{"id":10833,"date":"2004-03-29T10:59:22","date_gmt":"2004-03-29T08:59:22","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=10833"},"modified":"2012-06-24T15:22:31","modified_gmt":"2012-06-24T13:22:31","slug":"10833","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2004\/03\/10833\/","title":{"rendered":"Nein zur 40-Stunden-Woche im &ouml;ffentlichen Dienst"},"content":{"rendered":"<p>Nach der K&uuml;ndigung der Tarifvertr&auml;ge durch die L&auml;nder ist eine Antwort von ver.di n&ouml;tig: Streik<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nEs kommt, wie es kommen musste. Nach jahrelangen Zugest&auml;ndnissen an die Arbeitgeber durch ver.di, nach einer Metalltarifrunde, die die Ausweitung der Arbeitszeit erm&ouml;glicht, f&uuml;hlen sich die Arbeitgeber im &ouml;ffentlichen Dienst ermutigt, weiter zu gehen. Ende M&auml;rz k&uuml;ndigten die L&auml;nder die Tarifvertr&auml;ge f&uuml;r die Arbeitszeit. Sie wollen die&nbsp; R&uuml;ckkehr zur 40-Stunden-Woche, Stoiber gar 42.<br \/>  Seit Jahren verlangen Bund, L&auml;nder und Kommunen, dass die Besch&auml;ftigten f&uuml;r die von den Reichen gepl&uuml;nderten Staatskassen mit Lohnverzicht und Arbeitszeitverl&auml;ngerung aufkommen. Und die ver.di-F&uuml;hrung hat sich darauf eingelassen: Niedrigabschl&uuml;sse in den allgemeinen Tarifrunden, kampflose Lohnabsenkungen von mehreren hundert Euro im Monat und Wegfall von freien Tagen durch Sondertarifregelungen wie den Spartentarifvertrag im &ouml;ffentlichen Nahverkehr. Die beiden Arbeitszeitverk&uuml;rzungstage (AZV-Tage), die in den 80er Jahren erk&auml;mpft wurden, wurden von der ver.di-F&uuml;hrung am Verhandlungstisch bei den Tarifverhandlungen der letzten Jahre wieder verschachert. <br \/>  Als den BeamtInnen beim Bund und den L&auml;ndern die Arbeitszeit auf bis zu 42 Stunden in der Woche erh&ouml;ht und gleichzeitig auch noch Weihnachts- und Urlaubsgeld gek&uuml;rzt beziehungsweise gestrichen wurde, organisierte ver.di keinen ernsthaften Widerstand. Als Bund und L&auml;nder im Sommer 2003 f&uuml;r die ArbeiterInnen und Angestellten die Tarifvertr&auml;ge f&uuml;r Weihnachts- und Urlaubsgeld k&uuml;ndigte, gab es nicht mal die Spur von Protest. Dass Neueingestellte inzwischen schon keinen Anspruch mehr auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld haben, ist den Spitzenfunktion&auml;ren offensichtlich egal. <br \/>  In der ersten Reaktion der ver.di-F&uuml;hrung auf die K&uuml;ndigung der Tarifvertr&auml;ge zur Arbeitszeit durch die L&auml;nder, gab es keinerlei Ank&uuml;ndigung von Kampfma&szlig;nahmen. Dabei dr&auml;ngt die Zeit. Bereits ab Mai haben Neueingestellte bei den L&auml;ndern keinen tariflichen Schutz mehr f&uuml;r die 38,5-Stunden-Woche. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">&#x84;Prozessvereinbarung&#x93;<\/span><br style=\"font-weight: bold;\"> <br \/>  Wenn es nach der ver.di-F&uuml;hrung geht, gibt es dar&uuml;berhinaus dieses Jahr f&uuml;r die Besch&auml;ftigten im &ouml;ffentlichen Dienst den gr&ouml;&szlig;ten Ausverkauf in der Nachkriegsgeschichte mit verheerenden materiellen Folgen f&uuml;r die KollegInnen. Anstatt endlich eine bundesweit einheitliche Tarifbewegung gegen Tarifflucht, Lohnraub und Arbeitszeitverl&auml;ngerung zu f&uuml;hren, verhandelt ver.di &uuml;ber eine Modernisierung des Tarifrechts im &ouml;ffentlichen Dienst (&#x84;Prozessvereinbarung&#x93;) und bietet den Arbeitgebern weitgehende Zugest&auml;ndnisse an: Wegfall von Zeit-, Alters- und Bew&auml;hrungsaufstieg, Wegfall von familienbezogenen Zuschl&auml;gen, K&uuml;rzung von Weihnachts- und Urlaubsgeld, Arbeitszeitflexibilisierung und leistungsabh&auml;ngige Bezahlung. Am Ende k&ouml;nnte der gr&ouml;&szlig;te Fl&auml;chentarifvertrag der BRD zerschlagen sein und Hunderttausende aus ver.di austreten. Das muss durch Druck von unten und das massive Einfordern von Kampfma&szlig;nahmen bis hin zu einem bundesweiten Vollstreik im &ouml;ffentlichen Dienst verhindert werden.<br \/>  Das Netzwerk f&uuml;r eine k&auml;mpferische und demokratische ver.di will bei seinem bundesweiten Treffen am 24. April die Diskussion dar&uuml;ber f&uuml;hren.<br \/>  <br style=\"font-style: italic;\"> <span style=\"font-style: italic;\">von Ursel Beck, Stuttgart<\/span> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der K&uuml;ndigung der Tarifvertr&auml;ge durch die L&auml;nder ist eine Antwort von ver.di n&ouml;tig: Streik<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[15],"tags":[159],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10833"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10833"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10833\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10833"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10833"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10833"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}