{"id":10968,"date":"2004-08-30T09:19:17","date_gmt":"2004-08-30T09:19:17","guid":{"rendered":".\/?p=10968"},"modified":"2004-08-30T09:19:17","modified_gmt":"2004-08-30T09:19:17","slug":"10968","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2004\/08\/10968\/","title":{"rendered":"Hoffnungstr&auml;ger Oskar Lafontaine?"},"content":{"rendered":"<p>Lafontaine is back. Nach seiner Ank&uuml;ndigung, m&ouml;glicherweise die Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) zu unterst&uuml;tzen, ist er wieder in aller Munde.<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nSPD-Politiker geraten in Panik, denn sie wissen: Lafontaine spricht mit seiner Kritik an der Agenda 2010 und an deutschen Kriegseins&auml;tzen Millionen aus der Seele. Ausschlie&szlig;en wollen sie ihn aber nicht, denn &#x84;Lafontaine ist au&szlig;erhalb der SPD gef&auml;hrlicher als in der Partei&#x93; (SPD-Vorsitzender M&uuml;ntefering).<br \/>  Das stimmt. Mit Lafontaine w&uuml;rde die WASG &#x96; beziehungsweise die sich daraus bildende neue Linkspartei &#x96; auf einen Schlag bundesweit von Millionen wahr und ernst genommen. Sie w&uuml;rde zu einem politischen Faktor und zehntausende entt&auml;uschte (Ex-) SozialdemokratInnen w&uuml;rden ihm folgen. Ein Einzug der WASG in den Bundestag w&auml;re noch wahrscheinlicher. <br \/>  Warum? Weil Lafontaine in den Augen breiter Massen als ein Linker gilt, der Arbeitnehmerinteressen vertritt und die Reichen zumindest Steuern zahlen lassen will. Und weil er eine bundesweit bekannte und anerkannte F&uuml;hrungspers&ouml;nlichkeit ist, der jeder und jede zutraut eine Partei aufzubauen und zu f&uuml;hren. Eine andere Galionsfigur mit &auml;hnlicher Ausstrahlungskraft kann die WASG nicht aufbieten. <br \/>  Daher verwundert es nicht, dass der WASG-Vorsitzende Klaus Ernst Lafontaine schon mal &#x84;sehr willkommen&#x93; hei&szlig;t. Lafontaine hat angek&uuml;ndigt bis 2006 abwarten zu wollen: Tritt Schr&ouml;der zur&uuml;ck, bleibt er in der SPD. Doch es ist wohl wahrscheinlicher, dass eine Eigendynamik einsetzt, die Lafontaine auch fr&uuml;her zur WASG sto&szlig;en l&auml;sst, unabh&auml;ngig davon, ob die SPD ihn raus wirft oder nicht.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Sozialistischer Fl&uuml;gel<\/span><\/p>\n<p>  Lafontaines Beitritt w&uuml;rde f&uuml;r die WASG &#x96; beziehungsweise eine neue Linkspartei &#x96; eine St&auml;rkung in dem Sinne bedeuten, dass deutlich mehr GewerkschafterInnen, ArbeitnehmerInnen und Erwerbslose  die neue Partei w&auml;hlen, Veranstaltungen besuchen und sogar Mitglied werden w&uuml;rden. Das ist gut. <br \/>  Doch um aus der WASG eine wirkliche Massenpartei der erwerbst&auml;tigen und erwerbslosen Arbeiterklasse in Deutschland zu machen &#x96; sprich: eine Partei mit hunderttausenden Mitgliedern und AktivistInnen in Nachbarschaften, Betrieben, Schulen und Hochschulen &#x96; bedarf es mehr als Oskar Lafontaines. Dazu bedarf es eines Programms, das konsequent die Interessen der Masse der Bev&ouml;lkerung gegen die Gelds&auml;cke in diesem Land vertritt, und einer Praxis, die ArbeiterInnen und Erwerbslose zu Protesten mobilisiert und organisiert. <br \/>  Innerhalb der WASG gibt es Kr&auml;fte, die eine solche Ausrichtung wollen, doch die Mehrheit der derzeitigen F&uuml;hrung hat eine weitestgehend parlamentarische Orientierung und stellt das kapitalistische System nicht in Frage. Dieser Fl&uuml;gel w&uuml;rde durch Lafontaine gest&auml;rkt. <br \/>  Wir sollten nicht vergessen: Lafontaine war nicht nur SPD-Vorsitzender in den Jahren des Rechtsrucks der Partei, sondern auch saarl&auml;ndischer Ministerpr&auml;sident und Bundesfinanzminister. Er ist &uuml;berzeugt, dass er den Kapitalismus besser managen kann als die Neoliberalen. Und dazu war und wird er auch zu Ma&szlig;nahmen bereit sein, die die Masse der Bev&ouml;lkerung treffen. <br \/>  Schon in der Vergangenheit hat er Lohnverzicht bei Arbeitszeitverk&uuml;rzung gefordert, Privatisierungen unterst&uuml;tzt und die Erh&ouml;hung des Renteneintrittsalters vorgeschlagen. <br \/>  Kommt Lafontaine, ist der Aufbau eines starken und k&auml;mpferischen sozialistischen Fl&uuml;gels in der WASG umso dringender.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lafontaine is back. 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