{"id":10990,"date":"2004-09-10T12:53:15","date_gmt":"2004-09-10T12:53:15","guid":{"rendered":".\/?p=10990"},"modified":"2004-09-10T12:53:15","modified_gmt":"2004-09-10T12:53:15","slug":"10990","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2004\/09\/10990\/","title":{"rendered":"Stoppt den Lohnraub bei den LVB!"},"content":{"rendered":"<p>Bei den Leipziger Verkehrsbetrieben wurden Einschnitte bei den Personalkosten von bis zu 25 Millionen Euro beschlossen.<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nNachdem es durch den Wegfall von &ouml;ffentlichen F&ouml;rdermittel und Zusch&uuml;ssen bei den LVB zu einer Deckungsl&uuml;cke von 110 Millionen Euro bis zum Jahr 2012 gekommen ist, wurde die Belegschaft von der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung erpresst. Entweder sie akzeptiere ein K&uuml;rzungspaket von 20 Millionen oder die KollegInnen w&uuml;rden in eine Betriebsgesellschaft mit geringeren L&ouml;hnen &uuml;berf&uuml;hrt werden.<\/p>\n<p> Der Betriebsrat schrieb den MitarbeiterInnen Ende August:&nbsp;<span style=\"font-style: italic;\">&#8220; &#8230; dass unser Arbeitgeber Herr Hanss sich mit der festen Absicht tr&auml;gt, die LVB-Mitarbeiter sp&auml;testens nach der Fu&szlig;ball-WM 2006 in das Tochterunternehmen LSVB &uuml;berzuleiten. &#8230; Es sollen mindestens 170 Euro monatlich weniger sein und das ist erst der Anfang des Lohndumpings.&#8220;<\/span> (Leipziger Volkszeitung, 25.8.2004) <\/p>\n<p> Wenn keine Kosten gespart werden k&ouml;nnten, m&uuml;sste das Unternehmen Insolvenz anmelden. Sofort kam es zu einer Protestkundgebung von &uuml;ber 300 KollegInnen vor der LVB-Zentrale. Doch der Betriebsrat nutzte die Wut der KollegInnen nicht, um weitere Kampfma&szlig;nahmen zu organisieren. Im Interview mit der ?Solidarit&auml;t ? Sozialistische Zeitung? begr&uuml;ndete das der stellvertretende Betriebsrats-Vorsitzende Bernd Br&uuml;ning damit, dass ja ?nur? 50% der MitarbeiterInnen in der Gewerkschaft organisiert seien. <\/p>\n<p> Die Quittung sollen nun die 2520 Besch&auml;ftigten des zweitgr&ouml;&szlig;ten deutschen Stra&szlig;enbahnunternehmens zahlen: Drei Tarifrunden lang wird es keine Lohnerh&ouml;hungen geben, die Angleichung der Osttarife auf Westniveau wird auf Eis gelegt, es gibt Verschlechterungen bei der Urlaubsregelung f&uuml;r Nachtarbeit und Wechselschichten, im n&auml;chsten Jahr f&auml;llt das Urlaubsgeld weg, danach wird es nur noch als ?Leistungszulage? gezahlt! (Leipziger Volkszeitung, 10.9.2004) <br \/> Betriebsratschef Matthias Irmscher hob hervor, dass die &Uuml;berf&uuml;hrung in die Betriebs-gesellschaft verhindert wurde. Dabei gibt es aber nicht mal eine Garantie f&uuml;r die Arbeitspl&auml;tze, sondern nur eine Zusage der Gesch&auml;ftsleitung, dass sie ?den festen Willen? habe, die Arbeitspl&auml;tze zu erhalten. <\/p>\n<p> Das Beispiel Bombardier lehrt, dass nicht nur ?Zusagen? und ?Versprechen? sondern selbst Vertr&auml;ge mit den Kapitalisten und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern im Zweifelsfall das Papier nicht wert sind, auf dem sie geschrieben wurden. Denn bei Bombardier in Halle-Ammendorf hatte der Betriebsrat am 23.11.2003 eine ?Standortsicherungsvereinbarung? bis zum 31.12.2006 abgeschlossen. Diese Vereinbarung hatte 200 Arbeitspl&auml;tze gekostet. Das Ergebnis war, dass schon am 17.3.2004 die Schlie&szlig;ung des Werks bis zum Herbst 2005 verk&uuml;ndet wurde! Inzwischen war die Belegschaft um 200 K&auml;mpferInnen geschw&auml;cht! <br \/> Verlassen k&ouml;nnen sich Besch&auml;ftigte nur auf ihre eigene Kampfkraft. Wie schon die KollegInnen bei Siemens, Daimler-Chrysler und in vielen anderen Betrieben, so haben auch die LVB-KollegInnen mit ihrem spontanen Protest gezeigt, dass sie nicht bereit sind, weitere K&uuml;rzungen hinzunehmen. Jetzt muss es zu weiteren Protesten kommen, bis hin zu Streiks. Wenn Betriebsrat und Gewerkschaft keinen Kampf organisieren, dann muss er eben von unten durchgesetzt werden! <br \/> Dem Verhandlungsergebnis m&uuml;ssen noch die Gewerkschaft ver.di und der Verband kommunaler Unternehmen zustimmen. Noch gibt es auf Betriebsversammlungen die M&ouml;glichkeit, Druck zu machen, dass der Lohnraub zur&uuml;ckgeschlagen wird. <\/p>\n<p> Es muss verhindert werden, dass Besch&auml;ftigte die Krise der &ouml;ffentlichen Kassen bezahlen. Denn die Kassen wurden durch Steuergeschenke an Unternehmen gepl&uuml;ndert. In Leipzig erhielt zum Beispiel das Gro&szlig;unternehmen Quelle von der Stadt Gewerbesteuerr&uuml;ckzahlungen f&uuml;r die Jahre 2000 bis 2002 im Umfang von 10 Millionen Euro. Und was ist der Dank? Quelle entl&auml;sst Mitarbeiter! <\/p>\n<p> Die SAV verbreitet auf den Leipziger Montagsdemos seit Wochen die Idee, dass sich Besch&auml;ftigte und Erwerbslose gemeinsam wehren m&uuml;ssen. Wir setzen uns f&uuml;r einen gemeinsamen Protest- und Streiktag gegen Sozialkahlschlag und Lohnraub ein. AktivistInnen der sozialen Bewegung und KollegInnen aus betroffenen Betrieben (LVB, Quelle, &#8230;) sollten sich zusammen tun, um von unten gemeinsame Protest- und Streikaktionen durchzusetzen. So k&ouml;nnte auch die Blockade der Gewerkschaftsf&uuml;hrung gegen K&auml;mpfe jeder Art durchbrochen werden.<\/p>\n<p> <span style=\"font-style: italic;\">von Christoph W&auml;lz, Leipzig<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei den Leipziger Verkehrsbetrieben wurden Einschnitte bei den Personalkosten von bis zu 25 Millionen Euro beschlossen.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10990"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10990"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10990\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10990"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10990"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10990"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}