{"id":10856,"date":"2004-04-26T09:25:50","date_gmt":"2004-04-26T09:25:50","guid":{"rendered":".\/?p=10856"},"modified":"2004-04-26T09:25:50","modified_gmt":"2004-04-26T09:25:50","slug":"10856","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2004\/04\/10856\/","title":{"rendered":"Scharfe Kritik an ver.di-Spitze"},"content":{"rendered":"<p>16. Treffen des Netzwerks f?r eine k?mpferische und demokratische ver.di<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nEs brodelt an der Basis der Gewerkschaft ver.di. Das wurde beim 16. bundesweiten Treffen des &raquo;Netzwerks f&uuml;r eine k&auml;mpferische und demokratische ver.di&laquo; am Samstag in Kassel deutlich. Unzufrieden zeigten sich die knapp 50 Teilnehmer insbesondere mit der Tarifpolitik ihrer Gewerkschaft. Sie setze der &raquo;Salamitaktik&laquo; der Unternehmer, die in allen Bereichen tarifliche Verschlechterungen durchpeitschten, keinerlei Widerstand entgegen, kritisierte die Kasseler Betriebsr&auml;tin Stephanie Nitschke. Auch der als Gastreferent geladene Gregor Falkenhain, ver.di-Bereichsleiter Bund\/L&auml;nder im Landesbezirk Nordrhein-Westfalen (NRW), bedauerte die &raquo;Mechanismen der Entsolidarisierung&laquo;, die sich zwischen den Besch&auml;ftigten und auch innerhalb der Gewerkschaften breit gemacht h&auml;tten. Stephan Kimmerle vom Sprecherrat des Netzwerks konstatierte: &raquo;Die Strategie der ver.di-Spitze, durch immer weitergehende Zugest&auml;ndnisse die Tarifeinheit auf niedrigem Niveau wiederherzustellen, ist gescheitert.&laquo; Das zeige sich unter anderem im nordrhein-westf&auml;lischen Nahverkehr. Dort hatte ver.di bzw. zuvor die Gewerkschaft &Ouml;ffentliche Dienste, Transport und Verkehr (&Ouml;TV) in einem Spartentarifvertrag deutlichen Tarifabsenkungen mit dem Argument zugestimmt, so die weitaus schlechter entlohnten Kollegen der privaten Omnibusbetriebe &raquo;einfangen&laquo; zu k&ouml;nnen. Das hat nicht funktioniert. Symbolisch hierf&uuml;r ist der seit mehr als 100 Tagen andauernde Streik f&uuml;r die &Uuml;bernahme des Spartentarifs bei den Herweg Busbetrieben (HBB) in Leverkusen. Die Versammlung verabschiedete eine Solidarit&auml;tserkl&auml;rung f&uuml;r die streikenden Kollegen.<\/p>\n<p> Statt st&auml;ndiger Zugest&auml;ndnisse fordern die Aktivisten entschlossenen Widerstand gegen Tarifabsenkungen. Als &raquo;Kampfansage&laquo; empfinden sie dabei den Versuch der Tarifgemeinschaft deutscher L&auml;nder (TdL), die Arbeitszeit auf bis zu 42 Wochenstunden zu verl&auml;ngern. Das entspreche einer Lohnsenkung um bis zu zehn Prozent, rechnete Falkenhain vor. Hinzu k&auml;men die K&uuml;rzungen bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie die Umwandlung von 20 Prozent des Lohns in &raquo;Leistungsbezahlung&laquo;. Die Verl&auml;ngerung der Arbeitszeit sei zudem ein &raquo;gigantisches Arbeitsplatzvernichtungsprogramm&laquo;. Schon die f&uuml;r Beamte in NRW auf 41 Wochenstunden heraufgesetzte Arbeitszeit habe den Abbau von 11 300 Stellen zur Folge gehabt. W&uuml;rde dies nun bundesweit auch bei Arbeitern und Angestellten umgesetzt, st&uuml;nden laut Falkenhain mindestens 100 000 Arbeitspl&auml;tze zur Disposition.<\/p>\n<p> Das m&uuml;sse ver.di mit allen Mitteln verhindern, forderten die kritischen Gewerkschafter. Gemeinsam wollen sie sich f&uuml;r eine Urabstimmung in allen betroffenen Bundesl&auml;ndern und die Einleitung von fl&auml;chendeckenden Streiks einsetzen. Sie verlangen den Abbruch der Verhandlungen &uuml;ber eine Reform des &ouml;ffentlichen Tarifrechts, die ver.di mit Bund und Kommunen weiterf&uuml;hrt. Es sei zu bef&uuml;rchten, da&szlig; &raquo;am Verhandlungstisch ohne jegliche demokratische Legitimation erk&auml;mpfte Errungenschaften aufgegeben werden&laquo;, hei&szlig;t es in einer Resolution, die von den Teilnehmern des Treffens verabschiedet wurde.<\/p>\n<p> Infos: <a href=\"http:\/\/www.netzwerk-verdi.de\">www.netzwerk-verdi.de<\/a><\/p>\n<p> <i>Quelle: Junge Welt (Herbert Wulff)<br \/><\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>16. 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