{"id":10884,"date":"2004-05-22T12:45:26","date_gmt":"2004-05-22T12:45:26","guid":{"rendered":".\/?p=10884"},"modified":"2004-05-22T12:45:26","modified_gmt":"2004-05-22T12:45:26","slug":"10884","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2004\/05\/10884\/","title":{"rendered":"Deutsche Post &#8211; Manager, Banken und Gro&szlig;aktion&auml;re sahnen ab"},"content":{"rendered":"<p>Besch&auml;ftigte und kleine Postkunden verlieren<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nSage und schreibe 3,6 Milliarden Euro hei&szlig;t die Gewinnprognose der Deutschen Post f&uuml;r 2004. Nat&uuml;rlich muss bei solchen Gewinnen f&uuml;r die Manager ordentlich was abfallen. Die acht Vorstandsmitglieder hatten sich ihre Bez&uuml;ge bereits in 2003 um 38 Prozent von 7,4 auf die Summe von 10,2 Millionen erh&ouml;ht. Die Gewinne der Post und die Millionengeh&auml;lter der Postmanager sind die Kehrseite von Lohndumping, Arbeitsplatzvernichtung und Arbeitsverdichtung bei der Post &#x96; abgesegnet durch die Spitzenfunktion&auml;re von ver.di. <br \/>  In seiner Rede vor der Hauptversammlung dankte Postchef Zumwinkel gleich am Anfang ver.di f&uuml;r den Abschluss des &#x84;Besch&auml;ftigungspaktes&#8220;. Der Pakt <br \/>  l&auml;sst eine w&ouml;chentliche Arbeitszeit von 48 Stunden und die begrenzte Fremdvergabe von Zustellbezirken an andere Unternehmen zu und dient einzig und allein dem weiteren Personalabbau. <br \/>  Gleich zwei ver.di-Bundesvorstandsmitglieder sitzen im Aufsichtsrat der Deutschen Post (Rolf B&uuml;ttner als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender und Helmut Jurke). Als Co-Manager st&uuml;tzen sie die arbeitnehmer- und nutzerfeindliche Politik des Postbosse und konnten sich ansonsten dar&uuml;ber freuen, dass die Hauptversammlung die Verg&uuml;tungen f&uuml;r Aufsichtsratsmitglieder erh&ouml;ht hat. <br \/>  <br style=\"font-weight: bold;\"> <span style=\"font-weight: bold;\">Frust bei den Besch&auml;ftigten <\/span><\/p>\n<p>  Dagegen hatten einzelne Belegschaftsaktion&auml;re den Mut, auf die durch den Besch&auml;ftigungspakt bedingte versch&auml;rfte Ausbeutung hinzuweisen. In einem Bericht der Stuttgarter Zeitung &uuml;ber die Post-Hauptversammlung vom 7. Mai 04 hei&szlig;t es: &#x84;Kein Mitleid zeigte Postboss Zumwinkel bei den Klagen von Besch&auml;ftigten. Die Zustellbereiche seien vergr&ouml;&szlig;ert worden, berichtete eine Zustellerin aus Hechingen, ohne dass die Mitarbeiter erkennen k&ouml;nnten, nach welchen Merkmalen. F&uuml;r freiwillige Mehrarbeit gebe es keine &Uuml;berstundenzuschl&auml;ge. &Uuml;ber Arbeitsschutzbestimmungen werde zwar informiert, aber sie k&ouml;nnten vielfach nicht eingehalten werden. <br \/>  Viele ihrer Kollegen h&auml;tten wegen der gro&szlig;en Belastung keine Energie mehr sich gegen Misst&auml;nde zu wehren&#8220;. Laut Kritischen Aktion&auml;ren der Post, verdienten die Besch&auml;ftigten in den Postfilialen 2003 im Durchschnitt nur noch 22.000 Euro im Jahr, &#x84;obwohl es vor kurzem noch 34.000 Euro waren. &#x96; F&uuml;r die gleiche Arbeit!&#8220; <br \/>  Wof&uuml;r gibt es denn eine Gewerkschaft, fragen sich deshalb immer mehr Postbesch&auml;ftigte. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Angriffe auf Postbeamte <\/span><\/p>\n<p>  Wie den BeamtInnen von Bund und L&auml;ndern soll den 60.000 BeamtInnen bei der Post ab 2004 das Urlaubsgeld ganz gestrichen und das Weihnachtsgeld auf 60 Prozent gek&uuml;rzt werden. F&uuml;r einen verheirateten Brieftr&auml;ger bedeutete das einen Lohnraub von fast 900 Euro im Jahr. Dazu gab es im M&auml;rz bundesweit Betriebsversammlungen. Die Wut und Kampfbereitschaft, die bei diesen Versammlungen zum Ausdruck kam, wurde aber nicht in Kampfma&szlig;nahmen umgesetzt. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Tarifrunde 2004 <\/span><\/p>\n<p>  Zur Zeit l&auml;uft bei der Post die Lohntarifrunde. 4 Prozent hei&szlig;t die offizielle Forderung von ver.di. Angesichts der Rekordgewinne der Post, angesichts der niedrigen L&ouml;hne bei der Post und angesichts der immensen Zusatzkosten durch Sozialabbau und Gesundheitsreform ist diese Forderung eindeutig zu wenig. <br \/>  Die von ver.di-Funktion&auml;ren verw&ouml;hnten Postmanager finden aber selbst diese 4 Prozent zu hoch. Haben sie doch den Postaktion&auml;ren eine weitere Erh&ouml;hung der Dividenden versprochen und daf&uuml;r brauchen sie weitere Milliarden f&uuml;r ihre globale Einkaufstour auf dem Markt der Logistikunternehmen. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Poststreik ist notwendig <\/span><\/p>\n<p>  Es w&auml;re an der Zeit, dass BeamtInnen und Tarifbesch&auml;ftigte einen gemeinsamen Kampf f&uuml;hren gegen Lohnraub und Arbeitszeitverl&auml;ngerung, gegen miserable Arbeitsbedingungen und Privatisierung. Aber das wird nur dann passieren, wenn sich kritische und k&auml;mpferische KollegInnen bei der Post zusammenschlie&szlig;en und einen entschlossenen innergewerkschaftlichen Kampf gegen die Co-Manager in der ver.di-F&uuml;hrung aufnehmen. <br \/>  Die Tarifrunde 2004 k&ouml;nnte daf&uuml;r der Anfang sein. Es geht darum, einen Streik f&uuml;r die volle Durchsetzung der 4 Prozent und die R&uuml;cknahme der K&uuml;rzungen bei den Sonderzahlungen f&uuml;r die BeamtInnen einzufordern. Dabei muss ein gemeinsamer Streik von ArbeiterInnen, Angestellten und BeamtInnen organisiert werden. Zusammen mit den BeamtInnen und Tarifbesch&auml;ftigten von Bund, L&auml;ndern und Gemeinden m&uuml;sste eine gemeinsame Abwehrfront aufgebaut werden und von ver.di endlich ein fachbereichs&uuml;bergreifender Kampf gef&uuml;hrt werden. Sowohl bei der Post als auch bei den Bundesl&auml;ndern gibt es keine Friedenspflicht mehr. Allein ein gemeinsamer Streik von 240.000 Postbesch&auml;ftigten und zwei Millionen Landesbesch&auml;ftigten w&auml;re ein ungeheueres &ouml;konomisches Druckmittel.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-style: italic;\">von Ursel Beck, Stuttgart<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besch&auml;ftigte und kleine Postkunden verlieren<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10884"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10884"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10884\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10884"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10884"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10884"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}