{"id":10816,"date":"2004-03-17T12:45:11","date_gmt":"2004-03-17T12:45:11","guid":{"rendered":".\/?p=10816"},"modified":"2004-03-17T12:45:11","modified_gmt":"2004-03-17T12:45:11","slug":"10816","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2004\/03\/10816\/","title":{"rendered":"SP&Ouml; macht Haider zum Landeshauptmann"},"content":{"rendered":"<p>Eine Stellungnahme der Sozialistischen Linkspartei<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nDie Einigung zwischen SP&Ouml; und FP&Ouml; in K&auml;rnten &uuml;ber Landeshauptmann und Arbeitsprogramm war f&uuml;r viele W&auml;hlerInnen und Mitglieder der SP&Ouml; ein Schock. Tats&auml;chlich wurde die &#x84;Ausgrenzung&#x93; der FP&Ouml; durch die SP&Ouml; aber nie wirklich betrieben. Ambrozy hat Recht, wenn er meint, &#x84;es habe in Sachbereichen schon bisher kaum Trennlinien zwischen SP&Ouml; und FP&Ouml; gegeben&#x93;. Als Regierungspartei auf Bundes- aber auch aktuell auf Landesebene, z.B. in Wien, betrieb und betreibt die SP&Ouml; Privatisierungspolitik und Sozialabbau. Auch mit der Abgrenzung nach Rechts sah es in der Praxis oft wenig konsequent aus, wie u.a. die Ereignisse rund um den jahrelangen Welser SP&Ouml;-B&uuml;rgermeister Bregartner zeigen, der offensichtlich wenig Ber&uuml;hrungs&auml;ngste nach Rechts hatte. Schon in den 90er Jahren konnte Haider den SP&Ouml;-Innenminister L&ouml;schnak als seinen &#x84;besten Mann in der Regierung&#x93; bezeichnen &#x96; angesichts einer restriktiven ImmigrantInnenpolitik, die die wesentlichen Forderungen des rassistischen FP&Ouml;-Anti-Ausl&auml;nderInnen-Volksbegehrens umsetzte. <\/p>\n<p>  Indem die SP&Ouml; in K&auml;rnten nun Haider erm&ouml;glicht, wieder Landeshauptmann zu werden &#x96; und es ist nur leicht durchschaubare Kosmetik, wenn sie ihn nicht aktiv w&auml;hlen werden &#x96; hat allerdings ein Tabubruch stattgefunden. Im Jahr 2000 hatte sich die SP&Ouml; noch emp&ouml;rt &uuml;ber die Regierungsbeteiligung der FP&Ouml; gezeigt &#x96; im heutigen Licht wirkt es eher wie Wut dar&uuml;ber, nicht selbst in die Regierung geholt worden zu sein. Es ist ein Tabubruch, der allerdings nicht allein mit der SP&Ouml; K&auml;rnten und ihrer spezifischen Geschichte begr&uuml;ndet werden kann, sondern seinen Anfang sp&auml;testens im Spargelessen zwischen Haider und Gusenbauer 2003 findet. Der Versuch der Bundes-SP&Ouml;, den Schritt als &#x84;autonome Entscheidung der K&auml;rntner SP&Ouml;&#x93; darzustellen, ist verlogen &#x96; fand doch nach Gusenbauers Aussagen sogar eine Diskussion dazu im Parteipr&auml;sidium statt, und die einhellige Ablehnung einer &#x84;Obstruktionspolitik&#x93; (Blockadepolitik). Mit Sachzw&auml;ngen wurde in der Vergangenheit Sozialabbau gerechtfertigt, nun wird mit der Notwendigkeit &#x84;konstruktiv zu sein&#x93; das B&uuml;ndnis mit Haider argumentiert. Gusenbauer selbst hat den Schritt vorgemacht und auch SP&Ouml;-Bundesgesch&auml;ftsf&uuml;hrerin Doris Bures machte mit ihrer Bemerkung, der Schritt sei eine Zusammenarbeit im Interesse des Landes K&auml;rnten, deutlich, dass die inhaltlichen Differenzen zwischen SP&Ouml; und FP&Ouml; offensichtlich nicht gravierend sind. Gusenbauer selbst schlie&szlig;t eine Zusammenarbeit SP&Ouml;-FP&Ouml; auch auf Bundesebene nicht aus und meint dazu &#8222;Es hat keinen Sinn, jemand von vornherein von einer Zusammenarbeit auszuschlie&szlig;en, v&ouml;llig unabh&auml;ngig davon, was er oder sie tut.&#8220; <\/p>\n<p>  Die FP&Ouml; vertritt den radikalsten Fl&uuml;gel des Kapitals. Sie fordert u.a. die &#x84;Zur&uuml;ckdr&auml;ngung des Gewerkschaftseinflusses&#x93;. FP&Ouml;-PolitikerInnen sprachen sich f&uuml;r Streikverbot aus und gingen aktiv gegen Streikende vor. Die FP&Ouml; steht &#x96; trotz aller Propaganda &#x96; f&uuml;r eine Politik gegen ArbeitnehmerInnen und gegen Gewerkschaften. Nun werden SP&Ouml; und FP&Ouml; gemeinsam Sozialabbau gegen den Gro&szlig;teil der K&auml;rntner Bev&ouml;lkerung betreiben. J&ouml;rg Haider wird gleichzeitig keine Gelegenheit f&uuml;r rechten Populismus auslassen. Die Behauptung, der Schritt h&auml;tte keine Auswirkungen auf die Bundespolitik, ist eine Illusion. Die FP&Ouml; wird dadurch bundesweit gest&auml;rkt, die SP&Ouml; noch verwechselbarer mit der &Ouml;VP. Es ist deutlich geworden, dass die SP&Ouml;, wenn sie wieder in die Bundesregierung zur&uuml;ckkehrt, keine fundamental andere Politik machen wird, als die jetzige blau-schwarze Regierung. <\/p>\n<p>  Viele W&auml;hlerInnen und Mitglieder der SP&Ouml; sind nun entt&auml;uscht und f&uuml;hlen sich betrogen. Nachdem sich die SP&Ouml;-Politik in den letzten Jahren immer weniger von jener von &Ouml;VP und FP&Ouml; unterschied, war zumindest die Ablehnung von Haider f&uuml;r Viele als letzte Hoffnung in die SP&Ouml; geblieben. Diese ist nun zerst&ouml;rt. Wie schon nach dem Spargelessen wird innerhalb der SP&Ouml; Unmut &uuml;ber die Zusammenarbeit laut. Viele stellen sich die Frage, was die SP&Ouml; noch von der &Ouml;VP unterscheidet. In den 90er Jahren ist die SP&Ouml; eine vollst&auml;ndig kapitalistische Partei geworden. Die Unterschiede zur &Ouml;VP sind immer geringer geworden, die SP&Ouml; ist keine ArbeiterInnenpartei mehr und orientiert sich in ihren Entscheidungen an Machtfragen und kapitalistischen Sachzw&auml;ngen. <br \/>  Wir begr&uuml;&szlig;en den Widerstand und allf&auml;llige Protestaktionen von Mitglieder\/AktivistInnen der SP&Ouml; sowie ihr nahestehender Organisationen, wie Sozialistische Jugend, Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen, Sozialistische Freiheitsk&auml;mpferInnen und anderer. Wir k&ouml;nnen uns im Kampf gegen Sozialabbau und Rechtsextremismus nicht auf die SP&Ouml; &#x96; und zwar egal ob in K&auml;rnten oder auf Bundesebene &#x96; verlassen. Wir m&ouml;chten die Mitglieder der SP&Ouml; und ihr nahestehender Organisationen einladen, gemeinsam Aktionen gegen das Regierungs&uuml;bereinkommen in K&auml;rnten, das offensichtlich nicht im Widerspruch zur Linie der Bundes-SP&Ouml; steht, zu setzen. Wir m&ouml;chten Euch aber auch einladen, mit uns gemeinsam f&uuml;r den Aufbau einer neuen, sozialistischen ArbeiterInnenpartei einzutreten, einer Partei, die die besten Traditionen der Sozialdemokratie verteidigt, an der Spitze der K&auml;mpfe f&uuml;r soziale Gerechtigkeit steht und eine Regierung der ArbeiterInnenklasse errichtet. <br \/>  <span style=\"font-style: italic;\"><br \/>  Sozialistische LinksPartei (SLP)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Stellungnahme der Sozialistischen Linkspartei<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[46],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10816"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10816"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10816\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10816"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10816"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10816"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}