{"id":10957,"date":"2004-08-17T11:48:48","date_gmt":"2004-08-17T09:48:48","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=10957"},"modified":"2012-06-24T15:49:22","modified_gmt":"2012-06-24T13:49:22","slug":"10957","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2004\/08\/10957\/","title":{"rendered":"Montagsdemonstrationen in Rostock und Leipzig"},"content":{"rendered":"<p>Trotz str?menden Regens haben am 16. August ?ber 5000 Menschen in Rostock gegen Hartz IV demonstriert. In Leipzig gingen rund 25.000 Menschen auf die Stra?e<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\n<span style=\"font-weight: bold; color: rgb(204, 0, 0);\">Rostock<\/span><br style=\"color: rgb(204, 0, 0);\"> <br \/> Eine halbe Stunde vor Beginn der Auftaktkundgebung begann es zu regnen. Als der Demozug loslief, goss es aus allen K&uuml;beln! Aber es ist bezeichnend f&uuml;r die Ernsthaftigkeit der Bewegung, dass die Leute nicht in Scharen fl&uuml;chteten, sondern mit besonders lauten Sprechch&ouml;ren ihrem Unmut Luft machten. Mit dem Spruch ?Jetzt erst recht? wurde nicht nur Petrus getrotzt, sondern auch der Bundesregierung, die mit ihren kleinen Zugest&auml;ndnissen die Bewegung zu ersticken versucht. Der gro&szlig;en Mehrheit der Leute ist klar, dass Hartz 4 dass eigentliche Problem ist und weg muss. <\/p>\n<p> <font size=\"3\"><\/font>Die Kundgebung wurde von PDS und Gewerkschaftsf&uuml;hrung dominiert. Beide haben Interesse daran, dass die Bewegung in ?geordneten? Bahnen verl&auml;uft und nicht zu radikal wird. In den Reden wurden die Auswirkungen von Hartz kritisiert, aber der Eindruck erweckt, als ob Demonstrationen ausreichen w&uuml;rden, um die Sache zu kippen. Gegen&uuml;ber der SAV setzen beide alles daran, uns auszuschalten. So sollte uns verweigert werden eine Rede zu halten. Das haben wir uns nat&uuml;rlich nicht bieten lassen. <\/p>\n<p> <font style=\"font-weight: bold;\" size=\"3\"><\/font><span style=\"font-weight: bold;\"><\/span>Die Rede unsere B&uuml;rgerschaftsabgeordneten Christine Lehnert wurde mit viel Applaus bedacht. Unsere Forderung nach Arbeitsniederlegungen bis hin zu einem eint&auml;gigen Generalstreik wurde positiv aufgenommen. Unsere radikale Kritik am Kapitalismus und unser Eintreten f&uuml;r eine sozialistische Demokratie sprach vielen aus dem Herzen. Unsere 2000 Flyer wurden wir ohne gro&szlig;e M&uuml;he los. <br \/> <br style=\"font-weight: bold;\"> <font style=\"font-weight: bold;\" size=\"3\"><\/font><font size=\"3\">Wenn das Wetter mitspielt, werden wir n&auml;chste Woche noch mal eine deutliche Ausweitung der Proteste in Rostock sehen. Die Gunst der Stunde muss genutzt werden die Bewegung nicht nur zahlenm&auml;&szlig;ig, sondern auch von ihrer Wirkungskraft her weiter aufzubauen. Konkrete Schritte hin zu betrieblichen Aktionen werden jetzt folgen m&uuml;ssen.<\/p>\n<p> <\/font><font style=\"font-style: italic;\" size=\"3\">von Torsten Sting, Rostock<\/p>\n<p> <\/font><font style=\"color: rgb(204, 0, 0); font-weight: bold;\" size=\"3\">Leipzig<\/p>\n<p> <\/font><span style=\"font-weight: bold; color: rgb(0, 0, 0);\"><\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">Am 16. August gingen in Leipzig erneut Tausende gegen Hartz IV und Sozialkahlschlag auf die Stra&szlig;e. Selbst BILD sch&auml;tzt die Teilnehmerzahl auf &uuml;ber 25.000! Damit hat sich die Beteiligung in einer Woche mehr als verdoppelt. <\/span><br style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <br style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">Die Demo war gepr&auml;gt von einer enorm radikalisierten Stimmung gegen Hartz IV und die sogenannten ?Reformen?. Es herrschte Einigkeit, dass die kosmetischen ?Korrekturen? der Regierung kein Grund seien, sich zufrieden zu geben. Im Gegenteil: Weiterhin war die Parole ?Weg mit Hartz IV und Agenda 2010!? In einem Redebeitrag meinte ein Sprecher, dass gerade durch die Proteste diese Zugest&auml;ndnisse erreicht wurden. Nun m&uuml;ssten wir weiter demonstrieren, um das ganze ?Reform?-Paket zu kippen. <\/span><br style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <br style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">Die riesige Wut, die sich besonders in Ostdeutschland &uuml;ber Jahre hinweg angestaut hat, f&uuml;hrt auch zu einer gro&szlig;en Offenheit gegen&uuml;ber sozialistischen Ideen. Viele stimmten in Diskussionen mit uns &uuml;berein, dass Streiks notwendig seien, um den Sozialkahlschlag zu stoppen und dass eine grundlegende Alternative zur kapitalistischen Gesellschaft n&ouml;tig ist. <\/span><br style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <br style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">Mit Hilfe aus Berlin und Kassel beteiligten sich 12 SAV-Mitglieder an der Demo. Durch zwei Infotische und aktive Zeitungsverk&auml;ufe fielen wir sehr gut auf und bekamen eine hervorragende Resonanz auf unsere Ideen und Vorschl&auml;ge. Wir verkauften &uuml;ber 300 Extrabl&auml;tter der ?Solidarit&auml;t? und lernten viele Leute kennen, die weiteres Interesse an der SAV haben. <\/span><br style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <br style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">An der eher ruhigen Demo beteiligten sich au&szlig;er uns auch Mitglieder von PDS, Gewerkschaften und der ?neuen Linkspartei? WASG. Vereinzelt mischten sich am Rande Nazis unter die DemonstrantInnen. Sie trauten sich aber nicht, offen aufzutreten. <\/span><br style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <br style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">Um Hartz IV jedoch wirklich zu stoppen, ist es n&ouml;tig, die Proteste von Besch&auml;ftigten und Erwerbslosen zusammenzuf&uuml;hren und lokale und bundesweite Protest- und Streiktage durchzusetzen. <\/span><br style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <br style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <i style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">von Christoph W&auml;lz (Leipzig) und Immo Schott (Kassel)<\/i><span style=\"color: rgb(204, 0, 0); font-weight: bold;\"><br \/> <\/span><span style=\"font-style: italic;\"><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz str?menden Regens haben am 16. August ?ber 5000 Menschen in Rostock gegen Hartz IV demonstriert. 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