{"id":11044,"date":"2004-10-18T12:35:27","date_gmt":"2004-10-18T10:35:27","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=11044"},"modified":"2012-06-24T16:04:52","modified_gmt":"2012-06-24T14:04:52","slug":"11044","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2004\/10\/11044\/","title":{"rendered":">>Wir k&auml;mpfen nicht nur f&uuml;r unsere Arbeitspl&auml;tze in Bochum"},"content":{"rendered":"<p>&#8230; sondern f&uuml;r alle KollegInnen &#x96; europaweit!<<\n\n  Am Sonntag, dem 17. Oktober 2004 um 16.45 Uhr dauert die Arbeitsniederlegung bei Opel in Bochum bereist seit 72 Stunden an. Die KollegInnen wehren sich gegen die Ank&uuml;ndigung der Konzernleitung, 4.000 Stellen allein in Bochum zu streichen.<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\n<img align=\"left\" style=\"width: 200px; height: 135px;\" alt=\"opel3\" src=\"\/media\/2004\/opel_bochum3.jpg\">&#x84;<i>Bochum hat zwar mit dem Streik angefangen, dabei darf es aber nicht bleiben, denn nur zusammen sind wir stark<\/i>&#x93;, so oder so &auml;hnlich &auml;u&szlig;ern sich die KollegInnen vor Ort immer wieder. <br \/>  Solidarit&auml;tsbekundungen kommen von einer Kollegin von DaimlerChrysler in Mannheim, die berichtet, dass sich die Manager dort in den letzten Jahren ihre Bez&uuml;ge um 130% aufgestockt haben. Auch Bergleute aus den umliegenden Zechen verlesen die mitgebrachten Soli-Erkl&auml;rungen und erinnern daran, dass tausende KollegInnen aus dieser Branche in den letzten Jahrzehnten nach Zechenschlie&szlig;ungen gerade auch bei Opel untergekommen sind. Auszubildende von Ford-K&ouml;ln sind ebenso mit Unterst&uuml;tzungserkl&auml;rungen vertreten, wie KollegInnen aus den umliegenden Zulieferbetrieben. <\/p>\n<p class=\"western\">\n<p style=\"font-weight: bold;\" class=\"western\">Es folgt ein Interview mit einem Vertrauensmann von Opel-Bochum:<\/p>\n<p style=\"font-style: italic;\">Frage: Welche Erwartungen habt ihr in die angek&uuml;ndigten Verhandlungen zwischen Gesamtbetriebsrat und Opel-\/GM-Vorstand?<\/p>\n<p>  Antwort: Wir haben so lange keine Erwartungen, bis die angek&uuml;ndigten 12.000 Entlassungen vom Tisch sind. Nicht nur f&uuml;r uns in Bochum, sondern Opel- und europaweit. Verhandlungen darf es erst geben, wenn das Horrorpaket zur&uuml;ckgenommen worden ist. Der Gro&szlig;teil der Belegschaft steht zu 90% hinter den Aktionen bisher. Morgen m&uuml;ssen wir alles daran setzen, dass die Arbeit nicht wieder aufgenommen wird. <\/p>\n<p class=\"western\" style=\"font-style: italic;\">Frage: Welche Kontakte habt ihr zu den Belegschaften der anderen Opelwerke und\/oder zu Karstadt, wo die KollegInnen durch massive Lohneinbu&szlig;en und Personalabbau die Profitinteressen der Chefetagen sichern sollen?<\/p>\n<p>  Antwort: In den letzen drei Tagen haben wir es noch nicht schaffen k&ouml;nnen, den Kontakt zu den anderen Opelwerken herzustellen. Das gleiche gilt f&uuml;r die KollegInnen von Karstadt, Spar etc. In der Vergangenheit haben wir hier in Bochum die Erfahrung gemacht, dass sich die anderen OpelanerInnen in Kaiserslautern, R&uuml;sselsheim, Eisenach auf uns verlassen haben und erst in den Streik traten, als bei ihnen wegen fehlender Teile die Produktion zum Stillstand kam. Au&szlig;erdem wurde von der Konzernleitung im vorhinein f&uuml;r kommenden Dienstag eine Freischicht beschlossen, mit dem Ziel, einer Solidarisierung in den anderen Werken das Wasser abzugraben. Wahrscheinlich hoffen die Manager, dass KollegInnen w&auml;hrend einer Freischicht nicht demonstrieren werden oder sich sogar mit einem Br&uuml;ckentag am Montag ein verl&auml;ngertes Wochenende machen, statt in den Arbeitskampf einzusteigen. <\/p>\n<p class=\"western\" style=\"font-style: italic;\">Frage: Wer hat die Arbeitsniederlegung hier organisiert?<\/p>\n<p class=\"western\" style=\"\">Antwort: Durch die Medien haben wir von den geplanten Einsparungen bei General Motors und speziell bei Opel erfahren. Unter den KollegInnen wurde die Arbeitsniederlegung beschlossen. Zu diesem Zeitpunkt und bis Samstag war von der Gewerkschaft niemand daran beteiligt. Drei Tage nach Beginn des Ausstands taucht dann der Betriebsrat auf und trifft hier auf kein offenes Ohr. Ich w&uuml;rde den Betriebsrat am liebsten auf den Mond schie&szlig;en. Am Freitag wurde vom Gesamtbetriebsrat sogar angek&uuml;ndigt, wir w&uuml;rden ab Montag wieder regul&auml;r arbeiten. <\/p>\n<p style=\"font-style: italic;\">Frage: GM-Europachef Forster meint nun, dass die angek&uuml;ndigten 12.000 Entlassungen &#x84;kein Dogma&#x93; seien, dass Werksschlie&szlig;ungen aber nur vermeidbar sind, wenn die Belegschaft auf 30% ihrer L&ouml;hne und Geh&auml;lter verzichtet. Ist das f&uuml;r euch ein Erfolg?<\/p>\n<p class=\"western\" style=\"\">Antwort: Im Endeffekt werden Entscheidungen in Z&uuml;rich und Detroit gef&auml;llt. Forster f&uuml;hrt nur aus, was dort beschlossen wird. Wir haben bereits von 2000 bis 2004 Mehrarbeit geleistet und durch unsere &Uuml;berstunden die Produktion gesteigert. Allein Opel in Deutschland hat dadurch 1,2 Mrd. Euro zus&auml;tzlich erwirtschaftet. Die jetzt angek&uuml;ndigten K&uuml;rzungen sind also absolut fadenscheinig. <\/p>\n<p class=\"western\" style=\"font-style: italic;\">Frage: Welche Erwartungen habt ihr bei einer Weiterf&uuml;hrung des Streiks bis Mittwoch?<\/p>\n<p class=\"western\" style=\"\">Antwort: Die ersten Werke, wie z.B. in Antwerpen, werden ihre Produktion verlangsamen oder unterbrechen m&uuml;ssen, weil sie auf Autoteile aus Bochum angewiesen sind. Wir beliefern von hier aus fast alle Opelwerke in ganz Europa mit wichtigen Einzelteilen, wie Achsen usw. Im Jahr 2000 haben wir zwei Tage gestreikt. Das Ergebnis war, dass fast alle Opelwerke europaweit die Produktion unterbrechen mussten. Daraufhin hat die Konzernleitung damit begonnen, unsere Produktion auf die anderen Werke umzulegen. Sie wollen uns hier den Zahn ziehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; sondern f&uuml;r alle KollegInnen &#x96; europaweit!<<\n\n\n Am Sonntag, dem 17. 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