebsrat der fristlosen K&uuml;ndigung zugestimmt hat!<\/p>\n<p>  <span style=\"font-style: italic;\">Solikomitee gegr&uuml;ndet<\/span><\/p>\n<p>  Am 21. Oktober hat sich ein Solikomitee gegr&uuml;ndet, das f&uuml;r Marc Treude &#x96; und f&uuml;r die gesamte Belegschaft &#x96; Unterst&uuml;tzung und Solidarit&auml;t organisieren will. 35 Anwesende waren beim Gr&uuml;ndungstreffen. Flugbl&auml;tter mit dem Aufruf zum weiteren Kampf gegen die K&uuml;rzungen bei Cinram wurden verteilt. Inzwischen ist auch eine internationale Solidarit&auml;tskampagne gestartet worden. Zu den Unterst&uuml;tzerInnen geh&ouml;ren Clare Daily, Stadtr&auml;tin der Socialist Party in Dublin, Irland und Fazle Wahid, Generalsekret&auml;r der Eisenbahnergewerkschaft Pakistan. Sogar ein internationaler Protesttag ist geplant.<br \/>  Treude hatte au&szlig;erdem umgehend Klage gegen die fristlose K&uuml;ndigung eingereicht, ein erster G&uuml;tetermin vor dem Arbeitsgericht stand bei Redaktionsschluss jedoch noch nicht fest.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Protestschreiben bitte an:<\/span><br \/>  Cinram GmbH, zu H&auml;nden John Fitzgerald, Max-Planck-Str. 1-9, 52477 Alsdorf, Fax: 02404-58111<br \/>  E-Mail: johnfitzgerald@cinram.com<\/p>\n<p>  <span style=\"font-style: italic;\">von Marie Rosa, Aachen<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nazi-Demo in K&ouml;ln verhindert &#8211; Zum R&uuml;cktritt des Rostocker Oberb&uuml;rgermeisters &#8211; Widerstand gegen Arbeitsplatzvernichtung in Aachen<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[104],"tags":[165],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11062"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11062"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11062\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11062"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11062"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11062"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}