{"id":10885,"date":"2004-05-23T19:53:10","date_gmt":"2004-05-23T19:53:10","guid":{"rendered":".\/?p=10885"},"modified":"2004-05-23T19:53:10","modified_gmt":"2004-05-23T19:53:10","slug":"10885","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2004\/05\/10885\/","title":{"rendered":"Mit Extra-K&auml;se&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Von der Hauptschule zum Bildungs-Burger<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nDass die Ausbildungsplatzlage miserabel ist, erkennt man nicht nur an vielen verzweifelten Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz, sondern auch an den verzweifelten Versuchen der Unternehmen, die schlechte Situation der Jugendlichen als gar nicht so &uuml;bel zu pr&auml;sentieren. <\/p>\n<p>  Roman Wolf, Personalchef bei McDonald&#x92;s, kann sie nicht verstehen, die ganze Aufregung um fehlende Ausbildungspl&auml;tze und eine Ausbildungsplatzabgabe. Die Idee der Abgabe ist es, dass Unternehmen die zu wenig ausbilden, eine Abgabe zahlen, damit davon Ausbildungspl&auml;tze geschaffen werden k&ouml;nnen. <\/p>\n<p>  Dabei ist diese Abgabe, so wie die SPD sie plant, kaum mehr als ein Tropfen auf den hei&szlig;en Stein. Viele Sonderregelungen bieten den Unternehmen Schlupfl&ouml;cher, w&auml;hrend gleichzeitig st&auml;ndig auf &#x84;notwendige Flexibilit&auml;t&#x93; der Jugendlichen hingewiesen wird. So wird uns das Recht genommen, einen Ausbildungsplatz frei zu w&auml;hlen und im Wunschberuf zu arbeiten. Im schlimmsten Fall m&uuml;ssen Jugendliche sogar ans andere Ende der Republik umziehen, um dort einen Azubi-Platz anzunehmen, den sie eigentlich gar nicht wollen. <\/p>\n<p>  Zur&uuml;ck zu Roman Wolf. Dieser l&auml;dt sich Berliner Hauptsch&uuml;ler der 8.Klasse w&auml;hrend der Schulzeit in seinen McDonald&#x92;s Bus ein, um sie per DVD &uuml;ber die Vorz&uuml;ge einer Ausbildung bei McDonald&#x92;s als &#x84;Fachmann\/frau f&uuml;r Systemgastronomie&#x93; aufzukl&auml;ren. Auf der DVD geht es um &#x84;internationale Perspektiven&#x93;, eine &#x84;Ausbildung mit Zukunft&#x93;, den American Dream (vom Friteusenfacharbeiter zum Million&auml;r) und die gro&szlig;en Errungenschaften von McDonald&#x92;s in puncto Umweltschutz und &#x84;gesellschaftliche Verantwortung&#x93;. Mit seinem Bus tourt Herr Wolf durch 30 deutsche St&auml;dte, um Werbung gegen die Ausbildungsplatzabgabe zu machen (McDonald&#x92;s hat 47&#x91;000 Mitarbeiter und nur 920 Azubis), das angeschlagene Image von McDonald&#x92;s aufzupolieren und den stagnierenden Umsatz des Konzerns in Gang zu bringen. Aller Kritik weicht Herr Wolf elegant aus: &#x84;McDonald&#x92;s ist nicht das Problem, sondern Teil der L&ouml;sung.&#x93;<\/p>\n<p>  Ganz anders sehen werden dies die Jugendlichen, die weiterhin keinen Ausbildungsplatz bekommen haben oder einen bei McDonald&#x92;s annehmen m&uuml;ssen, einem Unternehmen, welches niedrige L&ouml;hne zahlt und einen geringen Prozentsatz an Gewerkschaftsmitgliedern und Betriebsr&auml;ten hat. Eben keine &#x84;Ausbildung mit Zukunft&#x93;. <br \/>  Doch leider ist die Logik &#x84;lieber einen schlechten Ausbildungsplatz als gar keinen&#x93; im Kapitalismus folgerichtig. Dieses System ist nicht in der Lage, jedem Jugendlichen einen vern&uuml;nftigen Ausbildungsplatz zur Verf&uuml;gung zu stellen. Deshalb setzten wir uns f&uuml;r eine Welt ein, die nicht nach Profitinteressen ausgerichtet ist, sondern nach den Bed&uuml;rfnissen der Menschen. Doch bis es soweit ist, werden weiterhin Unternehmer aus der schlechten Situation der Jugendlichen Kapital schlagen. Und bei einer Portion &#x84;saftiger Burger und goldgelber Pommes Frites&#x93; [McDonald&#x92;s Werbe-DVD] sind doch die Zukunfts&auml;ngste schon so gut wie vergessen&#8230;<\/p>\n<p>  <span style=\"font-style: italic;\">von Immo Schott, Kassel<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von der Hauptschule zum Bildungs-Burger<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[50],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10885"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10885"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10885\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10885"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10885"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10885"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}