{"id":10969,"date":"2004-09-01T09:30:32","date_gmt":"2004-09-01T07:30:32","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=10969"},"modified":"2012-06-24T15:56:43","modified_gmt":"2012-06-24T13:56:43","slug":"10969","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2004\/09\/10969\/","title":{"rendered":"F&uuml;r einen hei&szlig;en Herbst"},"content":{"rendered":"<p>Hartz kippen &#x96; aber wie?<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nNur der gemeinsame Kampf von Arbeitenden und Arbeitslosen und eine Streikbewegung k&ouml;nnen die Regierung in die Knie zwingen. Die Angriffe von Regierung und Kapital treffen alle (au&szlig;er den Reichen). Deshalb muss die Parole des Widerstands sein: Alle gemeinsam! <br \/>  Alle gemeinsam muss auch bedeuten, den Kampf gegen Agenda 2010 und Hartz IV mit den betrieblichen Auseinandersetzungen um Arbeitszeit und L&ouml;hne zu verbinden. Nach dem Einknicken der Gewerkschaften bei Siemens und DaimlerChrysler stehen hier weitere Auseinandersetzungen bei Volkswagen, Opel, MAN, Karstadt und anderen Betrieben an, ebenso die Auseinandersetzung um die Arbeitszeitverl&auml;ngerung f&uuml;r die L&auml;nderbesch&auml;ftigten. Hier darf es kein weiteres Zur&uuml;ckweichen vor den unversch&auml;mten Forderungen der Unternehmer geben, sondern m&uuml;ssen die Belegschaften mobilisiert werden. Angesichts der weiter steigenden Massenarbeitslosigkeit sollten die Gewerkschaften eine Gegenoffensive f&uuml;r Arbeitszeitverk&uuml;rzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich auf 30 Stunden pro Woche starten.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold; color: rgb(204, 0, 0);\">Rolle der Gewerkschaften<\/span><\/p>\n<p>  Es ist ein Skandal, dass die Spitzen der Gewerkschaften bis Redaktionsschluss dieser Zeitung noch immer nicht zur Beteiligung an den Montagsdemonstrationen aufrufen. Von den Spitzen(gehalts)funktion&auml;ren kann man sich nur verar&#8230; vorkommen. Als Schr&ouml;der die Agenda 2010 ank&uuml;ndigte, wurde kein Widerstand organisiert. Als sich dieser von unten entwickelte, sahen sich die Sommers, Bsirkses und Co. gezwungen, am 3. April zu Gro&szlig;demonstrationen aufzurufen, auf denen sie gegen die mittlerweile beschlossene Agenda 2010 wetterten &#x96; nur um ein paar Wochen sp&auml;ter zu der Erkenntnis zu kommen, dass sie als gute Demokraten nicht mehr gegen schon beschlossene Gesetze mobilisieren werden! Beschl&uuml;sse kann man zur&uuml;cknehmen!&nbsp; H&auml;tten die Gewerkschaften den Kampf gegen Hartz und Agenda fr&uuml;hzeitig aufgenommen, statt sich an Regierungskommissionen zu beteiligen, w&auml;ren diese nie beschlossen worden! Jetzt muss innerhalb der Gewerkschaften der Druck erh&ouml;ht werden, damit es einen Kurswechsel gibt und die ganze Kampfkraft der Millionen Gewerkschaftsmitglieder und aller ArbeitnehmerInnen in die Waagschale geworfen wird. Um einen effektiven Druck auszu&uuml;ben, m&uuml;ssen sich kritische und k&auml;mpferische KollegInnen zu Oppositionsgruppen innerhalb der Gewerkschaften zusammenschlie&szlig;en.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold; color: rgb(204, 0, 0);\">Eint&auml;giger Generalstreik<\/span><\/p>\n<p>  Am 1. November 2003 sind 100.000 auf die Stra&szlig;e gegangen. Am 3. April 2004 waren es eine halbe Million. Jetzt gehen Woche f&uuml;r Woche mehr als hunderttausend demonstrieren. Die Herrschenden werden nerv&ouml;s, aber sie sind noch nicht nerv&ouml;s genug, um zu einem R&uuml;ckzieher gezwungen zu sein. <br \/>  Das zeigt: Demonstrationen alleine reichen nicht, obwohl sich der politische Druck von Demonstrationen angesichts der Entwicklung einer neuen linken Partei erh&ouml;hen wird. Denn das Fehlen einer Arbeiterpartei hat es den Regierenden leichter gemacht, Proteste auszusitzen. <br \/>  Mit der Entwicklung einer neuen Partei m&uuml;ssten die Herrschenden wieder Angst haben, dass Proteste zu politischer Organisierung von ArbeiterInnen f&uuml;hren. Das h&auml;tte aus Sicht des Kapitals weit bedrohlichere Folgen als nur eine Verschiebung der parlamentarischen Kr&auml;fteverh&auml;ltnisse. <br \/>  Vorschl&auml;ge wie die Durchf&uuml;hrung einer bundesweiten Demonstration am 2. Oktober sind daher gut, aber nicht ausreichend. N&ouml;tig ist, vom Protest zum aktiven Widerstand, zum Beispiel der Besetzung von Arbeits&auml;mtern, zu kommen. Entscheidend wird aber sein, ob die Besch&auml;ftigten ihre &ouml;konomische und gesellschaftliche Macht durch Streiks einsetzen. Ohne eine Streikbewegung kann es kaum eine erfolgreiche Abwehr der Attacken von Regierung und Kapital geben. Dies nicht nur, weil Streiks den Kapitalisten materiell schaden und ihr Heiligstes, den Profit, schm&auml;lern. Streiks sind auch die Kampfform, in der die Arbeiterklasse Klassenbewusstsein entwickelt, also den Kapitalismus als Klassengesellschaft begreift &#x96; und damit steigt die politische Bedrohung f&uuml;r die Kapitalisten.<br \/>  Das Tabu des politischen Streiks und des Generalstreiks muss in den Gewerkschaften durchbrochen werden. Dazu bedarf es einer Doppelstrategie durch k&auml;mpferische AktivistInnen und die Gewerkschaftslinke. Einerseits sollte der Druck auf die Hauptvorst&auml;nde erh&ouml;ht werden und eine Kampagne f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung zun&auml;chst eines eint&auml;gigen Generalstreiks gestartet werden. Parallel dazu sollten, so geschehen im letzten Jahr in Schweinfurt und Kassel, &ouml;rtliche und betriebliche Streiks durchgef&uuml;hrt werden. Diese sollten koordiniert am 17.11. &#x96; dem ehemaligen gesetzlichen Feiertag Bu&szlig;- und Bettag &#x96; durchgef&uuml;hrt werden und auch ein eint&auml;giger Streik- und Protesttag von den Gewerkschaftsf&uuml;hrungen f&uuml;r diesen Termin gefordert werden. In Mobilisierungen und Streiks gegen Hartz, Agenda 2010 und Lohnraub m&uuml;ssen dann Forderungen, wie die nach Arbeitszeitverk&uuml;rzung eingebracht werden.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-style: italic;\">von Sascha Stanicic, Bundessprecher der SAV <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hartz kippen &#x96; aber wie?<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[81],"tags":[163],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10969"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10969"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10969\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10969"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10969"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10969"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}