{"id":11054,"date":"2004-10-21T11:29:06","date_gmt":"2004-10-21T09:29:06","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=11054"},"modified":"2012-06-24T16:03:32","modified_gmt":"2012-06-24T14:03:32","slug":"11054","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2004\/10\/11054\/","title":{"rendered":"Opel Bochum"},"content":{"rendered":"<p>Erste Runde im Kampf um den Erhalt der Arbeitspl?tze: Enorme Kampfbereitschaft bewiesen!<\/p>\n<p> Flugblatt der SAV vom 21. Oktober 2004<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\n<a href=\"\/media\/2004\/opel_bochum_21_10_04.pdf\">als pdf-Datei (370kb) hier<\/a><br \/> <br style=\"font-family: helvetica,arial,sans-serif;\"> <big style=\"font-family: helvetica,arial,sans-serif;\"><span style=\"color: rgb(204, 0, 0);\">Erste Runde im Kampf um den Erhalt der Arbeitspl&auml;tze:<\/span><\/big><br style=\"font-family: helvetica,arial,sans-serif;\"> <big style=\"font-family: helvetica,arial,sans-serif;\"><span style=\"color: rgb(204, 0, 0);\">Enorme Kampfbereitschaft bewiesen!<\/span><\/big> <\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold;\">Liebe Kolleginnen und Kollegen,<\/span><\/p>\n<p> sechs Tage lang habt ihr toll gek&auml;mpft und allen von Sozialk&uuml;rzungen und Arbeitsplatzvernichtung Betroffenen Mut gemacht. Damit habt Ihr nicht nur f&uuml;r Bochum und nicht nur f&uuml;r Opel ein enorm wichtiges Zeichen gesetzt: Gegen Arbeitsplatzvernichtung und drohende Werksschlie&szlig;ungen k&ouml;nnen sich die Besch&auml;ftigten mit beeindruckender Kampfkraft wehren! Dieses Signal haben nicht nur die Bosse von GM und den anderen Autowerken erhalten &#8211; Euer Kampf ist eine enorme Ermutigung f&uuml;r alle ArbeiterInnen. Doch die sechs Tage ?Informationsveranstaltung? waren nur die erste Runde. <br \/> Jetzt geht es darum, erst einmal wieder Kr&auml;fte zu sammeln, den Kampf zu bilanzieren und sich auf die n&auml;chsten Schritte vorzubereiten. <\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold; color: rgb(204, 0, 0);\">Was wurde erreicht?<\/span><\/p>\n<p>Ihr habt dem Management und den Aktion&auml;ren einen Schuss vor den Bug verpasst: Ihr Profitgier trifft auf massiven Widerstand.<\/p>\n<p>Ihr habt den Kampf in die eigenen H&auml;nde genommen. Die Belegschaft war sich immer dar&uuml;ber im Klaren: Sie selbst muss entscheiden, was wann und wie im Kampf passieren soll.<\/p>\n<p>Die Pl&auml;ne der Jobkiller sind allerdings noch nicht vom Tisch. Vereinbart wurde nur, dass verhandelt wird. Und die Zielsetzung ist dabei leider die ?Wettbewerbsf&auml;higkeit? der Werke und nicht der Erhalt aller Arbeitspl&auml;tze und aller Werke.<\/p>\n<p> Ihr habt viel Kraft investiert, um die letzte Woche so erfolgreich in Bochum durchzuziehen. 50.000 beteiligten sich am 19. Oktober am Aktionstag an allen europ&auml;ischen Standorten von GM, selbst an den drei brasilianischen Standorten kam es zu Solidarit&auml;tsaktionen. Euer ?wilder Streik?, so die Medien, legte nach und nach die Produktion in R&uuml;sselsheim, Antwerpen und Ellesmere Port bei Liverpool lahm. Auf den Profit von 6.500 Autos mussten die Aktion&auml;re verzichten. <br \/> Doch entscheidend w&auml;re gewesen, Euren Kampf zu einem Streik &uuml;ber Bochum hinaus auszuweiten. <\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold; color: rgb(204, 0, 0);\">Warum ging es nicht weiter?<\/span><\/p>\n<p>Die ?Unterst&uuml;tzung? der Gewerkschaftsspitze sah so aus, dass Euch IG-Metall-Chef Peters so schnell wie m&ouml;glich zur&uuml;ck zur Arbeit schicken wollte. Daf&uuml;r wurde Peters nicht zum Vorsitzenden gew&auml;hlt! Die Gewerkschaft ist daf&uuml;r da, die Konkurrenz zwischen ArbeiterInnen und Standorten aufzuheben, sie ist daf&uuml;r da, gemeinsame K&auml;mpfe zu organisieren. Das geschah nicht. Die IG Metall h&auml;tte Euch massiv unterst&uuml;tzen m&uuml;ssen: Sie h&auml;tte Geld an Euren Soli-Fonds &uuml;berweisen k&ouml;nnen, um die Einbu&szlig;en der Streikenden indirekt zu mindern. Sie h&auml;tte den Ausstand in den Medien massiv f&ouml;rdern und f&uuml;r andere Werke fordern k&ouml;nnen, statt &uuml;ber das m&ouml;glichst schnelle Ende bei Euch zu reden.<\/p>\n<p>Die BR-Mehrheit tauchte die meiste Zeit der ?Informationsveranstaltung? ab oder bremste. Der Gipfel war die Versammlung am 20. Oktober: Nur sie kamen zu Wort. Und dann wurden zwei Fragen (Verhandlungen und R&uuml;ckkehr zur Arbeit) in einer Frage gestellt, die nur eine Antwort zu lie&szlig;. Jedem war klar: Die Belegschaft entscheidet und das gilt &#8211; warum diese Tricks?<\/p>\n<p> An dieser Stelle entglitt der Kampf der Leitung durch die Belegschaft selbst. Es gab die ganze Zeit Zusammenk&uuml;nfte von AktivistInnen aus den verschiedenen Werksteilen, die immer wieder &uuml;ber den weiteren Verlauf des Kampfes diskutierten und eng mit der ganzen Belegschaft zur&uuml;ck koppelten. Sie h&auml;tten auch diese Versammlung selbst organisieren und durchf&uuml;hren m&uuml;ssen. <br \/> Die Schlussfolgerung muss sein: Ihr, die Ihr den Kampf getragen habt, m&uuml;sst Euch noch besser organisieren. Ein Verlass auf Betriebsratsmehrheit und DGB-F&uuml;hrung f&uuml;hrt in die Niederlage. Die bisherigen Strukturen des Kampfes sollten jetzt weiterentwickelt werden: zu Komitees zur Verteidigung aller Arbeitspl&auml;tze und aller Werke, die auch in Zukunft direkt gest&uuml;tzt auf die Belegschaft den weiteren Widerstand koordinieren und Eure Schlagkraft aufrecht erhalten.<br \/> Von solchen Komitees muss ab sofort der direkte Kontakt zu anderen Werken und anderen Betrieben aufgenommen werden, die mit &auml;hnlichen Angriffen konfrontiert sind. Gleichzeitig d&uuml;rfen wir die Gewerkschaften nicht den Peters und Hubers &uuml;berlassen, sondern den Kampf um einen Kurswechsel f&uuml;hren. Dazu sollten sich kritische IGM-Mitglieder zusammenschlie&szlig;en und eine innergewerkschaftliche Opposition bilden. Wenn von Euch eine Einladung zu einer bundesweiten Konferenz k&auml;mpferischer AutoarbeiterInnen wie dem Kreis bei Daimler in Mettingen ausgehen w&uuml;rde, k&ouml;nnte das der Beginn einer starken Opposition in der IGM sein! Hierzu sollten auch KollegInnen aus den anderen europ&auml;ischen GM-Werken angesprochen werden, damit wir uns nicht international gegeneinander ausspielen lassen. Auf dieser Basis kann so ein gemeinsamer, gesteigerter Kampf um jeden Arbeitsplatz und jedes Werk m&ouml;glich werden. <\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold; color: rgb(204, 0, 0);\">Strategie zur&nbsp; Verteidigung der Arbeitspl&auml;tze<\/span> <\/p>\n<p>Lohnverzicht sichert nur die Profite und tr&auml;gt dazu bei, die Standorte gegeneinander auszuspielen.<\/p>\n<p>?Besch&auml;ftigungsgarantien? garantieren recht wenig. F&uuml;hrt die kapitalistische Konkurrenz zu Schwierigkeiten eines Betriebs, dann f&uuml;hlen sich Management und Aktion&auml;re an gar nichts mehr gebunden. Ihre Profite sind in Gefahr &#8211; f&uuml;r sie das einzige Kriterium. <\/p>\n<p>?Sozialvertr&auml;glichen Arbeitsplatzabbau? &#8211; das gibt es nicht! Auffanggesellschaften sind nur ein Tod auf Raten!<\/p>\n<p>Das einzige was hilft, ist, die Arbeitszeit massiv zu reduzieren und die vorhandene Arbeit auf alle zu verteilen &#8211; bei vollem Lohnausgleich auf Kosten der Profite der Konzerne. Der n&ouml;tige erste Schritt ist die Einf&uuml;hrung der 30-Stunden-Woche in der gesamten Autoindustrie. <\/p>\n<p><a href=\"\/media\/2004\/opel_bochum_21_10_04.pdf\">als pdf-Datei (370kb) hier<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erste Runde im Kampf um den Erhalt der Arbeitspl?tze:<br \/>\nEnorme Kampfbereitschaft bewiesen!<\/p>\n<p>Flugblatt der SAV vom 21. 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