{"id":10613,"date":"2003-09-24T16:46:45","date_gmt":"2003-09-24T16:46:45","guid":{"rendered":".\/?p=10613"},"modified":"2003-09-24T16:46:45","modified_gmt":"2003-09-24T16:46:45","slug":"10613","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2003\/09\/10613\/","title":{"rendered":"CSU verliert 1,2 Millionen W&auml;hlerstimmen!"},"content":{"rendered":"<p>Trotzdem gab es am Wahlabend der Landtagswahlen in Bayeren lachende Gesichter bei der CSU und Zerknirschung nur bei der SPD. Denn die prozentualen Wahlverluste waren f&uuml;r die SPD gravierender: SPD 19,6 % (1998: 28,7 %), CSU 60,7 % (52,9 %), Gr&uuml;ne 7,7 % (5,7 %), FDP 2,6 % (1,7 %), Republikaner 2,2 % (3,6 %), Sonstige 6,8 % (6,2 %).<\/p>\n<p>  von Ronald Luther, Rostock<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nDie wirklichen W&auml;hlerstimmen-Zahlen machen vieles deutlicher. So verlor die SPD gegen&uuml;ber der Bundestagswahl 900.000  und die CSU sogar 1,2 Mio Stimmen. Auch die kleineren etablierten Parteien mussten gegen&uuml;ber der Bundestagswahl W&auml;hlerverluste hinnehmen. So verloren die FDP 200.000 und die Gr&uuml;nen 170.000 Stimmen. Nur die nichtetablierten Parteien konnten von der wachsenden Ablehnung der etablierten Parteien profitieren. So gewannen bspw. die rechtsradikalen Republikaner gegen&uuml;ber der Bundestagswahl 60.000 Stimmen dazu, verloren aber  gegen&uuml;ber der letzten Landtagswahl ebenfalls &uuml;ber 200.000 Stimmen, also die H&auml;lfte. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Die W&auml;hlerInnen blieben zu Hause <\/span><br  style=\"font-weight: bold;\"> <br \/>  Diese Zahlen machen deutlich, dass es keinen Rechtsrutsch in Bayern gegeben hat. Stattdessen ist die Partei der Nichtw&auml;hlerInnen enorm gewachsen. So fiel die Wahlbeteiligung gegen&uuml;ber der letzten Landtagswahl von 69,8 % auf 57,3 %. &#x84;Und zum ersten Mal gab es bei einer Landtags- oder Bundestagswahl in Bayern mehr Nichtw&auml;hler als W&auml;hler der CSU.&#x93; (FR 23.09.03) Eine Million gingen weniger zur Wahl als bei der Landtagswahl 1998. Die CSU hat nur deshalb zum ersten Mal in der Wahl-Geschichte die Zweidrittelmehrheit geknackt, weil die SPD einen so dramtischen Einbruch bei den W&auml;hlerstimmen gehabt hat. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Die Karawane zieht weiter <\/span><br  style=\"font-weight: bold;\"> <br \/>  Bundeskanzler Schr&ouml;der und das SPD-Pr&auml;sidum fanden trotz SPD-Wahldebakel auch an der Bayern-Wahl etwas Gutes. Nicht die Politik der Bundesregierung w&auml;re schuld.  &#x84;Die Agenda 2010 (&#8230;) werde umgesetzt. Es m&uuml;sse deutlich gemacht werden, dass &#x84;wir nicht die Absicht haben und auch nicht haben d&uuml;rfen, an dem Kurs etwas zu &auml;ndern.&#x93;, so der Bundeskanzler. (Spiegel online 22.09.03) Und: &#x84;Vom &#x84;Verstand&#x93; her akzeptierten die Menschen diesen Weg.&#x93; (FR 23.09.03). Diese &#x84;Weiter so wie bisher!&#x93;-Haltung wird nur von der CSU &uuml;bertroffen. Hauptsache die Landtagsposten sind sicher, da ist einem die wirkliche Stimmenanzahl wurscht. So meinte Stoiber trotz der drastischen Stimmenverluste seiner Partei: &#x84;Das Votum zeige ganz eindeutig, die W&auml;hler wollten Ver&auml;nderung, sie h&auml;tten einen ausgepr&auml;gten Reformwillen, sie wollten eine positive Zukunft &#x84;und die verk&ouml;rpert f&uuml;r sie die CSU und die Unionsparteien&#x93;.&#x93; (FR 23.09.03) <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">SPD und CSU in der Krise <\/span><\/p>\n<p>  Das Wahldebakel der SPD in Bayern war abzusehen. Immer mehr Menschen wird klar, dass mit der Agenda 2010 der Sozialstaat in Deutschland zerschlagen werden soll. Der Unmut dar&uuml;ber wird nicht nur in den Wahlergebnissen in Bayern oder bei Umfragen deutlich, sondern auch beim Anwachsen von Protesten. Aber die Krise macht sich ebenfalls bei der SPD-Basis bemerkbar. So verlor die SPD allein seit Jahresanfang 30.345 Mitglieder. &#x84;Bis zum 30. Juni verlie&szlig;en so viele Genossen die SPD wie im gesamten Vorjahr. Eine derart wuchtige Absetzbewegung registrierte die Partei zuletzt in den fr&uuml;hen F&uuml;nfzigern&#8230;&#x93; (Spiegel 22.09.03). Aber auch Stoiber wird sich nicht lange &uuml;ber seinen Wahlsieg freuen k&ouml;nnen. Lang ist es her, dass er Erfolgsmeldungen &uuml;ber das Vorzeigemodell Bayern verbreiten konnte. So verzeichnete die bayrische Wirtschaft im ersten Halbjahr 2003 nur noch ein Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent und die Zahl der Erwerbslosen stieg in den letzten Monaten drastisch auf jetzt 6,6 Prozent. Diesen Trend wird Stoiber in Zeiten der Wirtschaftskrise schwer was entgegensetzen k&ouml;nnen, so dass sich sein Wahlsieg schnell in einen &#x84;Phyruss-Sieg&#x93; verwandeln kann.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotzdem gab es am Wahlabend der Landtagswahlen in Bayeren lachende Gesichter bei der CSU und Zerknirschung nur bei der SPD. 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