{"id":10840,"date":"2004-03-31T16:29:47","date_gmt":"2004-03-31T16:29:47","guid":{"rendered":".\/?p=10840"},"modified":"2004-03-31T16:29:47","modified_gmt":"2004-03-31T16:29:47","slug":"10840","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2004\/03\/10840\/","title":{"rendered":"Ethnische Gewalt flammt wieder auf"},"content":{"rendered":"<p>Wachsende Wut ?ber die UNO- \/ NATO-Herrschaft im verarmten Kosovo \/ Kosova<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nMitte M&auml;rz kochten ethnische Spannungen im Kosova\/Kosovo wieder hoch und f&uuml;hrten zu den schwersten Ausschreitungen seit 1999, als UNO und NATO die Herrschaft &uuml;bernahmen.<br \/> Nach Angaben der UNO-Mission im Kosova \/ Kosovo, UNMIK, sind innerhalb von drei Tagen 28 Menschen gestorben und mehr als 600 verletzt worden, w&auml;hrend 3.226 Serben und andere Nicht-AlbanerInnen ? meistens Roma ? fliehen mussten. In der serbischen Hauptstadt Belgrad fanden gro&szlig;e und w&uuml;tende Proteste als Antwort auf die Ereignisse im Kosova \/ Kosovo statt. Jugendliche brannten die einzige Moschee der Stadt nieder.<br \/> Die Krise im Kosova \/ Kosovo konnte f&uuml;r den US-Imperialismus, die UNO oder die EU zu keinem schlechteren Zeitpunkt kommen. Der Balkan war bis dahin ihr ?Modell? f&uuml;r den Irak oder Afghanistan f&uuml;r die Befriedung einer Region. Aber die Unruhen zeigten deutlich die Unf&auml;higkeit des Imperialismus, f&uuml;r Frieden, Stabilit&auml;t und wirtschaftliches Wachstum zu sorgen.<br \/> Unf&auml;hig, die Lage unter Kontrolle zu bringen, verlegte die NATO 1.000 zus&auml;tzliche Soldaten in die Region, mit dem Ziel weitere 2.000 zu entsenden. Dies bedeutet, dass die Besatzungsarmee auf 17.500 anw&auml;chst. Trotzdem sahen NATO-\/UNO-Truppen zu, beklagen viele SerbInnen, wie ihre H&auml;user niedergebrannt wurden.<br \/> Die direkte Kontrolle der ehemaligen Republik Jugoslawiens endete im Juni 1999 mit dem R&uuml;ckzug der serbischen Armee nach dem Jugoslawien-Krieg. Seitdem erweist sich der Westen als unf&auml;hig, die ethnischen und nationalen Fragen im Kosova \/ Kosovo zu l&ouml;sen. Das Land ist seither zwar nicht mehr praktisch, aber dennoch formal Teil Jugoslawiens.<br \/> Die Mehrheit der AlbanerInnen will die Unabh&auml;ngigkeit. Sie wird ihnen jedoch verweigert, da der Westen f&uuml;rchtet, dass dies Versuche, ein ?Gro&szlig;albanien? zu gr&uuml;nden, ausl&ouml;sen w&uuml;rde.<br \/> Kosova- \/ Kosovo-albanische Politiker haben in den letzten Monaten ihre Kritik an der UNO versch&auml;rft und albanische Jugendliche suchten die Konfrontationen mit den UNO-Truppen.<br \/> Da in Serbien Pr&auml;sidentenwahlen anstehen, hat die nationalistische Rhetorik &uuml;ber das Schicksal des Kosova \/ Kosovo in der letzten Zeit zugenommen. Der serbische Premierminister Vojislav Kostunica hat sich letztens f&uuml;r die ?Kantonisierung? des Kosova \/ Kosovo eingesetzt. Damit soll erreicht werden, dass der n&ouml;rdliche Teil des Kosova \/ Kosovo, der mehrheitlich serbisch ist, an Serbien angegliedert werden kann.<br \/> Die verzweifelte Lage im Kosova \/ Kosovo, wo die Arbeitslosigkeit bei rund 70 Prozent liegt, wird von reaktion&auml;ren Eiferern auf beiden Seiten ausgenutzt. Serbische Politiker rufen zu einem Krieg zur R&uuml;ckeroberung des Kosova \/ Kosovo auf, w&auml;hrend albanische Politiker zur ?Rache? f&uuml;r die ethnischen S&auml;uberungen im Jahre 1999 aufrufen.<br \/> Serbische Politiker verlangen weiterhin die R&uuml;ck&uuml;berf&uuml;hrung des Kosova \/ Kosovo nach Serbien und wollen dann begrenzte ?Autonomie? zugestehen. Doch die AlbanerInnen werden dies nicht akzeptieren, sie sind f&uuml;r v&ouml;llige Unabh&auml;ngigkeit.<br \/> Die westlichen M&auml;chte k&ouml;nnen allenfalls hoffen, f&uuml;r eine begrenzte Zeit den Deckel auf den brodelnden Topf zu halten ? eine langfristige L&ouml;sung ist ausgeschlossen. Ihre Truppen werden selbst dazu f&uuml;r lange Zeit im Kosova \/ Kosovo bleiben m&uuml;ssen. Dies ist eine weitere Belastung f&uuml;r die bereits &uuml;berstrapazierten Armeen der USA und Gro&szlig;britanniens. Doch die Unruhen haben gezeigt, dass es selbst mit tausenden Soldaten im Land nicht m&ouml;glich ist, Auseinandersetzungen zu verhindern.<br \/> Die einzige Kraft, die in der Lage ist, einen Ausweg aus der Misere aufzuzeigen ist die Arbeiterklasse. Daf&uuml;r ist der Aufbau unabh&auml;ngiger Organisationen der Arbeiterklasse n&ouml;tig, die die ethnischen und nationalen Grenzen &uuml;berwinden. Um Pogrome zu verhindern ist die Bildung von Selbstverteidigungskomitees unter demokratischer Kontrolle n&ouml;tig.<br \/> Das Komitee f&uuml;r eine Arbeiterinternationale (englische Abk&uuml;rzung: CWI) und die ihm angeschlossenen Organisationen treten f&uuml;r das Recht auf nationale Selbstbestimmung im Kosova \/ Kosovo ein. Wir setzen uns f&uuml;r Minderheitenrechte von SerbInnen in einem unabh&auml;ngigen Kosova \/ Kosovo ein. Aber dies kann nur erreicht werden auf der Basis eines Kampfes f&uuml;r Sozialismus, als Teil eines Kampfes f&uuml;r ein sozialistisches Kosova \/ Kosovo und eines sozialistischen Serbien als Teil einer sozialistischen F&ouml;deration in der Region. <br \/> <br style=\"font-style: italic;\"> <span style=\"font-style: italic;\">von Niall Mulholland, London<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wachsende Wut ?ber die UNO- \/ NATO-Herrschaft im verarmten Kosovo \/ Kosova<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[46],"tags":[159],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10840"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10840"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10840\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10840"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10840"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10840"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}