{"id":10921,"date":"2004-07-10T22:28:55","date_gmt":"2004-07-10T22:28:55","guid":{"rendered":".\/?p=10921"},"modified":"2004-07-10T22:28:55","modified_gmt":"2004-07-10T22:28:55","slug":"10921","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2004\/07\/10921\/","title":{"rendered":"<i>Nicht die Idee einer Gewerkschaft<\/i>"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-style: italic;\">Nach dem Siemens-Abschluss hagelt es in der IG Metall Proteste<\/p>\n<p> <\/span>Ausl&ouml;ser ist der am 24. Juni diesen Jahres f&uuml;r die Siemens-Werke Bocholt und Kamp-Lintfort geschlossene ?Erg&auml;nzungs-Tarifvertrag?, der neben der Abschaffung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld auch die Verl&auml;ngerung der Arbeitszeit auf 40 Wochenstunden ohne Lohnausgleich vorsieht. Seither rei&szlig;en die Protestbekundungen und -resolutionen, insbesondere aus dem einflussreichen Bezirk Baden-W&uuml;rttemberg, nicht ab. <br \/> <span style=\"font-style: italic;\">von Daniel Behruzi, Berlin<\/span><!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\n?Mit einem solchen Erg&auml;nzungs-Tarifvertrag f&auml;llt uns die IG Metall in den R&uuml;cken?, hei&szlig;t es in einem Brief des Porsche-Konzernbetriebsrats an den IG-Metall-Vorsitzenden Peters. Die Vertreter der Besch&auml;ftigten d&uuml;rften nicht daf&uuml;r antreten, den Mitarbeitern Geld, Freizeit, Leistungen und andere Errungenschaften wegzunehmen.<br \/> ?Das ist nicht die Idee, die hinter einer Gewerkschaft als organisierte Interessenvertretung und Tarifvertragspartei steht?, kritisieren die Autobauer.<br \/> 161 Funktion&auml;rInnen und unz&auml;hlige Mitglieder der Metallgewerkschaft im S&uuml;dwesten machen ihrem Unmut in einem offenen Brief an die Spitze der IG Metall Luft. Darin stellen sie fest, dass die Zustimmung zu Arbeitszeitverl&auml;ngerung den Beschl&uuml;ssen der Organisation widerspreche. Dieses Vorgehen konterkariere ?alle gewerkschaftlichen Bem&uuml;hungen der letzten Jahrzehnte, durch Arbeitszeitverk&uuml;rzungen Arbeitspl&auml;tze zu erhalten beziehungsweise neue zu schaffen?. <br \/> Auch ihre KollegInnen vom Herborner Ortsvorstand sehen die Siemens-Vereinbarung als ?Pr&auml;zedenzfall?, der ?die Bedingungen f&uuml;r alle versaut?, es sei ?emp&ouml;rend, wie mit diesem Erg&auml;nzungs-Tarifvertrag vielen Belegschaften in den R&uuml;cken gefallen wird?. Besonders erbost sind viele der GewerkschafterInnen dar&uuml;ber, dass diese Vereinbarung nicht in einem schlecht organisierten Kleinbetrieb, sondern bei einem ?Weltkonzern wie Siemens? getroffen wurde.<br \/> Die Rechtfertigung, mit der Regelung sei die Verlagerung von Jobs ins Ausland verhindert worden, lassen deren Kritiker nicht gelten. Es sei ?geradezu widersinnig, mit einer Verl&auml;ngerung von Arbeitszeit Besch&auml;ftigung sichern zu wollen?, hei&szlig;t es in einer von der Delegiertenversammlung in Stuttgart verabschiedeten Resolution. ?Wenn mit Siemens derartigen L&ouml;sungsans&auml;tzen Bahn gebrochen wird? f&uuml;hre dies im Gegenteil zur ?Gef&auml;hrung hunderttausender anderer Arbeitspl&auml;tze?. Der offene Brief aus Baden-W&uuml;rttemberg zieht die Schlussfolgerung: ?Ein Blick zum &ouml;ffentlichen Dienst zeigt, dass die Arbeitszeitverl&auml;ngerung und der damit verbundene Arbeitsplatzabbau ein Projekt arbeiter- und gewerkschaftsfeindlicher Politik ist, der eine umfassende Kampagne aller betroffenen Gewerkschaften und Branchen entgegengesetzt werden muss.?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><span style=\"font-style: italic;\">Nach dem Siemens-Abschluss hagelt es<br \/>\nin der IG Metall Proteste<\/p>\n<p><\/span>Ausl&ouml;ser ist der am 24. Juni diesen Jahres f&uuml;r die<br \/>\nSiemens-Werke Bocholt und Kamp-Lintfort geschlossene<br \/>\n?Erg&auml;nzungs-Tarifvertrag?, der neben der Abschaffung von Urlaubs-<br \/>\nund Weihnachtsgeld auch die Verl&auml;ngerung der Arbeitszeit auf 40<br \/>\nWochenstunden ohne Lohnausgleich vorsieht. 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