{"id":11016,"date":"2004-10-18T18:24:56","date_gmt":"2004-10-18T18:24:56","guid":{"rendered":".\/?p=11016"},"modified":"2004-10-18T18:24:56","modified_gmt":"2004-10-18T18:24:56","slug":"11016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2004\/10\/11016\/","title":{"rendered":"Welches Programm gegen Hartz und Arbeitgeberoffensive?"},"content":{"rendered":"<p>In der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) findet eine Programmdebatte statt. Auch in den Gewerkschaften und in der globalisierungskritischen Bewegung gibt es Diskussionen ?ber Alternativen zur gegenw?rtig vorherrschenden neoliberalen Politik. Die SAV stellt hier einen Beitrag zu dieser Debatte dar: Ein sozialistisches Programm zur ?berwindung der Krise des Kapitalismus.<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nAgenda 2010, Hartz IV, Gesundheitsreform, Aufweichung des Fl&auml;chentarifs ? Parteien, Banken und Konzerne ?reformieren? Deutschland. Am Ende dieser sogenannten ?Reformen? stehen andere gesellschaftliche Verh&auml;ltnisse durch eine massive Absenkung des Lebensstandards der Arbeiterklasse, die Ausdehnung des Niedriglohnsektors, die Zerschlagung der sozialen Sicherungssysteme und den Abbau demokratischer und gewerkschaftlicher Rechte. Alle Errungenschaften der Arbeiterbewegung stehen zur Disposition, das Rad der Geschichte soll zur&uuml;ck gedreht werden. Armut wird, wie in den zwanziger Jahren, wieder Massenph&auml;nomen. Stress und Zukunfts&auml;ngste machen Menschen krank, die sich Arztbesuche oder den Kauf von Medikamenten immer weniger leisten k&ouml;nnen und dementsprechend fr&uuml;her sterben.<br \/> Schr&ouml;der, Merkel und Co behaupten, eine solche Politik sei alternativlos, denn Globalisierung, Weltmarktkonkurrenz und Alterung der Bev&ouml;lkerung erforderten Einschnitte bei L&ouml;hnen und Sozialleistungen. Aus Sicht der Vertreter der kapitalistischen Weltwirtschaftsordnung erscheint das logisch.<\/p>\n<p> <span style=\"font-weight: bold;\">Niedergang des Kapitalismus<\/span><\/p>\n<p> Es gibt kein kapitalistisches Land auf der Welt, das nicht eine &auml;hnliche Entwicklung durchmacht. Grund f&uuml;r dieses Ph&auml;nomen ist, dass alle diese Regierungen die Folgen der kapitalistischen Strukturkrise auf die Arbeiterklasse abw&auml;lzen.<br \/> Die kapitalistische Weltwirtschaft befindet sich seit der Weltwirtschaftskrise von 1973 \/ 74 in einer langanhaltenden Niedergangspe-&nbsp; riode. Diese ist durch wirtschaftliche Stagnation und Rezessionen gepr&auml;gt, die durch schwache Aufschwungzyklen unterbrochen werden, in denen aber die grundlegenden Probleme wie die Massenerwerbslosigkeit nicht zur&uuml;ckgedr&auml;ngt werden k&ouml;nnen.<br \/> Unangefochtenes Dogma b&uuml;rgerlicher Politik wurde der Neoliberalismus. Auf internationaler Ebene f&uuml;hrt diese Niedergangsperiode des Kapitalismus und die damit einhergehende verst&auml;rkte Weltmarktkonkurrenz zu einer Versch&auml;rfung der Ausbeutung der neokolonialen L&auml;nder und einem Kampf um Einflusssph&auml;ren, M&auml;rkte und Rohstoffe, den sich die f&uuml;hrenden kapitalistischen Staaten ? teils offen, teils verdeckt ? liefern. Milit&auml;rische Auseinandersetzungen und Kriege nehmen zu und sind genauso eine Folge der Krise des globalisierten Kapitalismus, wie auch die fortschreitende Zerst&ouml;rung der Natur als Lebensgrundlage der Menschheit.<\/p>\n<p> <span style=\"font-weight: bold;\">Klassengegens&auml;tze<\/span><\/p>\n<p> Dieser neoliberal-kapitalistischen Politik haben sich SPD, Gr&uuml;ne, CDU \/ CSU und FDP verschrieben. Auch die PDS folgt, dort, wo sie in Landesregierungen eingetreten ist, dieser Logik. Dadurch hat die arbeitende und erwerbslose Bev&ouml;lkerung heute keine Partei mehr, durch die sie ihre Interessen artikulieren k&ouml;nnte.<br \/> Die Bundesrepublik ist aber eine Klassengesellschaft. Auf der einen Seite Kapitalbesitzer, auf der anderen Seite ArbeiterInnen und Erwerbslose (also all jener, die nur durch den Verkauf ihrer Arbeitskraft &uuml;berleben k&ouml;nnen). Die Interessen von Millionen (90 Prozent aller Erwerbst&auml;tigen sind Arbeiter-Innen, Angestellte und kleine BeamtInnen) stehen den Interessen einer radikalen Minderheit von Million&auml;ren unvers&ouml;hnlich gegen&uuml;ber.<br \/> Unvers&ouml;hnlich, denn das Ziel der Profitmaximierung jedes einzelnen Kapitalisten ist letztlich nur durch eine m&ouml;glichst hohe Ausbeutung seiner Arbeitskr&auml;fte (durch niedrige L&ouml;hne und hohe Produktivit&auml;t) zu erreichen und das Ziel der ArbeitnehmerInnen nach einem m&ouml;glichst hohen und sicheren Lebensstandard ist letztlich nur durch eine Minimierung der Profitrate des Kapitalisten zu erreichen. Aufgrund dieses Interessengegensatzes ist die Bildung einer Partei n&ouml;tig, die die Interessen der abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten und Erwerbslosen vertritt. Eine solche Partei, die aus der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit erwachsen kann, m&uuml;sste jegliche Form von Sozialabbau ablehnen, eine Regierungsbeteiligung mit Parteien, die unsoziale Politik betreiben, grunds&auml;tzlich ausschlie&szlig;en und sich auf die Mobilisierung und Organisierung von abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten, Erwerbslosen und Jugendlichen st&uuml;tzen und diese voran treiben. <\/p>\n<p> <span style=\"font-weight: bold;\">Bewusstsein der Arbeiterklasse<\/span><\/p>\n<p> Die Bildung einer solchen Partei k&ouml;nnte helfen, das gesellschaftliche Kr&auml;fteverh&auml;ltnis zu &auml;ndern. Dieses hat sich in den letzten 15 Jahren stark zu Gunsten der Kapitalseite ver&auml;ndert. Die Verb&uuml;rgerlichung ehemaliger Arbeiterparteien und der Rechtsruck an der Spitze der Gewerkschaften haben es den Kapitalisten vereinfacht, ihre Ziele gegen die ArbeitnehmerInnen durchzusetzen.<br \/> Nach der Wiedereinf&uuml;hrung des Kapitalismus in den ehemals nichtkapitalistischen Staaten der Sowjetunion und Osteuropas (die monstr&ouml;se stalinistische Ein-Parteien-Diktaturen und keine sozialistischen Gesellschaften waren) setzte eine beispiellose ideologische Offensive der VertreterInnen der Marktwirtschaft ein. Eine Offensive, die auch in vielen K&ouml;pfen von ArbeiterInnen und Jugendlichen dazu f&uuml;hrte, dass der Kapitalismus als alternativlose Gesellschaftsform betrachtet wurde.<br \/> Doch die Erfahrungen mit den Auswirkungen der Krise haben in den letzten Jahren international und in Deutschland zu einem Aufschwung von Widerstand und Klassenk&auml;mpfen gef&uuml;hrt. In der Bundesrepublik markieren die Massendemonstrationen vom 1. November 2003 und 3. April 2004, die vielen betrieblichen Proteste gegen Arbeitszeitverl&auml;ngerungen und Lohnk&uuml;rzungen, sowie die Bewegung der Montagsdemonstrationen einen Wendepunkt, der eine Ver&auml;nderung des Kr&auml;fteverh&auml;ltnisses zwischen Kapital und Arbeit m&ouml;glich macht und die Frage nach einer politischen Alternative f&uuml;r Millionen Menschen stellt. Das Vertrauen in die kapitalistischen Parteien und Institutionen ist auf einem Tiefpunkt. Gleichzeitig halten &uuml;ber 70 Prozent der Ostdeutschen und die H&auml;lfte der Westdeutschen den Sozialismus f&uuml;r eine gute Idee, die nur falsch umgesetzt wurde. Das zeigt: Es besteht die Chance, f&uuml;r die Idee einer Alternative zum Kapitalismus Massenunterst&uuml;tzung zu gewinnen.<\/p>\n<p> <span style=\"font-weight: bold;\">K&auml;mpfe steigern<\/span><\/p>\n<p> Um die Angriffe von Regierung und Kapital zur&uuml;ckzuschlagen und Zuversicht f&uuml;r die M&ouml;glichkeit einer Systemalternative zu schaffen, ist es n&ouml;tig, die Massenmobilisierungen zu steigern und Kampfma&szlig;nahmen zu ergreifen, die wirksamer sind als Demonstrationen. Hierzu z&auml;hlen vor allem Streiks der Lohnabh&auml;ngigen, weil diese das Kapital wirksam treffen k&ouml;nnen. Es ist n&ouml;tig, die Selbstorganisation von Lohnabh&auml;ngigen zu steigern. Beides wird durch die Politik der Gewerkschaftsspitzen zur Zeit massiv erschwert. Diese Blockade der DGB-F&uuml;hrung kann nur durchbrochen werden, wenn sich in den Betrieben und Gewerkschaften eine k&auml;mpferische innergewerkschaftliche Opposition bildet, die handlungsf&auml;hig wird und K&auml;mpfe selbstst&auml;ndig ansto&szlig;en kann.<br \/> Ebenso wichtig ist die Bildung einer neuen Partei f&uuml;r Lohnabh&auml;ngige, Erwerbslose, RentnerInnen und Jugendliche, die K&auml;mpfe vernetzen und politisch verallgemeinern kann. All das bedeutet nichts anderes, als die Arbeiterbewegung neu aufzubauen. Doch ein solcher Wiederaufbau ist nicht nur eine organisatorische Frage, sondern bedarf einer politischen Basis ? eines Programms.<\/p>\n<p> <span style=\"font-weight: bold;\">&Uuml;bergangsprogramm<\/span><\/p>\n<p> Ausgangspunkt eines solchen Programms muss die Feststellung sein, dass genug Reichtum und Produktionsm&ouml;glichkeiten vorhanden sind, um die dr&auml;ngenden Probleme der Menschheit zu l&ouml;sen. Allein mit dem R&uuml;stungsetat der USA k&ouml;nnte f&uuml;r alle Menschen der ?Dritten Welt? ausreichend Nahrung und medizinische Versorgung sichergestellt werden. Mit dem privaten Geldverm&ouml;gen und den Produktionskapazit&auml;ten in der Bundesrepublik k&ouml;nnten die sozialen Sicherungssysteme ausgebaut, die Arbeitszeit bei vollem Lohn- und Personalausgleich verk&uuml;rzt und das Bildungswesen verbessert werden. Es gibt keinen objektiven Grund, der K&uuml;rzungslogik der etablierten Parteien und Kapitalisten zu folgen. Die objektiven Voraussetzungen f&uuml;r eine Gesellschaft, die weder Armut noch Kriege kennt, sind gegeben.<br \/> Konkret bedeutet das, ein Programm von Forderungen aufzustellen, das sich an den Bed&uuml;rfnissen der Mehrheit der Bev&ouml;lkerung orientiert ? f&uuml;r die Verteilung der gesellschaftlich sinnvollen Arbeit auf alle, f&uuml;r einen freien und kostenlosen Zugang zum Bildungswesen, f&uuml;r eine ausreichende und kostenloses staatliche Gesundheitsversorgung. Der Kampf f&uuml;r solche Forderungen wird in der heutigen Niedergangsperiode des Kapitalismus an die Grenzen des Systems geraten, weil die Krise des Kapitalismus und die gesteigerte Weltmarktkonkurrenz keinen Spielraum f&uuml;r die Umsetzung eines solchen Programms l&auml;sst. Im Kampf f&uuml;r diese Forderungen kann die Arbeiterklasse die Notwendigkeit der Abschaffung des Kapitalismus und der Eroberung der politischen Macht erkennen. Diese Forderungen stellen eine Br&uuml;cke zwischen den K&auml;mpfen f&uuml;r unmittelbare Verbesserungen und der Notwendigkeit des &Uuml;bergangs zu einer sozialistischen Gesellschaft dar. Deshalb nennen wir solche Forderungen &Uuml;bergangsforderungen, die in ihrer Gesamtheit ein &Uuml;bergangsprogramm bilden. <br \/> <br style=\"font-weight: bold;\"> <span style=\"font-weight: bold;\">Keynesianismus?<\/span><\/p>\n<p> Der Gedanke, es gebe ein Zur&uuml;ck zum Sozialstaats-Kapitalismus der 60er und fr&uuml;hen 70er Jahre ist eine Illusion. Die in dieser Phase betriebene keynesianistische Wirtschaftspolitik hat sich als unf&auml;hig erwiesen, die grundlegenden Widerspr&uuml;che der kapitalistischen Wirtschaftsweise zu l&ouml;sen und war ihrerseits ein Faktor bei der Entwicklung der wirtschaftlichen Krisen zu Beginn und Mitte der 70er Jahre, weil sie unter anderem durch die wachsende Staatsverschuldung die Macht der Finanzm&auml;rkte erh&ouml;hte und inflation&auml;re Entwicklungen beschleunigte.<br \/> Die Idee eines staatlich regulierten, sozial gerechten und friedlichen Kapitalismus steht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die entscheidende Machtquelle in jeder Gesellschaft das Eigentum &uuml;ber die Produktionsmittel ist. Das befindet sich in den H&auml;nden einer Minderheit von Gro&szlig;aktion&auml;ren und Kapitalisten, die dadurch zur herrschenden Klasse werden. Diese wirtschaftliche Macht ist auch die Basis f&uuml;r politische Macht und die Kontrolle &uuml;ber den Staatsapparat. Ein Programm zur L&ouml;sung der gesellschaftlichen Krise kann daher nicht an den Grundfesten der kapitalistischen Wirtschaft ? Privateigentum, Profit, Marktkonkurrenz, kapitalistischer Staatsapparat ? halt machen. Im Gegenteil, um Verbesserungen dauerhaft zu erreichen und zu sichern, muss mit der Macht der Banken und Konzerne gebrochen werden. <br \/> <br style=\"font-weight: bold;\"> <span style=\"font-weight: bold;\">Revolution&auml;re Partei und Arbeiterpartei <\/span><\/p>\n<p> In den gesellschaftlichen Konflikten und Klassenauseinandersetzungen macht die arbeitende Bev&ouml;lkerung ihre Erfahrungen und kommt zu politischen Schlussfolgerungen. Der Aufbau einer neuen Arbeiterpartei, die GewerkschafterInnen und AktivistInnen der sozialen Bewegungen, Jugendliche und Erwerbslose zusammenbringt, w&uuml;rde ein Forum bieten, Ideen auszutauschen, lebendige Debatten zu f&uuml;hren und Erfahrungen zu verallgemeinern. Darum tritt die SAV f&uuml;r den Aufbau einer neuen politischen Interessenvertretung f&uuml;r die Arbeiterklasse ein. In einer solchen Partei wird die SAV f&uuml;r ein sozialistisches Programm k&auml;mpfen. Die SAV w&uuml;rde die Annahme eines konsequenten sozialistischen Programms jedoch nicht zur Bedingung f&uuml;r die Mitarbeit in einer solchen Formation machen.<br \/> Darum werden wir in einer neuen Arbeiterpartei mitarbeiten, f&uuml;r unsere Positionen k&auml;mpfen und mit der SAV gleichzeitig eine revolution&auml;re Partei weiter aufbauen. Als notwendiges Instrument zur Abschaffung des Kapitalismus bedarf es einer marxistischen, einer revolution&auml;r-sozialistischen Massenpartei, die die Lehren aus 150 Jahren Arbeiterbewegung und dem Scheitern des Stalinismus gezogen hat. Die SAV versteht sich als eine wichtige Quelle, eine Art Embryo, einer solchen Partei. Die Bildung einer neuen Arbeiterpartei, in der sich Zehn-tausende ? und sp&auml;ter Hunderttausende ? zum ersten Mal politisch engagieren w&uuml;rden, k&ouml;nnte den Diskussions- und Erfahrungsprozess innerhalb der Arbeiterklasse beschleunigen, der zu revolution&auml;ren Schlussfolgerungen bei den fortgeschrittensten ArbeiterInnen f&uuml;hren wird.&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;<\/p>\n<p> <span style=\"font-style: italic;\">von Lucy Redler und Sascha Stanicic, Berlin<\/span><br style=\"font-style: italic;\"> <br \/> <big style=\"color: rgb(204, 0, 0);\"><span style=\"font-weight: bold;\">Unser Programm gegen Agenda 2010, Hartz und Co.<\/span><\/big><\/p>\n<p> <span style=\"font-weight: bold;\">Verteilung der vorhandenen Arbeit auf alle<br \/> <\/span>Vor dem Hintergrund von &Uuml;berkapazit&auml;ten und sinkenden Absatzm&ouml;glichkeiten treten die Kapitalisten in einen versch&auml;rften Konkurrenzkampf, in dem Millionen von Menschen arbeitslos gemacht werden und Produktionskapazit&auml;ten stillgelegt werden ? nicht weil es danach keinen Bedarf gibt oder die Menschen nicht arbeiten wollen, sondern weil damit kein zus&auml;tzlicher Profit zu erzielen ist. So hat sich in der Bundesrepublik die offizielle Arbeitslosigkeit in jeder Rezession verdoppelt. Produktivit&auml;tssteigerungen werden zu versch&auml;rfter Rationalisierung (und damit zur Ausd&uuml;nnung von Belegschaften) genutzt.<br \/> Welche Verschwendung: Der Gesellschaft geht ein riesiges Potenzial an F&auml;higkeiten verloren. Au&szlig;erdem kostet die Massenerwerbslosigkeit in der BRD 80 bis 100 Milliarden Euro im Jahr. Dabei entsprechen laut ver.di-Vorsitzendem Frank Bsirske allein die 2,5 Milliarden &Uuml;berstunden in der BRD knapp 1,5 Millionen Arbeitspl&auml;tzen. <\/p>\n<p>Verteilung der vorhandenen, gesellschaftlich sinnvollen Arbeit auf alle durch drastische Arbeitszeitverk&uuml;rzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich; als ersten Schritt: Verk&uuml;rzung der Arbeitszeit auf 30 Stunden pro Woche<\/p>\n<p>&Ouml;ffentliche Investitionen und Neueinstellungen in den Bereichen Umwelt, Bildung und Soziales zur Schaffung von einer Million neuer Arbeitspl&auml;tze j&auml;hrlich <\/p>\n<p>Nein zu Privatisierungen ? R&uuml;ckf&uuml;hrung aller privatisierten Betriebe in &ouml;ffentliches Eigentum<\/p>\n<p>Gleicher Lohn f&uuml;r gleiche Arbeit: Drastische Lohnerh&ouml;hungen in frauendominierten Bereichen<\/p>\n<p>Gleicher Lohn in Ost und West<\/p>\n<p>Mindestlohn von 2.000 Euro brutto im Monat f&uuml;r einen Vollzeitbesch&auml;ftigten bzw. 12 Euro brutto pro Arbeitsstunde<\/p>\n<p>Finanzierung durch die Milliardengewinne der Banken und Konzerne und die Gelder, die sich in den Taschen der Superreichen befinden, durch drastische progressive Besteuerung von Gewinnen und Verm&ouml;gen<\/p>\n<p>Enteignung von Unternehmen, die Massenentlassungen durchf&uuml;hren, Betriebsteile ins Ausland verlagern oder Betriebe schlie&szlig;en<\/p>\n<p> <span style=\"font-weight: bold;\">F&uuml;r ein &ouml;ffentliches kostenloses Gesundheitswesen<\/span><br \/> Die hohe Arbeitslosigkeit und die Reallohnverluste der abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten in den letzten Jahren haben zu gro&szlig;en Einnahmedefiziten der Sozialversicherungen gef&uuml;hrt. Die Arbeitgeber behaupten jedoch, dass die wichtigsten Gr&uuml;nde f&uuml;r die L&ouml;cher in den Sozialkassen die hohen Kosten im Gesundheitswesen und die ansteigende Zahl &auml;lterer Menschen sind. Das ist falsch. Die Ausgaben im Gesundheitswesen sind zwar absolut gestiegen. Ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt ist aber in den letzten f&uuml;nfundzwanzig Jahren konstant geblieben. &Auml;hnliches gilt f&uuml;r die Rente: Solange die Arbeitsproduktivit&auml;t steigt, ist der Zuwachs &auml;lterer Menschen ohne Weiteres finanzierbar. Die Arbeitgeber verbreiten diese L&uuml;gen nur, um die Finanzierung der sogenannten Lohnnebenkosten (die in Wirklichkeit nichts anderes sind als Lohnkosten, die zur Aufrechterhaltung der Arbeitskraft dienen) zu Lasten der Besch&auml;ftigten zu verschieben.<br \/> Genau das beabsichtigen die Arbeitgeber und ihre Parteien mit den Vorschl&auml;gen zur Einf&uuml;hrung eines Kopfpauschalensystems oder einer B&uuml;rgerversicherung im Gesundheitswesen. Beide dienen der Entlastung der Arbeitgeber. Schon heute zahlen die Besch&auml;ftigten durch umfassende Zuzahlungsregelungen zwei Drittel der Kosten der Krankenversicherung, w&auml;hrend die Pharmaindustrie horrende Gewinne einf&auml;hrt. Dabei sind die Arbeitsbedingungen im Kapitalismus die Hauptursache f&uuml;r Erkrankungen. <\/p>\n<p>R&uuml;cknahme aller Sozialk&uuml;rzungen<\/p>\n<p>F&uuml;r eine Mindestsicherung \/ Mindestrente von 750 Euro plus Warmmiete<\/p>\n<p>Nein zur Privatisierung von Kranken- und Rentenversicherung<\/p>\n<p>F&uuml;r ein &ouml;ffentliches, kostenloses Gesundheitswesen finanziert durch die Gewinne der Banken und Konzerne<\/p>\n<p>&Uuml;berf&uuml;hrung der Pharmaindustrie in Gemeineigentum; demokratische Kontrolle und Verwaltung durch gew&auml;hlte VertreterInnen der Besch&auml;ftigten und der Allgemeinheit <\/p>\n<p> <span style=\"font-weight: bold;\">Kostenlose Bildung und Ausbildung f&uuml;r alle<\/span><br \/> Als im Nachkriegsaufschwung viele gut ausgebildete Fachkr&auml;fte ben&ouml;tigt wurden, wurde in den 60er Jahren in der BRD mehr Geld in Bildung investiert. Diese Voraussetzungen existieren nicht mehr. Heute haben die Kapitalisten vor allem ein Interesse an einer kleinen Zahl von gut ausgebildeten Eliten. Darum wird die Selektion an Schulen und Unis verst&auml;rkt und die Lern- und Lehrmittelfreiheit eingeschr&auml;nkt. <\/p>\n<p>Bildung ist keine Ware ? f&uuml;r ein &ouml;ffentliches kostenloses Bildungswesen<\/p>\n<p>Einf&uuml;hrung der integrierten Gesamtschule als Regelschule<\/p>\n<p>Einf&uuml;hrung eines elternunabh&auml;ngigen Baf&ouml;G von 800 Euro netto<\/p>\n<p>Nein zu Studiengeb&uuml;hren<\/p>\n<p>Qualifizierte Ausbildung f&uuml;r JedeN bei freier Berufswahl und unbefristete &Uuml;bernahme im erlernten Beruf<\/p>\n<p>Einf&uuml;hrung einer Ausbildungsquote von zehn Prozent (bezogen auf die Besch&auml;ftigtenzahl eines Betriebes) und Ausbildungsplatzabgabe<\/p>\n<p> <span style=\"font-weight: bold;\">Gleiche Rechte f&uuml;r alle hier lebenden Menschen<\/span><br \/> Im Zuge zugespitzter Konflikte zwischen oben und unten, zwischen Unternehmerklasse und Arbeiterklasse, versuchen die Herrschenden staatliche Repressalien zu forcieren. Der 11. September wurde von ihnen genutzt, um die Rechte von ImmigrantInnen weiter abzubauen.<br \/> Angebliche ?Anti-Terror-Ma&szlig;nahmen? dienen aber auch dazu, die Repressionen gegen die Arbeiterklasse in Deutschland ins-gesamt zu versch&auml;rfen. So wurde zum Beispiel der milit&auml;rische Einsatz der Bundeswehr im Innern erm&ouml;glicht.<br \/> Um die Herrschaft einer kleinen Minderheit &uuml;ber die gro&szlig;e Mehrheit aufrecht zu erhalten, soll die arbeitende Bev&ouml;lkerung gespalten werden ? in deutsch und nichtdeutsch, Ostdeutsche und Westdeutsche, M&auml;nner und Frauen etc.<br \/> Ein gemeinsamer Kampf von deutschen und nichtdeutschen ArbeiterInnen und Erwerbslosen gegen Unternehmerwillk&uuml;r w&auml;re das beste Mittel gegen rassistische Spaltungspolitik und k&ouml;nnte auch den Neonazis den Boden unter den F&uuml;&szlig;en wegziehen. <\/p>\n<p>Gegen jede Form der Diskriminierung aufgrund von Hautfarbe, Nationalit&auml;t, Geschlecht, sexueller Orientierung oder Behinderung<\/p>\n<p>Gegen staatlichen Rassismus ? Weg mit den Ausl&auml;ndergesetzen<\/p>\n<p>Mobilisierung zur Verhinderung aller Nazi-Aktivit&auml;ten<\/p>\n<p> <span style=\"font-weight: bold;\">Gegen Krieg und Kapitalismus<\/span><br \/> Kriege dienen der Durchsetzung von Kapitalinteressen ? wenn andere Mittel ausgesch&ouml;pft sind. Vor dem Hintergrund einer versch&auml;rften Konkurrenz um schrumpfende Absatzm&auml;rkte werden Kriege ? im Interesse der Herrschenden ? zur Verteidigung oder Erlangung von Rohstoffen, Einflusssph&auml;ren oder Absatzm&auml;rkten wichtiger.<br \/> Auch durch den Wegfall der Blockkonkurrenz zwischen den ehemals stalinistischen und den westlichen, kapitalistischen Staaten gewinnen heute auch innerimperialistische Konflikte an Bedeutung. Deutschland will dabei verst&auml;rkt mitmischen. Imperialistische Bestrebungen produzieren erst Terror, Armut und Elend ? und rei&szlig;en immer gr&ouml;&szlig;ere L&ouml;cher in die Sozial- und Bildungsetats. <\/p>\n<p>Gegen Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr<\/p>\n<p>Stopp von R&uuml;stungsexporten <\/p>\n<p>&Uuml;berf&uuml;hrung der R&uuml;stungsindustrie in &ouml;ffentliches Eigentum und Umstellung auf zivile Produktion bei Arbeitsplatzgarantie<\/p>\n<p> <span style=\"font-weight: bold;\">F&uuml;r eine demokratisch geplante Wirtschaft<\/span><br \/> Die etablierten Politiker und Parteien betreiben keine spar-, sondern eine Umverteilungspolitik. W&auml;hrend durch Hartz IV einer halben Million Menschen ab 1. Januar 2005 jegliche Unterst&uuml;tzung gestrichen wird, wird zum gleichen Zeitpunkt der Spitzensteuersatz gesenkt. Wenn es nach Rogowski vom Bundesverband Deutscher Industrieller geht, dann sollen auch die Unternehmenssteuern weiter reduziert werden; dabei hat schon in den letzten Jahren eine Krankenschwester mehr Steuern gezahlt als DaimlerChrysler. Diese Umverteilungspolitik muss umgekehrt werden.<br \/> Aber was tun, wenn das Kapital in der Folge mit Investitionsstreiks und Betriebsverlagerungen droht? Statt der Enteignung der Erwerbslosen durch Hartz sollten dann die Unternehmer enteignet werden, die Firmen schlie&szlig;en oder verlagern. Letztlich l&auml;sst sich nur kontrollieren, was einem geh&ouml;rt.<br \/> Da alle erk&auml;mpften Reformen im Kapitalismus nicht dauerhaft gegen den Willen des Kapitals aufrechterhalten werden k&ouml;nnen, ist die Enteignung aller Gro&szlig;konzerne und Banken n&ouml;tig.<br \/> Die SAV setzt sich f&uuml;r eine Wirtschaftsform ein, in der nicht die Einzelinteressen von Unternehmern dar&uuml;ber entscheiden, was produziert wird, sondern in der die Bed&uuml;rfnisse der Menschen die Grundlage der Produktion bilden. Dazu ist eine geplante Wirtschaft n&ouml;tig. Eine solche Planwirtschaft kann aber nur funktionieren, wenn sie demokratisch von den Besch&auml;ftigten organisiert wird. Das war in den stalinistischen Staaten wie der DDR nicht der Fall. Dort entschied eine kleine Minderheit von B&uuml;rokraten &uuml;ber Produktion und Verteilung der G&uuml;ter.<br \/> Die SAV tritt daf&uuml;r ein, dass im Kampf f&uuml;r eine sozialistische Demokratie folgende Forderungen im Vordergrund stehen m&uuml;ssen:  <\/p>\n<p>&Uuml;berf&uuml;hrung der Banken, Konzerne und Versicherungen in Gemeineigentum<\/p>\n<p>Demokratische Kontrolle und Verwaltung durch die arbeitende Bev&ouml;lkerung<\/p>\n<p>Statt &uuml;berbezahlter und korrupter Manager und B&uuml;rokraten in Wirtschaft und Verwaltung: durchschnittlicher Facharbeiterlohn und jederzeitige W&auml;hl- und Abw&auml;hlbarkeit aller Personen in Leitungsfunktionen<\/p>\n<p>Statt Produktion f&uuml;r den Profit ? Planung der Produktion nach den Bed&uuml;rfnissen von Mensch und Natur<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) findet eine Programmdebatte statt. 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