{"id":10648,"date":"2003-10-30T10:26:57","date_gmt":"2003-10-30T10:26:57","guid":{"rendered":".\/?p=10648"},"modified":"2003-10-30T10:26:57","modified_gmt":"2003-10-30T10:26:57","slug":"10648","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2003\/10\/10648\/","title":{"rendered":"Nazis stoppen!"},"content":{"rendered":"<p>Rechtsextreme versuchen den Sozialkahlschlag zu nutzen, um sich als Alternative darzustellen<\/p>\n<p>  von Linda Sch&uuml;tz, Rostock<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nKurz schreckten die b&uuml;rgerlichen Medien durch den Fund von Sprengstoff bei Nazis in M&uuml;nchen auf. Innenminister Schily redet von &#x84;Z&uuml;gen einer terroristischen Gruppierung&#x93;, andere warnen vor einer &#x84;Braunen Armee Fraktion&#x93;. <br \/>  Doch dieselben Leute schaffen durch Aussagen &uuml;ber &#x84;illegale Einwanderer&#x93; und Abschiebepolitik ein rassistisches Klima (siehe Solidarit&auml;t Nr. 18). Das tr&auml;gt dazu bei, dass Ausl&auml;nderInnen, Linke und die normale Bev&ouml;lkerung t&auml;glich von den Rechten terrorisiert werden, was gerade mal eine Kurzmeldung in den Lokalzeitungen wert ist. <br \/>  Hier einige Beispiele aus MeckPomm: In Pekun verzichteten BetreuerInnen eines Jugendclubs auf die Verl&auml;ngerung ihrer Stellen, nach Druck aus der rechten Szene. Ein Mann aus Torgelow sah sich gezwungen, die Stadt zu verlassen, nachdem er mehrmals von Neonazis angegriffen wurde und Morddrohungen erhielt. Auch die Auftritte der Rechtspopulisten und Neonazis in der &Ouml;ffentlichkeit werden mehr. Allein in Rostock fanden seit M&auml;rz 2003 f&uuml;nf Nazi-Aufm&auml;rsche statt. Immer wieder stecken ihre Flugbl&auml;tter in den Briefk&auml;sten und sie trauen sich wieder, in der Innenstadt Plakate zu kleben.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Umstrukturierung <\/span><br  style=\"font-weight: bold;\"> <br \/>  Aber der geplante Bombenanschlag zeigt eine neue Qualit&auml;t. Denn ein Sprengstoffanschlag setzt mehr an Planung und Logistik voraus, als der t&auml;gliche Terror. Die Gr&uuml;nde sind in der Umstrukturierung auf der Rechten zu finden. Durch das NPD-Verbotsverfahren wurde die Partei softer und die F&uuml;hrungsgremien waren\/sind mit V-M&auml;nnern durchsetzt. Deshalb gingen viele radikale Nazis in freie Kameradschaften. <br \/>  Die militanten Nazis haben dadurch ihre eigenen Strukturen, sind schwerer greifbar und untereinander gut vernetzt. Dort fand die politische Steigerung statt, die sich in dem geplanten Anschlag zeigte. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Soziale Themen<\/span><br  style=\"font-weight: bold;\"> <br \/>  Eine andere Entwicklung ist das Aufgreifen sozialer Themen. Die Propaganda richtet sich nicht mehr haupts&auml;chlich gegen Ausl&auml;nderInnen und Linke, sondern auch gegen Sozialabbau und die Regierung. Sie stellen sich auf die Seite des &#x84;kleinen Mannes&#x93;, greifen in Reden und Plakaten die SPD an, thematisieren die L&uuml;gen der Bundesregierung und die hohe Arbeitslosigkeit. &Uuml;berall versuchen rechte Gruppen, die Unzufriedenheit und die Wut auf die etablierten Parteien und ihre Politik f&uuml;r sich zu nutzen.<br \/>  Das k&ouml;nnen sie aber nur, weil die SPD l&auml;ngst zu einer b&uuml;rgerlichen Partei geworden ist und die PDS im Osten dazugeh&ouml;ren will und die K&uuml;rzungen mittr&auml;gt. Sie k&ouml;nnen es nur, weil es keine Arbeiterpartei gibt und die Gewerkschaften im Moment die einzigen Organisationen der Arbeiterklasse sind. Doch die F&uuml;hrung der Gewerkschaften weigert sich, Widerstand gegen das gr&ouml;&szlig;te Sparpaket seit dem 2. Weltkrieg zu organisieren und h&auml;lt der Regierung den R&uuml;cken frei! Das ist das Rezept daf&uuml;r, dass Neonazis noch aktiver und Zulauf von Verzweifelten haben werden.<br \/>  Deshalb m&uuml;ssen sich die bundesweite Demo am 1. November, die B&uuml;ndnisse und auch die Streiks in Hessen nicht nur gegen Sozialkahlschlag, sondern auch gegen staatlichen Rassismus und die L&uuml;gen der Rechten richten. Der Kampf um Verbesserungen muss verbunden werden mit dem Kampf gegen die Ursache der Probleme, die kapitalistische Profitwirtschaft, dann k&ouml;nnen wir den Nazis den Boden entziehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rechtsextreme versuchen den Sozialkahlschlag zu nutzen, um sich als Alternative darzustellen<\/p>\n<p> von Linda Sch&uuml;tz, Rostock<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5],"tags":[155],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10648"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10648"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10648\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10648"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10648"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10648"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}