{"id":10831,"date":"2004-03-27T14:14:52","date_gmt":"2004-03-27T13:14:52","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=10831"},"modified":"2012-06-24T15:22:49","modified_gmt":"2012-06-24T13:22:49","slug":"10831","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2004\/03\/10831\/","title":{"rendered":"Irak &#x96; ein Jahr danach"},"content":{"rendered":"<p>Stellungnahme des CWI<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nMit dem 20. M&auml;rz ist es genau ein Jahr seit dem imperialistischen Angriff der USA auf den Irak. Trotz des Falls des verhassten Diktator Saddam Hussein hat sich die Lebensqualit&auml;t der irakischen Bev&ouml;lkerung dramatisch verschlechtert. Chaos, Armut und Arbeitslosigkeit herrschen im Land. Die soziale Infrastruktur liegt in Tr&uuml;mmern, ohne Aussichten auf tats&auml;chliche Verbesserung. Bef&uuml;rchtungen dass ethnische und religi&ouml;se Konflikte aufbrechen k&ouml;nnten, die sogar zu b&uuml;rgerkriegs&auml;hnlichen Situationen f&uuml;hren k&ouml;nnten werden immer realistischer. <br \/>  Die weltweiten Nachwirkungen des Irakkrieges halten weiter an. Vergangene Woche wurde Spanien von einem politischen Erdbeben erfasst. Die konservative PP Regierung musste f&uuml;r ihren zynischen Versuch die Bombenanschl&auml;ge in Madrid f&uuml;r ihren Wahlkampf zu missbrauchen schwer bezahlen &#x96; sie hatte versucht der baskischen Seperatistengruppe ETA die Schuld an den Anschl&auml;gen in die Schuhe zu schieben, w&auml;hrend alle Zeichen bereits auf einen islamistischen Terroranschlag hindeuteten. Die spanische ArbeiterInnenklasse reagierte indem sie die PP aus dem Amt w&auml;hlte. Das CWI bereitet ein Statement vor das auf die Ereignisse in Spanien und deren Auswirkungen auf die weltweite Situation eingeht. <br \/>  Wichtig ist vor allem festzuhalten, dass die politische Massenbewegung die Aznars PP Regierung aus dem Amt hievte einen gewaltigen Schlag f&uuml;r Bush, Blair, Berlusconi und alle anderen Pro-Kriegs-Regierungen sowie die Pl&auml;ne und Ziele des Imperialismus im Nahen Osten bedeutet. Der Wahlsieg der PSOE ersch&uuml;tterte viele Regierungen in der gesamten Welt, besonders aber jene, die am engsten mit Krieg und Imperialismus verbunden sind. Die PSOE erreichte 42 % der Stimmen, die PP 38 %. Im Vergleich zu den letzten Wahlen des Jahres 2000 hatte die PSOE zus&auml;tzliche 2,8 Millionen Stimmen mobilisieren k&ouml;nnen, darunter auch viele Jugendliche. Dieses au&szlig;erordentliche Wahlergebnis zeigt das Ausma&szlig; der Wut der Spanischen Bev&ouml;lkerung &uuml;ber den Irakkrieg und die damit verbundenen Propagandal&uuml;gen. <br \/>  Das Versprechen des neuen Spanischen Premierminister die Spanischen Truppen aus dem Irak abzuziehen, solange die UNI nicht das Kommando im Irak &uuml;bernimmt stellt f&uuml;r Bush ein ernsthaftes Problem dar. Milit&auml;risch gesehen sind die Spanischen Kr&auml;fte zwar zahlenm&auml;&szlig;ig klein. Aus politischer Sicht aber bringt die neue Position der neuen Spanischen Regierung einigen Sprengstoff. Sie untergr&auml;bt die &#x84;Berechtigtheit&#x93; des Irakkriegs und der Besetzung noch tiefer und droht die &#x84;Koalition&#x93; im Irak aufzul&ouml;sen. Welches Land wird nach Spanien das n&auml;chste sein, dass seine Truppen aus dem Irak abzieht? <br \/>  Das Ergebnis von Chaos und Not im Irak sind Wut und st&auml;rker werdende Rufe nach einem Ende der imperialistischen Besatzung, besonders in den Sunnitisch dominierten Gebieten. Aber auch im schiitischen S&uuml;den herrscht zunehmend das Gef&uuml;hl dass der britische und US Imperialismus verantwortlich f&uuml;r die Situation im Irak sind und die Besatzung ein Ende finden muss. <br \/>  Asmaa Ubeid aus Bagdad spricht mit folgendem Statement Millionen IrakerInnen aus der Seele: &#x84;Ich habe nicht vergessen, dass es viele schlechte Dinge im alten Regime gab und dass dieses viele Verbrechen begangen hat. Aber diese Menschen kamen und diese Situation zu ver&auml;ndern! Bis jetzt haben sie sich nicht als nur einen Deut besser als Saddam Hussein herausgestellt. Wir leben unter denselben Bedingungen und denselben Belastungen.&#x93;(Observer, London, 7.M&auml;rz 2004) <br \/>  Imperialistische Kriege haben immer zu Gr&auml;ueltaten gef&uuml;hrt. Oft aber ist es ein bestimmtes Blutbad, das mehr als andere f&uuml;r den Horror eines bestimmten Konflikt steht. Im Vietnam Krieg war das Massaker in My Lai im M&auml;rz 1968. Bei der Invasion des Libanon durch Israel war es das Niedermetzeln von Tausenden Pal&auml;stinenser durch die faschistische Christlichen Phalange Milizen in Sabra und den Fl&uuml;chtlingscamps 1982. Im Irak werden das vielleicht die Selbstmordattentate gegen ShiitInnen in Kerbala und Bagdad Anfang M&auml;rz sein. <br \/>  Designed to set Shia against Sunni, this was a monstrous act of violence. Die Anschl&auml;ge waren so geplant, dass die Fl&uuml;chtenden der ersten Explosion bei der zweiten getroffen w&uuml;rden. Quer &uuml;ber den Globus herrschte Ersch&uuml;tterung, dass das letzte Abenteuer des US Imperialismus, das unter der Flagge von Frieden und Demokratie durchgef&uuml;hrt worden war, zu solch einem Blutbad f&uuml;hren konnten. <br \/>  Ereignisse wie die Bombenanschl&auml;ge in Madrid und die Massaker in Ashoura sind der Hintergrund vor dem die Massendemonstrationen von AntikriegsaktivistInnen, GewerkschafterInnen, und Sozialistinnen in aller Welt am 20. M&auml;rz gegen Irakkrieg, Besatzung und Imperialismus stattfinden. Sie st&auml;rken den brennenden Wunsch nach einem Ende f&uuml;r Chaos und Gewalt im Irak. Vor dem Hintergrund einer zunehmend instabilen und gewaltdominierten Welt &#x96; Ergebnis von kapitalistischer Ausbeutung und Globalisierung &#x96; sind Millionen von ArbeiterInnen und Jugendlichen in den letzten 13 Monaten aktiv gegen Imperialismus, Krieg und Terror eingetreten. <\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"margin-bottom: 0cm;\">\n<p lang=\"de-DE\" style=\"margin-bottom: 0cm; font-weight: bold;\">Bush und Blair in Zwickm&uuml;hle<\/p>\n<p style=\"margin-top: 0.18cm; margin-bottom: 0.18cm;\">\n<p style=\"margin-top: 0.18cm; margin-bottom: 0.18cm;\">Die Bewegung gegen Krieg und Besetzung des Iraks, die ja nur die Spitze eines Eisberges von Unzufriedenheit mit der sozialen Situation bildet, wie auch die allgemeine Emp&ouml;rung &uuml;ber die L&uuml;gen der britischen und US Regierung zur Rechtfertigung der Invasion, haben den Ton von Bush und Blair seit dem &#x84;Sieg&#x93; im Irak und der Ank&uuml;ndigung eines &#x84;Endes der Feindseligkeiten&#x93; erheblich ver&auml;ndert.<br \/>  Die Wahlniederlage der Aznar Regierung, die ja dieselben Vorw&auml;nde f&uuml;r ihre Unterst&uuml;tzung des Irakkriegs ben&uuml;tzten und dann unverhohlen und bewusst L&uuml;gen &uuml;ber die Bombenattentate in Madrid verbreiteten, wird einen bleibenden Eindruck auf die Strategen von Washington und London haben. Wenn die spanische ArbeiterInnenklasse die PP f&uuml;r ihre Kriegsunterst&uuml;tzung und ihre L&uuml;gen abw&auml;hlte, kann ihnen nicht ein &auml;hnliches Schicksal wiederfahren?<br \/>  Sowohl Bush als auch Blair bem&uuml;hen sich verzweifelt um eine &#x84;Macht&uuml;bergabe&#x93; an eine neue irakischen Regierung. Beide haben mit gro&szlig;en Schwierigkeiten zu k&auml;mpfen ihre Linie aufrecht zu erhalten. Hinter den Kulissen setzen sie andere Regierungen und die UNO unter Druck sich am &#x84;Wiederaufbau&#x93; des Iraks zu beteiligen um dem Imperialismus ein Deckm&auml;ntelchen zu verschaffen. Aber jeder &#x84;Fortschritt&#x93; der Besatzer, die immer als &#x84;gro&szlig;er Sieg&#x93; dargestellt werden, wendet sich binnen Tagen, wenn nicht Stunden, ins Gegenteil.<br \/>  Das j&uuml;ngste Beispiel war die Ank&uuml;ndigung &uuml;ber die Zustimmung zum Gesetz f&uuml;r die &Uuml;bergangsverwaltung, praktisch eine Zwischen-Verfassung, durch den Handlanger der USA, den Irakischen Verwaltungsrat (IGC) am 1 M&auml;rz. Das wird die Basis sein, auf der Irak regiert wird, bis nach geplant Wahlen sp&auml;ter in diesem Jahr oder Anfang n&auml;chsten Jahres, eine endg&uuml;ltige Verfassung verabschiedet wird. Zweifellos, die Ank&uuml;ndigung bez&uuml;glich der neuen &#x84;&Uuml;bergangsverfassung&#x93; war zeitlich bewusst auf knapp vor die Feierlichkeiten anl&auml;sslich des Ashoura-Tag-Gedenken gelegt um die Aufmerksamkeit von einer beeindruckenden Demonstration von St&auml;rke der ShiitInnen im Irak abzulenken. Der Jubel von VertreterInnen der amerikanisch gef&uuml;hrten &Uuml;bergangsverwaltung im Irak (CPA) wurde rasch durch das Massaker von Ashoura ausgel&ouml;scht.<br \/>  Trotz der Behauptungen, dass die Zustimmung einen gro&szlig;en Schritt vorw&auml;rts in Richtung &#x84;irakischer Selbstverwaltung&#x93; darstellen w&uuml;rde, zeigt sich sogar bei einem fl&uuml;chtigen Blick, dass das neue Gesetz versucht, die massiven Widerspr&uuml;chen zwischen den Parteien des IGC, die verschiedene ethnische und religi&ouml;se Teile der irakischen Bev&ouml;lkerung repr&auml;sentieren, zuzudecken. &#8222;Sie haben alle gr&ouml;&szlig;eren Fragen auf ein sp&auml;teres Datum verschoben, wenn man annimmt, das die US dann nicht mehr Ringrichter sein wird&#8220;, erkl&auml;rte ein irakischer Experte als Reaktion auf das &Uuml;bereinkommen (Guardian, London, 9.3.04). Diese Widerspr&uuml;che werden in den n&auml;chsten Monaten an der politischen Oberfl&auml;che aufbrechen.<br \/>  Die CPA-Beamten sind sich der Widerspr&uuml;che durchaus bewusst. &Ouml;ffentlich k&ouml;nnen sie ihre Handlungen als Zeichen ihrer F&auml;higkeit darstellen, Kompromisse zu erarbeiten und alle &#8222;an Bord&#8220; zu bringen. Aber, wenn die Macht erst einmal &uuml;bergeben wird, beabsichtigt der US Imperialismus das widerspr&uuml;chliche Gleichgewicht, dass die &Uuml;bergangsverfassung darstellt, zu nutzen als einen Weg, um seinen Willen aufzuzwingen.<br \/>  Es gibt bereits Pl&auml;ne, eine neue US Botschaft im Hauptquartier der CPA einzurichten. Diese Botschaft wird 160 Besch&auml;ftigte haben und damit die gr&ouml;&szlig;te diplomatische Vertretung der USA weltweit sein. Zweifellos beabsichtigt der US Imperialismus, diese Botschaft als Koordinationszentrum f&uuml;r ihre direktere Kontrolle des Mittleren Ostens und seiner &Ouml;lvorr&auml;te zu nutzen.<br \/>  Paul Bremer, Kopf der CPA, sah sich den vehementen Forderungen von schiitischen Gruppen f&uuml;r einen islamischen zentralisierten Staat und kurdischen Forderungen f&uuml;r erweiterte Autonomie und einen weltlichen Staat gegen&uuml;ber. Zweifellos haben US-VertreterInnen enormen Druck und Drohungen eingesetzt, um sicherzustellen, das ein Ergebnis erzielt wurde. Dies ist weil, wenn es nach der Bush-Administration geht, der 30. Juni als Datum &#8222;in Stein gemei&szlig;elt&#8220; ist; im beginnenden US-Pr&auml;sidentschaftswahlkampf ist es lebenswichtig, zumindest die Fiktion von Fortschritten in bezug auf den Irak pr&auml;sentieren zu k&ouml;nnen. Sogar die Leiter des CPA sind durch die ganze Angelegenheit gr&uuml;ndlich entmutigt worden. Ein CPA Beamter erkl&auml;rte: &#8222;Bremer m&ouml;chte um jeden Preis, dass es besser wird.&#8220; (The Times, London, 25.2.04).<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\"><\/span><span style=\"font-weight: bold;\">Zugest&auml;ndnisse<\/span><br \/>  <span style=\"font-weight: bold;\"><\/span><br \/>  <span style=\"font-weight: bold;\"><\/span>Kurdische Gruppen im IGC haben sich w&auml;hrend der Verhandlungen massiv daf&uuml;r eingesetzt, das Ausma&szlig; der Autonomie, die sie im n&ouml;rdlichen Irak seit Implementierung der von der UNO angeregten Flugverbotszone seit dem ersten Golfkrieg, gehabt haben. Sie forderten ein autonomes kurdisches mit voller Kontrolle &uuml;ber seine Ressourcen, einschlie&szlig;lich der &ouml;lreichen aber ethnisch mannigfaltigen Stadt Kirkuk. Das h&auml;tte den massiven &Ouml;lreichtum von Kirkuk in die H&auml;nde der kurdischen politischen Elite gelegt, etwas, das von allen politischen Parteien, die andere ethnische und religi&ouml;se Gruppen in Irak repr&auml;sentieren, abgelehnt wird. Schiitische Gruppen forderten dass die Struktur des Irak bei den achtzehn &#x84;governates&#x93; bleiben sollte, die seit der Zeit der britischen Besatzung des Landes nach dem Ersten Weltkrieg existiert haben.<br \/>  Letztlich sah der Kompromiss, der vom CPA vorgeschlagen wurde, so aus, dass die &#x84;governates&#x93; bleiben w&uuml;rden, aber dass jeweils drei beliebige davon das Recht haben, sich in einer selbstverwalteten Einheit zusammen zu schlie&szlig;en. Bremer machte noch ein weiteres Zugest&auml;ndnis in Anerkennung der bewaffneten Unterst&uuml;tzung, die von kurdischen K&auml;mpferInnen w&auml;hrend der Invasion gegeben worden war. Er erlaubte den zwei kurdischen Parteien (der Patriotischen Union Kurdistans (PUK) und der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP)) ihre bewaffnete Miliz, die Peshmerga, als Teil der Irakischen Nationalen Sicherheitskr&auml;fte die nur dem Namen nach unter der Kontrolle der zentralen Regierung in Bagdad stehen, zu behalten. Aber, angesichts dieser Zugest&auml;ndnis, wird es schwierig f&uuml;r Bremer sein, die Entwaffnen der schiitischen Milizen durchzuf&uuml;hren sein, wie er neulich gefordert hatte.<br \/>  Aber der US Imperialismus blockierte jeden Versuch, Kirkuk und die umliegenden &Ouml;lfelder in der Neuaufteilung der kurdischen Verwaltung zuzurechnen. Dies h&auml;tte zu heftigen Reaktionen von Seiten des t&uuml;rkischen Milit&auml;rs gef&uuml;hrt, das erst j&uuml;ngst gedroht hatte, im Irak einzudringen, wenn es irgendwelche Schritte Richtung Unabh&auml;ngigkeit g&auml;be &#8211; aus Furcht vor separatistischen Tendenzen innerhalb der kurdischen Bev&ouml;lkerung in der T&uuml;rkei. Die &#x84;Karotte&#x93;, die den kurdischen Parteien als Entsch&auml;digung vor die Nase geh&auml;ngt wurde, war die Erlaubnis, das jede &#x84;Selbstverwaltungs-&#x93;Einheit unabh&auml;ngig, Geld von ausl&auml;ndischen Sponsoren, wie Banken und NGO&#x93;s, einheben darf.<br \/>  Die kurdischen Parteien zu beschwichtigen war nicht das einzige Problem dem sich die CPA gegen&uuml;ber sieht. Shiitische Vertreter, insbesondere jene vom Obersten Rat f&uuml;r die islamische Revolution im Irak, und ihr geistiger F&uuml;hrer, Gro&szlig;ajatollah Ali al-Sistani, fordern einen zentralisierteren Staat in welchem die islamische Sharia die wesentliche Basis f&uuml;r alle Gesetze sein solle. Verhandlungen &uuml;ber die Sharia und ihre Verbindung zu den neuen irakischen Gesetzen nahm ein Viertel der gesamten Verhandlungen ein.<br \/>  Die &Uuml;bergangsverfassung legt fest, dass die Religion des Landes der Islam ist und das die Sharia eine der Quellen, auf denen Gesetz gegr&uuml;ndet sind, sein wird &#8211; im Gegensatz zur &#8222;fundamentalen Quelle&#8220; die schiitischen Gruppen gefordert hatten. In einem weiteren Zugest&auml;ndnis an die schiitischen Parteien wurde in der &Uuml;bereinkunft festgehalten, das keine neuen Gesetze verabschiedet w&uuml;rden, welche im Widerspruch zum Islam stehen. Als Kompromiss f&uuml;r weltliche Parteien, bei gleichzeitiger sowie Anerkennung der Sharia, wird ein neues Menschenrechtsgesetz verk&uuml;ndet, das neben der &Uuml;bergangsverfassung gelten soll. Die Tatsache dass ein Menschenrechtsgesetz mit einigen konservativeren Auslegungen islamische Gesetze in Widerspruch stehen wird, wurde von allen Anwesenden ignoriert.<br \/>  Sogar die Vereinigten Nationen traten gegen die US Pl&auml;ne auf die vorsahen, dass regionale Vorversammlungen eine Versammlung ausw&auml;hlen sollten, um eine nationale &Uuml;bergangsregierung zu w&auml;hlen. Jetzt plant das US State Department entweder die Mitgliedschaft des IGC auszudehnen oder eine nationale Versammlung aus 200 &#x84;anerkannten&#x93; Individuen zu organisieren, die eine neue Regierung nominieren. Beides ist eine Farce von Demokratie und wird den US Imperialismus beinhalten, der eine neue Regierung f&uuml;r den Irak ausw&auml;hlt.<br \/>  Trotz der Behauptung der CPA, sie wolle einen demokratischen Irak, in dem die Rechte der Frauen respektierte werden, machten sie einen R&uuml;ckzieher bez&uuml;glich der Forderung das 40% der Sitze in einer k&uuml;nftigen Nationalversammlung f&uuml;r Frauen reserviert werden sollten. Beim Kuhhandel hinter verschlossenen T&uuml;ren reduzierten diese Zahl auf 25%. Wie Nesreen Berwari, Ministerin f&uuml;r Verwaltung und &Ouml;ffentliche Arbeit in der GC, ironisch &auml;u&szlig;erte: &#8222;Paul Bremer glaubt, dass die Rolle von Frauen im Irak eine irakische Frage ist. Er m&ouml;chte sich nicht einmischen&#8220;. (Financial Times, 27.03.04)<br \/>  Aber es waren jene Klauseln im neuen Gesetz, die die Annahme einer neuen Verfassung nach Wahlen regeln, die seit der formeller Zustimmung die gr&ouml;&szlig;te Unzufriedenheit verursacht haben. Eine Zeremonie bei der die &Uuml;bergangsverfassung offiziell unterschrieben werden sollte, musste verschob werden, weil f&uuml;nf schiitische Mitglieder des IGC es anfangs ablehnten, zu unterschreiben, obwohl sie dem Gesetz nur wenige Tage zuvor zugestimmt hatten.<br \/>  Das neue Gesetz legt fest, dass eine neue Verfassung durch Volksentscheid ratifiziert werden muss. Aber schiitische Mitglieder erhoben im nachhinein Einw&auml;nde gegen jene Klauseln, die festlegen, dass, wenn drei beliebige governates die Verfassung durch eine Zweidrittel-Mehrheit ablehnen, dann die Verfassung blockiert w&auml;re. Dies f&uuml;hrte zu Beschwerden das kurdische oder sunnitische IrakerInnen eine Mehrheits-Entscheidung wirksam blockieren k&ouml;nnten.<br \/>  Trotzdem war es klar, dass die &Uuml;bergangsverfassung unterschrieben werden w&uuml;rde. Ein Scheitern war in dieser sp&auml;ten Phase nicht mehr m&ouml;glich, weil alle beteiligten Parteien zu viel zu verlieren hatten; die Folge w&auml;re eine ernste politische Krise im Irak, den USA und Britannien, weil der Terminplan f&uuml;r die &Uuml;bergabe der Macht von der CPA an eine neue irakische Regierung in Frage gesetzt w&uuml;rde.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Politische Neuordnung<\/span><\/p>\n<p>  Die Auseinandersetzungen &uuml;ber die &Uuml;bergangsverfassung zeigt die politische Neuordnung, die beginnt, Gestalt anzunehmen. Viele KommentatorInnen glauben, dass es im Zuge dieses Prozess erstmals in der irakischen Geschichte zu einer Regierung mit schiitischer Mehrheit kommen wird. Chalabi, korrupt und eine der zentralen Figuren im Irakischen Nationalkongress im Exil, und auch der Lieblingssohn des Pentagon, war einer von jenen, die es ablehnten, an der Zeremonie zum Unterschreiben der &Uuml;bergangsverfassung teilzunehmen. In den letzten Wochen hat sich Chalabi an Sistani angen&auml;hert &#8211; er unterst&uuml;tzte ihn in Fragen in Bezug auf die Verfassung, wie auch bei der Forderung nach direkten Wahlen um die Regierung zu w&auml;hlen f&uuml;r die Zeit nach der &#x84;&Uuml;bergabe&#x93; durch die USA im Juli. Dies geht Hand-in-Hand mit einer allgemeinen Umwerbung von schiitischen Parteien durch CPA und IGC. Zum Beispiel wurden im Vorfeld zu den Gedenkfeierlichkeiten des Ashoura Festes auf offiziellen Geb&auml;uden schwarze Fahnen gehisst &#8211; etwas, was nie vorher in Iraks Geschichte geschehen ist.<br \/>  Das spiegelt die opportunistische Anerkennung des politischen Gewichtes, das einige schiitische Parteien im Irak haben m&ouml;gen durch die Besatzungskr&auml;fte wieder. Best&auml;rkt durch diese Aufmerksamkeit von Seiten der imperialistischen Besatzer haben die schiitischen Anf&uuml;hrer auf eine vorsichtige taktische Herangehensweise in Bezug auf die &Uuml;bergangsverfassung und auf die Teilnahme im IGC gesetzt. W&auml;hrend Parteien wie SCIRI und Individuen wie al-Sistani mit ihrer scharfen anti-USA Rhetorik fortfahren, sind sie vorsichtig um das Ausma&szlig; der &ouml;ffentlichen Proteste zu begrenzen. Die wichtigsten schiitischen Parteien haben ihre Augenmerk auf die Macht und das Prestige und den Reichtum, der damit verbunden ist, gelegt. Oberfl&auml;chlich machten Parteien wie SCIRI wichtige Zugest&auml;ndnisse w&auml;hrend der Verhandlungen. Aber die Anf&uuml;hrer dieser Parteien sind davon &uuml;berzeugt, dass sie in jeder Regierung, die nach Wahlen sp&auml;ter im Jahr gebildet wird, die Mehrheit stellen werden. Als solche meinen sie, das sie in der Nachwahl-Periode jede Entscheidungen oder jedes Zugest&auml;ndnis, das jetzt w&auml;hrend der Formulierung der Verfassung gemacht wurde, f&uuml;r ung&uuml;ltige erkl&auml;ren k&ouml;nnen.<br \/>  Abgesehen von k&uuml;nftigen m&ouml;glichen Positionen in einer von den US gest&uuml;tzten Regierung, haben die meisten der Anf&uuml;hrer der schiitisch Parteien und der Kleriker viel unmittelbarere Gr&uuml;nde f&uuml;r ihr Verbleiben innerhalb des politischen Prozesses. Einer ist finanziell. Zur Zeit fliest alle Geldmittel, die in Iraks heiligen Schreinen gesammelt werden, in die Taschen der Mullahs. Al-Sistani hat einen fatwa erlassen, die ihnen erlaubt die kuhms einzuheben (eine Steuer von 20% des Einkommens, die alle SchiitInnen ihren religi&ouml;sen F&uuml;hrern geben sollten). Der Sturz von Hussein hat es Gro&szlig;unternehmen erlaubt rund um die Pilgerfahrten und den damit verbundenem Handel, auf zu bl&uuml;hen. In Kerbala werden 300 Hotels gebaut, um den gewaltigen Zustrom von schiitischen Pilgern unterzubringen. Als Folge haben sich die Grundst&uuml;ckspreise verzehnfacht.<br \/>  Aber &#x84;radikalere&#x93; Vertreter, wie die Anh&auml;nger von Muqtada al-Sadr, ein schiitischer Kleriker dessen Vater von Saddams Regime get&ouml;tet worden war, sind von diesen profitablen Unternehmen ausgeschlossen. Al-Sadr hat die IGC und die schiitischen Parteien, die daran teilnehmen, verspottet. Er ist am eifrigsten in seinen Angriffen gegen die Besetzung durch den US-Imperialismus und seine Unf&auml;higkeit etwas zu l&ouml;sen. Seine Propaganda zielt darauf ab, v.a. Unterst&uuml;tzung unter den am meisten verarmten Teilen der schiitischen Bev&ouml;lkerung in den St&auml;dten zu gewinnen. Al-Sadr greift die Anf&uuml;hrer von Parteien wie SCIRI an, die den Irak w&auml;hrend Husseins Gewaltherrschaft verlassen hatten und die Unternehmensinteressen der schiitischen Elite, die aus dem Iran stammt, repr&auml;sentieren. Trotz seiner radikalen Rhetorik, steht Al-Sadr aber f&uuml;r die reaktion&auml;ren Ideen des politischen Islam. W&auml;hrend Al-Sadr bisher noch keine Massenunterst&uuml;tzung aufgebaut hat, ist es doch wahrscheinlich, dass seine Bewegung an Popularit&auml;t gewinnen wird, wenn, was zweifellos kommen wird, die Illusionen vieler IrakerInnen in jene schiitischen Parteien, die eher dem Establishment entsprechen, zerschlagen werden.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Politischer Aufruhr<\/span><\/p>\n<p>  Mit der Aussicht von politischerem Aufruhr nach der &#x84;&Uuml;bergabe&#x93; haben Beamte der CPA die steigende &Ouml;l-Produktion im Irak angepriesen. US-VertreterInnen behaupten, dass die gegenw&auml;rtige &Ouml;l-Produktion von 2.5 Million Barrel pro Tag knapp unter jenem Wert liegt, der vor Kriegsbeginn gef&ouml;rdert wurde. Allerdings haben die meisten irakischen ArbeiterInnen und Jugendlichen nichts von den Gewinnen aus dem &Ouml;lverkauf gesehen. Das verdiente Geld wird dazu verwendet, um das st&auml;ndig gr&ouml;&szlig;er werdende schwarze Loch aus den vom ICG geforderten Bedarf, dem Wideraufbau (d.h. &uuml;berteuerte Zahlungen an us-amerikanische Multinationale wie Halliburton, der enge Verbindungen zur US-Verwaltung hat) und Reparationszahlungen f&uuml;r den ersten Golf-Krieg zu f&uuml;llen.<br \/>  VertreterInnen der IGC haben sich bitterlich dar&uuml;ber beklagt, dass sie nichts von den 33 Milliarden Dollargesehen haben, die auf der Geberkonferenz in Madrid im Oktober letzten Jahres von westlichen Geldgebern versprochen worden waren. Au&szlig;erdem liegt dieser Betrag weit unter jenen 54 Milliarden Dollar, die gem&auml;&szlig; der Sch&auml;tzungen der konservativsten AnalystInnen erforderlich sind. Als Notfall-Ma&szlig;nahme stimmte die Weltbank unl&auml;ngst bei einem &#x84;Geber&#x93;-Treffen in Dubai zu, 500 Millionen Dollar als Notfallhilfe auszuzahlen. Allerdings waren die Weltbankbeamten untypisch unverbl&uuml;mt bez&uuml;glich ihrer &Auml;ngste dar&uuml;ber wo das Geld enden k&ouml;nnte. &#8222;Wir reden &uuml;ber sehr gro&szlig;e Summen von Geld. Es gibt eine riesige Gefahr, dass diese Summen falsch verrechnet oder vergeudet wird oder in undurchsichtiger Weise verwaltet wird&#x93;, erkl&auml;rt John Speakman, ein Seniorsprecher der Bank. Eine solche Offenheit kann vielleicht zum Teil damit erkl&auml;rt werden, dass Chalabi der Finanzminister der IGC ist. Die jordanische Regierung hat immer noch eine g&uuml;ltige Verurteilung gegen Chalabi wegen der Unterschlagung von 300 Millionen Dollar von einer der wichtigsten Banken des Landes.<br \/>  Der Wiederaufbau eines Landes, dessen Infrastruktur durch &uuml;ber zehn Jahre w&auml;hrende habgierige UNO-Sanktionen sowie eine brutale Invasion durch die milit&auml;rische Supermacht der Welt verw&uuml;stet worden ist, w&auml;re schwierig genug &#x96; aber die Anstrengungen des US-Imperialismus werden durch den wachsend Aufruhr im Irak st&auml;ndig behindert. In j&uuml;ngster Zeit wurden Angriffe gegen sogenannt &#x84;weichere Ziele&#x93; gelenkt. Dies schlie&szlig;t neue Rekruten zur neuen irakischen Polizei und zur Nationalgarde ein. Einer der Hauptgr&uuml;nde daf&uuml;r ist, dass viele der Besatzungskr&auml;fte, besonders innerhalb der zentralen sunnitischen Region des Landes, sich in schwer befestigt Basen innerhalb von kleineren und gr&ouml;&szlig;eren St&auml;dte zur&uuml;ckgezogen haben und sich nur herauswagen, wenn es unbedingt notwendig ist und auch dann nur schwer bewaffnet.<br \/>  Zur Zeit findet eine massive Umgruppierung der US-Trupps statt. 130.000 M&auml;nner und Frauen des bewaffneten Personals der USA verlassen den Irak nach einem Jahr Dienst und werden durch 105,000 neue ersetzt. Aber &uuml;ber 50% von diesen werden aus der US-Nationalgarde kommen &#x96; ein Teil der US-Armee der eigentlich Teilzeit ist. Diese SoldatInnen haben weit weniger Kampferfahrung und viele von ihnen haben Jobs im kommerziellen Sektor verlassen m&uuml;ssen, als sie in den Irak abkommandiert wurden. Ein Rekrutierungsoffizier in den USA hat diese Soldaten neulich als &#x84;Kugel-Magnete&#x93; bezeichnet, wegen ihres Mangels an Erfahrung. Diese Truppenverlagerung, und der Charakter ihres Ersatzes, wird nicht unbemerkt an jenen Kr&auml;ften vorbei gehen, die den Aufruhr im Irak f&uuml;hren. Es ist wahrscheinlich das als ein Ergebnis davon die Angriffe auf US-Truppen in den n&auml;chsten paar Wochen wieder zunehmen werden.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Die Propaganda wird massiv angekurbelt<\/span><br style=\"font-weight: bold;\"> <br \/>  In einem Versuch, die Unterst&uuml;tzung f&uuml;r den Aufstand unter der irakischen Bev&ouml;lkerung zu untergraben, hat der US-Imperialismus eine Propagandawelle gestartet. Es wird versucht, im breiten Bewusstsein den Widerstand in Verbindung mit Al Qa&#x93;eda zu bringen, insbesondere nach dem Massaker vom Ashoura Fest. Diese Propaganda hat zus&auml;tzlich den Vorteil den von den USA gef&uuml;hrten &#8222;Krieg gegen den Terror&#8220; international zu rechtfertigen. US-VertreterInnen vertreten die Auffassung, dass der Bombenangriff die Arbeit von Abu Musab al-Zarqawi, einem Jordanier mit Verbindungen zur Al-Qa&#x93;eda, war. Ihr &#8222;Beweismaterial&#8220; war ein Brief von dem behauptet wird, dass al-Zarqawi ihn an die Al-Qa&#x93;eda F&uuml;hrung geschrieben hat. Er soll in diesem Brief soll er sie um Hilfe ersucht haben dabei, einen sektiererischen Krieg zwischen SchiitInnen und SunnitInnen im Irak anzuzetteln. Die meisten ernsthaften KommentatorInnen der Politik im Nahen und Mittleren Osten betrachten den Brief als eine F&auml;lschung die zum richtigen Zeitpunkt kam.<br \/>  Die Bombenangriffe am Sshoura Tag k&ouml;nnten durchaus das Wert ehemaligen Mitgliedern der Ba&#x93;ath-Partei sein, die den wachsenden Einflu&szlig; der schiitischen Parteien im Irak f&uuml;rchten. Der auf den Mittleren Osten spezialisierte Journalist Robert Fisk hat geschrieben, dass es m&ouml;glich sei, dass Kr&auml;fte, die in Verbindung mit den pro-USA-Parteien und dem Marionettenregime stehen, f&uuml;r die Massaker am Ashoura Fest verantwortlich sind. Auf jeden Fall ist das letzte, was die Bush-Administration zur Zeit braucht, mehr Instabilit&auml;t im Irak. Das bedeutet aber nicht, das der US-Imperialismus nicht zu dieser Art von Taktiken f&auml;hig ist oder sie nicht in der Zukunft benutzen k&ouml;nnte.<br \/>  SozialistInnen verurteilen Angriffe auf unschuldige IrakerInnen, egal ob von imperialistischen Kr&auml;ften oder von islamischen Terroristengruppen. Selbst konservative Sch&auml;tzungen gehen davon aus, dass in den von den USA gef&uuml;hrten Kriegen in Afghanistan und dem Irak 12.000 Menschen ihr Leben verloren haben, die H&auml;lfte von ihnen ZivilistInnen. SozialistInnen verurteilen sowohl staatlichen Terror als auch die wahllosen Angriffe reaktion&auml;rer islamischer Gruppen, einschlie&szlig;lich der schrecklichen Greueltaten gegen Menschen in Madrid, Istanbul, Casablanca und Bali. Die islamischen Fundamentalisten m&ouml;gen einen Kollisionskurs gegen die imperialistischen Kr&auml;ften fahren &#x96; obwohl viele von ihnen in der Vergangenheit w&auml;hrend des &#x84;Kalten Krieges&#x93; vom Imperialismus bewaffnet und finanziert wurden &#8211; aber sie sind g&auml;nzlich reaktion&auml;r. Wenn sie an die Macht k&auml;men w&uuml;rden sie eine gegen die ArbeiterInnenklasse gerichtete Politik und eine fundamentalistische Diktatur aufzwingen.<br \/>  Wer auch immer f&uuml;r das Massaker beim Ashoura Fest verantwortlich war, eine Sache ist klar: die Massaker in Kerbala und Bagdad, war ein weiterer Schlag gegen die gescheiterten Versuche des US- und des britischen Imperialismus, Frieden im Irak zu gewinnen. Statt der versprochenen &#8222;Demokratie&#8220; existiert nur Katastrophe.<br \/>  Viele kriegsbef&uuml;rwortende JournalistInnen haben im Vorfeld zur Invasion des Irak und auch danach, die Argumente von Bush und Blair wiederholt. Sie haben auch die Anti-Kriegs-Bewegung und die Demonstrationen, die stattfanden, verspottet. Trotz des H&ouml;hepunktes von 30 Million, die rund um die Welt am 15 Februar 2003 demonstriert, fand die Invasion durch die USA und Britannien statt. Einige AktivistInnen der Anti-Kriegs-Bewegung stellten die Frage, wenn diese arroganten Regierungen nicht einmal auf den gr&ouml;&szlig;ten Protesttag in der menschlichen Geschichte h&ouml;ren w&uuml;rden, was sie dann stoppen w&uuml;rde.<br \/>  Aber es war nicht nur die Arroganz von Bush und Blair, die ihnen die Ohren vor den &uuml;berw&auml;ltigenden Aufrufe den Marsch in den Krieg zu stoppen, verschloss. Die Invasion des Iraks wurde mit dem Ziel betrieben, die Ressourcen des Irak zu pl&uuml;ndern, insbesondere seinen &Ouml;l-Reichtum, und aus strategischen Gr&uuml;nden. Es sollte auch gut in Bushs &#8222;Krieg gegen den Terror&#8220; Propaganda passen. Die Invasion des Irak war die Umsetzung der &#8222;Erstschl&auml;ge&#8220; &#8211; die neue Politik von einem Teil der herrschenden Klasse in den USA als Folge auf die Anschl&auml;ge des 9\/11. Aber nachdem die Entscheidung in den Krieg zu ziehen einmal gef&auml;llt war und die Truppen in Position waren, w&auml;re eine massive Bewegung notwendig gewesen, inklusive Streiks und Generalstreiks, um Bush und Blair zu einem R&uuml;ckzug zu zwingen. Aber leider &#8211; trotz des verbalen Widerstandes vieler Gewerkschaftsf&uuml;hrerInnen auf der ganzen Welt gegen den Krieg, war die Mehrheit von ihnen unwillig und unf&auml;hig, so eine Bewegung auf zu bauen.<br \/>  Aber es w&auml;re vollkommen falsch, daraus den Schlu&szlig; zu ziehen, dass die Anti-Kriegs-Demonstrationen und Proteste keine Wirkung gehabt h&auml;tten. Sie haben den Verlauf des Krieges beeinflu&szlig;t und haben seither tiefgreifende Auswirkungen auf die Weltpolitik gehabt.<br \/>  Quellen in der US-Army, die ungenannt bleiben wollen, haben erkl&auml;rt, das nach der Invasion die Pl&auml;ne f&uuml;r die &#8222;shock and awe&#8220; Bombardierung, die Bush versprochen hatte, aus Angst vor dem &ouml;ffentlichen Aufschrei der Emp&ouml;rung, der darauf folgen w&uuml;rde, begrenzt werden mu&szlig;te. Blair verzweifelter Versuch, eine zweite UNO-Resolution zu erwirken, die die Invasion authorisieren sollte, steht in direktem Zusammenhang mit dem massenhaften Widerstand gegen den Krieg in Britannien.<br \/>  Die Anti-Kriegs-Proteste haben dazu gef&uuml;hrt, den Widerstand gegen den Krieg herauszukristallisieren und aufzubauen, indem Millionen von Menschen konkret zu zeigen, dass sie in ihrem Widerstand gegen diesen irrsinigen Konflikt nicht allein waren. Aber die Proteste haben Millionen von ArbeiterInnen und Jungendlichen die Zuversicht gegeben, dass es m&ouml;glich und notwendig ist, gegen die Entscheidungen der PolitikerInnen zu protestieren. Es ist eindeutig, dass die Massenbewegung in Spanien gegen den Krieg, wo Meinungsumfragen zeigten, dass 90% und mehr gegen den Irakkrieg waren, den Hintergrund zu dem aufsehenerregenden Wahlergebnissen war, dass die Niederlage der kriegsbef&uuml;rwortenden Volkspartei brachte.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Die Fragestellung ist breiter<\/span><\/p>\n<p>  Andere wichtige Fragen wurden gestellt. International hatte seit vielen Jahren das Gef&uuml;hl existiert, dass PolitikerInnen korrupt sind, L&uuml;gen und von den Problemen der Mehrheit der Menschen, die in der wirklichen Welt leben, v&ouml;llig abgehoben sind. Die Kriegsvorbereitungen best&auml;rkten dieses Wahrnehmung noch. Millionen hatten das Gef&uuml;hl, dass die wirklichen Gr&uuml;nde f&uuml;r den Konflikt nie erkl&auml;rt wurden, und bezweifelten deshalb, ob die Massenvernichtungswaffen eigentlich existierten. Sie wu&szlig;ten, dass Unternehmen im Nahverh&auml;ltnis zu US-PolitikerInnen aus den Leiden der IrakerInnen Profite ziehen w&uuml;rden, indem sie millionschwere Dollarvertr&auml;ge f&uuml;r den Wiederaufbau von Anlagen, die gerade durch den US-Imperialismus zerst&ouml;rt worden waren, an Land zogen. Sie waren w&uuml;tend dar&uuml;ber, dass Regierungen die sagten, dass kein Geld f&uuml;r anst&auml;ndige Pensionen, Schulen oder ein &ouml;ffentlich finanziertes Gesundheitssystem da w&auml;re, Milliarden f&uuml;r eine Orgie der Zerst&ouml;rung ausgaben.<br \/>  So haben der Krieg und die Proteste dagegen dazu gef&uuml;hrt, dass die Anti-Estbalishment-Stimmung weiter vertieft wurde und das weit grunds&auml;tzlichere Fragen bez&uuml;glich der Natur des kapitalistischen Systems, in dem wir leben, aufgeworfen wurden. Das Ergebnis davon ist, dass jetzt jede Entscheidung oder Erkl&auml;rung von Seiten des US- und britischen Imperialismus betreffend den Krieg und die Besatzung automatisch von gro&szlig;en Teilen, wenn nicht der Mehrheit der Bev&ouml;lkerung in den USA und Britannien und in vielen L&auml;ndern auf der Welt, mit Skepsis betrachtet wird.<br \/>  Diese Entwicklung hat die Nachkriegsereignisse weit mehr gepr&auml;gt, als der Triumphalismus von Bush und Blair. Als Ergebnis davon werden der Kaiser (Bush) und seine Assistenten (Blair, Berlusconi) immer h&auml;ufiger mit dem Gesang: &#8222;Sie haben keine Kleider&#8220; empfangen. Und jetzt scheint jeder Tag neue Fragen in Bezug auf den Krieg aufzuwerfen, die drohen den Griff auf die gew&auml;hlten Repr&auml;sentantInnen zu ersch&uuml;ttern. Der Rauswurf von Aznars Partei aus der Regierung in Spanien ist eine eindringliche Warnung an alle kapitalistischen PolitikerInnen: Versuche, den Willen der Mehrheit zu ignorieren &#8211; insbesondere in bezug auf wesentlich und zentrale Fragen &#x96; enden schlie&szlig;lich in einer Katastrophe.<br \/>  In den USA werden, trotz der anf&auml;nglichen Reaktion auf die Angriffe vom 11. September, zunehmend Bushs Krieg und die Besetzung in immer gr&ouml;&szlig;eren Teilen der Mittelschichten und der ArbeiterInnenklasse hinterfragt. Obwohl die Medien rechtsgerichtet sind, hat sich die Wahrheit &uuml;ber die Situation betreffend den Krieg begonnen ihren Weg durch Tausende andere Kan&auml;le zu bannen: SoldatInnen, die Briefe nach Hause schreiben; Das Eingest&auml;ndnis des wachsenden Chaos im Irak; Und der Misserfolg bei der Suche nach Massenvernichtungswaffen. Das alles findet vor dem Hintergrund des j&uuml;ngsten wirtschaftlichen Abschwungs in den USA statt, mit Millionen die ihre Arbeit verlieren, die erleben m&uuml;ssen, wie die staatlichen Sozialausgaben und ihr Lebensstandard gek&uuml;rzt wird. Es sind all diese Faktoren, die zur Zunahme von Unzufriedenheit in den USA beigetragen haben.<br \/>  Infolgedessen hat die Verlautbarung von David Kay (Leiter der von den USA ernannten Internationale Untersuchungsgruppe die aufgestellt wurde um Massenvernichtungswaffen im Irak zu finden) als er vor einem US-Senats-Ausschu&szlig; sagte &#8222;wir waren alle im Unrecht&#8220; betreffend Massenvernichtungswaffen, alle Zweifel und alles Misstrauen gegen die Bush-Administration an die Oberfl&auml;che gebracht. Diese Enth&uuml;llung hatte um so verheerendere Folgen, weil Kay selbst einer der leidenschaftlichsten Anh&auml;ngern der Invasion war (und noch ist), aber darauf besteht, das die Regierung &#8222;die Hosen runterlassen muss&#8220;. Ohne mit der Wimper zu zucken sprach Bush fortan nicht mehr von Massenvernichtungswaffen als Grund f&uuml;r den Krieg und sprach stattdessen &uuml;ber die Existenz von &#8222;Programmen in Verbindung mit Massenvernichtungswaffen&#x93;. Kay war bezeichnend offen in bezug auf die Manipulationen: &#8222;Es geht darum, mit den amerikanischen Menschen in Kontakt zu treten und die Hosen runter zu lassen, und nicht nur darum, in der &#x82;Rede zur Lage der Nation&#x93; einen Satz einzuflechten. Er sollte sagen: &#x84;Wir hatten unrecht und ich bin entschlossen herauszufinden, warum&#8220; (Guardian, 3.3.04). Die New York Times &auml;u&szlig;erten in einem Leitartikel, es bei den Massenvernichtungswaffen um &#x84;ein verbotenes Waffenprogramm geht, das reine Wunschdenken&#8220; sind.<br \/>  Einige kritischere US-KommentatorInnen haben Bush verspottet, er spr&auml;che seit Anfang dieses Jahres noch zusammenhangloser als &uuml;blich. Das grellste Beispiel daf&uuml;r war im Programm von Tim Russert&#x93;s NBC &#x84;Treffen Sie die Presse&#x93; am 8 Februar wo Bush, in einem verwirrten Interview herumfaselte und &auml;u&szlig;erte: &#8222;Ich wei&szlig;, dass ich mich wiederhole&#8220;. Das ist kein Unfall &#8211; die Bush-Administration erkennt, dass sie, was die kommenden Wahlen angeht, in ernsten Schwierigkeit ist und das zeigt die Nervosit&auml;t. Die Ver&auml;nderungen in der Stimmung spiegeln sich in den Meinungsumfragen wieder. In einer CBS-Umfrage, die am 12. Februar 04 ver&ouml;ffentlicht wurde, lag Kerry, der demokratische Kandidat f&uuml;r das Amt des Pr&auml;sidenten, mit 48% vor Bush mit 43%. &Uuml;ber 50% der Befragten meinten, der Krieg im Irak w&auml;re den Preis nicht wert und 57% sagten, dass Behauptungen &uuml;ber Massenvernichtungswaffen &#8222;&uuml;bertrieben worden waren, um Unterst&uuml;tzung f&uuml;r den Krieg auf zu bauen&#8220; (Middle East International, 20.2.04).<br \/>  W&uuml;rde einen Sieg Kerry&#x93;s bei den Pr&auml;sidentschaftswahlen unter den derzeitigen Umst&auml;nden zu einem einseitigen Abzug der US-Streitkr&auml;fte f&uuml;hren, wie manche KommentatorInnen meinen? Das ist sehr unwahrscheinlich. Zweifellos w&uuml;rde ein demokratischer Pr&auml;sident merkbare &Auml;nderung in der Schwerpunktsetzung der Au&szlig;enpolitik setzen, aber es w&auml;ren keine grunds&auml;tzlichen. Eine demokratische Pr&auml;sidentschaft w&uuml;rde danach trachten, einen st&auml;rker multilateralen Ansatz in der US-Au&szlig;enpolitik zu verfolgen, w&uuml;rde versuchen, andere imperialistische M&auml;chte , sowie die Vereinigten Nationen in die Besetzung einzubeziehen. Vom Gesichtspunkt der herrschende Klasse in den USA aus k&ouml;nnte dies n&uuml;tzlich sein um die wahre Natur der US-Besatzung weiter zu verschleiern. Sie w&uuml;rden versuchen, die Besatzung damit zu rechtfertigen, indem sie behaupten, dass die Westm&auml;chte i Irak w&auml;ren, um &#8222;das Durcheinander zu l&ouml;sen&#8220; und um einen B&uuml;rgerkrieg zu verhindern, und nicht wegen der egoistischen Interessen des Imperialismus.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Die Rolle der UNO?<\/span><\/p>\n<p>  Schon jetzt ist die Bush Administration wegen der Unbeliebtheit der Besatzung gezwungen, die UNO um Hilfe aufzurufen bei der Organisation von Wahlen im Irak. Aber nach dem Selbstmordattentat der das UNO-Hauptquartier im Irak a, 20.8.03 gibt es keine Begeisterung von Seiten der UNO, st&auml;rker involviert zu werden. Kofi Annan meinte neulich: &#8222;Die Sicherheit muss verbessert werden, ansonsten riskiere ich eine Wiederholung der Erfahrungen vom 19. August.&#8220; (Times, 25.2.04) Die UNO w&uuml;rde im Irak keine progressive Rolle spielen. Die UNO ist ein Organisation, die von den gro&szlig;en Nationalstaaten dominiert wird, deren Regierungen ihrerseits von ihren nationalen herrschenden Klassen dominiert werden. F&uuml;r &uuml;ber einem Jahrzehnt lang war die UNO verantwortlich f&uuml;r Sanktionen gegen den Irak, die zum Toden von gesch&auml;tzterma&szlig;en einer Million Menschen f&uuml;hrte. Die UNO herrscht in Gegenden wie Bosnien und Afghanistan in eine selbstherrlichen Art und f&uuml;hrt kapitalistische Politik durch.<br \/>  Ein Demokrat im Wei&szlig;en Haus w&uuml;rde auch in einer Art agieren, um im Interessen des US-Imperialismus international zu verteidigen. Auch wenn es eine Abkehr von der &#x84;Erstschlags-&#x84; Politik g&auml;be, so k&ouml;nnen doch Milit&auml;raktionen in anderen L&auml;ndern, auch wenn als &#x84;letzte Ma&szlig;nahme&#x93; nicht ausgeschlossen werden, wenn wesentliche politische, wirtschaftliche oder milit&auml;rische Interessen der US bedroht w&uuml;rde. Unter der Pr&auml;sidentschaft von Clinton wurde Krieg gegen Serbien gef&uuml;hrt und Rakete gegen vermutete islamische terroristische Ziele, wie die &#8222;Terroristen-Basis&#8220; im Sudan, die, wie sich herausstellte, eine pharmazeutische Fabrik war, gef&uuml;hrt.<br \/>  Bemerkungen von f&uuml;hrenden DemokratInnen bez&uuml;glich einer anderen offenen Wunde im Mittleren Osten, dem israelisch-pal&auml;stinensischem Konflikt, sollten mit Hoffnungen, das ein Pr&auml;sident Kerry irgendwie fortschrittlicher w&auml;re, als der jetzige Pr&auml;sidium w&auml;re, aufr&auml;umen. Bezugnehmen auf die &#x84;Sicherheits-&#x84; Mauer, die von der israelischen Regierung gebaut wird, wobei dabei tausende Morgen Land von Pal&auml;stinenserInnen, die in der Westbank leben, beschlagnahmte wurde, meinte US-Senatorin Hilary Clinton: &#8222;Ich denke, es gibt sehr wenig Nationen in der Welt, die keine Z&auml;une an ihren Grenzen haben. Israel einfach daf&uuml;r anzuprangern, weil es seine Leute verteidigen m&ouml;chte, was die Aufgabe jeder Regierung ist, geht mir nicht ein. Haben wir nicht auch einen Zaun unter an der mexikanischen Grenze?&#8220; (Middle East International, 6.2.04).<br \/>  Die Enth&uuml;llungen &uuml;ber die Nicht-Existenz von Massenvernichtungswaffen haben noch gr&ouml;&szlig;ere Probleme f&uuml;r die Blair Regierung verursacht. Der Grund ist, dass der Widerstand gegen den Krieg in Britannien von Anfang an gr&ouml;&szlig;er war und weil die Waffenfrage die zentrale Rechtfertigung der New Labour Regierung war um Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die Invasion zu bekommen. Blair hat einen Weg von politischen Bananenschalen betreten und war schlie&szlig;lich gezwungen, die gleiche Kehrtwende wie Bush zu machen und Zugeben, das es unwahrscheinlich w&auml;re, Massenvernichtungswaffen zu entdecken. Andernfalls riskierte Blair vollst&auml;ndige Dem&uuml;tigung.<br \/>  Das &#x84;Hutton Untersuchung&#x93; der Rolle der New Labour Party in den Ereignissen, die zum Tod von Waffeninspektor David Kelly f&uuml;hrte war eine au&szlig;ergew&ouml;hnliche Wei&szlig;-Wasch-Aktion. Es hatte aber den gegenteiligen Effekt als beabsichtigt worden war. Bald danach folgte die Entscheidung der Regierung, die Anklage gegen Karen Gun fallen zu lassen, einer &Uuml;bersetzerin in der Zentrale der GCHQ-&Uuml;berwachung, die eine Bitte der USA an die britischen Geheimdienste bekannt machte, die darum ersuchten, UNO-VertreterInnen jener L&auml;nder zu verwanzen, die gegen die Invasion im Irak waren. Es war klar, dass sich die britische Regierung dar&uuml;ber im Klaren war, dass w&auml;hrend eines solchen Prozesses noch mehr peinliche Enth&uuml;llungen gemacht werden w&uuml;rden. Und als Gipfel kam noch die Anschuldigung der ehemaligen Entwicklungsministerin der Labour Party, Clare Short, dass die US- und britischen Geheimdienste die B&uuml;ros von Kofi Annan verwanzt hatten!<br \/>  Blair ist in Bezug auf seine Entscheidung, in den Krieg zu ziehen in der Defensive und hat neulich bei einer Rede vor UnternehmerInnen versucht, eine ideologische Verteidigung seiner Entscheidung zu geben. Trotz des Vorgebens, jenen, die gegen den Krieg protestieren einen Olivenzweig hinzuhalten, versuchte er auch eine allgemeinere Darlegung seiner Ideen eines &#8222;liberalen&#8220; Imperialismus zu geben. Blair rief sogar dazu auf, die &#8222;internationalen Gesetz&#8220; faktisch umzuschreiben, damit Erstschl&auml;ge von Strukturen wie der UNO abgesegnet werden k&ouml;nnen!<br \/>  Es gibt eine Grenze daf&uuml;r, wie langer Blair dieses permanente Untergraben seiner Position &uuml;berleben kann. Es ist wird wahrscheinlicher, dass er in den kommenden britischen Wahlen nicht als Kopf der New Labour Party ins Rennen gehen wird. Die Spekulation &uuml;ber seine Zukunft haben zugenommen angesichts der Empfehlung von Denis Healey, Blair sollte nun als Premierminister zur&uuml;cktreten. Healey, ein rechter Altvater der Labour Party, hatte urspr&uuml;nglich Blairs Parteif&uuml;hrung stark unterst&uuml;tze, als der fr&uuml;here Labour-F&uuml;hrer John Smith starb.<br \/>  Auch wenn Blair vom gegenw&auml;rtigen Schatzkanzler, Gordon Brown, ersetzt wird und Bush durch John Kerry, werden sich Chaos und Blutvergie&szlig;en im Irak fortsetzen. Im Lichte der j&uuml;ngsten Entwicklungen f&uuml;rchten viele ArbeiterInnen und Jungendliche weltweit in der nahe Zukunft im Irak die Entwicklung eines B&uuml;rgerkrieges wie im Libanon.<br \/>  Obwohl es wachsende Spannungen zwischen ethnischen und religi&ouml;sen Teilen der irakischen Gesellschaft gibt ist ein umfassender B&uuml;rgerkrieg in der nahen Zukunft nicht die wahrscheinlichste Perspektive. Aber reaktion&auml;re Elemente in der irakischen Gesellschaft versuchen in ihrem eigenen Interesse Konflikte zu sch&uuml;ren.<br \/>  Der Irak wurde vom britischen Imperialismus, der es nach dem Ersten Weltkrieg besetzte, k&uuml;nstlich geschaffen. Er bestand aus drei Regionen des ehemaligen t&uuml;rkischen Osmanenreichs: der haupts&auml;chlich schiitische S&uuml;den, das von SunnitInnen dominierte Zentrum und der kurdische Norden. Aber historisch gesehen war der kurdischer Norden niemals wirklich politisch, wirtschaftlich oder gesellschaftlich mit den zwei anderen Teilen verbunden, die urspr&uuml;nglich &#x84;Mesopotamien&#x93; gebildet hatten. Der britische Imperialismus brauchte viel l&auml;nger dazu, den kurdischen Norden zu befrieden, als den Rest von dem, was der Irak wurde. Historisch wurden die KurdInnen von den imperialistischen Kr&auml;fte in Bezug auf ihr weitreichendes Ziel f&uuml;r einen kurdischen Staat betrogen.<br \/>  Im Unterschied zu anderen arabischen Staaten war der Bewegung gegen die Kolonialherrschaft in ihrem Wesen nicht pan-arabisch sondern betonte den irakischen Nationalismus besonders. In der Periode des Kampfes gegen die t&uuml;rkische und britische Kolonialherrschaft hat das den Zusammenhalt der Bev&ouml;lkerung gest&auml;rkt und die Idee einer irakischen Nation entwickelt, obwohl diese Stimmung im kurdischen Norden nicht so stark war.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Die Methode des Imperialismus: Teile und Herrsche<\/span><\/p>\n<p>  Die &#x84;Teile und Herrsche&#x93;-Politik unter britischer Herrschaft und insbesondere auch Diktatur von Saddam Hussein haben die Spannungen zwischen verschiedenen Teilen der Gesellschaft verst&auml;rkt. Es gibt historisch keine Tendenzen f&uuml;r chauvinistische Zusammensch&ouml;&szlig;e zwischen verschiedenen ethnischen und religi&ouml;sen Gruppen im Irak. Das anti-imperialistische und pan-arabische Auftreten der Irakischen Kommunistischen Partei (ICP war &uuml;ber ethnische, religi&ouml;se und Stammesgrenzen hinweg popul&auml;r. Ende der 1950er Jahre h&auml;tte die ICP eine erfolgreiche sozialistische Revolution f&uuml;hren k&ouml;nnen. Tragischerweise wurde diese Chance wegen der falschen Politik der ICP-F&uuml;hrung vertan und der Putsch der Ba&#x93;ath Partei 1963 f&uuml;hrte zur Ermordung vieler KommunistInnen. Sie haben aber nichts aus der Geschichte gelernt und heute ist die ICP Teil der Provisorischen Marionetten-Verwaltung und unterst&uuml;tzt die T&auml;uschung der &Uuml;bergangsverfassung.<br \/>  Die sunnitische Elite hat den Irak immer regiert und die schiitische Mehrheit davon ausgeschlossen. Die brutalen Politik unter der Diktatur von Saddam Hussein &#8211; die Unterdr&uuml;ckung jedweden Widerspruches unter den ShiitInnen, insbesondere nach dem ersten Golfkrieg &#8211; wurde von den ShiitInnen als ein Angriff durch die sunnitische Elite wahrgenommen.<br \/>  Vielleicht ist die gr&ouml;&szlig;te Gefahr f&uuml;r ethnische Zusammenst&ouml;&szlig;e ist in der n&auml;heren Zukunft im kurdischen Norden. Es kam bereits zu blutigen Konfrontationen. Im kurdischen Gebiet gibt es eine Minderheit von Turkomanen (t&uuml;rkischst&auml;mmige V&ouml;lker) und schiitischen AraberInnen aus dem S&uuml;den, die von Husseins Regime angesiedelt wurde in dem Versuch, das ethnische Gleichgewicht im Gebiet zu ver&auml;ndern. Es gibt unter der kurdischen Bev&ouml;lkerung starke Tendenzen f&uuml;r Autonomie und Unabh&auml;ngigkeit. Die Anf&uuml;hrer der kurdischen PUK und KDP haben die neue &Uuml;bergangsverfassung als einen ersten Schritt Richtung Unabh&auml;ngigkeit dargestellt. Aber, wenn deutlich wird, dass die KurdInnen keine echte Selbstbestimmung gewinnen werden, dann wird der Druck wird f&uuml;r eine kompromisslosere Position gegen die Idee eines zentralisierten Staates zunehmen.<br \/>  Als Voreichen f&uuml;r die m&ouml;glichen Spannungen, die in der Zukunft entstehen k&ouml;nnen, haben TurkomanInnen in Bagdad und Kirkuk Demonstrationen organisiert als Proteste gegen die Gew&auml;hrung eines Autonomie-Statuses f&uuml;r die kurdischen Gebieten in den Verhandlungen &uuml;ber die &Uuml;bergangsverfassung. Beide, die turkomenische und die schiitische Bev&ouml;lkerungen in den kurdischen Gebieten f&uuml;rchten, aus ihrer Heimat ethnisch ges&auml;ubert zu werden. Es gibt Anzeichen daf&uuml;r, dass Peshmerga (kurdische) Milizen ShiitInnen dazu gedr&auml;ngt haben, die H&auml;user zu verlassen, in denen sie die letzten einen halb Jahrzehnte gelegt haben. Zweitausend kurdische Fl&uuml;chtlinge wohnen in einem Zeltlager im Stadion von Kirkuk und warten darauf, H&auml;user zu &uuml;bernehmen von denen sie hoffen, dass sie von den schiitischen AraberInnen aufgegeben werden.<br \/>  In Umst&auml;nden &auml;u&szlig;erster Armut, und wo unterdr&uuml;ckte Minderheiten existieren, gibt es Gelegenheiten f&uuml;r reaktion&auml;re Organisationen, ethnische und religi&ouml;se Spannungen auf zu peitschen, die unkontrolliert zu Zusammenst&ouml;&szlig;en und unter bestimmten Umst&auml;nde, zu B&uuml;rgerkrieg, f&uuml;hren k&ouml;nnen. Aber dies ist nur m&ouml;glich in einer Periode, wo die ArbeiterInnenklasse durch eine Periode von Niederlagen gegangen ist und wo ihre Organisationen unf&auml;hig sind, eine gemeinsam Herangehensweise an die Probleme, denen sich ArbeiterInnen und arme B&auml;uerInnen gegen&uuml;bersehen, aufzuzeigen.<br \/>  Deshalb gibt es andere m&ouml;gliche Perspektiven f&uuml;r den Irak, au&szlig;er jenen von B&uuml;rgerkrieg und einem Auseinanderbrechen des Landes. Es hat in begrenztem Ausma&szlig; Streiks und K&auml;mpfe der ArbeiterInnen im Irak zu Fragen von Bezahlung und Arbeitslosigkeit gegeben. Aber eine landesweite Gewerkschaftsbewegung mit starke Wurzeln in allen Gebieten hat sich noch nicht entwickelt, obwohl es in den st&auml;dtischen Gebieten immer noch Widerstand gegen das Abrutschen in ethnische Zusammenst&ouml;&szlig;e gibt.<br \/>  Da die wirtschaftlichen Schwierigkeiten von Tag zu Tag wachsen und das durch die imperialistische Besatzung erzeugt Leiden weitergeht, ist es lebenswichtig, dass die ArbeiterInnenklasse und die armen B&auml;uerInnen Organisationen aufbauen und entwickeln, die die grundlegenden Fragen von Elektrizit&auml;ts-, Wasser- und Lebensmittelversorgung aufgreifen, wie auch einer anst&auml;ndigen Bezahlung, von Arbeit f&uuml;r alle, f&uuml;r Schulen und Krankenh&auml;user und f&uuml;r den Wideraufbau der Infrastruktur des Landes. Eine Kampagne rund um diese Fragen k&ouml;nnte die Basis bilden f&uuml;r die Bildung von demokratischen Komitees des Volkes auf allen Ebenen um die Verwaltung der irakischen Gesellschaft zu &uuml;bernehmen und um die US-Besatzung und die regierende Marionetten Verwaltung loszuwerden. Ethnische und religi&ouml;se Zusammenst&ouml;&szlig;e k&ouml;nnte gestoppt werden, indem multi-ethnische Milizen aufgestellt werden, die die Sicherheit aller sch&uuml;tzen, unter der Kontrolle von ArbeiterInnen. SozialistInnen unterst&uuml;tzen die Anstrengungen zum Aufbau unabh&auml;ngiger Organisationen der ArbeiterInnenklasse im Irak und applaudieren den j&uuml;ngsten Bewegungen von Arbeitslosen und f&uuml;r die rechte der Frauen. Zusammen mit einem sozialistischen Programm, das die demokratischer ArbeiterInnenkontrolle und -Verwaltung der Industrie und der Wirtschaft einschlie&szlig;t, k&ouml;nnte so eine Alternative zu den Fr&ouml;mmlern und reaktion&auml;ren Kr&auml;ften massive Unterst&uuml;tzung der ArbeiterInnen erhalten.<br \/>  Das Zusammenkommen zu einer Nationalversammlung von demokratisch gew&auml;hlten Delegierter, um die Bildung einer Regierung der ArbeiterInnen und armen B&auml;uerInnen w&uuml;rde die Basis darstellen, um die dr&auml;ngenden Problemen, denen sich der Irak gegen&uuml;bersieht, anzugehen.<br \/>  Aber der einzige Weg, um die Ressourcen die die Basis zur L&ouml;sung der dr&uuml;ckenden sozialen und wirtschaftlichen Probleme sowie der Gefahr von ethnisch oder religi&ouml;ser Konflikt bereitstellen k&ouml;nnen, zu garantieren, ist durch den Kampf f&uuml;r einen f&ouml;deralen sozialistischen Irak, als Teil einer sozialistischen F&ouml;deration des Mittler und Nahen Osten.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Das CWI fordert:<\/span> <\/p>\n<p style=\"margin-top: 0.18cm; margin-bottom: 0.18cm;\">Versammlungs- und Redefreiheit. F&uuml;r das Recht sich zu organisieren und zu streiken. F&uuml;r den Aufbau einer demokratische Massengewerkschaftsbewegung <\/p>\n<p style=\"margin-top: 0.18cm; margin-bottom: 0.18cm;\">Ein massives &ouml;ffentliches Investitionsprogramm f&uuml;r die Schaffung von Arbeitspl&auml;tzen, Jobs f&uuml;r alle bei einem Lohn, von dem man Leben kann. Aufteilung der Arbeit ohne Verlust beim Einkommen, ein Ende der Arbeitslosigkeit. F&uuml;r die Zusammenf&uuml;hrung der Bewegung der arbeitslosen ArbeiterInnen mit den K&auml;mpfen der Gewerkschaft <\/p>\n<p style=\"margin-top: 0.18cm; margin-bottom: 0.18cm;\">Kampf der Privatisierung. Kampf dem Arbeitsplatzabbau. <\/p>\n<p style=\"margin-top: 0.18cm; margin-bottom: 0.18cm;\">Imperialistische Truppen raus aus dem Irak. Nein zur Besatzung, nein zum Kolonialismus. F&uuml;r eine Massenbewegung gegen die Besatzung im Irak und im Westen. Keinen weiteren Tropfen Blut &#x96; weder irakisches noch britisches oder amerikanisches &#8211; f&uuml;r die imperialistischen M&auml;chte. Die IrakerInnen m&uuml;ssen selbst &uuml;ber ihre eigene Zukunft entscheiden k&ouml;nnen. <\/p>\n<p style=\"margin-top: 0.18cm; margin-bottom: 0.18cm;\">Nein zum von den Imperialisten aufgezwungenen Handlangern der &#x84;Provisorischen &Uuml;bergangsregierung&#x93; und &#x84;Selbstherrschaft&#x93;. Die arbeitenden Menschen sollen ihre eigene Zukunft entscheiden. F&uuml;r das unmittelbare Zusammenkommen einer demokratisch gew&auml;hlten konstituierenden Versammlung, die die ArbeiterInnenklasse, die Dorfarmut und die echten Organisationen der Frauen und der Jugend repr&auml;sentieren. <\/p>\n<p style=\"margin-top: 0.18cm; margin-bottom: 0.18cm;\">Das Recht auf Selbstverteidigung gegen US- und andere imperialistische Kr&auml;fte, Verbrecher und Reaktion&auml;re. F&uuml;r vereinigte, demokratische Selbstverteidigungsorganisation der ArbeiterInnenklasse. Alle Waffen unter die Kontrolle von gew&auml;hlten Komitees von ArbeiterInnen in den Bezirken, Fabriken und Arbeitspl&auml;tzen. <\/p>\n<p style=\"margin-top: 0.18cm; margin-bottom: 0.18cm;\">F&uuml;r das Recht auf Selbstbestimmung der KurdInnen <\/p>\n<p style=\"margin-top: 0.18cm; margin-bottom: 0.18cm;\">F&uuml;r den vereinigte Kampf der ArbeiterInnenmassen! F&uuml;r demokratisch verantwortliche bewaffnete Selbstverteidigungsorganisationen der ArbeiterInnen und B&auml;uerInnen <\/p>\n<p style=\"margin-top: 0.18cm; margin-bottom: 0.18cm;\">F&uuml;r die Niederlage des Imperialismus <\/p>\n<p style=\"margin-top: 0.18cm; margin-bottom: 0.18cm;\">Kein zu ethnischen, nationalen und sektiererischen Spaltungen <\/p>\n<p style=\"margin-top: 0.18cm; margin-bottom: 0.18cm;\">F&uuml;r die Verstaatlichung der wichtigsten Sektoren und Unternehmen der irakischen Wirtschaft, einschlie&szlig;lich der Erd&ouml;lindustrie. F&uuml;r die demokratischer ArbeiterInnenkontrolle und &#x96;Verwaltung basierend auf den Gewerkschaften, den ArbeiterInnen und den armen Gemeinden. <\/p>\n<p style=\"margin-top: 0.18cm; margin-bottom: 0.18cm;\">F&uuml;r eine demokratische ArbeiterInnenregierung, des st&auml;dtischen und l&auml;ndlichen Proletariats sowie der armen B&auml;uerInnen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stellungnahme des CWI<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[63],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10831"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10831"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10831\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10831"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10831"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10831"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}