{"id":10933,"date":"2004-07-19T11:06:42","date_gmt":"2004-07-19T11:06:42","guid":{"rendered":".\/?p=10933"},"modified":"2004-07-19T11:06:42","modified_gmt":"2004-07-19T11:06:42","slug":"10933","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2004\/07\/10933\/","title":{"rendered":"&#x93;&#8230; um das Reich zu retten."},"content":{"rendered":"<p>Am 20. Juli j&auml;hrt sich das Attentat von Stauffenberg auf Hitler zum 60. Mal.<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nWenn die Regierung und die b&uuml;rgerlichen Medien dem Widerstand gegen das NS-Regime gedenken, dann heben sie in der Regel den milit&auml;rischen Widerstand hervor. Nach dem Hitler-Attent&auml;ter Claus Schenk Graf von Stauffenberg wurden eine Kaserne und 300 Stra&szlig;en benannt. Besonders in diesem Jahr, zum 60. Jahrestag, ist viel von Zivilcourage und Demokratie die Rede. Was hat es auf sich mit dem milit&auml;rischen Widerstand? Warum gedenken die B&uuml;rgerlichen gerade Stauffenberg? Und wer brachte den Faschismus an die Macht und wer st&uuml;rzte ihn? <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Tat und T&auml;ter <\/span><br style=\"font-weight: bold;\"> <br \/>  Stauffenberg stand 1944 als Stabschef beim Befehlshaber des Ersatzheeres im Mittelpunkt eines Netzwerkes von etwa 200 Oppositionellen. &Uuml;ber Jahre hinweg hatten Offiziere, die dem NS-Regime zun&auml;chst loyal gegen&uuml;ber standen, diese Opposition im Staatsapparat aufgebaut und auch Verbindungen zur zivilen Opposition hergestellt. Nach mehreren misslungenen Attentaten schlug am 20. Juli 1944 auch der letzte Versuch fehl. Hitler &uuml;berlebte Stauffenbergs Sprengstoffanschlag bei einer milit&auml;rischen Lagebesprechung im Hauptquartier &#x93;Wolfsschanze&#x94;. <br \/>  Stauffenberg stammte aus einer standesbewussten katholischen Adelsfamilie. Die Novemberrevolution von 1918 und die Abdankung des Kaisers kr&auml;nkte das adlige Selbstwertgef&uuml;hl. Stauffenberg wollte sich dem &#x93;erhabenen Kampf f&uuml;r das Volk opfern&#x94; und wurde Berufsoffizier. Da er die Ideen der Nazis vom F&uuml;hrerprinzip und der Volksgemeinschaft teilte, begr&uuml;&szlig;te er Hitlers Regime. Trotzdem bewahrte er eine kritische Distanz, die von einer standesbedingten Verachtung des Nazi-P&ouml;bels herr&uuml;hrte. Als Adliger und Soldat f&uuml;hlte er sich &uuml;berlegen. Stauffenberg f&uuml;gte sich in die Wehrmacht ein und trug den Krieg, f&uuml;r ihn ein &#x93;v&ouml;lkischer Entscheidungskampf um Sein oder Nichtsein der Nation&#x94;, bis 1942 mit. Als er jedoch zur &Uuml;berzeugung kam, dass sein &#x93;Vaterland&#x94; unter Hitlers F&uuml;hrung geradewegs auf den Abgrund zusteuert, schloss er sich dem b&uuml;rgerlich-milit&auml;rischen Widerstand an. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Gedenken und R&uuml;sten <\/span><\/p>\n<p>  Im westlichen Teil Deutschlands wurde Stauffenberg und seinen Mitverschw&ouml;rern nach 1945 zun&auml;chst nicht offiziell gedacht. Soldaten, die w&auml;hrend eines Krieges den F&uuml;hrer ermorden wollten, galten noch lange als Verr&auml;ter. Marion Gr&auml;fin D&ouml;nhoff hatte aber schon 1946 darauf hingewiesen, dass es wichtig sei, diese &#x93;Menschen, aus deren Sein und Handeln, aus deren Wesen und Erkennen die geistige Erneuerung und der Wiederaufbau des Landes Gestalt gewinnen sollte&#x94; zu ehren. Ebenso befassten sich die Historiker Hans Rothfels und Gerhard Ritter gezielt mit dem konservativen Widerstand, um eine positive Kontinuit&auml;t der deutschen Geschichte zu konstruieren. Als erster Bundespr&auml;sident gedachte Theodor Heuss 1954 dem Widerstand. Die M&auml;nner des 20. Juli 1944 seien f&uuml;r das andere, das bessere Deutschland gestorben, zu dem auch &#x93;das recht verstandene preu&szlig;ische Erbe&#x94; geh&ouml;re. &#x93;Die Scham, in die Hitler uns Deutsche gezwungen hatte, wurde durch ihr Blut vom besudelten deutschen Namen wieder weggewischt.&#x94; Diese Worte lassen klar erkennen, worum es ging und worum es auch heute geht. <br \/>  Denn auch heute sehen die B&uuml;rgerlichen in Stauffenberg und seinen Mitstreitern das &#x93;bessere Deutschland&#x94;. Sie sollen einen Nationalstaat repr&auml;sentieren, dessen Herrschende sich nicht mit dem Blut von Auschwitz besudelt haben. <br \/>  Die Niederlage des Zweiten Weltkriegs hatte die M&ouml;glichkeiten der deutschen Kapitalisten eingeschr&auml;nkt. Lange mussten sie sich der F&uuml;hrung der USA unterordnen. Mit der Wiedereinf&uuml;hrung des Kapitalismus in Osteuropa und der Wiedervereinigung Deutschlands sind die Chancen des deutschen Kapitals, wieder eine eigenst&auml;ndige Weltmachtposition einzunehmen, deutlich gestiegen. Osteuropa steht ihnen wieder als Markt zur Verf&uuml;gung. Deutsche Soldaten sind wieder weltweit im Einsatz, um den &#x93;freien Zugang zu Rohstoffen und M&auml;rkten&#x94; zu gew&auml;hrleisten. (Verteidigungspolitische Richtlinien, 1992) Die deutschen Herrschenden wollen uns also wieder an Kriegseins&auml;tze gew&ouml;hnen, um nicht nur eine wirt-schaftlich dominante Stellung zu haben, sondern auch wieder politisch zu den Gro&szlig;en zu geh&ouml;ren. <br \/>  Aber viele Menschen haben noch nicht vergessen, dass die Expansion des deutschen Imperialismus der Welt schon einmal Tod und Zerst&ouml;rung brachte. Deshalb soll Stauffenberg als Beweis daf&uuml;r herhalten, dass Teile der Elite der Nation den Faschismus nicht wollten. Schon 1954 lie&szlig; Heuss einige Tatsachen unter den Tisch fallen: Stauffenberg und seine Mitstreiter waren keine Demokraten, die meisten von ihnen hatten Hitlers Politik unterst&uuml;tzt und seinen Krieg mitgef&uuml;hrt. Bei den heutigen Ehrungen sollen die M&auml;nner des 20. Juli immer noch &#x84;die positive Kontinuit&auml;t&#x93; des deutschen Staates verdeutlichen. <br \/>  Widerstand wird uns dargestellt als Widerstand der Eliten. So sagte Willy Brandt 1990 im Bundestag: &#x93;Wir sind dem Erbe des deutschen Widerstandes verpflichtet. In dieser Stunde denke ich an Julius Leber und an den Grafen Stauffenberg.&#x94; Nur kurz vorher hatte die &#x93;Arbeitsgemeinschaft verfolgter Sozialdemokraten&#x94; Material &uuml;ber den &#x93;Widerstand von unten&#x94; zusammengetragen, um der Fixierung auf die Eliten entgegenzuwirken. Kein Wort davon. Dabei waren es gerade die Eliten, die Hitlers Bewegung aufgebaut und an die Macht gebracht haben. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Steigb&uuml;gel und Kettenhunde <\/span><\/p>\n<p>  Die herrschende Klasse l&auml;sst Faschisten dann an die Macht, wenn die Herrschaftsmethoden des b&uuml;rgerlichen Staates nicht mehr ausreichen, um einer starken Arbeiterbewegung Herr zu werden. Die deutsche Arbeiterklasse stand 1918 mit der Novemberrevolution kurz davor, die Staatsmacht zu ergreifen und die Kapitalisten zu enteignen. Damals kam die SPD dem Kapital zu Hilfe. Die Kapitalisten konnten weiter herrschen, aber das parlamentarische System beinhaltete immer auch Elemente des Kompromisses mit der Arbeiterklasse. <br \/>  Eigentlich ist b&uuml;rgerlicher Parlamentarismus die ideale Form b&uuml;rgerlicher Herrschaft, weil er die Arbeiterklasse zu einem gewissen Grade integriert, ohne das Privateigentum in Frage zu stellen. Dadurch erh&auml;lt das System seine Stabilit&auml;t. Anfang der 30er Jahre aber hatte der Parlamentarismus f&uuml;r die Herrschenden ausgedient. <br \/>  Von Anfang an war die faschistische Bewegung auch vom Gro&szlig;kapital finanziert worden. Einige der ersten Gro&szlig;spender waren zum Beispiel die Industriellen Ernst von Borsig, Hugo Stinnes, Emil Kirdorf und Fritz Thyssen. Die Partei bestand zun&auml;chst vor allem aus Soldaten der unteren und mittleren Offiziersr&auml;nge, die von Hass erf&uuml;llt waren &uuml;ber den Ausgang des Ersten Weltkriegs, die Novemberrevolution und ihr verlorenes Ansehen. <br \/>  Ende der 20er Jahren zog die NSDAP dann Massen von Kleinb&uuml;rgern an, die von der wirtschaftlichen Entwicklung ruiniert wurden. Bis 1923 gingen gro&szlig;e Teile des Kleinb&uuml;rgertums noch mit der Arbeiterklasse. Aber die Unf&auml;higkeit der Arbeiterparteien, einen wirklichen Ausweg aus der Krise aufzuzeigen, trieb immer mehr in die Arme Hitlers. 1933 war &#x93;der breite Mittelstand v&ouml;llig dem Sog der nationalsozialistischen Propaganda erlegen&#x94;, wie der Historiker Hans Mommsen feststellte. <br \/>  Die Nazis waren (und sind) die Kettenhunde des Kapitals. So charakterisierte der russische Revolution&auml;r Leo Trotzki ihre Diktatur treffend: &#x93;Der Faschismus ist nicht einfach ein System von Repressionen, Gewalttaten, Polizeiterror. Der Faschismus ist ein besonderes Staatssystem, begr&uuml;ndet auf der Ausrottung aller Elemente proletarischer Demokratie in der b&uuml;rgerlichen Gesellschaft. Die Aufgabe des Faschismus besteht nicht allein in der Zerschlagung der proletarischen Avantgarde, sondern auch darin, die ganze Klasse im Zustande erzwungener Zersplitterung zu halten. Hierzu ist die physische Vertilgung der revolution&auml;rsten Arbeiterschicht ungen&uuml;gend. Es hei&szlig;t alle selbst&auml;ndigen und freiwilligen Organisationen zu zertr&uuml;mmern, alle St&uuml;tzpunkte des Proletariats zu vernichten und die Ergebnisse von dreiviertel Jahrhundert Arbeit der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften auszurotten. Denn auf diese Arbeit st&uuml;tzt sich in letzter Instanz auch die kommunistische Partei.&#x94; <br \/>  Ohne all das w&auml;re es nicht m&ouml;glich gewesen, in den Betrieben das F&uuml;hrerprinzip einzuf&uuml;hren, den Lebensstandard der Werkt&auml;tigen nachhaltig zu senken und die Bedingungen f&uuml;r eine erneute kriegerische Expansion zu schaffen. <br \/>  Somit ist der Faschismus die zugespitzteste, radikalste Form b&uuml;rgerlicher Herrschaft, die f&uuml;r die Kapitalisten ein gro&szlig;es Risiko beinhaltet. Sie geben ihre Kontrolle &uuml;ber den Staatsapparat nicht ohne Not an eine faschistische Bewegung ab. 1932 sprachen NS-Funktion&auml;re vor gro&szlig;en Versammlungen von Industriellen. Die Herrschenden sollten ihre Zweifel ablegen, ob Hitler wirklich bef&auml;higt ist, die Staatsgesch&auml;fte zu lenken und die Profitbedingungen zu verbessern. Hitler versprach &uuml;ber 400 Vertretern der Industrie aus dem Rhein\/Ruhr-Gebiet, den &#x93;Marxismus bis zur letzten Wurzel&#x94; auszurotten und das Volk in eine &#x93;Schule eiserner Disziplin&#x94; zu nehmen. Er bekannte sich klar zur &#x93;privaten Wirtschaft&#x94;. <br \/>  1933 schienen die Methoden parlamentarischer Herrschaft ausgesch&ouml;pft. Das kapitalistische Krisenmanagement erforderte eine qualitative Verschiebung im Kr&auml;fteverh&auml;ltnis zwischen Kapital und Arbeit. Die Historiker P&auml;tzold und Wei&szlig;becker schreiben &uuml;ber die Stimmungslage der Unternehmer: &#x93;So gelangten auch jene, denen diese Hitlersche &#x82;Arbeiterpartei&#x91; ungenehm war, ungeheuer, weil unberechenbar vorkam, zu dem Schlu&szlig;, da&szlig; man es mit diesem &#x82;F&uuml;hrer&#x91; w&uuml;rde versuchen m&uuml;ssen. Das beg&uuml;nstigte das Projekt der Kanzlerschaft Hitlers, f&uuml;r das sich eine Minderheit unter den m&auml;chtigsten Kapitaleignern und Gro&szlig;agrariern vehement verwandte. Ihre St&auml;rke resultierte aus dem Einflu&szlig;, &uuml;ber den sie geboten, aber sie wurde durch den Umstand erheblich vergr&ouml;&szlig;ert, da&szlig; es ein &uuml;berzeugendes Konkurrenzprojekt nicht mehr gab.&#x94; <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Klasse und Widerstand <\/span><\/p>\n<p>  Die Entstehung der NS-Diktatur f&uuml;hrte sofort zum Widerstand der Arbeiterbewegung. So erz&auml;hlte der im Jahre 2000 als SAV-Mitglied verstorbene Horst Steinert, der 1933 Jung-kommunist war: &#x93;Wir wollten k&auml;mpfen. Hunderttausende wollten k&auml;mpfen. In der Nacht vom 30. Januar sa&szlig; ich gemeinsam mit anderen KPD-Mitgliedern in einem Berliner Keller; wir waren bewaffnet, und warteten auf das Signal zum Aufstand. Ich erinnere mich noch genau. Zwei Tage warteten wir damals auf einen Befehl der KPD-F&uuml;hrung. Aber nichts kam. Kein Befehl. Nichts. Versagt haben damals nicht die Tausende von Mitgliedern der KPD, sondern die Parteif&uuml;hrung.&#x94; <br \/>  Dass die Kapitalistenklasse ihre Kontrolle &uuml;ber den Staatsapparat weitgehend abgegeben hatte, schuf aber auch die Bedingungen f&uuml;r die Entstehung einer b&uuml;rgerlichen Opposition. Deren Ziel war es, den Nazi-P&ouml;bel zu entmachten und selbst wieder die politische Verwaltung des Kapitalismus zu &uuml;bernehmen. Zun&auml;chst jedoch lebten Kapital und alte Eliten gut mit dem Faschismus. <br \/>  So wie Anfang der 30er Jahre die Situation des b&uuml;rgerlichen Parlamentarismus erst eine neue Qualit&auml;t der Ausweglosigkeit erreichen musste, damit die Kapitalisten Hitler zur Macht hoben, so musste das faschistische Regime erst die b&uuml;rgerliche Herrschaft an sich gef&auml;hrden, um dem b&uuml;rgerlichen Widerstand immer mehr Auftrieb zu geben. <br \/>  Wenn auch einzelne Industrielle wie Dahrendorf, ein f&uuml;hrender Manager des Energiekonzerns Preussag, oder Lobbyisten des Kapitals wie Carl Goerdeler oder Ulrich von Hassel, an den Staatsstreichpl&auml;nen um Stauffenberg beteiligt waren, so war es doch vor allem das Milit&auml;r, das den b&uuml;rgerlichen Widerstand ausmachte. <br \/>  Das Verh&auml;ltnis der Offiziere zur NS-Bewegung war unterschiedlich. W&auml;hrend untere und mittlere Offiziere ab 1918\/19 zu den konterrevolution&auml;ren Freikorps und zum Grundstein der Nazi-Bewegung geh&ouml;rten, standen die f&uuml;hrenden R&auml;nge des Milit&auml;rs den Nazis eher kritisch gegen&uuml;ber. Mit ihrer adligen Herkunft blickten sie ver&auml;chtlich auf den &#x93;Kleinb&uuml;rger&#x94; Hitler und die &#x93;braune Pest&#x94; herab, wie es Stauffenberg formulierte. <br \/>  Vom Wertekodex und den politischen Zielen her kamen sich Offizierskorps und Nazi-Bewegung aber sehr nahe. Auch die Offiziere wollten eine autorit&auml;re Staatsform und eine nationale und antiliberale Gesellschaft, auch sie wollten ein Wiedererstarken des Milit&auml;rs und eine deutsche Hegemonie &uuml;ber Europa. Der &#x93;Schandfrieden&#x94; von 1918 sollte r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht werden. <br \/>  Hitler war zun&auml;chst auf die Unterst&uuml;tzung des Milit&auml;rs angewiesen. Durch den Ausbau seines Herrschaftsapparates, den Aufbau eigener bewaffneter Organe, die Ausschaltung unliebsamer Offiziere und durch seinen Oberbefehl &uuml;ber die Wehrmacht entzog sich Hitler aber immer mehr einer vermeintlichen Kontrolle durch die Offiziere, die sich einige von diesen erhofft hatten. <br \/>  Das war der eine Grund f&uuml;r eine wachsende Bereitschaft einiger Offiziere zum &#x93;Widerstand&#x94;. Der weitaus wichtigere Grund aber bestand darin, dass die etwas weitsichtigeren Teile des Staatsapparates im verbissenen Kriegskurs der Staatsf&uuml;hrung eine zunehmend existenzielle Bedrohung der Herrschaft des deutschen B&uuml;rgertums sahen. Im Laufe der Jahre 1942\/43 wurde daf&uuml;r dann immer weniger Weitsicht n&ouml;tig. <br \/>  Schon im November 1937 warnten Feldmarschall von Blomberg, Armeegeneral von Fritsch und Reichsau&szlig;enminister von Neurath vor einem zu aggressiven Kriegskurs. Sie meinten, dass das Reich f&uuml;r einen gr&ouml;&szlig;eren Konflikt milit&auml;risch und wirtschaftlich noch nicht gen&uuml;gend vorbereitet war. <br \/>  1938 spitzte sich die Situation weiter zu. Marion Gr&auml;fin D&ouml;nhoff, bem&uuml;ht die imperialistischen Absichten der Offiziere zu verbergen, schrieb 1946: &#x93;Der erste Versuch, eine planm&auml;&szlig;ige Opposition zu organisieren, f&auml;llt in das Jahr 1938, nachdem im Fr&uuml;hjahr jenes Jahres durch die Besetzung &Ouml;sterreichs klar geworden war, dass die Au&szlig;enpolitik des Nationalsozialismus zwangsl&auml;ufig zu einer europ&auml;ischen Katastrophe f&uuml;hren musste.&#x94; <br \/>  Im August 1938 &uuml;bte Generaloberst Ludwig Beck scharfe Kritik an Hitler, weil er bef&uuml;rchtete, dass dessen Vorgehen gegen die Tschechoslowakei verfr&uuml;ht sei und Deutschland in eine Niederlage treiben w&uuml;rde. Beck bef&uuml;rchtete einen Sieg der politischen Linken. Sein Gegenmittel: &#x93;F&uuml;r den F&uuml;hrer, gegen den Krieg&#x94;. Beck trat zur&uuml;ck. Die Heeresf&uuml;hrung verb&uuml;ndete sich kurz darauf zum ersten Mal gegen Hitler. (Es sollte das einzige Mal bleiben.) F&uuml;r den Fall eines Angriffs auf die Tschechoslowakei sollte Hitler festgenommen werden. Als Hitler auf der M&uuml;nchner Konferenz eine diplomatische &#x93;L&ouml;sung&#x94; der &#x93;Sudetenfrage&#x94; erreichte, nahm die Heeresf&uuml;hrung von ihren Pl&auml;nen Abstand, weil ihre Bef&uuml;rchtungen von einem zu &uuml;berhasteten Vorgehen verflogen waren. <br \/>  Nach der Eroberung Polens 1939 und den damit verbundenen Massenmorden wurde weiteren Offizieren mulmig. Stauffenbergs Mitverschw&ouml;rer Hans-Bernd von Haeften nannte Hitler einen &#x93;Vollstrecker des B&ouml;sen&#x94;. Die anf&auml;nglichen Erfolge im Krieg hielten den Staatsapparat aber noch zusammen. Einige Milit&auml;rs hatten Bedenken gegen&uuml;ber dem Frankreich-Feldzug. Aber als Frankreich eingenommen war, war es wieder vorbei mit ihren &Uuml;berlegungen zum &#x93;Widerstand&#x94;. Mit zunehmender Bedrohung nahmen die Spaltungen zu und immer mehr Offiziere waren bereit sich Hitler in den Weg zu stellen, &#x93;um das Reich zu retten&#x94; (Stauffenberg, Sommer 1943). <br \/>  Der &Uuml;berfall auf die Sowjetunion im Juni 1940 st&auml;rkte zun&auml;chst das B&uuml;ndnis zwischen dem Regime und der Wehrmachtsf&uuml;hrung, da die Milit&auml;rs die Sowjetunion auch als ideologischen Feind sahen. Aber der Feldzug brachte die Wende. Im Winter 1941\/42 zeichnete sich eine Niederlage der Wehrmacht bereits ab. Fieberhaft bastelte Oberstleutnant Henning von Tresckow an der Ostfront und bis in zivile Berliner Kreise hinein an einem oppositionellen Netzwerk. <br \/>  Im Januar 1943 stellten die Alliierten die Forderung nach bedingungsloser Kapitulation auf. Das dr&auml;ngte den milit&auml;rischen Widerstand zu Taten, weil das Attentat einer Niederlage zuvorkommen musste, um eventuell noch bessere Friedensbedingungen auszuhandeln. Andererseits bestanden Skrupel angesichts der St&auml;rke der Roten Armee und der Drohung mit der bedingungslosen Kapitulation. Man wollte durch eine weitere Destabilisierung der milit&auml;rischen Lage nicht als Verr&auml;ter dastehen. <br \/>  Die Niederlage der Wehrmacht in Stalingrad im Februar 1943 machte letzte Illusionen zunichte. Stauffenberg kannte als Nachschubplaner den Zustand der Wehrmacht genau. Seine Hoffnungen, die Sowjetunion erobern zu k&ouml;nnen, um dann als Armee das &#x93;Gesetz des Handels&#x94; an sich zu rei&szlig;en und die Staatsf&uuml;hrung auszuschalten, waren dahin. Er stie&szlig; zu Tresckows Gruppe. <br \/>  Im Laufe des Jahres scheiterten zwei Attentatsversuche von Offizieren in der Heeresgruppe Mitte um Tresckow nur knapp. Attentatsversuche von Offizieren, die mit Stauffenberg in Kontakt standen, scheiterten im November 1943 und im Januar 1944. Im M&auml;rz versuchte ein durch Tresckow &uuml;berzeugter Offizier Hitler zu erschie&szlig;en. Auch er scheiterte. <br \/>  Das Vorr&uuml;cken der Roten Armee war aus der Sicht adliger Offiziere eine Katastrophe. Es gef&auml;hrdete unmittelbar ihren Besitz, ihre Stellung und ihr Leben und bedrohte ihre Klasse mit der Enteignung. Goerdeler, der im Falle eines erfolgreichen Staatsstreiches Reichskanzler werden sollte, schrieb 1943 in einer Denkschrift: &#x93;Die beiden angels&auml;chsischen Gro&szlig;reiche haben wie Deutschland ein Lebensinteresse, dass der Bolschewismus nicht weiter nach Westen vordringt. Nur Deutschland kann den Bolschewismus aufhalten.&#x94; Das Attentat am 20. Juli 1944 war also ein letzter Versuch, durch die Beseitigung Hitlers aus Deutschlands Innerem heraus eine Niederlage abzuwenden, m&ouml;glicherweise einen schnellen Frieden im Westen zu erreichen, um den Krieg gegen die Sowjetunion weiter f&uuml;hren zu k&ouml;nnen. <br \/>  Um die Unabh&auml;ngigkeit des deutschen Staates einigerma&szlig;en zu bewahren, musste aus der Sicht der Offiziere die Staatsf&uuml;hrung ausgetauscht werden. Die &#x93;Ehre&#x94; der traditionellen herrschenden Klasse sollte bewahrt werden, um sich bessere Bedingungen f&uuml;r die zuk&uuml;nftige Herrschaft zu sichern. Goerdeler schreibt zu den Pl&auml;nen des b&uuml;rgerlich-milit&auml;rischen Widerstands: &#x93;Deutschland bedarf einer monarchischen Spitze, die eine stetige Innen- und Au&szlig;enpolitik gew&auml;hrleistet. Eine w&auml;hlbare Spitze vermag dies nicht.&#x94; <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Versagen der KPD<\/span><\/p>\n<p>  Nur die Arbeiterbewegung h&auml;tte den Faschismus verhindern k&ouml;nnen. Aber die F&uuml;hrung der Arbeiterparteien KPD und SPD versagten. Ihre Politik war nicht dazu in der Lage, eine Einheitsfront der Arbeiterklasse gegen die Nazi-Bedrohung aufzubauen. <br \/>  Die KPD hatte nach dem Sieg der stalinistischen B&uuml;rokratie in der Sowjetunion und der Stalinisierung der Kommunistischen Internationale den Zickzack-Kurs von Stalins Au&szlig;enpolitik mitgemacht. Als Stalin die Parole ausgab: &#x93;Die Sozialdemokratie ist objektiv der gem&auml;&szlig;igte Fl&uuml;gel des Faschismus&#x94;, bezeichnete auch die KPD SozialdemokratInnen als &#x93;Sozialfaschisten&#x94;. Im Kampf gegen die Nazis forderte die KPD die Mitglieder der SPD auf, sich f&uuml;r die Herstellung einer Einheitsfront der F&uuml;hrung der KPD unterzuordnen. <br \/>  Trotzki und seine Anh&auml;ngerInnen &uuml;bersch&uuml;tteten die KPD mit Warnungen, dass dieser katastrophale Kurs die Arbeiterklasse in die Niederlage treibt: &#x93;Ohne Verzug muss endlich ein praktisches System von Ma&szlig;nahmen ausgearbeitet werden &#8230; mit dem Ziel des tats&auml;chlichen Kampfes gegen den Faschismus. Die Frage des Betriebsschutzes, der freien T&auml;tigkeit der Betriebsr&auml;te, der Unantastbarkeit der Arbeiterorganisationen und -einrichtungen, der Waffenlager, die von den Faschisten gepl&uuml;ndert werden k&ouml;nnen, Ma&szlig;nahmen f&uuml;r den Fall der Gefahr, die Koordinierung der Kampfhandlungen der kommunistischen und sozialdemokratischen Abteilungen &#8230; Auf diesem Boden ist ein &Uuml;bereinkommen mit den sozialdemokratischen und gewerkschaftlichen Organisationen nicht nur zul&auml;ssig, sondern Pflicht. Darauf aus &#x82;prinzipiellen&#x91; Erw&auml;gungen verzichten (in Wirklichkeit aus b&uuml;rokratischer Dummheit oder noch &auml;rger: aus Feigheit), hei&szlig;t, direkt und unmitelbar dem Faschismus zu helfen.&#x94; <br \/>  Die SPD hingegen beschimpfte Kommunisten als &#x93;rotlackierte Faschisten&#x94;. In der Theorie kritisierte die SPD-F&uuml;hrung das kapitalistische Krisenmanagement der Br&uuml;ning-Regierung zwar scharf, tolerierte Br&uuml;ning aber als das &#x93;kleinere &Uuml;bel&#x94;. Als Antwort auf das Wachstum der Nazi-Bewegung fielen der SPD-F&uuml;hrung nur Wahlaufrufe ein. <br \/>  Der Preis war die Zerschlagung der Arbeiterbewegung als eine der ersten Ma&szlig;nahmen des neuen Regimes. Erst mit einer gebrochenen Arbeiterbewegung stand den Kapitalisten der Weg zur erneuten Aufr&uuml;stung offen. Aber die Arbeiterbewegung war nicht tot. Trotz Lebensgefahr k&auml;mpften ihre AktivistInnen weiter gegen das Regime. <br \/>  Bis in die 40er Jahre haben sie den Widerstand durchgehalten und die Hauptlast der Unterdr&uuml;ckung getragen. So meldete eine Polizeistatistik, dass der April 1939 ein durchschnittlicher Monat gewesen sei: Festgenommen wurden 357 Oppositionelle, davon 223 aus der KPD, 37 andere aus der Arbeiterbewegung und 97 sonstige. Im April 1943 wurden 1387 Festnahmen aus der Arbeiterbewegung und 529 Festnahmen aus dem b&uuml;rgerlichen Lager vermerkt. <br \/>  Leider konnte unter den Bedingungen faschistischer Herrschaft keine Bewegung aufgebaut werden, die die Nazi-Diktatur wirklich h&auml;tte st&uuml;rzen k&ouml;nnen. Aber wie viele Traditionen erhalten blieben zeigte sich 1945, nach der Befreiung, als im ganzen Land &#x93;Antifa-Komitees&#x94; aus dem Boden sprossen. ArbeiterInnen organisierten sich sofort und begannen damit, Nazis von ihren Posten zu vertreiben und die herrschende Klasse f&uuml;r ihre Zusammenarbeit mit den Nazis anzugreifen. <br \/>  <br style=\"font-weight: bold;\"> <span style=\"font-weight: bold;\">Klasse und Krieg <\/span><\/p>\n<p>  Und trotz der katastrophalen Niederlage der Arbeiterbewegung 1933 war es doch keine b&uuml;rgerliche Kraft, die das Regime zerschlug. Es waren die ArbeiterInnen, SoldatInnen und PartisanInnen der Sowjetunion, die der Wehrmacht mit einer unglaublichen Kraftanstrengung das Genick brachen. <br \/>  Die B&uuml;rgerlichen ehren den Kampf der westlichen Alliierten. Mit gro&szlig;en Feierlichkeiten wurde der 60. Jahrestag des &#x93;D-Day&#x94; gefeiert, die Landung der britischen und US-Truppen in der Normandie. Es wird der Eindruck erweckt, als h&auml;tten die Westalliierten den Faschismus besiegt und Deutschland die Demokratie gebracht. <br \/>  Doch was war der D-Day im Vergleich zu dem gewaltigen Blutzoll der Sowjetunion? Was war der milit&auml;rische Beitrag der Westalliierten im Vergleich mit der Niederlage der Wehrmacht bei Stalingrad? Wo waren die Feierlichkeiten zum Jahrestag der Befreiung durch die Rote Armee am 8. Mai? <br \/>  Wenn wir die Leistungen der Roten Armee und den proletarischen Klassencharakter der Sowjetunion betonen, dann muss besonders hervorgehoben werden, dass die stalinistische b&uuml;rokratische Diktatur den antifaschistischen Widerstand, die sowjetische Wirtschaft und die Kampfkraft der Roten Armee erheblich schw&auml;chte. <br \/>  Stalins Politik hat nicht nur den Widerstand vor 1933 sabotiert. Auch nach 1933 schw&auml;chte er den Widerstand, zum Beispiel durch die Auslieferung von 800 deutschen AntifaschistInnen an das Hitler-Regime und durch den Hitler-Stalin-Pakt, der die kommunistische Bewegung auf der ganzen Welt demoralisierte und auch in Deutschland zu einem R&uuml;ckgang des Widerstands f&uuml;hrte. <br \/>  In der Sowjetunion wurde jegliche Arbeiterdemokratie erstickt. Planwirtschaft kann sich aber nur durch die direkte demokratische Kontrolle und Verwaltung der ArbeiterInnen entfalten. Deshalb wurde die Industrie nur mit erheblichen Ungleichgewichten aus dem Boden gestampft. Die Leistungen der sowjetischen Arbeiterklasse im Zweiten Weltkrieg zeigen aber auch, wozu eine Planwirtschaft mit motivierten ArbeiterInnen in der Lage ist: 1523 Industriebetriebe wurden in der Sowjetunion abmontiert, au&szlig;er Reichweite der Wehrmacht aufgebaut und wieder in Betrieb genommen. <br \/>  Auch die Rote Armee litt unter der b&uuml;rokratischen Engstirnigkeit der F&uuml;hrung. So wurde die Parole &#x93;Kein Schritt zur&uuml;ck!&#x94; ausgegeben. Allein in Stalingrad wurden 13.500 Rotarmisten als &#x93;Deserteure&#x94; hingerichtet, weil sie nicht geradewegs in den Tod gelaufen waren. <br \/>  Trotz alledem zeigte der Sieg der Roten Armee die &Uuml;berlegenheit der Planwirtschaft &uuml;ber den Kapitalismus. Der britische Trotzkist Ted Grant schrieb 1943: &#x93;Die beispiellosen Siege der Roten Armee stellen einen Faktor von weltersch&uuml;tternder Bedeutung dar. Es kann mit den Siegen von Napoleon in den Kriegen gegen das feudale Europa verglichen werden. &#8230; Trotz schrecklicher Niederlagen und Leiden hat sich die Rote Armee wieder gesammelt, wie es keine andere Armee in der Welt angesichts solcher Niederlagen gekonnt h&auml;tte. &#8230; Letztlich k&ouml;nnen diese Siege nur auf die ungeheuren materiellen und psychologischen Vorteile durch die Oktoberrevolution zur&uuml;ckgef&uuml;hrt werden.&#x94; <br \/>  Nur der Kampf der Sowjetunion hat letztlich einen antifaschistischen Charakter getragen. Denn im Gegensatz zu den imperialistischen Staaten pr&auml;gt eine Planwirtschaft nicht Kapital-akkumulation, sondern die Produktion von Gebrauchswerten. Deshalb wurde die sowjetische Politik auch nicht durch die Notwendigkeit angetrieben, Kapital zu exportieren. <br \/>  Alle anderen Staaten, die auf der Basis des Kapitalismus agierten, vertraten notwendigerweise auch die Profit- und Machtinteressen der eigenen Kapitalistenklasse. In den 30er Jahren hatte zum Beispiel Gro&szlig;brittanien die Sowjetunion als den eigentlichen Feind angesehen und Nazi-Deutschland unterst&uuml;tzt. Churchill &auml;u&szlig;erte sich damals begeistert &uuml;ber Hitlers Besch&auml;ftigungspolitik und &uuml;ber die Ordnung, die Mussolini in Italien errichtet hatte. Britische und SU-Truppen machten erst dann eine zweite Front in Europa auf, als klar wurde, dass die Rote Armee m&ouml;glicherweise ganz Europa &uuml;berrennen w&uuml;rde. 1945 meinte Churchill dann, entsetzt &uuml;ber die Siege der Sowjetunion, man h&auml;tte wohl &#x84;das falsche Schwein geschlachtet&#x93;. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Gedenken hei&szlig;t Lehren ziehen <\/span><\/p>\n<p>  B&uuml;rgerliches Gedenken entspricht b&uuml;rgerlichen Klasseninteressen. Die Wahrheit dar&uuml;ber, wer den Faschismus an die Macht brachte und wer ihn besiegte, wird von den Herrschenden heute verdreht, verschwiegen oder h&ouml;chstens noch relativiert. <br \/>  Wir gedenken der Opfer von Krieg und Faschismus, den Abermillionen, die f&uuml;r die Profitlogik sterben mussten. <br \/>  Wir gedenken insbesondere der Abertausenden von Widerstandsk&auml;mpferInnen der Arbeiter-bewegung, die von Anfang an den Faschismus bek&auml;mpften. Nicht um die Ehre der Nation zu retten, nicht um die Alliierten von der Forderung nach einer bedingungslosen Kapitulation abzubringen, und schon gar nicht um dem Kapital eine neue und bessere Chance zur Herrschaft zu geben. Sie k&auml;mpften f&uuml;r das Leben, f&uuml;r die Freiheit, f&uuml;r eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdr&uuml;ckung. <br \/>  Und wir gedenken der ArbeiterInnen, SoldatInnen und PartisanInnen der Sowjetunion, ohne deren Sieg die Welt heute wahrscheinlich noch sehr viel barbarischer auss&auml;he. <br \/>  Gedenken hei&szlig;t f&uuml;r uns, die Lehren aus der Geschichte zu ziehen und f&uuml;r unseren heutigen Kampf f&uuml;r eine andere, bessere, sozialistische Welt zu beherzigen: <\/p>\n<p>  <span style=\"font-style: italic;\">Nazis m&uuml;ssen mit allen notwendigen Mitteln bek&auml;mpft werden. Ihre Organisationen m&uuml;ssen zerschlagen werden, solange sie noch klein sind. Wir k&ouml;nnen uns dabei weder auf den Staat, noch auf b&uuml;rgerliche Kr&auml;fte verlassen. N&ouml;tig sind Massenmobilisierungen der Besch&auml;ftigten und ihrer Gewerkschaften, von linken, antifaschistischen und Migranten-Organisationen, um alle Nazi-Aktivit&auml;ten zu verhindern. <\/span><br style=\"font-style: italic;\"> <br style=\"font-style: italic;\"> <span style=\"font-style: italic;\">Dabei muss auch gegen den Sozialkahlschlag mobilisiert werden, um zu verhindern, dass die Nazis mit ihrer sozialen Demagogie bei sozial Benachteiligten punkten. Auch der staatliche Rassismus ist mitschuldig am Anwachsen der Nazi-Banden und an der Spaltung der Besch&auml;ftigten in &#x93;Deutsche&#x94; und &#x93;Ausl&auml;nder&#x94;. Deshalb sollte die Arbeiterbewegung jegliche Benachteiligung von Menschen ohne deutschen Pass zur&uuml;ckweisen. <\/span><br style=\"font-style: italic;\"> <br style=\"font-style: italic;\"> <span style=\"font-style: italic;\">Die herrschende Klasse hat eindrucksvoll bewiesen, dass ihr System zu Faschismus und Krieg f&uuml;hrt. Nur wenn wir den Kapitalismus abschaffen, k&ouml;nnen wir weitere Katastrophen verhindern. Das ist keine Frage einer fernen Utopie, sondern konkrete Notwendigkeit, wenn wir die sozialen Grausamkeiten der Herrschenden stoppen wollen. Wie Bernd Riexinger von verdi-Stuttgart auf dem Kongress der Wahlalternative am 20.6.2004 sagte: &#x93;Die Wirtschaft argumentiert ganz grunds&auml;tzlich, dass sie sich das Soziale nicht mehr leisten kann. Dann m&uuml;ssen wir uns auch fragen, ob wir uns diese Wirtschaft noch leisten k&ouml;nnen!&#x94; <\/span><br style=\"font-style: italic;\"> <br style=\"font-style: italic;\"> <span style=\"font-style: italic;\">Der Stalinismus in der Arbeiterbewegung hat zu furchtbaren Niederlagen gef&uuml;hrt. 1933 ist nur das schlimmste Beispiel von vielen. Nach 1945 halfen Kommunistische Parteien in ganz Europa mit, den Kapitalismus durch &#x93;Volksfront&#x94;-Regierungen mit b&uuml;rgerlichen Kr&auml;ften zu bewahren. Die Unterdr&uuml;ckung der Arbeiterklasse in den stalinistischen Staaten hat den Boden daf&uuml;r bereitet, dass Illusionen in den Kapitalismus entstanden und 1989-91 die Planwirtschaften zerst&ouml;rt werden konnten. <\/span><br style=\"font-style: italic;\"> <br style=\"font-style: italic;\"> <span style=\"font-style: italic;\">Wir sind &uuml;berzeugt, dass nur eine sozialistische Welt eine lebenswerte Zukunft garantieren kann. F&uuml;r eine Zukunft ohne Armut, Ausbeutung und Unterdr&uuml;ckung lohnt es sich zu k&auml;mpfen. Der mutige Einsatz der antifaschistischen K&auml;mpferinnen und K&auml;mpfer, von denen so viele Namen im Dunkel der Geschichte geblieben sind, ist uns Beispiel und Vorbild. <\/span> <br \/>  <span style=\"font-style: italic;\"><br \/>  von Christoph W&auml;lz, Leipzig <\/span><\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Literaturtipps zum Thema: <\/span><br style=\"font-weight: bold;\"> Mehrere sehr gute Texte von Leo Trotzki zum deutschen Faschismus finden sich auf <a href=\"http:\/\/www.sozialistische-klassiker.org\/\">www.sozialistische-klassiker.org<\/a> <br \/>  Kurt P&auml;tzold, Manfred Wei&szlig;becker: Geschichte der NSDAP. 1920 bis 1945. K&ouml;ln 1998\/2002. <br \/>  Allan Merson: Kommunistischer Widerstand in Nazideutschland. Bonn 1999. <br \/>  Robert Bechert: Die gescheiterte Revolution. K&ouml;ln 1999. (Becherts Buch &uuml;ber die Revolution\/Konterrevolution in der DDR 1989-90 geht auch auf die Entstehungsphase des stalinistischen Staates ein. Erh&auml;ltlich auf dem SAV-B&uuml;chertisch.) <br \/>  SAV-Brosch&uuml;re &#x93;Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung&#x94; (SAV-B&uuml;chertisch) <br \/>  <a href=\"\/?p=10102\">Ted Grant: Die Kluft im alliierten Lager verbreitert sich. 1943<\/a><br \/>  Die Zeitschrift G\/Geschichte hat in ihrer Juli-Ausgabe 2004 einen sehr lesenswerten Schwerpunkt zum Thema Widerstand. Es werden verschiedene Felder, vor allem des b&uuml;rgerlichen Widerstands, beleuchtet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 20. Juli j&auml;hrt sich das Attentat von Stauffenberg auf Hitler zum 60. 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