{"id":10966,"date":"2004-08-26T09:11:09","date_gmt":"2004-08-26T09:11:09","guid":{"rendered":".\/?p=10966"},"modified":"2004-08-26T09:11:09","modified_gmt":"2004-08-26T09:11:09","slug":"10966","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2004\/08\/10966\/","title":{"rendered":"Ein Programm ist n&ouml;tig, in dem nicht das Kapital bestimmt"},"content":{"rendered":"<p>Zur Programmdiskussion innerhalb der WASG<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nBei der Bundesdelegiertenkonferenz der Wahlalternative f&uuml;r Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) Ende des Jahres soll unter anderem &uuml;ber ein Parteiprogramm abgestimmt werden. Im Entwurf  des Bundesvorstandes f&uuml;r dieses Programm hei&szlig;t es: &#x84;Eine andere Welt ist m&ouml;glich als die, in der das Kapital bestimmt.&#x93; Doch was schl&auml;gt die WASG vor?<br \/>  Im Programmentwurf finden sich viele richtige Forderungen: Ein &ouml;ffentliches Investitionsprogramm, die Verk&uuml;rzung der Arbeitszeit bei vollem Lohn-und Personalausgleich, die Wiedereinf&uuml;hrung der Verm&ouml;genssteuer und anderes. <br \/>  Der Entwurf erkl&auml;rt jedoch nicht, wie diese Forderungen durchgesetzt werden k&ouml;nnen. Diese Frage steht in einem direkten Zusammenhang mit den Ursachen der gegenw&auml;rtigen Situation. Die AutorInnen gehen davon aus, dass ihre Vorschl&auml;ge nicht nur sozial gerechter, sondern auch &#x84;wirtschaftspolitisch besser&#x93; seien, also zu mehr Wachstum, Sozialstaat und &#x84;einer Vollbesch&auml;ftigung neuen Typs&#x93; f&uuml;hren. Sie erwecken den Eindruck, dass die von ihnen vorgeschlagene Politik im Interesse aller Teile der Gesellschaft ist &#x96; Arbeitgeber wie ArbeitnehmerInnen und Erwerbslose. <br \/>  Doch die Ursachen f&uuml;r die permanenten Angriffe auf Sozialleistungen und L&ouml;hne liegen in der Profitkrise der kapitalistischen Gesellschaft. Die Klasse der Unternehmer und Gro&szlig;aktion&auml;re will auf Kosten der ArbeitnehmerInnen und Erwerbslosen ihre sinkenden Profitraten sanieren. Daraus ergibt sich, dass jede Verbesserung f&uuml;r die Masse der Bev&ouml;lkerung durch die Profite der Banken und Konzerne finanziert werden m&uuml;sste und dementsprechend nur im Kampf gegen diese durchgesetzt werden kann. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">K&auml;mpferisch oder staatstragend?<\/span><\/p>\n<p>  Anstatt aber auf die Aktivit&auml;t der Besch&auml;ftigten, Jugendlichen und Erwerbslosen zu setzen, bietet die WASG ein auf die Politik in den Parlamenten orientiertes Programm an. So appelliert sie beispielsweise an &#x84;Deutschland&#x93;, f&uuml;r eine bessere Sozialpolitik in der EU sein &#x84;Gewicht in die Waagschale&#x93; zu werfen. <br \/>  Ingesamt f&auml;llt das Programm der WASG hinter Programme, wie beispielsweise von Attac oder anderen Teilen der Bewegung gegen Sozialkahlschlag zur&uuml;ck. So wird ein Spitzensteuersatz gefordert, der mit 47 Prozent unter jenem aus der Zeit der Kohl-Regierung liegt. Auf internationaler Ebene wird lediglich die Demokratisierung von IWF, WTO und Weltbank gefordert und das GATS-Abkommen in den Grundz&uuml;gen akzeptiert.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">F&uuml;r ein sozialistisches Programm <\/span><\/p>\n<p>  Um der Offensive der Kapitalisten und ihrer Regierungen etwas entgegen zu setzen, ist eine k&auml;mpferische Partei n&ouml;tig, die nicht bei den Profitinteressen der Banken und Konzerne halt macht. Die WASG schreibt selbst: &#x84;Wir wollen auch &uuml;ber weitergehende Alternativen und Visionen einer besseren Welt diskutieren.&#x93; Und: &#x84;Die Wirtschaft muss demokratischer Kontrolle und Regulierung unterliegen.&#x93; <br \/>  Sie zieht daraus aber keine Konsequenzen f&uuml;r Programm und Strategie.<br \/>  Genau diese Diskussionen m&uuml;ssen aber gef&uuml;hrt werden. Wenn wir dauerhaft sichere, menschenw&uuml;rdige Arbeit zu angemessenen L&ouml;hnen f&uuml;r alle, eine saubere Umwelt, eine friedliche Welt und eine demokratische Kontrolle &uuml;ber die Wirtschaft    erreichen wollen, dann werden wir in Konflikte mit den Kapitalbesitzern geraten, die im Rahmen der kapitalistischen Staats- und Wirtschaftsordnung nicht dauerhaft zugunsten der ArbeitnehmerInnen zu entscheiden sind. <br \/>  Denn diese Forderungen k&ouml;nnen nur bleibend durchgesetzt werden, wenn nicht mehr Markt- und Profitgesetze Wirtschaft und Politik bestimmen, sondern die Bed&uuml;rfnisse von Mensch und Natur. <br \/>  Deshalb treten wir daf&uuml;r ein, den Kampf f&uuml;r die angesprochenen Verbesserungen mit der Perspektive auf eine grundlegende Ver&auml;nderung der gesellschaftlichen Verh&auml;ltnisse zu f&uuml;hren.<br \/>  Dazu ist die &Uuml;berf&uuml;hrung der gro&szlig;en Banken und Konzerne in &ouml;ffentliches Eigentum unter demokratischer Kontrolle und Verwaltung der arbeitenden Bev&ouml;lkerung und die demokratische Planung der Wirtschaft eine Voraussetzung. Denn kontrollieren kann man nur, was einem auch geh&ouml;rt. Deshalb schl&auml;gt die SAV vor, dass eine neue Partei f&uuml;r die Einf&uuml;hrung einer sozialistischen Demokratie eintritt und ihren Einsatz f&uuml;r die Erk&auml;mpfung von Reformen damit verbindet, zu erkl&auml;ren, dass es notwendig ist, den Kapitalismus abzuschaffen.<br \/>  <br style=\"font-style: italic;\"> <span style=\"font-style: italic;\">von Sascha Stanicic und Lucy Redler, Berlin<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Programmdiskussion innerhalb der WASG<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[30],"tags":[163],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10966"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10966"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10966\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10966"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10966"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10966"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}