{"id":11041,"date":"2004-10-16T17:58:04","date_gmt":"2004-10-16T15:58:04","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=11041"},"modified":"2012-06-24T16:05:02","modified_gmt":"2012-06-24T14:05:02","slug":"11041","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2004\/10\/11041\/","title":{"rendered":"Arbeitsniederlegung bei Opel in Bochum: &#x84;Das haben wir gemacht!&#x93;"},"content":{"rendered":"<p>Am Samstagmorgen, 16. Oktober, trat Betriebsrats-Vize Einenkel (IG Metall) vor die KollegInnen bei Opel-Bochum, die seit Donnerstag die Werkstore besetzt halten. Auf seine Ausf&uuml;hrungen, wonach man ja schon viel getan habe, wurde &auml;u&szlig;erst kritisch reagiert: &#x84;Ihr habt bis jetzt nichts f&uuml;r uns getan! &#x96; Das haben wir gemacht und au&szlig;erdem f&auml;ngt es erst an. Es ist noch nichts gelaufen!&#x93;<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nSeit die Konzernleitung von General Motors, dem Mutterkonzern von Opel, Saab (in Schweden) und Vauxhall (in Gro&szlig;britannien), 10.000 Entlassungen bei Opel in Deutschland angek&uuml;ndigt hat, stehen die R&auml;der im Bochumer Opel-Werk still. Das B&uuml;roh&auml;uschen des Werkschutzes ist von au&szlig;en gespickt mit Solidarit&auml;tserkl&auml;rungen. Betriebe aus Bochum und der n&auml;heren Umgebung erkl&auml;ren hier ihre Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die Arbeitsniederlegung bei Opel. Auch Siemens- und Ford-Belegschaften, andere Opel-Standorte und das K&ouml;lner Stadtratsmitglied der linken Liste &#x84;gemeinsam gegen sozialraub&#x93; sind mit einem Soli-Schreiben vertreten. Daneben h&auml;ngt eine Unterschriftenliste einer Bochumer Schule, auf der mehrere Dutzend Sch&uuml;lerInnen ihre Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die Opel-WerkerInnen bekunden. Geld wurde ebenfalls von den Sch&uuml;lerInnen gesammelt, um die zur Zeit nicht entlohnten ArbeiterInnen auch finanziell zu unterst&uuml;tzen. Damit erhalten die k&auml;mpfenden KollegInnen bis dato mehr R&uuml;ckendeckung von Sch&uuml;lerInnen als von der IG-Metall, die sich beklagenswerter Weise sehr zur&uuml;ck h&auml;lt. <\/p>\n<p>  F&uuml;r die Bochumer Opel-ArbeiterInnen war sehr schnell klar, dass nur Gegenwehr eine Antwort auf die Ank&uuml;ndigungen von Entlassungen sein kann &#x96; so lange, bis der Horrorkatalog der Konzernf&uuml;hrung vom Tisch ist. &#x84;<i>Wenn auch die anderen nichts f&uuml;r uns tun &#x96; unsere Arbeitsniederlegung ist Solidarit&auml;t mit den anderen<\/i>&#x93;, stellt ein Kollege die traditionelle Kampfbereitschaft im Ruhrgebiet heraus und schneidet damit auch ein erstes Problem an: Die Entschlossenheit der BochumerInnen muss so schnell wie m&ouml;glich nicht nur in die anderen Opel-Werke in Deutschland, sondern auch zu den KollegInnen in Antwerpen, Luton, Gliwice und so fort getragen werden. Erste Solidarit&auml;tsbekundungen von den anderen GM-Besch&auml;ftigten liegen bereits vor. <\/p>\n<p>  Steinbr&uuml;ck und Clement werden mit ihren Aufrufen, an die Arbeit zur&uuml;ck zu kehren, als Verr&auml;ter abgetan. Der NRW-Wirtschaftsminister Schartau (SPD), der Freitag den Standort Bochum besuchte, bekam den gesammelten Frust der Besch&auml;ftigten zu sp&uuml;ren. Dar&uuml;ber hinaus besteht Einigkeit dar&uuml;ber, dass es einfach nicht mehr hinnehmbar ist, immer l&auml;nger arbeiten und immer wieder auf Lohn verzichten zu m&uuml;ssen. &#x84;<i>Wer glaubt denn, dass die Karstadt-Verk&auml;uferin, die nun mit massivsten Lohneinbu&szlig;en konfrontiert ist, noch ein Auto unterhalten geschweige denn kaufen kann?<\/i>&#x93;, fragte ein Genosse der SAV vor dem Werkstor und erntete daf&uuml;r starken Beifall. <\/p>\n<p>  Am kommenden Dienstag, 19. Oktober, findet ein europaweiter Aktionstag aller GM-Besch&auml;ftigen statt. Jetzt geht es darum, dass die k&auml;mpferischen Bochumer Opelaner und Opelanerinnen rasch Nachahmer in ihren Aktionen finden, und nicht nur bei GM-Opel europaweit, sondern auch bei VW, Ford und branchen&uuml;bergreifend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Samstagmorgen, 16. Oktober, trat Betriebsrats-Vize Einenkel (IG Metall) vor die KollegInnen bei Opel-Bochum, die seit Donnerstag die Werkstore besetzt halten. Auf seine Ausf&uuml;hrungen, wonach man ja schon viel getan habe, wurde &auml;u&szlig;erst kritisch reagiert: &#x84;Ihr habt bis jetzt nichts f&uuml;r uns getan! &#x96; Das haben wir gemacht und au&szlig;erdem f&auml;ngt es erst an. 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